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Bertolt Brecht – Leben und Werk

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Bertolt Brecht – Leben und Werk
lernst du in der Oberstufe 7. Klasse - 8. Klasse - 9. Klasse

Beschreibung zum Video Bertolt Brecht – Leben und Werk

Was macht Berthold Brecht so einzigartig und was ist das Besondere an seinen Werken? Die Antworten darauf findest du in diesem Video übersichtlich aufbereitet. Aber Achtung, am Ende wird klar, dass dieser einflussreiche deutsche Lyriker und Dramatiker immer wieder auch sehr umstritten war. Wer Berthold Brecht wirklich war, liegt auch stets im Auge des Betrachtenden. Lass dir in diesem Video das Leben und die Werke Berthold Brechts chronologisch aufzeigen und lerne mehr darüber, was ihn besonders auszeichnete.
Mit den Übungen und Arbeitsblättern im Anschluss an das Video kannst du dein Wissen über Berthold Brecht vertiefen und dich auf ein Referat vorbereiten.

Grundlagen zum Thema Bertolt Brecht – Leben und Werk

Bertolt Brecht – Biografie

Bertolt Brecht war ein Dramatiker und Theaterregisseur und gilt als einer der bedeutendsten Literaten des 20. Jahrhunderts. Hier erfährst du wichtige Fakten aus seinem Leben und literarischem Schaffen:

Zeit Bertolt Brechts Lebensstationen
1898 Brecht (geborener Eugen Berthold Friedrich) wird am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren und wächst in behüteten sozialen Verhältnissen auf.
1904 Der junge Bertolt Brecht besucht ab 1904 die Volksschule Augsburg und ab 1908 das Augsburger Realgymnasium. Für die Schülerzeitung verfasste er erste Gedichte, Prosatexte und Dramen.
1916 Brecht lernt Paula Banholzer kennen und hat mit ihr ein uneheliches Kind.
1917 Für den Ersten Weltkrieg (1914–1918) wird Brecht als untauglich eingestuft und kann somit im Jahr 1917 sein Notabitur ablegen. Zunächst studiert er Naturwissenschaften und Medizin in München (1917–1918) und schließlich Philosophie und Medizin in Berlin (1918–1921).
1920er Brecht wird überzeugter Kommunist, was sich auch in seinen Werken widerspiegelt.
1922 Die Uraufführung des linksorientierten Stückes Trommeln in der Nacht findet in München statt. Dieses Stück wurde noch im selben Jahr mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet. Am 3. November 1922 heiratet Brecht die Opernsängerin Marianne Zoff, mit der er ein Kind hat.
1928 Brecht gelingt mit der Dreigroschenoper der große Durchbruch. Dieses Theaterstück gilt bis heute als eines der bedeutendsten der Weimarer Republik.
1929 Am 10. April 1929 heiratet Brecht nach der Scheidung mit Marianne Zoff seine zweite Frau, die Schauspielerin Helene Weigel. Mit ihr bekommt Brecht insgesamt zwei Kinder
1933–1948 Zeit im Exil: Brecht lebt in Prag, Wien, Paris, Dänemark, Finnland, Schweden, Russland, Kalifornien (USA) und in der Schweiz.
1948 Brecht kehrt mit seiner Familie nach Deutschland in die gerade entstehende DDR zurück und lebt fortan in Ost-Berlin.
1949 Gemeinsam mit seiner Frau Helene Weigel gründet Brecht das Berliner Ensemble.
1951 Brecht wird mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet.
1955 In Moskau erhält Brecht den Internationalen Stalin-Friedenspreis.
1956 Bertolt Brecht stirbt am 14. August 1956 in Ost-Berlin mit nur 58 Jahren an einem Herzinfarkt.

Bertolt Brecht – Exil

Da sich Brechts kommunistische Haltung ab etwa 1920 auch in seinen literarischen Werken widerspiegelt, werden diese von den Nationalsozialisten bereits im Jahr 1930 verboten. Zunächst bleibt Brecht in Deutschland, wird jedoch zunehmend politisch verfolgt. Als eine Aufführung seines Stücks Die Maßnahme zu Beginn des Jahres 1933 durch die Polizei gestört wird, beschließt Brecht, dass er nicht länger in Deutschland bleiben kann und vor dem neuen Regime flüchten muss.

Einen Tag nach dem Reichstagsbrand am 28. Februar 1933 verlässt Bertolt Brecht Deutschland und geht ins Exil. Damit wird Bertolt Brecht zu einem wichtigen Vertreter der deutschen Exilliteratur. Er flüchtet nach Prag, Wien, Paris, Dänemark, Finnland, Schweden, Russland, bis nach Kalifornien und lebt zuletzt in der Schweiz, bevor er im Jahr 1948 nach Deutschland zurückkehrt.

In dieser Zeit schreibt Brecht viele bedeutende Texte, die als Exilwerke bekannt geworden sind:

Neben diesen Dramen hat Brecht auch viele Gedichte während seiner Zeit im Exil geschrieben. Mehr dazu erfährst du auf der Themenseite zu Brechts Exillyrik.

Wusstest du schon?
Da neben Bertolt Brecht noch viele weitere Autorinnen und Autoren ins Exil gingen, fasst man die in dieser Zeit entstandenen Werke auch unter dem Epochenbegriff Exilliteratur zusammen.

Bertolt Brecht – Todesursache

Bertolt Brecht starb am 14. August 1956 in Berlin nachweislich an einem Herzinfarkt. Dieser wurde vermutlich durch eine Vorerkrankung der Herzklappe und einen Grippevirus ausgelöst. Bereits in seiner Kindheit litt Brecht an rheumatischem Fieber, das zu einer chronischen Herzerkrankung führte. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich in den letzten Monaten vor seinem Tod zusehends, sodass Brecht seinen letzten Willen bereits 1955 testamentarisch festhielt. Entsprechend seinem Wunsch wurde bei der Beisetzung an seinem Grab nicht gesprochen.

Bertolt Brecht – Steckbrief

Im Folgenden wird ein kurzer Steckbrief von Bertolt Brecht abgebildet:

Bertolt Brecht Steckbrief

Bertolt Brecht – Werke

Sein Gesamtwerk umfasst 30 Theaterstücke, tausende Gedichte und Lieder, drei Romane, außerdem noch mehrere Tagebücher und Briefe. Zu den bekanntesten aller Werke von Bertolt Brecht zählen:

Bertolt Brecht – Gedichte

Bertolt Brecht hat mehr als 2500 Gedichte geschrieben. Diese wurden in mehreren Gedichtsammlungen zusammengefasst, zum Beispiel die folgenden:

  • Hauspostille (1927): Dies ist eine der frühen Gedichtsammlungen von Brecht. Sie enthält eine Vielzahl von Gedichten, die oft politisch und sozial engagiert sind.
  • Die Dreigroschenoper (1928): Obwohl dies eigentlich ein Theaterstück ist, enthält es auch viele Lieder und Gedichte, die Brecht in Zusammenarbeit mit Kurt Weill geschrieben hat.
  • Svendborger Gedichte (1939): Diese Sammlung wurde während Brechts Exilzeit in Dänemark veröffentlicht. Die Gedichte darin sind von politischen und sozialen Themen geprägt.
  • Gedichte im Exil (1944): Dies ist eine Sammlung von Gedichten, die Brecht während seiner Exilzeit in den USA verfasst hat.
  • Kalendergeschichten (1949): Es handelt sich um eine Sammlung von kurzen Prosatexten, die auch einige Gedichte von Brecht enthält.
  • Buckower Elegien (1953): Diese Gedichtsammlung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg veröffentlicht und reflektiert Brechts Erfahrungen und Gedanken über die Nachkriegszeit.
  • Kriegsfibel (1955): Sie enthält Gedichte und Bilder von Brecht, die während des Zweiten Weltkriegs entstanden sind.

Hier siehst du eine kleine Auswahl bekannter Gedichte:

  • Die Liebenden (1927): Hierbei handelt es sich um ein Liebesgedicht, das die Schwierigkeiten und Herausforderungen einer Beziehung in einer von gesellschaftlichen Umbrüchen geprägten Zeit beschreibt.
  • Vom armen B.B. (1933): Dieses Gedicht ist zugleich ein Selbstporträt des Autors Bertolt Brecht und politisches Bekenntnis in der Zeit der nationalsozialistischen Machtergreifung.
  • Ballade von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens (1934): Diese Ballade handelt von der Begrenztheit menschlicher Anstrengungen und dem unerbittlichen Lauf der Geschichte.
  • An die Nachgeborenen (1939): Es handelt sich um ein politisches Gedicht, das sich mit den Verbrechen der Nationalsozialisten auseinandersetzt und die kommenden Generationen davor warnt, nicht die gleichen Fehler zu machen.

Bertolt Brecht – Drama

Zu den bekanntesten Theaterstücken von Brecht zählen unter anderem:

  • Trommeln in der Nacht (1922): Brechts erstes Drama, das die gesellschaftlichen Probleme nach der Zeit des Ersten Weltkriegs behandelt.
  • Im Dickicht der Städte (1923): Ein episches Theaterstück, das die sozialen Ungerechtigkeiten in der modernen Großstadt thematisiert.
  • Mann ist Mann (1926): Ein Stück, das die Veränderbarkeit der menschlichen Identität betont und den Einfluss der Umgebung auf den Menschen untersucht.
  • Die Dreigroschenoper (1928): Eine der bekanntesten Arbeiten von Brecht, geschrieben in Zusammenarbeit mit Kurt Weill. Das Stück ist eine satirische Interpretation von John Gays The Beggar’s Opera und kritisiert scharf die Gesellschaft der Weimarer Republik.
  • Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (1930): Ein weiteres gemeinsames Werk mit Kurt Weill, das die Gier und den moralischen Verfall in einer fiktiven Stadt namens Mahagonny thematisiert.
  • Die heilige Johanna der Schlachthöfe (1932): Ein Drama, das sich mit den sozialen und wirtschaftlichen Missständen während der Weltwirtschaftskrise auseinandersetzt.
  • Mutter Courage und ihre Kinder (1941): Dieses epische Theaterstück spielt während des Dreißigjährigen Krieges und thematisiert die Profitorientierung und die Grausamkeiten des Krieges.
  • Leben des Galilei (1943): Dies ist ebenfalls ein episches Theaterstück und behandelt das Leben des Physikers Galileo Galilei, der durch seine wissenschaftliche Arbeit in Konflikt mit der Kirche gerät.
  • Der gute Mensch von Sezuan (1943): Das Drama handelt von der jungen Frau Shen Te, die von den Göttern belohnt wird. Aber um in einer harten Welt überleben zu können, erschafft sie sich ein strenges männliches Ebenbild. Damit beleuchtet das Drama die Schwierigkeit, in einer unmoralischen Welt sowohl gut als auch erfolgreich zu sein.

Das epische Theater

Merke:
Das epische Theater ist eine neue Form des Theaterspiels, die von Bertolt Brecht ins Leben gerufen wurde. Dabei werden zwei Gattungen, das Drama und die Epik, miteinander verbunden.

  • Diese Theaterform möchte Gesellschaftskritik zum Ausdruck bringen.
  • Die Zuschauenden sollen zum Mitdenken anstatt zum Mitfühlen angeregt werden.
  • Um dieses Ziel zu erreichen, werden beispielsweise Verfremdungseffekte eingesetzt.
  • Die Personen in den epischen Dramen Brecht sprechen und agieren auf der Bühne ihrem Alter und ihrem gesellschaftlichen Stand gemäß. Auf diese Weise wird auf soziale Unterschiede aufmerksam gemacht.
  • Im epischen Theater gibt es keine tragischen Helden. Stattdessen haben die handelnden Personen die Möglichkeit, ihre Probleme durch geschicktes und kluges Handeln zu überwinden.
  • Das Publikum soll das epische Drama nicht passiv verfolgen, sondern nach Möglichkeit seine eigene Meinung äußern oder zumindest zum Nachdenken während und nach der Theatervorstellung angeregt werden.
  • Ein wichtiges Element des epischen Theaters ist der Erzähler, der nicht Teil der handelnden Figuren ist und das Geschehen kommentiert. Dies kann er über gesprochene oder gesungene Texte tun.

Wusstest du schon?
Das epische Theater nach Brecht zeichnete sich durch den sogenannten Verfremdungseffekt (kurz: V-Effekt) aus. Dieser konnte beispielsweise durch zusätzliche Lieder oder Texte mit Kommentarfunktion innerhalb einer Szene erreicht werden. Im Drama Leben des Galilei wurde das Geschehen auf der Bühne beispielsweise durch kleine gesprochene Texte vor der jeweiligen Szene vorweggenommen. Auf diese Weise konnten sich die Zuschauerinnen und Zuschauer mehr auf die Art der Darstellung konzentrieren und eine kritische Haltung gegenüber der Handlung einnehmen.

Falls du ein Referat über Bertolt Brecht halten willst, schaue dir weitere Videos bei sofatutor über Bertolt Brecht an.

Bertolt Brecht – Zitate

  • Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. – Bertolt Brecht
  • Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt. – Bertolt Brecht
  • Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher. – Bertolt Brecht
  • Die Schriftsteller können nicht so schnell schreiben, wie die Regierungen Kriege machen; denn das Schreiben verlangt Denkarbeit. – Bertolt Brecht
  • Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war. – Bertolt Brecht

Bertolt Brecht – Zusammenfassung

Bertolt Brecht – Leben und literarisches Wirken
Name Eugen Bertolt Friedrich Brecht
geboren 10. Februar 1898 in Augsburg, Deutschland
gestorben 14. August 1956 in Ost-Berlin, DDR
Familie Ehepartnerinnen: Marianne Zoff (1922–1927) und Helene Weigel (1929–1956, bis zu Brechts Tod); Kinder: Hanne Hiob, Stefan Brecht, Barbara Brecht-Schall, Johanna Brecht
Ausbildung Studium der Medizin und Naturwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München (1917–1918); Studium der Philosophie und Medizin an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin (1918–1921)
Epoche(n) Neue Sachlichkeit (1918–1933); Exilliteratur (1933–1945); Trümmerliteratur (1945–1950)
Werke Trommeln in der Nacht (1922);Im Dickicht der Städte (1923); Die Dreigroschenoper (1928); Mutter Courage und ihre Kinder (1941); Der gute Mensch von Sezuan (1943); Leben des Galilei (1943)
Preise 1922: Kleist-Preis für Trommeln in der Nacht; 1951: Nationalpreis der DDR, erster Klasse für Kunst und Literatur; 1954: Internationaler Lenin-Friedenspreis; 1956: Deutscher Kritikerpreis für Der gute Mensch von Sezuan (posthum)

Häufig gestellte Fragen zum Thema Bertolt Brecht

Wer war Bertolt Brecht?
Warum ist Bertolt Brecht so wichtig?
Wann und wo ist Bertolt Brecht geboren?
Wo hat Brecht studiert?
Wo lebte Bertolt Brecht?
Warum war Brecht im Exil?
Warum wurde Brecht die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt?
Wann und wie ist Bertolt Brecht gestorben?
Wie alt wurde Bertolt Brecht?
Was schrieb Bertolt Brecht?
Was waren Bertolt Brechts bekannteste Werke?
Was prägte Bertolt Brecht?
Was ist typisch für Brechts Schreiben?
Was ist das epische Theater nach Brecht?
Was ist der Verfremdungseffekt in Brechts epischen Theaterstücken?
Was sind Beispiele für epische Theaterstücke von Brecht?
Was kritisierte Brecht?
Warum hat Bertolt Brecht das „Leben des Galilei“ geschrieben?
Welches Drama verfasste Bertolt Brecht in den Jahren 1938 und 1939 im Exil in Schweden?
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Vorschaubild einer Übung

Transkript Bertolt Brecht – Leben und Werk

Keine Frage. Der gebürtige Augsburger Bertolt Brecht darf zu Recht zu den einflussreichsten deutschen Lyrikern und Dramatikern gerechnet werden. Schon früh betätigte er sich literarisch, gab eine eigene Schülerzeitung heraus, verfasste Gedichte und Dramenentwürfe.

Aber was macht diesen Mann eigentlich so einzigartig? Und was ist das Besondere an seinem Werk? Diese Fragen werde ich in diesem Video für Euch klären.

Bertolt Brecht wächst in gesicherten sozialen Verhältnissen auf. Mutter Sophie entstammte einem kleinbürgerlichen Beamtenhaushalt, der Vater war Prokurist und Direktor in einer Papierfabrik.

In München studiert der angehende Literat Philosophie, Medizin und Literatur und kann sich glücklich schätzen, für den Waffendienst im 1. Weltkrieg für untauglich erklärt zu werden.

Um in der Literatenszene Fuß zu fassen, knüpft Brecht Beziehungen zu anderen Größen der Zunft, wie zu Lion Feuchtwanger, Carl Zuckmayer oder zum Kabarettisten Karl Valentin.

Ab Mitte der 20-er Jahre wird Brecht überzeugter Kommunist. In die KPD eingetreten, ist er allerdings nie.

1928 gelingt dem zwischenzeitlichen Kleist-Preisträger mit der „Dreigroschenoper“ der größte kommerzielle Erfolg eines Bühnenstückes in der Weimarer Republik überhaupt. Doch seine Stücke werden zunehmend von den Nazis gestört. Am Tag nach dem Reichstagsbrand verlässt Bertolt Brecht Deutschland. Prag, Wien, Zürich, Paris, Dänemark, Schweden und Finnland heißen die Stationen.

Auf seine künstlerische Produktivität jedoch kann er sich weiterhin verlassen. „Leben des Galilei“ entsteht, des Weiteren „Herr Puntila und sein Knecht Matti“.

Aber der Wurzellose zieht weiter, über Moskau und Wladiwostok zieht es ihn ins sonnige Kalifornien. Er will Drehbücher schreiben und Hollywood belehren. Aber der Erfolg bleibt aus. Vielleicht ist als Kommunist eine unterschwellige Abneigung gegen die kapitalistische USA im Spiel. Brecht selbst bezeichnet sich in jenen Tagen als „Lehrer ohne Schüler“.

Am Tag nach seiner Aussage vor dem „Ausschuss für unamerikanische Umtriebe“ reist er ab. Wieder einmal. Über Umwege reist Bertolt Brecht in jene Hälfte Deutschlands, die man später DDR nennen wird. Eine der ersten Inszenierungen, „Mutter Courage und ihre Kinder“ wird ein überwältigender Erfolg. So ein Aushängeschild kann die DDR gebrauchen.

Mit Ehefrau Nummer 2, Helene Weigel, darf er das „Berliner Ensemble“ gründen und baut es zum Mekka des deutschsprachigen Theaterbetriebes aus.

Aber wieder ist er seltsam fehl am Platze. Kompromisse und Kleinkrieg mit den Funktionären stehen auf der Tagesordnung. Dennoch wird diese Zeit später zu seinen produktivsten Schaffensperioden gerechnet werden.

Aber die nächste Krise wartet schon. 17. Juni 1953, Arbeiteraufstand in Ost-Berlin. An die Granden des Regimes verschickt Bertolt Brecht kurze Stellungnahmen, die ihm später als Ergebenheitsadressen ausgelegt werden. Seine Erklärungen in den „Buckower Elegien“ kommen zu spät. Keine Frage, hier sitzt einer zwischen allen Stühlen. Über diesen Zermürbungskampf ist seine Gesundheit längst ruiniert.

Am 14.08.1956 stirbt der Dichter mit dem angeborenen Herzfehler in Berlin-Mitte. Wie in seinem Testament gewünscht, wird während seiner Beerdigung kein einziges Wort gesprochen.

Was bleibt also von diesem Mann, den manche, wie schon erwähnt, für den einflussreichsten deutschen Literaten des 20. Jahrhunderts halten. Oder, um zur Ausgangsfrage zurück zu kehren. Was macht ihn so einzigartig?

Da ist zum einen das von ihm begründete „epische Theater“. Nachdenken war angesagt. Mitfühlen, wie im klassischen Theater, war Out. Dann wäre da noch der Lyriker. Nach Brecht mussten Gedichte einen „Gebrauchswert“ haben, also eine Art Erkenntnisgewinn für den Leser.

Und dann gibt es noch seine hinreißenden „Lehrstücke“, von vornherein für Laien konzipiert, damit auch der einfache Arbeiter sie versteht. Zum ersten Mal werden bei Brecht die Zuschauer aktiv ins Spiel mit einbezogen. Die klassische Trennung zwischen Musiker, Schauspieler und Publikum war damit aufgehoben.

Überhaupt war Brecht unerhört vielseitig. Neben Dramen und Theaterstücken verfasste er auch Lieder, Romane, Hörspiele für´s Radio, Kurzgeschichten, Erzählungen, Drehbücher.... Die Liste ist schier endlos.

Aber am Ende bleibt das Bild eines Heimatlosen, einer tragischen Figur, die nirgendwo ankommt. Bei den Nazis stand er auf der Schwarzen Liste. Den USA galt er wegen seiner linken Überzeugungen als suspekt. Und die DDR sah in ihm lediglich ein Aushängeschild. Selbst im Westen überlagerte seine pro kommunistische Haltung jahrzehntelang eine objektive Beurteilung seines Werkes.

Kein Wunder, dass Brecht bis heute eine umstrittene Figur geblieben ist. Wer war Bertolt Brecht wirklich? Die Antwort liegt im Auge des Betrachters.

2 Kommentare
2 Kommentare
  1. Sehr hilfreich
    Danke Schon

    Von Alice K., vor mehr als 7 Jahren
  2. Geniales Video. Hat sogar Spaß gemacht das anzuschauen, weil es sehr interessant gestaltet ist.

    Von Roman Krajewski, vor fast 10 Jahren

Bertolt Brecht – Leben und Werk Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Bertolt Brecht – Leben und Werk kannst du es wiederholen und üben.
  • Beschreibe Brechts politische Einstellung und die daraus folgenden Konsequenzen für sein Leben.

    Tipps

    Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden links wie rechts radikale politische Gruppierungen, die sich gegenseitig bekämpften; man war beinahe gezwungen, eine Seite zu wählen.

    Lösung

    Brecht war schon zu früher Zeit ein Anhänger des Kommunismus, auch wenn er es zeit seines Lebens vermied, der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) beizutreten. Das linke politische Denken, das seinen ganzen Geist und damit seine Werke durchzog, war jedoch nicht überall gleich gern gesehen. So musste er mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten schließlich ins Exil gehen. Seine Bücher wurden verboten und verbrannt.

    Als er in die USA gelangte und sich als Drehbuchautor niederlassen wollte, kamen ihm wieder antikommunistische Ressentiments in die Quere: Die Stimmung war aufgrund des nahenden Kalten Kriegs und der globalen Zwei-Fronten-Politik antikommunistisch aufgeladen. Als Brecht schließlich wegen seiner Überzeugungen und Verwicklungen vor dem „Ausschuss für unamerikanische Umtriebe“ aussagen musste, ging er zurück nach Deutschland.

    Doch auch hier konnte er sich mit dem ostdeutschen Regime nicht richtig anfreunden: Brecht hatte seinen eigenen Kopf und Idealismus. Ihm blieben die Defizite der DDR nicht verborgen.

  • Fasse zusammen, welche bedeutenden Neuerungen Brecht in die Literatur einführte.

    Tipps

    Brecht brach mit alten Konventionen; er wollte Kunst erlebbar, verständlich und belehrend machen.

    Lösung

    Brecht war ein Revolutionär nicht nur in politischem Sinne. Auch in der Kunst kam es ihm darauf an, Dinge nicht nur zu machen, sondern anders zu machen. Er handelte dabei nach drei Prinzipien, die sich gegen die Konventionen wandten:

    • Kunst müsse verständlich für jeden sein. Auch Laien wie ungebildete Arbeiter sollten seine Werke verstehen.
    • Kunst solle immer einen Erkenntnisgewinn haben. In der Dichtung zeigte sich das anhand seines Begriffs der Gebrauchslyrik: Jedes Gedicht solle eine Erkenntnis mitteilen und offenbaren.
    • Kunst müsse zum Nachdenken anregen; denn allzu häufig wurde Kunst nur dazu genutzt, sich unterhalten zu lassen, um abzuschalten, um einen kathartischen Effekt zu erhalten. Doch Brecht postulierte, dass der Zuschauer nur lernen würde, wenn er sich nicht in die Fiktion des Stückes zurückziehen könne, sondern eine aktive Rolle einnehme. Er schuf daher das epische Theater und hob die Trennung zwischen Schauspieler, Musiker und Zuschauer auf.
  • Gliedere Brechts Leben in verschiedene Stationen.

    Tipps

    Brecht hatte ein bewegtes Leben: Aus Süddeutschland nach Norden, dann die Flucht vor den Nazis, Rundreise um Deutschland, Skandinavien, Sowjetunion, USA und schließlich die DDR.

    Lösung

    Brecht hatte ein bewegtes Leben – notgedrungen verließ er Deutschland und ging ins Exil. Doch seine Geschichte fängt 1898 in Augsburg an, wo er in einer wohlbehüteten, gutbürgerlichen Familie aufwächst. Er studiert in München, zieht nach Berlin und wird mit der „Dreigroschenoper“ erfolgreich. Am Tag nach dem Reichstagsbrand flieht er ins Ausland und landet in Skandinavien. Von dort zieht er weiter durch die Sowjetunion in die USA, von wo er aber erfolglos in die DDR nach Berlin zurückkehrt. Mit seiner Frau Helene Weigel gründet er dort das Berliner Ensemble. Nach Unstimmigkeiten mit der DDR-Regierung, auch verursacht durch seine Äußerungen zum 17. Juni 1953, stirbt Brecht am 14. August 1956.

  • Bestimme den Inhalt einiger berühmter Werke Brechts.

    Tipps

    Achte auf den Namen und die Rolle der Hauptfigur des Werkes: Hinweise auf sie oder das Herkunftsland sind meist im Titel enthalten.

    Lösung

    Brecht war ein begabter Dramenautor. Viele seiner Theaterstücke sind aufgrund ihrer Kunstfertigkeit und Aktualität auch heute noch häufig zu sehen. Er ist gleichzeitig der Erfinder des epischen Theaters, in dem er eine aktive Rolle für den Zuschauer fordert. Berühmte Stücke sind:

    • „Der gute Mensch von Sezuan“: Eine Prostituierte bekommt Götter zu Gast, die ihr etwas Geld für eine Tabakfabrik schenken; sie nimmt darin notleidende Menschen auf, wird aber nur ausgebeutet und daher schließlich selbst zur Ausbeuterin.
    • „Mutter Courage und ihre Kinder“: Eine Frau will im und mit dem 30-jährigen Krieg Geld verdienen und verliert dadurch ihre drei Kinder.
    • „Herr Puntila und sein Knecht Matti“: Ein finnischer Gutsbesitzer ist betrunken ein feiner Kerl, nüchtern jedoch ein Ausbeuter und Tyrann.
    • „Leben des Galilei“: Der Physiker Galileo Galilei verbessert ein Fernrohr, beweist das heliozentrische Weltbild und gerät damit an die Inquisition.
    • „Die Dreigroschenoper“*: Brechts erstes berühmtes Stück über den Konkurrenzkampf zwischen dem Haupt der Londoner Bettelmafia und einem Verbrecher.
    • Aber Brecht war auch ein begabter Lyriker, wie er in seinem Gedichtband „Buckower Elegien“, bestehend aus persönlichen Erfahrungen und politischen Meinungsäußerungen, unter Beweis stellte.

  • Bestimme, welches Stück von Brecht den größten Erfolg in der Weimarer Republik hatte.

    Tipps

    Nur die Mitwirkung des Komponisten Kurt Weill konnte dem Stück zu solch überragendem Erfolg verhelfen.

    Lösung

    Nur vier Jahre brauchte der junge Brecht, um sich in Berlin einen Namen zu machen und zu einem erfolgreichen Star der Theaterszene zu werden. Nachdem er bereits in München erste Erfolge als Theaterregisseur und auch Autor feiern konnte, brachte er in Berlin „Die Dreigroschenoper“ heraus, die 1928 uraufgeführt wurde. Den Erfolg hat Brecht jedoch auch dem Komponisten Kurt Weill zu verdanken. Denn das Stück war tatsächlich als Oper moderner Art angelegt und daher mit Musik umgesetzt.

  • Ordne den Werktiteln ein Genre zu.

    Tipps

    Die Stoffe und Genres glich Brecht immer auch seinem derzeitigen Standort an; so schrieb er in den USA Drehbücher, verfasste in der Sowjetunion Erzählungen, schrieb im Berlin der Weimarer Republik Musikschauspiele und in seiner Ostberliner Zeit Theaterstücke für das Berliner Ensemble.

    Lösung

    Bertolt Brecht war ein sehr vielseitiger Schriftsteller. Er versuchte sich nicht nur an allen gängigen Formaten und Genres. Er war gleichzeitig ein Avantgardist und schuf damit ganz neue Genres, die häufig ihre Wurzeln in historischen Vorbildern suchten.

    • So ist beispielsweise die „Moritat von Mackie Messer“ ein mittelalterliches Bänkellied, das Brecht für seine „Dreigroschenoper“ komponierte. Im Mittelalter erzählten fahrende Sänger auf Marktplätzen von Verbrechen, die sie anderswo gehört hatten, indem sie sich auf eine Bank stellten.
    • Brecht ließ sich auch immer von den Orten und den Kulturen beeinflussen, an denen er gerade verweilte. So versuchte er sich in Kalifornien an Drehbüchern und schuf zusammen mit John Wexley „Hangmen Also Die“.
    • Auf seiner Reise von Finnland durch die Sowjetunion verfasste er die Erzählung „Der Mantel des Ketzers“.
    • Seine berühmtesten Theaterstücke entstanden während seiner Ostberliner Zeit am Berliner Ensemble. Sein Gedichtband „Buckower Elegien“ fasst die Erfahrungen seiner langen und abenteuerlichen Lebensjahre zusammen. „Die Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration“ war schließlich eines seiner berühmtesten Gedichte.
    Daneben verfasste Brecht auch noch Hörspiele, Lehrstücke, Schüleropern, Kurzgeschichten und etliches mehr.