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Die Periode des Mittelhochdeutschen

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Tutornett
Die Periode des Mittelhochdeutschen
lernst du in der Oberstufe 5. Klasse - 6. Klasse

Grundlagen zum Thema Die Periode des Mittelhochdeutschen

Inhalt

Mittelhochdeutsch – Übersicht

Du fragst dich, was Mittelhochdeutsch ist, wann man Mittelhochdeutsch sprach und wo es eigentlich gesprochen wurde? Dann bist du hier genau richtig. In diesem Text wird die Periode des Mittelhochdeutschen einfach erklärt. Dabei wird die Sprachentwicklung des Mittelhochdeutschen erläutert und am Textbeispiel des Nibelungenliedes die Grammatik des Mittelhochdeutschen unter die Lupe genommen.

Die Periode des Mittelhochdeutschen

Was ist Mittelhochdeutsch?

Mittelhochdeutsch ist eine Sprache, die heute nicht mehr gesprochen wird. Sie bezeichnet eine ältere Sprachstufe der deutschen Sprache, die in Form von verschiedenen Dialekten vorkam. Die Periode des Mittelhochdeutschen erstreckt sich ungefähr über den Zeitraum von 1050 bis 1350. Die zeitliche Einordnung des Mittelhochdeutschen deckt sich demnach mit der Epoche des Hochmittelalters. Das Mittelhochdeutsche folgte auf das Althochdeutsche (ca. 750 bis 1050) und nach dem Mittelhochdeutschen (ca. 1050 bis 1350) setzte sich das Frühneuhochdeutsche (ca. 1350 bis 1659) und schließlich das Neuhochdeutsche (ca. 1659 bis heute) durch. Dies beantwortet auch die Frage, warum es Mittelhochdeutsch heißt, denn es ist sozusagen die mittlere Sprachstufe des Deutschen.

Wie hat sich Mittelhochdeutsch entwickelt?

In der Entwicklung der deutschen Sprache gab es zwei sogenannte Lautverschiebungen. Eine Lautverschiebung bezeichnet die Veränderung von Lauten nach bestimmten Regeln und bewirkt das Umwandeln von bestimmten Vokalen oder Konsonanten in andere. Der historische Lautwandel ist eine Form des Sprachwandels. Er grenzt eine Sprachstufe deutlich von der vorherigen ab. Die erste (germanische) Lautverschiebung unterschied das Germanische klar vom Indogermanischen. Sie zog sich über mehrere Jahrhunderte (von ca. 1200 v. Chr. bis 500 v. Chr.) hin und erfasste alle germanischen Sprachen. Als Folge der zweiten (hochdeutschen) Lautverschiebung ging das Althochdeutsche aus dem Germanischen hervor. Das Althochdeutsche entwickelte sich schließlich zum Mittelhochdeutschen.

Die Veränderung zwischen Althochdeutsch und Mittelhochdeutsch war jedoch nicht abrupt. Vielmehr gingen die beiden Sprachen ineinander über. Beispiele für die Veränderungen vom Althochdeutschen in das Mittelhochdeutsche sind:

  • Die Abschwächung bzw. Unterdrückung der althochdeutschen Vokale:
    → Beispiel: althochdeutsch leffila; mittelhochdeutsch leffel; (neuhochdeutsch Löffel)
  • Die Tilgung des -e:
    → Beispiel: althochdeutsch herre; mittelhochdeutsch herr; (neuhochdeutsch Herr)

In der althochdeutschen Zeit hatten vor allem die Geistlichen Deutsch geschrieben. Nun vergrößerte sich der Kreis der Schreibenden, die fortan Texte nicht mehr in Latein, sondern in Deutsch verfassten. Die höfischen Dichter bemühten sich um eine einheitliche Sprache und entwickelten eine überregionale Schreibsprache. Damit entwickelte sich auch das Mittelhochdeutsche.

Das Mittelhochdeutsche wird in der Regel in drei Perioden gegliedert:

  • Frühmittelhochdeutsch (1050–1170)
  • klassisches Mittelhochdeutsch (1170–1250)
  • Spätmittelhochdeutsch (1250–1350)

Wo wurde Mittelhochdeutsch gesprochen?

Das Mittelhochdeutsche umfasst nur die hochdeutschen Sprachregionen. Zu dieser Zeit wurde zwischen Hochdeutsch und Niederdeutsch unterschieden. Das Hochdeutsche wird noch einmal untergliedert in Mitteldeutsch und Oberdeutsch. Als Hochdeutsch werden diejenigen Dialekte benannt, die auch die zweite Lautverschiebung durchlaufen haben. Somit wurde Mittelhochdeutsch nur im mitteldeutschen und oberdeutschen Sprachraum, also in der südlichen Hälfte von Deutschland gesprochen.

Mittelhochdeutsch – ein Textbeispiel

Jetzt weißt du schon viel über die Geschichte des Mittelhochdeutschen. Aber wie geht eigentlich Mittelhochdeutsch? Das soll am Beispiel des Nibelungenliedes erläutert werden. Das Nibelungenlied ist eine der historisch wichtigsten Schriften aus der Periode des Mittelhochdeutschen. Es handelt sich dabei um eine Heldensage, deren Entstehung auf den Zeitraum zwischen 1198 und 1204 geschätzt wird und deren Autor unbekannt ist. Wie für das Heldenepos jener Zeit charakteristisch, handelt auch das Nibelungenlied von den Abenteuern (Aventiuren) der darin auftretenden Helden. Weitere Informationen zum Nibelungenlied erfährst du in unserem Video zu dem Thema.

Die nachfolgende Tabelle dient als Vergleich zwischen dem Mittelhochdeutschen und dem Neuhochdeutschen, unserem heutigen Deutsch:

Mittelhochdeutsch Neuhochdeutsch
Uns ist in alten mæren / wunders vil geseit / von helden lobebæren, / von grôzer arebeit, / von freude un hôchgezîten, / von weinen un klagen, / von küener recken strîten / muget ir nû wunder hœren sagen. Uns wird in alten Erzählungen / viel Wunderbares berichtet, / von rühmenswerten Helden, / großer Kampfesmühe, / von Freuden und Festen, / von Weinen und Klagen, / von den Kämpfen kühner Helden / könnt ihr nun Wunderbares erzählt hören.

Hättest du den mittelhochdeutschen Text übersetzen können? Das ist gar nicht so leicht, da zum Beispiel durch fremde Buchstaben das Schriftbild des Mittelhochdeutschen ein anderes ist. Wie du bestimmt bemerkt hast, weist das Mittelhochdeutsche besondere sprachliche Merkmale auf. Die folgenden Tipps können dir bei der Aussprache und Übersetzung des Mittelhochdeutschen helfen:

  • Die Betonung eines Wortes liegt in der Regel auf der ersten Silbe.
  • Der Buchstabe (die Ligatur) æ, wie im mittelhochdeutschen mæren, wird wie das neuhochdeutsche ä ausgesprochen.
  • Das mittelhochdeutsche œ wie in hœren wird wie ein ö gesprochen.
  • Vokale mit einem Zirkumflex (ˆ) wie in hôchgezîten werden lang gesprochen.
  • Vokale ohne Zirkumflex werden kurz gesprochen.
  • Der Laut st (striten) wird nicht wie im Neuhochdeutschen scht gesprochen, sondern wie im Englischen sting.

Weitere Auffälligkeiten betreffen die folgenden mittelhochdeutschen Laute:

  • Das h wird im Mittelhochdeutschen immer gesprochen:
    → Im Silbenanlaut wird das h als Hauchlaut gesprochen: gesehen, herre
    → Im Silbenauslaut wird h zum Reibelaut (wie im neuhochdeutschen Wort „machen“): sah, wuohs, niht, geschiht, vorhten, gesiht
  • Das mittelhochdeutsche c (wie in danc) klingt wie unser neuhochdeutsches k.
  • Das mittelhochdeutsche iu (wie in friunde) spricht man wie unser neuhochdeutsches ü.

Diphthongierung und Monophthongierung

Diphthonge (Doppellaute) bestehen aus zwei kurz gesprochenen Vokalen, von denen der erste stärker betont wird als der zweite. Folgende Diphthonge finden sich im Mittelhochdeutschen: ie, ei, ou, öu, uo, üe.

  • ie wie neuhochdeutsch Kopien (mittelhochdeutsch bieten wird [bí-èten] gesprochen)
  • ei als e mit i-Nachschlag gesprochen (mittelhochdeutsch arebeit wird [arebé-ìt] gesprochen)
  • ou wie englisch show
  • uo wird getrennt gesprochen (wie in mittelhochdeutsch muoter)
  • üe wie schweizerisch Müesli wird nicht monophthongiert wie in Müsli

Diphthongierungen und Monophtongierungen sind besonders charakteristische Lautwandelungen vom Mittelhochdeutschen ins Neuhochdeutsche. Bei der Diphthongierung werden aus den Langvokalen î und û und dem mittelhochdeutschen Umlaut iu im Frühneuhochdeutschen ai/ei, au/aw und äu/eu/ew (jetzt zusammen gesprochen, wie im Neuhochdeutschen üblich).

  • Beispiel: mittelhochdeutsch mîn niuwez hûs → neuhochdeutsch mein neues Haus

Gleichzeitig wandeln sich bei der Monophthongierung die mittelhochdeutschen Diphthonge ie, uo, üe zu den frühneuhochdeutschen Monophthongen (Langvokalen) ie, u, ü.

  • Beispiel: mittelhochdeutsch liebe guote brüeder → neuhochdeutsch liebe gute Brüder

Der mittelhochdeutsche Minnesang

Bereits in der mittelalterlichen höfischen Literatur war die Liebe ein wichtiges Thema. Man kannte allerdings einen anderen Begriff dafür: minne. Liebe ist ein niederdeutsches Wort und hat sich im Neuhochdeutschen vor minne durchgesetzt. Der Ausdruck minne spiegelte jedoch mehrere Facetten der Liebe wieder: Minne konnte u. a. freundschaftliche Zuneigung, die Liebe zu Gott oder die erotische Liebe bedeuten. Dementsprechend vielfältig war die Ausprägung des Motivs in zahlreichen Werken. Der Minnesang – prominentester Vertreter der mittelhochdeutschen Lyrik – trägt den Begriff im Namen. Inhaltlich ging es dabei oft um die Liebesbekundungen eines Minnesängers gegenüber einer adligen Dame, um seine Verehrung aus der Distanz. Meist stand sie auf der gesellschaftlichen Leiter über ihm und seine Bestrebungen waren aussichtslos.

Auf sofatutor kannst du mithilfe der Videos und Übungen mehr über die Periode des Mittelhochdeutschen lernen.

Transkript Die Periode des Mittelhochdeutschen

Halen, wie geht es dir? „ Halen” - Was soll das denn bedeuten? Das Thema dieses Films lautet „ Die Periode des Mittelhochdeutschen". „Halen“ steht im Mittelhochdeutschen für rufen oder holen. Sprachgeschichtlich vermutet man, dass das mittelhochdeutsche Wort „ halen" der Ursprung für unser heutiges „ Hallo" sein könnte. Aber was ist Mittelhochdeutsch eigentlich? Wann und wo hat man es gesprochen? Und wie hat es sich entwickelt? All diese Fragen werde ich dir in diesem Video beantworten. Beginnen wir mit der Frage: Was ist Mittelhochdeutsch? Übrigens, abgekürzt ist Mittelhochdeutsch „ Mhd”. Mittelhochdeutsch bezeichnet eine ältere Sprachstufe der deutschen Sprache, nämlich sämtlicher hochdeutscher, dies wird nochmal unterteilt in mittel- und oberdeutscher, Mundarten und Dialekte der deutschen Sprache. In der Periode des Mitteldeutschen wurde unterteilt in niederdeutsche, mitteldeutsche und oberdeutsche Sprachregionen. Als Hochdeutsch bezeichnete man damals die mittel- und oberdeutschen Mundarten. Kommen wir zur nächsten Frage: Wann hat man Mittelhochdeutsch gesprochen? Das Mittelhochdeutsch wurde in der Zeit zwischen dem Althochdeutschen und dem Frühneuhochdeutschen gesprochen. Mittelhochdeutsch wurde ungefähr in der Zeit von 1050 bis 1350 nach Christus gesprochen. Das Mittelhochdeutsche wird sprachlich in drei Abschnitte gegliedert: in das Frühmittelhochdeutsche, das war etwa 1050 bis 1170, in das klassische Mittelhochdeutsch von 1170 bis 1250 nach Christus, dies war auch die Blütezeit des Mittelhochdeutschen und das Spätmittelhochdeutsch von 1250 bis 1350 nach Christus. Wie schon erwähnt gab es vor dem Mittelhochdeutschen das Althochdeutsche. Kommen wir daher zu Punkt drei: Wie hat sich das Mittelhochdeutsche entwickelt? Die Veränderung zwischen Althochdeutsch und Mittelhochdeutsch war nicht abrupt, sondern die beiden Sprachen gingen ineinander über. Die Periode des Mittelhochdeutschen ist die Zeit des Minnesangs, die Zeit von Dichtern wie Hartmann von Aue oder Walther von der Vogelweide. Auch sehr bekannt aus dieser Zeit ist das Nibelungenlied, dessen Autor jedoch unbekannt ist. Zu der Zeit etablierte sich die deutsche Sprache mehr und mehr. In der althochdeutschen Zeit hatten vor allem die Geistlichen Deutsch geschrieben. Jetzt vergrößerte sich der Kreis der Schreibenden, indem auch Dichter vermehrt Deutsch anstelle von Latein schrieben. Zu dieser Zeit regierten die Stauffer, ein schwäbisches Adelsgeschlecht im 12., 13. Jahrhundert. Die höfischen Dichter bemühten sich zu der Zeit um eine Einheitssprache und entwickelten eine überregionale Schreibsprache und damit entwickelte sich auch das Mittelhochdeutsche. Als wahrscheinlich wichtigste Erzählungen dieser Zeit dürften diejenigen betrachtet werden, die sich mit König Artus und den Rittern der Tafelrunde auseinandersetzten. Das Mittelhochdeutsche unterschied sich zum Althochdeutschen im lautlichen Bereich vornehmlich dadurch, dass in unbetonter Stellung die vollen Vokale meist zu e abgeschwächt oder unterdrückt wurden, z.B. althochdeutsch das Wort „ taga" wurde zu mittelhochdeutsch „ Tage". Oder das althochdeutsche „ leffila" wurde zum mittelhochdeutschen „ leffel". Seit dem 13. Jahrhundert war auch eine Tilgung des e zu beobachten, wie beispielsweise das althochdeutsche Wort „ herre" wurde zum mittelhochdeutschen Wort „ Herr". In Punkt vier zeige ich dir, wo man Mittelhochdeutsch gesprochen hat. Das Mittelhochdeutsch umfasst nur die hochdeutschen Sprachregionen. Wie vorhin schon erklärt, wurde zu dieser Zeit zwischen Hochdeutsch und Niederdeutsch unterschieden. Das Hochdeutsche wird noch einmal untergliedert in Mitteldeutsch und Oberdeutsch. Als Hochdeutsch werden zu jener Zeit all die Dialekte benannt, die die zweite oder deutsche Lautverschiebung ganz oder teilweise durchgeführt haben. Unter einer Lautverschiebung wird ein regelhafter Lautwandel verstanden, der die hochdeutschen Dialekte entstehen ließ. Somit wurde das Mittelhochdeutsch nur im Mitteldeutschen und Oberdeutsche, also im Süden gesprochen. Zum Schluss werde ich dir noch ein paar Beispiele zeigen: Zum Beispiel das mittelhochdeutsche Wort „ mîn" bedeutet „ mein". Oder „ hûs" ist gleich „ Haus". Oder „ liep" bedeutet „ lieb". Das mittelhochdeutsche Wort „ bruoder" bedeutet „ Bruder". Und ganz zum Schluss noch das Wort „ bein" „ Bein". Nun sind wir auch schon am Ende. Also dann, bis bald. Tschüss!

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Die Periode des Mittelhochdeutschen Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Die Periode des Mittelhochdeutschen kannst du es wiederholen und üben.
  • Gib wieder, was Mittelhochdeutsch ist.

    Tipps

    ahd. ist die Abkürzung für Althochdeutsch.

    Die niederdeutschen Sprachregionen fallen nicht unter den Begriff Mitteldeutsch.

    Lösung

    Mittelhochdeutsch, abgekürzt mhd., bezeichnet eine ältere Sprachform der deutschen Sprache. Diese Sprachform umfasst dabei die hochdeutschen, also die mittel- und ober-deutschen Dialekte und Mundarten.

    Neben dem Mittelhochdeutschen gibt es noch weitere Sprachstufen. Im Deutschen unterscheidet man:

    • Indogermanisch (5000-1500)
    • Germanisch (1500-500)
    • Althochdeutsch (500-1050)
    • Mittelhochdeutsch (1050-1350)
    • Frühneuhochdeutsch (1350-1650)
    • Neuhochdeutsch (seit ca. 1650)

  • Gib an, wann das Mittelhochdeutsche gesprochen wurde.

    Tipps

    Das Althochdeutsche ist die Sprachstufe vor dem Frühmittelhochdeutschen.

    Alle aufgeführten Sprachstufen existierten erst nach Christus.

    Lösung

    Das Hochdeutsche umfasst drei Sprachstufen

    • das Althochdeutsche,
    • das Mittelhochdeutsche sowie
    • das Neuhochdeutsche.
    Das Mittelhochdeutsche teilt sich in folgende Perioden:
    • das Frühmittelhochdeutsche (1050-1170 n. Chr.)
    • das klassische Hochmitteldeutsche (1170-1250 n. Chr.) sowie
    • das Spätmittelhochdeutsche (1250-1350 n. Chr.).
    Das klassische Hochmitteldeutsche gilt als die Blütezeit dieser Sprachstufe. In dieser Zeit entstanden beispielsweise viele Texte des Minnesang.

  • Bestimme die Sprachstufe der jeweiligen Wörter.

    Tipps

    Vom Althochdeutschen zum Mittelhochdeutschen fand eine Abschwächung der Vokale statt.

    Vom Althochdeutschen zum Mittelhochdeutschen ist eine Tilgung des -e zu beobachten.

    Lösung

    Einige Veränderungen vom Althochdeutschen zum Mittelhochdeutschen sind folgende:

    Abschwächung bzw. Unterdrückung der althochdeutschen Vokale, beispielsweise:

    • ahd.: leffila; mhd.: leffel; nhd.: Löffel
    • ahd.: hiar; mhd.: hier; nhd.: hier
    • ahd.: biotan; mhd.: bieten; nhd.: bieten
    Tilgung des -e:
    • ahd.: herre; mhd.: herr; nhd.: Herr

  • Bestimme die Bedeutung der mittelhochdeutschen Wörter.

    Tipps

    Diphthonge sind Doppelvokale und Monophthonge sind einzelne Vokale.

    niuwes unterliegt der Diphthongierung.

    helle unterliegt der Rundung.

    Lösung

    Veränderungen von Lauten oder Lautgruppen kennzeichnen den Wandel von einer Sprachstufe zur nächsten. Vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen haben beispielsweise folgende Veränderungen stattgefunden:

    Nhd. Diphthongierung:

    • zît wird zu Zeit
    • dîn wird zu dein
    • niuwes wird zu neues
    Nhd. Monophthongierung:
    • müeder wird zu müder
    Rundung (Labialisierung):
    • helle wird zu Hölle
    • âne wird zu ohne
    Quelle: Mittelhochdeutsche Kurzgrammatik. URL: https://www.uni-frankfurt.de/47053276/Kurzgrammatik-HA_09_2009.pdf [7.7.17]

  • Nenne wichtige Autoren und Werke des Mittelhochdeutschen.

    Tipps

    Der Minnesang ist eine höfische Liebeslyrik, bei der meist eine höher gestellte Frau verehrt wurde.

    Das Nibelungenlied ist ein Heldenepos, der vom Geschlecht der Nibelungen handelt. Der Epos wurde in der mittelhochdeutschen Periode verschriftlicht, ist allerdings vermutlich älter.

    Lösung

    Autoren, die zur Periode des Mittelhochdeutschen Texte verfassten , sind:

    • Walther von der Vogelweide (1170-1230),
    • Hartmann von Aue (1165-1210)
    aber auch
    • Wolfram von Eschenbach (1170-1220) und
    • Gottfried von Straßburg (1180-1210)
    Das Nibelungenlied ist ein mittelalterlicher Heldenepos, der allerdings einen unbekannten Verfasser hat. In der Zeit der mittelhochdeutschen Sprachperiode war vor allem der Minnesang, die höfische Liebeslyrik, populär.

  • Bestimme, welche Veränderungen die folgenden Wörter gemacht haben.

    Tipps

    Ein Diphthong ist ein Doppelvokal, wie „ei“, „au“ und „eu“.

    Ein Monophthong ist ein einfacher Vokal, wie beispielsweise „u“.

    Lösung

    In der Entwicklung von der Sprache verändern sich die Laute oder Lautgruppen. In der Entwicklung vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen gab es beispielsweise unter anderem folgende Veränderungen:

    • Nhd Diphthongierung: Die mhd. langen Vokale î, û und iu werden im Nhd. zu ei, au und eu/äu. Beispielsweise mhd. hiute → nhd. heute.
    • Nhd. Monophthongierung: Die mhd. Diphthonge ie, uo und üe werden zu nhd. i, u und Ü monophthongiert. Beispielsweise mhd. guote → nhd. gute.
    • Synkope: Wegfall von unbetontem /e/ im Wortinneren (zw. zwei Konsonanten). Beispielsweise mhd. er saget → nhd. er sagt.
    • Apokope: Wegfall von unbetontem /e/ am Wortende. Beispielsweise mhd. an deme tage → nhd. an dem Tag.
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