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Walther von der Vogelweide – Leben und Werk

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Walther von der Vogelweide – Leben und Werk
lernst du in der Oberstufe 5. Klasse - 6. Klasse

Grundlagen zum Thema Walther von der Vogelweide – Leben und Werk

Inhalt

Wer war Walther von der Vogelweide?

Walther von der Vogelweide war ein mittelhochdeutscher Autor zahlreicher Lieder und Sprüche. Er gilt als bedeutendster deutschsprachiger Dichter des Mittelalters. Doch wann lebte Walther von der Vogelweide eigentlich genau? Walther war zwar schon zu Lebzeiten berühmt, allerdings findet sich sein Name nur in einer zeitgenössischen urkundlichen Aufzeichnung. Seine Lebensdaten, etwa von 1170 bis 1230, können deshalb heute nur geschätzt werden.

Walther von der Vogelweise – Leben

Walther von der Vogelweide – Biografie

Walther von der Vogelweides Lebensgeschichte beginnt um 1170. Der Geburtsort ist bis heute nicht wissenschaftlich gesichert, da auch sein Name „von der Vogelweide“ kein eindeutiger geografischer Hinweis ist. Mehrere Städte, darunter Frankfurt a. M., Würzburg, Feuchtwangen und Bozen, erheben den Anspruch, die Geburtsstadt Walthers zu sein. Möglicherweise war Walther adligen Ursprungs, da andere Dichter ihn mit dem Titel „Herr“ bezeichneten. Allerdings entsprachen sein Besitz und seine Position eher dem Leben freier Bauern.

Zentrum der Dichtung und Kunst war zur Zeit Walthers Tirol. In Wien versammelte Kaiser Friedrich I. viele Dichter und Künstler um sich. Walther lernte dort bei Reinmar dem Alten und erhielt die Förderung des Kaisers.

Nach dem Tod des Kaisers (1190) verließ Walther Wien um 1197 und wanderte von Hof zu Hof. Für seine Lieder erhielt er zwar Unterkunft und Essen, allerdings kein Geld oder Anerkennung. Er stand in Abhängigkeit zu seinen Herren und erwies ihnen Dienste. Im Verlauf des Thronstreits stand er mit wechselnden Herren auch auf unterschiedlichen Seiten.

Erst Friedrich II. zeigte sich 1220 erkenntlich für Walthers Einsatz für das Reich und gab ihm ein Lehen in Franken, welches ihm seit 1224 Heimat und eine feste Position sicherte. 1228 drängte der Dichter die deutschen Prinzen dazu, am Kreuzzug teilzunehmen, und begleitete die Armee wahrscheinlich auch selbst für einige Zeit.

Um 1230 endete Walther von der Vogelweides Leben. Er wurde vermutlich in Würzburg begraben. Laut einer Legende hatte Walther verfügt, dass an seinem Grab täglich die Vögel gefüttert werden sollen.

Walther von der Vogelweide – literarisches Schaffen

Walther von der Vogelweides Werke wurden schriftlich weitergegeben und gehören zu den umfangreichsten literarischen Überlieferungen des deutschen Mittelalters. Sie umfassen 500 Strophen in 110 Melodien. Das entspricht 90 Minneliedern, 150 Sangsprüchen und einem religiösen Leich. Alle Texte Walthers finden sich in wichtigen Gedichtsammlungen des Mittelalters:

  • „Große Heidelberger Liederhandschrift“ / „Codex Manesse“ (1300–1340)
  • „Kleine Heidelberger Liederhandschrift“ (1270–1280)
  • „Weingartner Liederhandschrift“ (um 1300)
  • „Carmina burana“ (1230)

Doch wodurch kannte man Walther von der Vogelweide noch? Unabhängig von seiner Literatur erlangte Walther durch seine ungewöhnlichen Ansichten eine historische Bedeutung. Diesen verlieh er in seiner Sangspruchdichtung Ausdruck.

Formen der Lyrik

Walther von der Vogelweides Gedichte umfassen alle drei Formen der Lyrik, die es im Mittelalter gab:

  • Minnesang
  • Spruchdichtung
  • Leichdichtung

Minnesang nennt man die schriftlich überlieferte, hoch ritualisierte Form der gesungenen Liebeslyrik, welche im Mittelalter als hochadelige Repräsentationskunst galt. Ein Minnelied besteht aus zwei bis sieben Strophen. Das Wort minne heißt ursprünglich „liebevolles Gedenken“. Die Hohe Minne bezeichnet die Verehrung einer höhergestellten Dame. Die Liebe des Mannes zur Frau bleibt immer unerfüllt und wird reflektiert.

Seine Minnedichtung ändert sich in Walther von der Vogelweides Lebenslauf mehrfach. In seiner Jugend imitierte er zunächst den Stil anderer Minnesänger, unter anderem den seines Lehrers Reinmar von Hagenau. Dieser Stil wurde auch Hohe Minne genannt. Ein Streit entstand, als Walther später anfing, Lieder gemäß der Ebenen Minne zu verfassen. Die Ebene Minne behandelt nämlich auch wechselseitige Liebesbeziehungen, die nicht an Stände gebunden sind. Dieses Konzept der Minne entwickelte Walther selbst. Populär waren auch Walthers Lieder der Niederen Minne („Mädchenlieder“), in denen er die erfüllte Liebe zu einem nichtadeligen Mädchen thematisierte.

Dass Walther von der Vogelweide aber nicht nur Minnesänger war, zeigen seine zahlreichen Sangsprüche. Die Spruchdichtung gehört zur Gebrauchskunst und wurde im Mittelalter von Berufsdichtern und -sängern ausgeübt. Sie befasst sich mit politischen, moralischen und religiösen Themen. Mit ihr werden ethisch richtiges Handeln gefordert, Lebensweisheiten propagiert und das Zeitgeschehen kritisiert. Was Walther von der Vogelweide über das Leben um 1200 dachte, erfahren wir also vor allem aus diesen Texten.

Walthers Thema war vor allem die Reichspolitik. Im Konflikt zwischen Reich und Papsttum ergriff Walther Partei für die deutsche Unabhängigkeit und Einheit. Trotz seines christlichen Glaubens blieb Walther bis zu seinem Tod Gegner der Forderungen der Päpste. Die Sangsprüche Walthers zeichnen sich durch eine komplexe und umfangreiche Form aus. Er war außerdem darauf bedacht, dass seine Texte klar seiner Person als Autor zuzuordnen waren.

Ein Beispiel für Walthers Sangspruchdichtung ist der „Philippston“ bzw. „Reichston“. Er besteht aus drei Sprüchen und ist eine allgemeine Klage über die Rechtsunsicherheit der Zeit. Diese könne nur durch ein starkes Königtum beseitigt werden.

Walther hat wie viele andere mittelalterliche Lyriker auch einen Leich geschrieben. Ein Leich ist ein Loblied an die heilige Dreifaltigkeit oder Jesus bzw. Maria. Die Leichdichtung ist die Groß- oder Prunkgattung des Mittelalters. Walthers Leich gilt nicht nur als Loblied, sondern klagt das Christentum auch an.

Transkript Walther von der Vogelweide – Leben und Werk

Walther von der Vogelweide: Leben und Werk.

Ich saz ûf eime steine, und dahte bein mit beine; dar ûf satzt ich den ellenbogen; ich hete in mîne hant gesmogen daz kinne und ein mîn wange. dô dâhte ich mir vil ange, wie man zer werlte solte leben:

Der Anfang des Spruchgedichts “Reichston” von Walther von der Vogelweide ist genauso berühmt wie das illustrierende Bild dazu. Der “Reichston” besteht aus insgesamt drei Sprüchen und ist eine allgemeine Klage über die Rechtsunsicherheit der Zeit. Diese Unsicherheit könne laut Text nur durch ein starkes Königtum beseitigt werden.

Was Walther von der Vogelweide über das Leben um 1200 dachte, erfahren wir ausschließlich aus seinen zahlreichen Liedern und Sprüchen oder aus Werken anderer Dichter über ihn. Obwohl der mittelhochdeutsche Lyriker schon zu Lebzeiten berühmt ist, findet sich Walthers Name nur in einer zeitgenössischen urkundlichen Aufzeichnung. Dafür ist die Werküberlieferung des Poeten und Minnesängers die umfangreichste des deutsche Mittelalters: Er verfasste 500 Strophen in über 110 Melodien bzw. 90 Minnelieder, 150 Sangsprüche und einen religiösen Leich. Unabhängig von seiner Literatur erlangt Walther durch seine ungewöhnlichen Ansichten eine historische Bedeutung.

Geboren wird der bedeutendste deutschsprachige Lyriker des Mittelalters um 1170 herum. Der Geburtsort ist bis heute unklar, der Name “von der Vogelweide” kein eindeutiger geographischer Hinweis.

So erheben mehrere Orte wie Frankfurt am Main, Feuchtwangen, Würzburg und Bozen den Anspruch, die Heimat des Sängers zu sein. Walther von der Vogelweide könnte von adeliger Abstammung gewesen sein, da andere Sänger ihn mit dem Titel „Herr” bezeichneten. Wenn, dann zählte er aber nur zum niederen Adel. In Besitz und Position hat er sich aber nicht sehr von freien Bauern unterschieden.

Die Heimat vieler bekannter Minnesänger ist damals Tirol, und der Hof in Wien wird unter Friedrich I. Herzog von Österreich zu einem Zentrum der Dichtung und Kunst.

Hier lernt der junge Walther vom angesehenen Meister Reinmar dem Alten.

Im Herzog findet er seinen ersten Patron.

Nach dessen Tod 1197 wandert Walther von Hof zu Hof, singt nur für Unterkunft und Essen. Meist bekommt er für seine Dienste weder Geld noch Anerkennung. Walther steht stets im Dienste seiner Herren, ist finanziell abhängig von ihnen. Deshalb ist er oft gezwungen, zusammen mit ihnen im Thronstreit die Seiten zu wechseln. So ist er beispielsweise am Hof Philipps von Schwaben. In dieser Zeit entsteht der anfangs genannte „Reichston”. Die Sprüche sollen die Probleme der Zeit nach dem Tod des Kaisers Heinrich VI verdeutlichen. Später wendet Walther sich Friedrich II. zu, der um 1212 der einzige Repräsentant des deutschen Kaiserreichs gegen Papst und Fürsten ist. Friedrich II. zeigt sich 1220 für Walthers Einsatz für das Reich erkenntlich und gibt ihm ein kleines Lehen in Franken. Dies bietet Walther endlich das Heim und die feste Position, die er sich sein Leben lang gewünscht hat. Um 1224 zieht er aus Wien dorthin. Der Dichter drängt die deutschen Prinzen dazu, am Kreuzzug von 1228 teilzunehmen und hat die Kreuzzugsarmee wahrscheinlich ein Stück begleitet.

Um 1230 stirbt Walther von der Vogelweide und wird vermutlich in Würzburg begraben. Laut einer Legende hat er verfügt, dass an seinem Grab täglich die Vögel gefüttert werden sollen.

Der mittelhochdeutsche Dichter hat alle drei Formen der Lyrik ausgeübt, die es im Mittelalter gab: Minnesang, Spruchdichtung und Leichdichtung. Minnesang nennt man die schriftlich überlieferte, hoch ritualisierte Form der gesungenen Liebeslyrik, die der westeuropäische Ritteradel pflegte.

Minne heißt “liebevolles Gedenken” und bedeutet im Konzept der hohen Minne die Verehrung einer höhergestellten Dame. Hier wird unerfüllte Liebe reflektiert, die Angebetete gepriesen oder erotische Erlebnisse geschildert. Minnesang ist hochadelige Repräsentationskunst. Ein Minnelied ist ein fest abgeschlossenes Ganzes mit zwei bis sieben Strophen. In seiner Jugend imitiert Walther andere Minnesänger und schreibt und singt überwiegend Lieder der “Hohen Minne” im Stil seines Lehrers Reinmar von Hagenau.

Ein Streit um die “Minnekonzeption” entsteht, als Walther entgegen Reinmars Konzept auch Lieder im Ideal der “ebenen Minne” schreibt, die eine nicht standesbezogene, wechselseitige Liebe als Ideal ansieht. Seine populärsten Lieder gehören zur niederen Minne. Sie thematisieren die erfüllte Liebe zu einem Mädchen von niederem Stand. Sie werden auch „Mädchenlieder“ genannt. Walther selbst hat in verschiedenen Liedern das Wesen von “hoher”und “niederer” Minne erkundet und schließlich das Konzept der „ebenen“ Minne entwickelt. Walther von der Vogelweide war aber auch politischer Spruchdichter.

Die Spruchdichtung beziehungsweise Sangspruchdichtung ist eine Gebrauchskunst und wird von Berufsdichtern und -sängern ausgeübt. Sie befasst sich mit politischen, moralischen und religiösen Themen. Sie fordert dementsprechend zum ethisch richtigem Handeln auf, propagiert gängige Lebensweisheiten oder kritisiert das Zeitgeschehen.

Walthers Hauptthema ist die Reichspolitik. Im Konflikt zwischen Reich und Papsttum ergreift Walther nachdrücklich Partei für die deutsche Unabhängigkeit und Einheit. Trotz seines religiösen Glaubens bleibt er bis zu seinem Tod ein erbitterter Gegner der Forderungen der Päpste. Ein anderes mehrfach wiederkehrendes Thema ist die Schelte geiziger Gönner. Die Spruchdichtung verwendet oft komplexere und umfangreichere Strophenformen für andere Inhalte wieder. Gewollt ist eine eindeutige Zuordnung zum Dichter-Komponisten.

So gibt es Walthers “Philipps-Ton” beziehungsweise “Reichs-Ton”. Wie viele mittelalterliche Lyriker hat auch Walther einen einzigen Leich geschrieben, um zu zeigen, dass er es kann. Ein Leich ist ein Loblied an die heilige Dreifaltigkeit, Christus oder Maria und stellt die Groß- und Prunkgattung der mittelhochdeutschen Lyrik dar. Walthers Leich ist Loblied klagt aber auch das Christentum an.

Die bei weitem umfangreichste Sammlung von Walthers Gedichten befindet sich in der „Großen Heidelberger Liederhandschrift“, einer Prachthandschrift vom Beginn des 14. Jahrhunderts. Strophen Walthers enthalten auch die “Kleine Heidelberger Liederhandschrift” sowie die “Weingartner Liederhandschrift”, und die “Carmina Burana”. Walther von der Vogelweide ist einer der wenigen Dichter, der Minnesang UND Spruchdichtung praktiziert und jeweils Hervorragendes geleistet hat. Jahrzehnte später reimt der Schriftsteller Hugo von Trimberg die schönen bekannten Zeilen: „Herr Walther von der Vogelweide, wer den vergäße, der täte mir leide“.

3 Kommentare

3 Kommentare
  1. Ja sie spricht sehr traurig

    Von Crystalzhou0219, vor fast 2 Jahren
  2. du klingst so als müsstest du weinen

    Von Alissa L., vor mehr als 4 Jahren
  3. Du sprichts sehr traurig

    Von Alissa L., vor mehr als 4 Jahren
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