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Kolumbus und das goldenen Zeitalter Spaniens – Es war einmal der Mensch (Folge 15)

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Es War Einmal Der Mensch
Kolumbus und das goldenen Zeitalter Spaniens – Es war einmal der Mensch (Folge 15)
lernst du in der Volksschule 3. Klasse - 4. Klasse

Grundlagen zum Thema Kolumbus und das goldenen Zeitalter Spaniens – Es war einmal der Mensch (Folge 15)

Im Spanien des 15. Jahrhunderts geht die Herrschaft der Mauren ihrem Ende entgegen. 1492 fällt Granada, die letzte Bastion des Islam. Tausendunddreißig Wehrtürme trägt die Mauer dieser blühenden Stadt mit der beachtlichen Zahl von 400.000 Einwohnern, mit 70 Bibliotheken und über 50 Schulen. Fünf Jahrhunderte Krieg haben die Spanier fanatisch und intolerant gemacht. Die Juden werden vertrieben, und 400.000 Mauren müssen das Land verlassen. Kolumbus startet seine große Reise. Er erhält von der spanischen Krone drei Schiffe und den Rang eines Admirals. Und nach 69 Tagen, am 12. Oktober 1492, fünf Jahrhunderte nach den Wikingern, entdeckt Christoph Kolumbus Amerika.

Transkript Kolumbus und das goldenen Zeitalter Spaniens – Es war einmal der Mensch (Folge 15)

“Weißt du, wie viel Sterne stehen? Und wohin die Flüsse gehen? Sag, warum, der Regen fällt? Wo ist das Ende dieser Welt? Was war hier vor tausend Jahren? Warum können Räder fahren? Sind Wolken schneller als der Wind? So viele Fragen hat ein Kind. Ach Kind, komm lass die Fragereien. Für sowas bist du noch zu klein. Du bist noch lange nicht soweit. Das hat noch Zeit. Was ist Zeit? Was ist Zeit? Was ist Zeit? Ein Augenblick, ein Stundenschlag, tausend Jahre sind ein Tag.” In Spanien des 15. Jahrhunderts geht die Herrschaft der Mauren ihrem Ende entgegen. Isabella die Erste heiratet Ferdinand den Zweiten. Und damit vereinigen sich zwei starke Rivalen gegen die Mauren, Kastilien und Aragonien. “Na, die schmeißen wir doch ins Meer.” “Das schaffen wir beide allein.” Malaga wird genommen. Es ist das Jahr, in dem der portugiesische Seefahrer Bartholomeus Diaz das Kap der Guten Hoffnung umschifft. “Eine Erscheinung, sage ich dir. Das siehst du nicht alle Tage. Und sie sah mich an, als wollte sie sagen...” “Und dann?” “Ja, dann nahm ich sie in die Arme. Und es wurde noch ein richtig schöner Abend.” Schon bevor die Mauren endgültig besiegt werden, sind sie durch die Reconquista-Kriege lehnsabhängig von Kastilien. 1492 fällt Granada, die letzte Bastion des Islam. Tausendunddreißig Wehrtürme trägt die Mauer dieser blühenden Stadt mit 40.000 Einwohnern, mit 70 Bibliotheken und über 50 Schulen. Die Juden werden vertrieben. Um 1609 müssen alle Mauren das Land verlassen. “Also weißt du, wenn man das alles so sieht, finde ich den Krieg doch nicht so lustig.” Die spanische Krone fasst sich erstmal an den Kopf und dann den Entschluss, Kolumbus seine Reise zu bezahlen. Die Mannschaft wird aus Freiwilligen zusammengestellt. “Dass ich nicht lache.” Kolumbus erhält drei Schiffe und den Rang eines Admirals. Die drei hochbordigen Karavellen sind verhältnismäßig klein. Die Santa Maria hat 120 Tonnen, die Pinta 90 und die Nina nur 55. Kolumbus will die Ostküste Asiens erreichen und sucht einen kürzeren Seeweg nach Indien, um den Handel zu beschleunigen und zu verbilligen. “Ah, oh. Seht doch nur, Wind kommt auf. Wir können weiterfahren. Nun mach doch schon. Jeder auf seinen Posten. Wind kommt auf.” “Das heißt, wir fahren zurück, oder?” “Nein, weiter nach Westen.” “Kommt überhaupt nicht infrage.” “Vergesst nicht die Belohnung. Es gibt Gold.” “Wir wollen kein Gold. Wir wollen nach Hause.” Das kann dem jungen Admiral nicht gefallen. Er soll immerhin ein Zehntel aus den Einnahmen aller neuen Handelsgebiete bekommen. Aber vor allem die technischen Hilfsmittel sind doch noch recht unzureichend. Der Kompass wird durch Metalle, Ketten und Rüstungen abgelenkt. “Wir müssen aber längst da sein. Guck doch mal genauer hin. Irgendwo müsst ihr doch Land sehen.” “Nichts weit und breit.” “Oh, warum tut man mir sowas an? “Warum habe ich auf diesen Toscanelli gehört, diesen absurden...” Ja noch ist es nicht zu spät. Aber das Teleskop-Fernrohr, das kommt 100 Jahre zu früh. “Indien oder nicht Indien, wir wollen zurück. Ist das klar?” “Wir werden sonst ungemütlich.” “Allerdings. Und denke ja nicht, dass wir hier Spaß machen. Verstehst du uns?” “Land in Sicht.” “Hör auf zu faseln, sonst stopfe ich dir Futterluke. Was siehst du?” “Ich sehe Land, und zwar ganz deutlich. Wir haben es geschafft.” “Hört ihr? Wir haben es geschafft. Wir haben die Erde umsegelt. Wir werden ruhmreich in die Geschichte eingehen.” Nach 69 Tagen, am 12. Oktober 1492 und wie man annehmen darf, fünf Jahrhunderte nach den Wikingern, entdeckt Christoph Kolumbus Amerika, zumindest fürs erste Mal eine Insel der Bahamas, worauf dann andere folgen. Inzwischen haben Jumbo und Adam ihren Dienst bei der Armee quittiert und kehren nach Hause zurück. “Sieh mal, wer da drüben steht?” “Vorsicht, pass auf.” “Willst du uns zur Begrüßung erschlagen?” “Hallo Maestro.” “Oh, ihr seid es? Wie geht es euch? Hoffentlich bleibt ihr jetzt fürs erste?” “Seht, wer da drüben sitzt?” “Ach?” “Grüß dich.” “Na ja, ja, ja, ja, ja, ja. Alles hat mal klein angefangen, ja.” Und die Dinge haben sich entwickelt, wie man sieht. “Du wirst sie noch fallenlassen.” Unter den vielen Kindern, die im Jahre 1500 geboren werden, wird sich eines besonders hervortun und eines Tages Kaiser sein, Karl der Fünfte. Spanien verarbeitet seine Wälder zu Schiffen, als man erkannt hat, dass die Handels- und Kriegsmacht durch die Größe der Flotte bestimmt wird. Und weil die Transportmittel an Land noch unterentwickelt sind, werden für den Bau von Schiffen ganze Landstriche am Meer abgeholzt, ohne dabei an die Folgen zu denken. “Eine Idee. Moment bitte.” “Na, sagt mal, habt ihr hier ein Konstruktionsbüro eröffnet?” “Guckt es euch an. Ich lasse mich von der Form der Bäume und Äste inspirieren. Und so werden schöne Schiffe entstehen. Eines Tages wird ein Schiff wie dieses fahren. Bestimmt.” “Warte mal, renne nicht weg. Hier sind wir 1504.” “Etwas zu früh. Na, wenn schon.” Und es geht noch lange so. Inzwischen stirbt 1516 Ferdinand von Aragón und sein wenig geliebter Sohn, Prinz Karl von Kent, tritt die Nachfolge an. “Essen wartet, Mittagspause.” Und als Karl von Kent seinen Großvater, Kaiser Maximilian beerbt, wird der Wald noch immer in kleine Stücke geschnitten. “… wie das staubt. Ich sage, es wird eine Erosion geben.” “Sie wird die Tiere vertreiben und die Bauern. Die Nahrung wird knapp werden. Und das Ganze artet zur Katastrophe aus. Wer den Wald tötet, tötet das Leben.” “Mhm, so standen sie vor mir in tiefer Verehrung, aber ich habe kein Pardon gegeben. Ach, ich erzähle es euch.” “Kommt nur her, ihr Schurken. Ich allein habe die halbe maurische Armee in Stücke gehauen. So war es. Ich will mich nicht rühmen, aber ich bin ein Held. Ich mache mir meine Hände nicht schmutzig wie die da.” “Ah Pablo, Pablo mio!” “Der Inquisitor weilt unter uns, schön, schön.” “Und ihr meine Getreuen, vergesst nicht eure Pflichten. Das Land ist noch voll von Juden und Moslems und Konversers, die den Glauben vortäuschen und doch vom Teufel besessen sind. Ihre Existenz ist eine Beleidigung des Herrn, dass er sie meldet, ist ein Akt der Barmherzigkeit, welcher belohnt werden wird.” “Sie täuscht Unschuld vor, aber sie lebt in Sünde und ist vom Teufel besessen. Ich schwöre, es ist eine Hexe.” “Sehr gut. Die Kirche ist dir dankbar, mein Sohn. Und du?” “Der geht nicht zur Kirche, hält ketzerische Reden und führt einen unmoralischen Lebenswandel.” “Lalalalala.” “Warte, er ist mein Freund.” Karl der Fünfte wird Kaiser. Er herrscht nach der Devise der Habsburger, das Schicksal Österreichs ist es, das Universum zu regieren. Magellan beginnt seine Weltreise. Und Cortés bricht zur Eroberung Mexikos auf. Leonardo da Vinci ist in Amboise auf Einladung des Königs Franz des Ersten. Überall an der Loire entstehen Schlösser als Symbol der Wiedererneuerung. Chaumont, Loire und eines der eigenartigsten Renaissance-Schlösser Frankreichs Chenonceau, auch das Schloss Chambord. Es wird gebaut nach den Plänen von Leonardo da Vinci. Aber kehren wir zurück nach Spanien. “Oh, sieh doch mal das da. Das halte ich ja für eine ziemliche Tierquälerei.” “Für das gute Herz, meine Herren. Es ist für unseren Wohltätigkeitsfonds.” “Was hälst du denn davon?” “Er denkt wie wir. Es ist eine gute Sache.” “Na, dann wollen wir die Sache mal gut beenden. Alles Gute.” “Das ist zu viel des Guten.” “Sieh mal, da drüben ist ein Gasthaus.” “Na komm, ich lade dich ein. Wir haben uns eine Erfrischung verdient.” “Guten Tag.” “Guten Tag.” “Die Heros, bitte dort.” “Oh.” “Oh, dieses Viehzeug.” “Hier wimmelt es von Fliegen und Mücken.” “Oh.” “Du machst am besten auch gleich eine Fliege.” “Versuchen Sie unseren Rotwein, Fremder. Er ist köstlich.” “Danke.” “Was ist? Schmeckt dir mein Apfel?” “Oh Entschuldigung, das war ein Irrtum. “Ein sehr schmackhafter Irrtum. Verschlucke dich bloß nicht.” “Sevilla ist recht ruhig heute Morgen. Wo sind denn die Leute alle?” “Guck mal, wer da kommt. Na, erinnerst du dich?” “Allerdings, ja.” “Bitte eine Kleinigkeit für meine arme Mutter.” “Nein.” “Weine doch nicht Kleiner. Das wird wieder gut.” “Quatsch doch nicht. So ein Mist. Sonst zieht der Trick mit meiner Mutter immer.” “Also ich verstehe immer noch nicht, warum es heute hier so ruhig ist. Du vielleicht?” Die Inquisition hält sich in Europa nirgends so lange wie in Spanien. Hier wird sie auch zur Unterdrückung der Juden und Mauren eingesetzt. Verteidiger sind bei den Prozessen nicht zugelassen. Das Eigentum des meist zum Tode Verurteilten fällt an die Kirche. “Auf den Scheiterhaufen.” “Hängt sie.” “Ja, verbrennt sie.” “Sie soll hängen.” “Auf den Scheiterhaufen.” “Können wir denn wirklich gar nichts tun?” “Nichts.” “Komm, weg hier.” “Für einen Blinden.” “Zum Hafen.” “Sehen Sie da hinten die spielenden Kinder an dem weißen Haus da gleich rechts rum? Danke.” “Halt mal. Rücke den Beutel wieder raus. Na, wird es? Warte mein Bürschchen, du kriegst noch was raus. Jetzt. Das hat er sich ehrlich verdient.” Sevilla ist eine der reichsten Handelsstädte dieser Zeit. Die Stadt ist Sitz der größten Seefahrerschule und des Casa de la Contratación, des staatlichen Handelshauses. Nach der Entdeckung Amerikas ist Sevilla der einzige Umschlagplatz für Waren aller Art aus der neuen Welt. “Hallo.” “Gute Ladung?” “Ja. Von allem etwas. Sie werden sehen.” “Mich interessiert vor allem die schwarze Ware. Haben Sie die?” “Aber ja, schon ausgepackt.” “Die Sklaven sind teurer geworden. Aber die Qualität ist sehr gut. Es sind nur die Besten übrig geblieben.” “Gut. Ich nehme sie.” “Ich würde auch gerne in fremde Länder fahren.” “Na, und ich erst.” “Warum nicht? Machen wir doch eine Reise.” “Oh ja.” “Und was versprecht ihr euch von so einer Reise?” “Sehr viel. Ich könnte Abenteuer erleben.” “Und herrliche Prügeleien.” “Solche Reisen sind ja sehr bildend.” “Und gewinnbringend, das wollen wir doch mal nicht vergessen. Ich möchte Gold finden, Gold.” Im Lager Drap d'Or treffen sich Franz der Erste und Heinrich der Achte, um gemeinsam die Ziele des spanischen Königs zu vereiteln. “Grüßt mir Amerika. Na hoffentlich geht es gut.” Zur Jahreswende eröffnet Cortés den Krieg gegen Mexiko. Mit elf Schiffen, 600 Mann, 16 Pferden und 14 Geschützen rückt er gegen die Azteken vor. “Kurs gradeaus, nein, ich wollte sagen, hart backbord.” “Zu Befehl mein Kapitän. Der Kurs liegt an.” “Hört sofort auf zu streiten. Na, das wird aber auch Zeit. Antreten zum Exerzieren. Alles hört auf mein Kommando. Gewehr ab.” “Genug, genug, genug.” “Also lasst die Gewehre. Wir exerzieren mit der Pike.” “Wir haben keine Lust mehr. Wir wollen spielen.” “Wir spielen Pik statt Pike.” “Tod und Teufel. Womit habe ich das verdient?” “Ja, da fehlt wohl nur noch ein Karo As. Das habe ich, glaube ich.” “Lass mich los.” “Kapitän, Kapitän, er will mich hauen.” “Was ist denn das für eine Disziplin? Warum entfernst du dich von den anderen Schiffen?” “Aber Kapitän, ich führe nur Ihre Befehle aus.” “Am besten gar nichts, Kapitän.” “Kommt her und legt die zwei Kerle in Eisen, und zwar sofort.” “Zu Befehl, mein Kapitän. Sagt uns, wie wir das machen sollen.” “Ich habe keine Hilfe auf dem Schiff. Du übernimmst das Ruder und hälst Kurs auf die anderen Schiffe.” “Zu Befehl.” “Also ich bin froh, dass ich mein Pferd mitgenommen habe.” Und wenn Cortés wirklich mit einem so lahmen Haufen da angekommen wäre, dann hätten die Azteken vermutlich überlebt. Aber so genau müssen wir das ja wohl nicht nehmen. “Ha, eine riesengroße Riesenschlange.” Die Azteken sind geschickte Landwirte. Sie kennen kein Pflug, sondern arbeiten ausschließlich mit der Hacke. Die Anbaufläche ist weitgehend Gemeinschaftsbesitz. Die Azteken haben aus amerikanischen Wildgewächsen zwanzig bedeutende Nutzpflanzen gezüchtet, wie zum Beispiel Mais, Erdnüsse, Tabak und Kartoffeln. “Oh. Ja.” “Hä” Als die stolzen Eroberer in ihrer ganzen Herrlichkeit den Wilden gegenüberstehen, werden sie zunächst recht freundlich begrüßt. “Das ist bestimmt ein Gott. Er sieht mächtig aus mit seinen vier Beinen.” “Unter den Indiostämmen, die von den Azteken unterdrückt werden, finden die Eroberer willige Verbündete.” “Dahinten liegt Tenochtitlan. Dort werden wir unser Glück machen.” Im Bau ihrer Pyramiden übertreffen die Azteken die Ägypter. Der größte Bau ist 63 Meter hoch. In der Hauptstadt stehen 60.000 Häuser mit mindestens 300.000 Einwohnern. Wahrscheinlich sind es sogar mehr. Tenochtitlan ist eine der größten Städte der Welt. Zum Vergleich, London hat zu dieser Zeit erst 200.000 Einwohner. “Guten Morgen. Morgenstund hat Gold im Mund.” Mais und Kartoffeln sind die Hauptnahrungsmittel. Sie leben nicht gerade üppig, eher bescheiden, aber kennen auch keine Hungersnot. Die Azteken haben zwölfhundert Pflanzen klassifiziert, ebenso viele Arten von Schlangen, Insekten und Mineralien. Sie formen kunstvolle Gefäße und Figuren aus Ton, Holz und Edelmetall. “Ist das nicht gut geworden?” Ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse haben die Azteken in Hieroglyphenschriften niedergelegt. Tausende ihrer Bücher wurden von den Eroberern als Teufelswerk verbrannt. “Großvater, zeig mal, wie du Ringe machen kannst mit deinem Rauch.” Eine hohe Kunstfertigkeit beweisen die Azteken in einem sehr reizvollen Arrangement aus mosaikartig angeordneten Federn. “Wirklich ausgezeichnet, was du da machst. Wenn einen diese kleinen Teufel nur arbeiten ließen. Los raus mit euch. Wenn ich euch noch mal erwische, schneide ich euch die Federn ab.” “Dir ziehe ich gleich mal die Ohren lang, du blöder Bengel.” “Dein sauberer Sohn hat angefangen. Ich habe es gesehen.” “Rede doch keinen Stuss. Meiner hat überhaupt nichts gemacht.” “Er ist der reinste Engel. Nur leider hat er einen Teufel zum Vater.” “Dir werde ich gleich das Maul stopfen.” “Sag das noch mal, du Gorilla.” “Jetzt gebt doch mal endlich Frieden.” “Willst du auch was?” “Wenn ihr groß seid, werdet ihr ganz tapfere Krieger. Man wird euch die Haare ganz kurz schneiden bis auf eine dicke Locke. Und wenn ihr im Krieg einen Gefangenen gemacht habt, allein oder zu zweit, dann schneidet man euch auch diese Locke ab. Und ihr werdet Iyacs, Halbgötter. Und wenn euch das Haar dann wieder wächst, tragt ihr es halb übers Gesicht. Den Wert eines Iyacs misst man an der Zahl seiner Gegner. Wenn ihr vier Feinde tötet oder besser noch gefangen nehmt, wird euch der lederne Armreifen... Um die begehrten Auszeichnungen zu Ehren von Gott Joao zu bekommen, kann es schon mal passieren, dass sich die Gemüter im Wettstreit um die Trophäen arg erhitzen.” “Ich bin derjenige, der ihn gefangen genommen hat.” “Hört auf zu streiten.” “Der andere hat gar nichts damit zu tun. Er lügt.” “Wenn ihr wissen wollt, wie es weitergeht und was schließlich die große Belohnung für den Sieger sein wird, dann hört mir gefälligst zu. Der tapferste Krieger kann mit einer jungen und schönen Kurtisane tanzen. Und so werden sie immer freundlicher und glücklicher und tanzen und tanzen und tanzen.” “Was ist los?” “Ich glaube, da kommen Fremde.” “Bringen wir was vom Licht der spanischen Zivilisation in diese Wildnis. Sie sollen uns ihr Gold geben. Und wir werden ihnen den Fortschritt bringen. Glück und Reichtum für den Ruf Spaniens, meine Herren. Vorwärts.” Die Zahl der Toten, die die Kolonisierung Südamerikas fordert, schwankt sehr stark im Rückblick auf die Geschichte. Die niedrigste Schätzung des Historikers Gröber liegt bei 8,4 Millionen. Im August 1521 beendet Cortés die Eroberung Mexikos. Das Land zählt zu dieser Zeit zwölf Millionen Einwohner. In einigen Jahren werden es nicht viel mehr als die Hälfte sein. In Peru wütet Pizarro. Er ist wahrscheinlich noch schlimmer als Cortés. Die Conquistadores rauben für Spaniens Krone immense Territorien und Reichtümer. Und wieder ist Krieg mit Frankreich. Es geht um Mailand und Burgund. Drei Jahre später sind die Bauernkriege in Schwaben, im Elsass, in Franken und Thüringen. “Hört zu. Ich habe eine Idee. Was haltet ihr von dieser Geschichte? Ein Rad mit Schaufeln. Ich nenne es Nutzung der Wasserkraft.” “Na ja, also gut. Wenn es euch nicht gefällt, ich meine, es ist ja nicht so wichtig. Es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten. Ich habe eine ganz andere Idee. Wir gehen jetzt zum Hafen runter. Vielleicht sehen wir die Kinder zurückkommen.” “Sehr gut, gehen wir.” “Ja, die Idee ist nicht schlecht.” Auf dem Höhepunkt seiner Macht wird Karl der Fünfte von Papst Clemens dem Siebten zum Kaiser gekrönt. Aber die Reformation gewinnt an Boden. Zwei Jahre später, es gibt immer noch keine Spur von den Kindern. Entdeckt und erforscht Jacques Cartier, Kanada. Man zählt kaum noch die Kriege, die Siege und Niederlagen zwischen Spanien und Frankreich. “Na, wie war es denn in deinem Land des Goldes? War wohl kein Erfolg, wie?” “Staubig, aber schmackhaft.” “Mein Herr, ich habe Ihnen Wunderbares zu zeigen. Ich bin sicher, dass es Sie interessieren wird.” “Also Mais.” “Nein.” “Einen Moment. Kartoffeln?” “Nein.” “Ah, Bohnen?” “Nein.” “Vielleicht Tomaten?” “Nein.” “Hier, Schokolade.” “Mhm. Und Gold, haben Sie das?” “Nein, aber ich habe etwas Besseres. Seht mal hier, einen Truthahn.” “Das interessiert doch keinen.” “Warten Sie, warten Sie, warten Sie. Ach ja, Tabak. Schauen Sie mal.” “Was noch?” “Einen Moment. Darf ich mich vorstellen? Vanderholt aus Amsterdam. Ich kaufe alles, was Sie hier gerade gezeigt haben. Hier, bitte.” “Das reicht noch nicht.” “Das ist nur eine Anzahlung.” “Mhm, ja.” “Und was wird aus mir? Bekomme ich gar nichts?” “Ruhe, nur die Ruhe. Ich habe noch eine Sache, die Ihnen gefallen könnte. Bitte.” “Warum haben Sie das nicht gleich gesagt?” “Sehen Sie, irgendwie versteht man sich doch. Das ist alles für den Holländer. Also.” 1547 gewinnt Karl der Fünfte gegen den Schmalkaldischen Bund die Schlacht bei Mühlberg. “Ob wir die Kinder noch mal wiedersehen?” Die türkische Seeherrschaft wird durch Don Juan de Austria gebrochen. Mit dreihundert Schiffen waren die Türken in die Seeschlacht gezogen. Die spanische Armada wird besiegt. Sie ist den wendigen Schiffen der Engländer und ihren weitreichenden Geschützen unterlegen. Von Lope de Vega, von Greco und Cervantes unsterblichem Don Quichotte ein andern Mal, wenn ihr mich wiederseht. Ihr müsst unbedingt gucken, wie es weitergeht. “Was ist Zeit? Was ist Zeit? Was ist Zeit? Ein Augenblick, ein Stundenschlag, tausend Jahre sind ein Tag.”

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