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Max Frisch – Leben und Werk

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Deutsch-Team
Max Frisch – Leben und Werk
lernst du in der Oberstufe 5. Klasse - 6. Klasse

Grundlagen zum Thema Max Frisch – Leben und Werk

Wer war Max Frisch? Diese Frage hätte der berühmte Schweizer Schriftsteller wahrscheinlich selbst nur ungern beantwortet. Warum, das erfährst du in diesem Video. Du wirst auch sehen, was Frisch mit sechzehn Jahren gemacht hat, welche Fächer, wie lange und wo er studiert hat und wann sein literarischer Erfolg begann. Zudem wirst du danach wissen, mit welchen Frauen Frisch sein Leben geteilt hat. Viel Vergnügen mit „dem Mann mit der Pfeife“!

Transkript Max Frisch – Leben und Werk

Max Frisch: Leben und Werk

Das Leben von Max Frisch in wenigen Worten erzählen zu wollen, mit Bestimmtheit zu sagen, wie es gewesen ist: Das ist geradezu paradox. Paradox deshalb, weil er der Biographie nie traute. Weil die Konstruiertheit der Biographie zeitlebens Thema seiner Literatur war. Eine Biographie zu haben, das bedeutete für Max Frisch, sich ein Leben zu erfinden. Erfinden wir also in diesem Sinne Max Frischs Leben.

Geboren ist er am 15. Mai 1911 in Zürich. Dort wächst er zusammen mit einem älteren Bruder auf. In seiner Jugend entdeckt er das Theater. Schon mit sechzehn Jahren schreibt er ein Stück und schickt es an einen renommierten Verlag. Als er eine Absage erhält und weitere Stückversuche scheitern, beschließt er, dass die Dramatik nichts für ihn ist.

Mit zwanzig beginnt er, Germanistik zu studieren. Gleichzeitig schreibt er unaufgefordert für die Zeitung und wird prompt veröffentlicht. Als 1932 sein Vater stirbt, bricht er sein Studium ab. Er begibt sich auf Reisen durch Osteuropa, die er allein durch sein Zeitungshonorar finanziert. Aus diesen Reisenotizen entsteht 1934 sein erster Roman Jürg Reinhart. Doch auch nach der zweiten Erzählung Antwort aus der Stille, die 1937 erscheint, zweifelt Frisch noch an seinem Schreiben. Er verbrennt alles bisher Geschriebene.

1936 beginnt er, an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich Architektur zu studieren. 1941 erhält er sein Diplom. Ein Jahr darauf gewinnt Frisch die Ausschreibung eines Architektur-Wettbewerbs.

Er erhält den Auftrag, ein Freibad für die Stadt Zürich zu bauen. Frisch gründet sein eigenes Architekturbüro. Im selben Jahr macht er auch privat einen großen Schritt: Er heiratet die Architektin Gertrud von Meyenburg. Im Jahr darauf wird seine erste Tochter Ursula geboren und noch ein Jahr später sein Sohn Hans Peter.

Vom Schreiben hat Frisch in der Zwischenzeit nicht lassen können. Er hat einen weiteren Roman veröffentlicht und wendet sich nun wieder dem Drama zu. Santa Cruz, Die chinesische Mauer und weitere Stücke entstehen.

Durch den deutschen Dramaturgen Kurt Hirschfeld lernt Frisch Bertolt Brecht, Friedrich Dürrenmatt und Carl Zuckmayer kennen. 1949 ist es für den Architekten Frisch dann endlich soweit: Das Schwimmbad wird eröffnet. Dieses Bauwerk ist und bleibt aber auch sein einziger großer Auftrag.

1952 erhält der mittlerweile dreifache Vater ein Stipendium und reist ein Jahr lang durch die USA und Mexiko. Zwei Jahre später erscheint sein Roman Stiller. Mit diesem gelingt Frisch endgültig der Durchbruch als gefeierter Schriftsteller. Der Roman, in dem es um Fragen der Identität geht, erreicht eine Millionenauflage. Gestärkt durch den Erfolg hängt Frisch seinen Beruf als Architekt an den Nagel. Er trennt sich auch von seiner Familie, um ab jetzt allein als freier Schriftsteller zu leben.

Literarisch geht sein Erfolg weiter bis ins hohe Alter: Er veröffentlicht 1957 Homo faber, ebenfalls ein Großerfolg, 1961 Andorra, 1964 Mein Name sei Gantenbein und 1975 Montauk, um nur einige seiner wichtigsten Arbeiten zu nennen. Er wird mehrfach Ehrendoktor und erhält unzählige Preise.

Bekannt werden auch seine Tagebücher: Wie kein anderer schafft er es, die Gattung für seine Art des Erzählens und Beobachtens nutzbar zu machen. In seinen Tagebüchern mischen sich Protokolle, Skizzen, Prosaideen, Beobachtungen, Reflexionen und Erzähltes.

Auch privat geht Frischs Leben bewegt weiter. 1960 zieht er nach Rom, um dort mit der Lyrikerin Ingeborg Bachmann zusammenzuleben. Nach der Trennung lebt er ab 1964 mit seiner neuen Freundin Marianne Oellers. Gemeinsam mit ihr geht er zurück in die Schweiz, die beiden heiraten 1968. Es folgen Reisen nach Israel, in die Sowjetunion und nach Japan. 1972 ziehen sie nach Berlin-Friedenau.

Während einer Lesereise in den USA lernt Frisch die junge Amerikanerin Alice Locke-Carey kennen. Mit Locke-Carey lebt Frisch nach der Scheidung von Marianne Oellers in New York, bis er 1984 in die Schweiz zurückkehrt. Seine letzte Gefährtin ist Karin Pilliod. 1991, kurz vor seinem achtzigsten Geburtstag, stirbt Frisch an Darmkrebs.

Dies sind einige Fakten zum Leben des weltberühmten Schweizer Schriftstellers. Doch, wie würde Frisch sagen: „Ein großer Teil dessen, was wir erleben, spielt sich in unsrer Fiktion ab, das heißt, daß das wenige, was faktisch wird, nennen wir`s die Biographie, die immer etwas Zufälliges bleibt, zwar nicht irrelevant ist, aber höchst fragmentarisch, verständlich nur als Ausläufer einer fiktiven Existenz.“

1 Kommentar

1 Kommentar
  1. Der hat das Leben durchgespielt.

    Von Jens Bingert, vor mehr als einem Jahr

Max Frisch – Leben und Werk Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Max Frisch – Leben und Werk kannst du es wiederholen und üben.
  • Nenne die Werke, die nach dem Durchbruch mit dem Roman Stiller kamen.

    Tipps

    Die Werke vor „Stiller" werden heutzutage nur selten gelesen und kaum rezipiert, ihre Titel sind kaum jemandem ein Begriff.

    Lösung

    Mit „Stiller" gelang Frisch im Alter von 43 Jahren der Durchbruch. Die Werke davor, wenn sie denn gelesen und rezipiert wurden, sind in Bezug auf ihre Bedeutung für Max Frisch als Schriftsteller nicht auf demselben Level wie „Stiller" zu behandeln.

    Im Gegensatz dazu bildete jedes Werk danach einen weiteren Höhepunkt in Frischs Karriere: Alle danach erschienenen Bücher wurden Bestseller. Dazu gehören in chronologischer Reihenfolge ihres Erscheinens: „Homo faber", „Andorra", „Mein Name sei Gantenbein", „Montauk" und einige andere.

  • Gib die Stationen in Frischs Leben wieder.

    Tipps

    Orientiere dich an der Reihenfolge der erschienen Werke: Wie hieß der Roman, mit dem Frisch den Durchbruch machte? Wie veränderte das sein Leben? Und welche Romane folgten?

    Lösung

    Das Leben von Max Frisch ist von drei zentralen Aspekten gekennzeichnet: Reisen, Frauenbeziehungen und Schreiben. Anhand dieser drei Merkmale können wir sein Leben gut gliedern, denn sie begleiteten ihn von Anfang bis Ende.

    Die einzelnen Etappen sehen wie folgt aus:

    1. 1911 geboren;
    2. schreibt für Theater/Zeitung, Germanistik-Studium, Tod des Vaters, Abbruch des Studiums;
    3. reist nach Osteuropa; erster Roman;
    4. Architekturstudium und -büro; Bau des Züricher Freibads;
    5. Familiengründung mit Gertrud von Meyenburg;
    6. Stipendium für Reise durch USA und Mexiko;
    7. „Stiller"; verlässt Familie und Beruf;
    8. „Homo faber"; mit Bachmann nach Rom;
    9. „Andorra" und „Mein Name sei Gantenbein"; mit Marianne Oellers in die Schweiz; später Reisen nach Israel, Sowjetunion, Japan; Berlin als Wohnsitz;
    10. Lesereise USA; Alice Locke-Carey, New York und „Montauk";
    11. 1991 Tod in der Schweiz;
  • Ordne den Werktiteln die passende Inhaltsangabe zu.

    Tipps

    In allen Werken geht es um Identität. Achte auf die Namen, den Klang der Namen und Berufe der Protagonisten, um Titel und Zusammenfassung zusammenzubringen.

    Lösung

    Max Frischs Durchbruch gelang ihm im Alter von erst 43 Jahren mit dem Roman „Stiller", in dem er von einem Schweizer Bildhauer erzählt, der sich eine amerikanische Identität gibt und beharrlich an dieser festhält. Auch seine Frau, die ihm von seinem gescheiterten, früheren Leben erzählt, kann ihn nicht in seine alte Identität zurückbringen. Nach diesem Roman folgten weitere Bestseller: „Homo faber", „Mein Name sei Gantenbein", „Andorra" und „Montauk" sind nur einige Titel, deren Inhalt wie folgt zusammengefasst werden kann:

    • „Homo faber" erzählt von einem sehr rational denkenden Ingenieur, der durch eine Notlandung in der mexikanischen Wüste und weitere Zufälle einen Jugendfreund tot antrifft, auf einer weiteren Reise seine unbekannte Tochter kennenlernt, sich - mit tragischem Ausgang - in sie verliebt und schließlich seine Jugendfreundin (die Mutter der Tochter) heiratet.
    • „Mein Name sei Gantenbein" ist die Geschichte eines Mannes, der seine erfundene Blinden-Identität so gut und konsequent spielt, dass ihm alle glauben.
    • „Andorra" handelt von einem Mann in Andorra, dessen Vater ihm eine jüdische Identität gibt, um zu verbergen, dass er mit einer Ausländerin gezeugt wurde. Aufgrund dessen wird er aus purem Rassismus und durch Untätigkeit eines ganzen Volkes ermordet.
    • In „Montauk" beendet ein Schriftsteller seine Lesereise in die USA mit einem Besuch in einem kleinen Dorf auf Long Island vor der US-amerikanischen Küste. Begleitet wird er von einer jungen Geliebten, die in ihm Erinnerungen an vergangene Beziehungen wachruft.
  • Bestimme die Hauptthemen und einige Charakteristika von Frischs Werk.

    Tipps

    Ein auffallendes Merkmal an Frisch ist seine Liebe zur Autobiographie, die sich in vielen Facetten seines Werkes zeigt, so z. B. im Genre des Tagebuchromans, in der Verarbeitung seiner Reisen etc.

    Lösung

    Max Frisch beschäftigte sich zeit seines Lebens mit zentralen Fragen der Identität und der Beziehung zwischen Mann und Frau. Sein eigenes Leben gab dafür genug Stoff her: Frisch war ein reiselustiger, viele Frauen liebender Autor, der seine Schriften auch deswegen verfasste, weil er seine eigenen Erfahrungen verarbeiten wollte. Diese autobiographische Seite seiner Werke zeigt sich in vielen Merkmalen:

    • Frisch ließ die Erzählungen häufig an Orten spielen, die er zuvor durch Reisen kennengelernt hatte.
    • Er verschaffte dem Genre des literarischen Tagebuchs neue Geltung; sein eigenes Tagebuch war voller Skizzen, Anekdoten, Notizen etc. Häufig baute er Tagebucheinträge in seine Geschichten ein.
    • Er verschrieb sich vor allem der Prosa, weil hier am besten Erzählungen über Biographien, über gelebtes Leben zu Papier gebracht werden konnten. Neben seinen Erfolgsromanen schrieb er aber auch Dramen; er ist hingegen kein bekannter Lyriker.
    • Seine Leidenschaft für verschiedene Frauen und seine Unfähigkeit oder sein Unwille zur Treue brachten ihm problematische und häufig wechselnde Liebesbeziehungen ein, die er in seinen (Haupt-)Werken als Motiv auftauchen ließ.
  • Nenne die beiden Studienfächer, die Frisch studierte.

    Tipps

    Die beiden Studienfächer entsprachen im Kern Max Frischs größten Leidenschaften: Sprache und Konstruktion von Leben.

    Lösung

    Max Frischs Leben ist eine sehr bunte Ansammlung von biographischen Daten. Sehr früh schon begeisterte er sich für das Schreiben: Er schickt Theaterstücke an Verlage, schreibt als Journalist für Zeitungen und fängt daher auch das Studium der Germanistik an. Da ein Jahr später jedoch sein Vater stirbt, bricht er sein Studium ab und geht auf Reisen. Aus den Reisenotizen entsteht sein erster Roman.

    Vier Jahre nach seinem abgebrochenen Germanistik-Studium entschließt er sich im Alter von 25 Jahren, nochmal ein neues Studium anzufangen: Er schreibt sich für Architektur ein; nach fünf Jahren hat er seinen Abschluss und eröffnet sein eigenes Architekturbüro, durch das er das Züricher Freibad baut. Ob das Bauen und Konstruieren von Häusern wohl seiner Leidenschaft, Biographien und Leben zu entwerfen, entsprach?

  • Ermittle den Titel des Buches, aus dem folgender Ausschnitt stammt.

    Tipps

    In welchem der bekanntesten Werke geht es um einen Ingenieur, der in der Wüste in Mexiko mit dem Flugzeug notlanden muss?

    Lösung

    Der Ausschnitt stammt aus Frischs 1957 veröffentlichten Roman „Homo faber". Es ist der zweite international erfolgreiche Roman nach „Stiller". In dem Buch muss ein streng rationaler Ingenieur in der mexikanischen Wüste notlanden. Durch diesen und weitere in sein Leben einbrechende Zufälle trifft er auf einen alten, jedoch toten Freund Joachim, auf seine Jugendliebe Hanna und auf seine ihm unbekannte Tochter Elisabeth, mit der er nichtsahnend eine Liebesbeziehung eingeht.

    Zentralamerika, Frankreich, Karibik - an diesen Schauplätzen sehen wir einen Mann, der sich zeit seines Lebens gegen sein Schicksal wehrt und den Beruf über das Familienglück stellt. Er beschließt, sein Leben zu ändern, stirbt aber an einem von ihm ständig verdrängten Leiden.

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