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Jüdischer Widerstand

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Team History
Jüdischer Widerstand
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Grundlagen zum Thema Jüdischer Widerstand

In diesem Video erfährst du mehr über Thema des jüdischen Widerstandes im Holocaust. Welchen Widerstand konnte die jüdische Bevölkerung gegen den Terror und die Übermacht des Nationalsozialismus ausüben? Dazu kannst du auch mehr über den Aufstand im Warschauer Ghetto von 1943 lernen. Welche weiteren Aufstände von gefangen Juden hat es gegeben? Wie war der Widerstand organisiert? Mit welchen Mitteln hat man versucht, gegen das Morden der Nationalsozialisten aufzubegehren? Dazu Genaueres im Clip.

Transkript Jüdischer Widerstand

Diese Bilder haben sich tief in das kollektive Gedächtnis der Menschheit eingebrannt. Mitglieder der Nazi Todeskommandos, der so genannten Einsatzgruppen, töten wie am Fließband die jüdische Zivilbevölkerung in Osteuropa. Hier Aufnahmen aus Lettland während des Zweiten Weltkrieges. Die Opfer der NS Judenvernichtung erscheinen willfährig und wehrlos. Später werden die angeklagten Täter vor Gericht berichten, die Opfer hätten sich wie Schlachtvieh zur Hinrichtung führen lassen. Auch um sich zu entlasten und ihre grausamen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor sich selbst und der Welt zu rechtfertigen, verbreiteten die angeklagten Nationalsozialisten den Eindruck, es habe keinen jüdischen Widerstand gegeben. Richtig ist, wie Antisemitismusforscher Wolfgang Benz es formuliert, dass die Mehrheit der Juden keine Chance hatte, sich gegen den Holocaust aufzulehnen. Das war nicht die Schuld der Juden. Gewalt, Arglist, Täuschung und Terror waren stärker und Solidarität mit den Opfern gab es kaum. Ohne Solidarität, das heißt Rückhalt aus der Bevölkerung, war erfolgreicher Widerstand nicht möglich, so Benz. Ohne die massenhafte Zivilcourage der Bevölkerung hatten die Nazis und ihre Kollaborateure in Deutschland und Europa leichtes Spiel, alle Juden zu verfolgen und sechs Millionen von ihnen zu ermorden. Dennoch verstellt das weit verbreitete Vorurteil, die Juden hätten sich wie Lämmer zur Schlachtbank führen lassen, den Blick auf die historische Wirklichkeit. Stets bekannt war der jüdische Aufstand im Warschauer Ghetto im Frühjahr 1943. Unter dem Motto: wenigstens wählen, wie wir sterben, setzten sich ab dem 19. April um die 1000 Kämpfer und Kämpferinnen, viele Jugendliche 16, 17 Jährige darunter gegen die deutschen Truppen zur Wehr. Diese sollten im Auftrag von SS Chef Heinrich Himmler das Ghetto endgültig räumen und seine Bewohner in die Vernichtungslager deportieren. Himmler wollte am 20. April, dem Geburtstag Hitlers, dem Führer die polnische Hauptstadt als judenrein melden. Doch daraus wurde nichts. Zehn Wochen lang schlugen sich die schlecht ausgerüsteten und im Kampf kaum erfahrenen Verbände der jüdischen Untergrundorganisation ZOB tapfer mit den deutschen Truppen, die in den zähen Straßenkämpfen hohe Verluste hatten. Erst am 16. Mai konnten SS und Wehrmacht den jüdischen Widerstand brechen und das Warschauer Ghetto dem Erdboden gleich machen. Der Warschauer Widerstandskampf der ZOB machte schnell Schule. In mehr als 100 Ghettos in Polen, Litauen, Weißrussland und in der Ukraine bildeten sich jüdische Kampfgruppen. Es kam zu Revolten, zum Beispiel in Wilna und Białystok. Im August 1943 überwältigten KZ-Häftlinge in Treblinka einen Teil des Wachpersonals, steckten Gaskammern und Baracken in Brand. Am 14. Oktober 1943 erhoben sich jüdisch russische Kriegsgefangene im Vernichtungslager Sobibor gegen ihre Herrscher. Die Aufruhr wurde zum Massenaufstand. Die Juden von Sobibor stürmten die Lagertore. 320 jüdischen KZ Insassen gelang die Flucht. Im KZ Auschwitz Birkenau versuchten 250 Gefangene ein Jahr später gleichfalls eine Massenflucht. Zuvor am 7. Oktober 1944 war ein Aufstand des Personals der Krematorien losgebrochen. Die KZ-Häftlinge, die zum fabrikmäßigen Verbrennen der Leichen abkommandiert waren, zündeten eingeschmuggelten Sprengstoff. Ein Krematorium wurde teilweise zerstört. Der Aufstand wurde von den SS Wachmannschaften brutal niedergeschlagen. Die flüchtigen KZ Insassen wurden gefasst und ermordet. Viele Juden in Osteuropa, die dem Ghetto und dem Vernichtungslager entkommen konnten, schlossen sich den Partisanen an. Allein in Weißrussland zählte die Partisanenbewegung 1944 ca. 400.000 Menschen. Sie organisierten Anschläge gegen die deutschen Besatzer und Sabotageaktionen gegen Militärtransporte der Wehrmacht im so genannten Schienenkrieg. In Osteuropa kämpften rund 40.000 Juden in Partisanengruppen mit. Die bekannteste Gruppe waren die Bielski Partisanen der Brüder Tuvia, Zusja und Aharon Bielski. Sie befehligten bis zu 1200 Kämpfer, die sich teilweise mit ihren Familien, Älteren und Kindern in den Wäldern versteckten. Während der Kriegsjahre lieferten sie sich ab 1942 Gefechte mit den deutschen Truppen und retteten bis Kriegsende unzähligen Juden das Leben. Jüdische Kämpfer waren ab dem 1. August 1944 auch am Aufstand der polnischen Heimatarmee in Warschau beteiligt. Die Exilregierung wollte die polnische Hauptstadt noch vor der anrückenden Roten Armee befreien. Dies misslang. Der Aufstand brach am 2. Oktober 1944 zusammen. Die Rote Armee half nicht. Die deutschen Truppen machten Warschau dem Erdboden gleich. Auch in Westeuropa kämpften viele Juden in Untergrundbewegungen gegen die Nazis mit, wie hier in der französischen Résistance bei der Befreiung von Paris 1944.

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