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Die Pogrome vom 9./10. November 1938 und ihre Vorgeschichte

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Team History
Die Pogrome vom 9./10. November 1938 und ihre Vorgeschichte
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Grundlagen zum Thema Die Pogrome vom 9./10. November 1938 und ihre Vorgeschichte

Sicherlich hast du schon einmal etwas von den November-Pogromen des Jahres 1938 gehört. Die so genannte Reichspogromnacht, verharmlosend auch Reichskristallnacht genannt, war ein weiterer trauriger Höhepunkt der antisemitisch motivierten Politik der Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung, welche die nationalsozialistische Reichsregierung, unter der Billigung oder gar Zustimmung weiter Teile der deutschen Bevölkerung, seit ihrem Amtsantritt 1933 systematisch betrieben hatte. In diesem Video erfährst du die Hintergründe zu diesen Pogromen und welches Ereignis angeblich "spontan" dazu führte, wie die Nationalsozialisten behaupteten.

Transkript Die Pogrome vom 9./10. November 1938 und ihre Vorgeschichte

Im Rahmen der antisemitischen Politik der Nazis wurden 1938 Juden, die seit Jahrzehnten mit ausländischen Pässen in Deutschland lebten, in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Darunter waren auch die polnischstämmigen Eltern von Herschel Grynszpan. Der 17-jährige Herschel, der in Paris lebte, hatte sich in der deutschen Botschaft bei dem 29-jährigen Diplomaten Ernst vom Rath vergeblich um eine Aufenthaltsgenehmigung bemüht. Daraufhin schoss Herschel am 7. November 1938 auf ihn. Vom Rath starb zwei Tage später. Die Motive für das Attentat wurden verschleiert. Die Überführung des Leichnams vom Raths wurde propagandistisch ausgeschlachtet. Aus der Tat wurde ein Anschlag des sogenannten internationalen Weltjudentums auf das Deutsche Reich gemacht: „Tausende grüßten den jungen Diplomaten auf seiner letzten Fahrt in die Heimat. Der Führer nahm an der Trauerfeier teil und erwies seinem treuen Mitkämpfer die letzte Ehre.“ Die Nazis riefen, angestachelt von Goebbels und mit Zustimmung Hitlers, am Abend des 8. November zu sogenannten Rache- und Vergeltungsaktionen gegen die Juden im Reich auf. Über 7.500 Geschäfte und zahllose Wohnungen wurden von SA und SS zerstört, etwa 1.400 Synagogen in Brand gesteckt. Rund 30.000 jüdische Männer wurden in Konzentrationslager verschleppt. Mindestens 400 Menschen wurden während der Novemberpogrome ermordet oder starben an den Misshandlungen. Angeblich war es sogenannter spontaner Volkszorn, in Wirklichkeit aber waren war die Pogrome generalstabsmäßig geplant. In der nichtjüdischen Bevölkerung gab es Unmut vor allem über die Zerstörungen, auch Hilfe und Solidarität, aber ebenso Zustimmung. „Einmal wird unsere Geduld zu Ende sein und dann wird dem Juden das freche Lügenmaul gestopft werden.“ Der Antisemitismus war einer der Grundpfeiler der nationalsozialistischen Ideologie und zentrale Leitlinie der NS-Politik. Der massive Terror richtete sich seit 1933 gegen die 525.000 jüdischen Deutschen. „Meine Volksgenossen und Volksgenossinnen, heute Morgen um zehn Uhr hat der Boykott begonnen. Er wird bis um die Mitternachtsstunde fortgesetzt.“ „Deutsche macht euch frei von der Judentyrannei! Deutsche wehrt Euch! Kauft nicht bei Juden.“ Die erste Aktion der Nazis gegen die jüdischen Mitbürger fand kurz nach der Machtübernahme am 1. April 1933 statt. SA und SS versperrten den Zugang zu jüdischen Geschäften, Anwaltskanzleien und Arztpraxen. Die Mehrheit der Bevölkerung nahm diesen Anschlag auf die Menschenwürde ihrer Mitbürger ohne öffentlichen Widerspruch hin. Die Judenhetze lief auf Hochtouren. Der Antisemitismus wurde auch in Schulen verbreitet. Schulbücher mit rassistischen und judenfeindlichen Inhalten wurden verbindlich. Mit antisemitischen Erzählungen und Karikaturen wurden Kinder und Jugendliche systematisch zum Rassenhass erzogen. Die Nazis setzten nach 1933 zahlreiche Gesetze gegen die jüdische Bevölkerung durch. Am folgenreichsten waren die sogenannten Nürnberger Gesetze, die auf dem Reichsparteitag in Nürnberg am 15. September 1935 von Reichstagspräsident Hermann Göring verkündet wurden: „Reichsbürger ist nur der Staatsangehörige deutschen oder artverwandten Blutes, der durch sein Verhalten beweist, dass er gewillt und geeignet ist, in Treue dem deutschen Volk und Reich zu dienen. Eheschließungen zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes sind verboten.“ Dass die Novemberpogrome von 1938 nur ein Auftakt für den Holocaust waren, verdeutlichte 1939 eine Rede Hitlers vor den Abgeordneten im Reichstag: „Ich will heute wieder ein Prophet sein. Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa.“

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