Arbeit und Alltagsleben im Alten Ägypten
Die Gesellschaftspyramide Ägyptens beschreibt das hierarchische System der sozialen Schichten im alten Ägypten, mit dem Pharao an der Spitze, gefolgt von Adligen, Priestern, Handwerkern und Bauern.
- Arbeit und Alltagsleben im Alten Ägypten
- Altes Ägypten – die unteren Gesellschaftsschichten
- Altes Ägypten – die oberen Gesellschaftsschichten
- Das Leben von Frauen in der ägyptischen Gesellschaft
- Kinder im Alten Ägypten
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Lerntext zum Thema Arbeit und Alltagsleben im Alten Ägypten
Arbeit und Alltagsleben im Alten Ägypten
In diesem Text erfährst du, wie das alltägliche Leben im Alten Ägypten aussah, welche Berufe es gab und welche Unterschiede zwischen den gesellschaftlichen Schichten bestanden. Die ägyptische Gesellschaft war hierarchisch geprägt, das heißt, dass es verschiedene Schichten gab, in denen jeder seine Aufgaben und Pflichten hatte. Um das Alltagsleben der Ägypterinnen und Ägypter besser zu verstehen, ist es hilfreich, sich vorher mit dem Aufbau der Gesellschaft zu beschäftigen. Der Platz in der altägyptischen Gesellschaft bestimmte auch stark den Alltag der Menschen.

Altes Ägypten – die unteren Gesellschaftsschichten
Stell dir vor, deine Woche hätte zehn Tage – so war es im Alten Ägypten. Von den Handwerkern, die an den Königsgräbern arbeiteten, wissen wir genau Bescheid: Sie arbeiteten acht Tage, danach hatten sie zwei Tage frei. Dazu kamen viele Festtage. Bauern richteten sich dagegen nach dem Nil: Zur Aussaat und zur Ernte gab es kaum eine Pause. Zur unteren Gesellschaftsschicht gehörten auch Handwerker wie Tischler, Bäcker, Schmiede und Steinmetze. Die Bauern arbeiteten auf den Feldern, hielten das Vieh und wurden zusätzlich in den Monaten des Nilhochwassers häufig auf den Baustellen der Pyramiden und Paläste eingesetzt. Der größte Teil des Landes gehörte nicht ihnen, sondern dem Pharao, den Tempeln oder hohen Beamten. Meist bearbeiteten die Bauern also fremdes Land, das ihnen nur überlassen wurde. Dafür mussten sie auch noch Abgaben leisten. Zum Leben blieb ihnen da nicht viel.
Noch schlechter ging es den Menschen, die nicht frei waren. Sie waren meist Kriegsgefangene oder hatten ihre Freiheit als Strafe oder wegen Schulden verloren. Versklavte Menschen arbeiteten in Haushalten, auf Feldern und in Steinbrüchen. Sie standen in der Gesellschaft ganz unten.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Lebensumstände der Angehörigen der unteren Schicht im starken Gegensatz zum Leben am Hof des Pharaos standen – sie lebten in selbst gebauten Häusern und führten ein sehr einfaches Leben. Die Häuser waren aus Lehmziegeln errichtet und hielten auch deswegen oft gar nicht so lange. Ausgrabungen haben ergeben, dass Häuser nach 40 bis 50 Jahren erneuert wurden oder auf ihren Resten einfach ein neues Haus errichtet wurde. Zumeist hatten die Häuser in den Siedlungen einen weißen Anstrich, um die Sonne zu reflektieren, sie waren meist einstöckig und selten mit einem Kellerraum versehen.
Altes Ägypten – die oberen Gesellschaftsschichten
Anders gestaltete sich das Leben für diejenigen, die als Schreiber, Beamte oder Priester tätig waren und über mehr Macht, Einfluss und somit auch Reichtum verfügten. Sie lebten in prunkvollen Häusern und Palästen und konnten auf die Dienste von Handwerkern und anderem Personal zurückgreifen. Gleichzeitig mussten sie keine Abgaben leisten und hatten großen gesellschaftlichen Einfluss. Als Schreiber war man besonders anerkannt, da der Großteil der Gesellschaft nicht schreiben konnte. Die Schreiberschulen standen aber nicht allen offen: Fast immer wurden dort die Söhne von Beamten, Schreibern und Priestern ausgebildet. Mädchen wurden so gut wie nie aufgenommen. Kinder aus Bauernfamilien wurden zu Hause für die Arbeit auf den Feldern gebraucht – nur ganz selten schaffte es eines von ihnen in die Schule.
Der Pharao nahm in der ägyptischen Gesellschaft eine Sonderstellung ein, da er Staatsoberhaupt und König, gleichzeitig aber auch eine göttliche Person war. Fast alle Aufgaben wurden ihm von Bediensteten abgenommen, seine Paläste waren an Prunk kaum zu überbieten und noch für den Tod ließ er sich beeindruckende Grabmäler bauen, um seinen Reichtum zu zeigen, häufig in Form einer Pyramide.
Das Leben von Frauen in der ägyptischen Gesellschaft
Frauen hatten im Alten Ägypten mehr Rechte als in vielen anderen alten Kulturen: Sie durften Eigentum besitzen, erben, Verträge schließen und vor Gericht klagen. Im Alltag sah es allerdings so aus, dass die Frauen der unteren Bevölkerungsschicht häufig in ihren Häusern arbeiteten, oftmals als Weberinnen oder Bäckerinnen. Zudem waren die Frauen im Alten Ägypten für den Haushalt und die Kinder zuständig. Als Priesterin konnten Frauen dagegen durchaus Ansehen und Einfluss gewinnen, vor allem im Dienst einer Göttin wie Hathor. Ein Amt in der Verwaltung, etwa als Schreiberin oder Beamtin, blieb ihnen aber fast immer verwehrt – denn dafür hätten sie die Schreiberschule besuchen müssen.
Trotzdem bekannt sind uns bis heute Frauen, die das höchste Amt im Staat innehatten, nämlich das einer Pharaonin. Die bekanntesten sind Hatschepsut und Kleopatra. Hatschepsut war zuerst die Ehefrau eines Pharaos und übernahm nach dessen Tod die Herrschaft. Kleopatra dagegen kam als Königstochter an die Macht. Ob auch Nofretete als Herrscherin regierte, ist in der Forschung umstritten. In über 3.000 Jahren waren es aber nur eine Handvoll Frauen – Herrscherinnen blieben die große Ausnahme.
Kinder im Alten Ägypten
Auch für das Leben der Kinder spielte die gesellschaftliche Schicht ihrer Eltern eine entscheidende Rolle. Kinder der Oberschicht, im Normalfall die Söhne, hatten die Möglichkeit, in die Schule zu gehen, da sie ihren Eltern nicht bei der Arbeit helfen mussten. In der Schule lernten sie vor allem Lesen und Schreiben: Immer wieder schrieben sie Texte ab, meist auf Tonscherben, denn Papyrus war teuer. Dazu kam das Rechnen, denn ein Schreiber musste später Getreide abmessen, Felder vermessen und Abgaben ausrechnen. So wurden sie auf ihr späteres Leben in einem der gehobenen Berufe vorbereitet.
Kinder der unteren Schicht mussten ihren Eltern schon oft sehr früh bei der Arbeit helfen, damit die Familien überhaupt überleben konnten. Sie hatten wenig Zeit für Spiele und Spielsachen. Allerdings wurde bei Ausgrabungen Spielzeug wie hölzerne Puppen, Spielzeugwaffen, Tiere aus Stein oder Holz oder kleine Boote gefunden. Auf Bildern aus der damaligen Zeit sieht man außerdem Jungen, die mit ihren Vätern auf die Jagd gingen. Auch zeigen die Bilder, die bisher gefunden wurden, eine Trennung von Jungen und Mädchen.
Arbeit und Alltagsleben im Alten Ägypten – Zusammenfassung
- Der Alltag der Menschen im Alten Ägypten war von ihrer gesellschaftlichen Stellung abhängig.
- Der Pharao stand über allen. Er war König und galt zugleich als Sohn der Götter.
- Bauern und Handwerker mussten hart arbeiten und zudem Abgaben leisten.
- Versklavte Menschen waren nicht frei und standen ganz unten in der Gesellschaft.
- Beamte, Schreiber und Priester waren gebildeter, reicher und genossen hohes Ansehen sowie Einfluss.
- Frauen durften Eigentum besitzen, erben und vor Gericht gehen. Ämter in der Verwaltung blieben ihnen aber verwehrt, und meist waren sie für Haushalt und Kinder zuständig.
- Kinder der Oberschicht gingen zur Schule, Kinder der Unterschicht mussten früh in ihren Familien arbeiten.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Arbeit und Alltagsleben im antiken Ägypten
Arbeit und Alltagsleben im Alten Ägypten Übung
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Welche dieser Berufe waren im unteren Teil der ägyptischen Gesellschaftspyramide zu finden?
Tipps„Im unteren Teil der Gesellschaftspyramide“ bedeutet, dass der Bildungsstand eine Rolle spielte.
Nur zwei Antworten sind richtig.
LösungWesire und Schreiberinnen und Schreiber standen in der Gesellschaftspyramide deutlich über Bäuerinnen, Bauern und Schreinerinnen und Schreinern.
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Beschreibe mit den folgenden Begriffen die altägyptische Gesellschaft.
TippsZu jedem Oberbegriff gibt es zwei Zuordnungen.
Lösung- Der Pharao stand als König über allen anderen. Von der Gesellschaft wurde er als gottgleicher Herrscher angesehen.
- Der Wesir war Stellvertreter des Pharaos und musste als solcher keine Steuern zahlen.
- Schreiberinnen und Schreiber besuchten im Kindesalter eine Schule, um sich für ihren Beruf ausbilden zu lassen. Auch aufgrund dieser Bildung genossen sie hohes Ansehen in der Bevölkerung.
- Frauen hatten zwar ähnliche Rechte wie Männer, konnten diese aber häufig nicht wahrnehmen. Sie waren hauptsächlich für den Haushalt und die Kinderbetreuung verantwortlich. Tatsächlich gab es in der ägyptischen Geschichte aber auch berühmte Pharaoninnen, die an der Spitze der Gesellschaft standen.
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Wer braucht was?
TippsDer Pharao zeigte seine Macht durch seine Herrschaftszeichen.
Überlege dir, welche Personen welche Gegenstände für ihre Aufgaben besonders gut gebrauchen können.
LösungKrummstab und Geißel gelten als die Herrschaftssymbole der Pharaonen. Die Soldaten im Alten Ägypten waren schlecht geschützt und auch nicht stark bewaffnet. Typischerweise waren sie mit einem ovalen Schild und einer Lederkappe ausgestattet. Papyrus und Griffel waren für den Schreiber die Grundlage seiner Arbeit. Die wichtigste Aufgabe der bäuerlichen Bevölkerung war die Feldarbeit. Dafür brauchten sie Holzpflug und Saatgut.
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Wie sah der Arbeitsalltag im Alten Ägypten aus?
TippsAchte darauf, dich auf die Aufgaben der einzelnen Personen zu konzentrieren!
Die jeweiligen Antworten stehen hinter der Bezeichnung des Berufsstands.
LösungIn der ägyptischen Gesellschaft nahm die harte, körperlich anstrengende Arbeit zu, je weiter man in der Gesellschaftspyramide unten stand. Zudem war Bildung auch entscheidend, um keine Schwerstarbeit verrichten zu müssen. Der Pharao gab Befehle, die der Wesir für ihn ausführte und weitergab. Schreiberinnen und Schreiber arbeiteten viel, hatten aber zumindest keine körperliche Arbeit zu verrichten wie die Bäuerinnen und Bauern.
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Kennst du die berühmten Pharaoninnen der ägyptischen Geschichte?
TippsAchte auf die grammatikalische Struktur des Texts.
Obwohl die ägyptische Gesellschaft sehr von Männern geprägt war, hatten Frauen durchaus die Chance, aufzusteigen und Bildung zu erlangen.
LösungObwohl die ägyptische Gesellschaft sehr von Männern geprägt war, gibt es einige Beispiele von Frauen, die als Pharaoninnen geherrscht haben. Sie waren zunächst Ehefrauen, Mütter oder Schwestern von Pharaonen. Nach deren Tod oder durch andere Umstände gelangten sie selbst an die Herrschaft. Nofretete, Hatschepsut und Kleopatra sind noch heute besonders bekannt. Sie regierten über einen langen Zeitraum als eigenständige Königinnen. Die Herrscherinnen kamen aus der oberen Gesellschaftsschicht, hatten die Schule besucht und konnten lesen und schreiben.
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Wie funktionierte die ägyptische Gesellschaft?
TippsDie Hierarchie gab vor, wer wie viel und wie hart arbeitete.
Die Pyramidenform der ägyptischen Gesellschaft zeigt die Aufgaben der einzelnen Schichten.
LösungMitglieder der unteren Gesellschaftsschicht arbeiteten viel und hart, entweder in der Landwirtschaft oder auch auf Baustellen. Grundsätzlich war es ihnen erlaubt, die Schule für Schreiberinnen und Schreiber zu besuchen, oft blieb aber keine Zeit dafür. Schreiberinnen und Schreiber führten ein bereits recht privilegiertes Leben und auch der Wesir war wohlhabend und hatte als Stellvertreter des Pharao eine große Macht. Die Pyramidenform der ägyptischen Gesellschaft zeigt den hierarchischen Aufbau der Gesellschaft.
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