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Das Ende der DDR – Vom Mauerfall zur Wiedervereinigung

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Das Ende der DDR – Vom Mauerfall zur Wiedervereinigung
lernst du in der Oberstufe 7. Klasse - 8. Klasse

Grundlagen zum Thema Das Ende der DDR – Vom Mauerfall zur Wiedervereinigung

Wie gelang es den Menschen in der DDR, die SED-Diktatur zu überwinden? Welche Rolle spielten die Politiker Honecker, Schabowski, Krenz und Modrow? Und wie ging es nach dem Fall der Mauer weiter? Das und vieles mehr erfährst du in diesem Video über die Wiedervereinigung Deutschlands. Du siehst dabei viele historische Filmaufnahmen von marschierenden Soldaten, ostdeutschen und sowjetischen Staatschefs sowie aufgebrachten Demonstranten.

Transkript Das Ende der DDR – Vom Mauerfall zur Wiedervereinigung

Ab Sommer 1989 wuchs bei vielen DDR-Bürgern der Wunsch nach Reisefreiheit Richtung Westen, um den bedrückenden Verhältnissen in der DDR zu entkommen. Tausende besetzten bundesdeutsche Botschaften in Prag, Budapest und Warschau. Nach langen Verhandlungen konnten sie nach Westdeutschland ausreisen. Am 7. Oktober 1989 wurde in der DDR der 40. Jahrestag der Staatsgründung gefeiert. Unter den Gästen war auch der reformfreudige sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow. Gorbatschow warnte: „Ich glaube, Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren.“ Staatsratsvorsitzender Erich Honecker feierte mit seinen Gästen im Ostberliner Palast der Republik. Vor dem Palast kam es zu Demonstrationen. Ziel der Demonstranten war eine friedliche, demokratische Neuordnung, insbesondere das Ende der SED-Herrschaft. Mit dem Ruf „Wir sind das Volk“ meldeten sich Woche für Woche hunderttausende DDR-Bürger im ganzen Land auf den sogenannten Montagsdemonstrationen zu Wort und protestierten gegen die politischen Verhältnisse. „Wir sagen Schluss mit einem Obrigkeitsstaat, der die breite Masse des Volkes zu unmündigen Bittstellern degradiert.“ Ein Höhepunkt war die Demonstration von 70.000 Menschen am 9. Oktober 1989 in Leipzig. Am 4. November demonstrierten zwischen 150.000 und 170.000 Menschen auf dem Alexanderplatz in Ost-Berlin. Die Schriftstellerin Christa Wolf sprach. „Das Staatsvolk der DDR geht auf die Straße, um sich als Volk zu erkennen und dies ist für mich der wichtigste Satz dieser letzten Wochen. Der tausendfache Ruf 'Wir sind das Volk'.“ Der Schriftsteller Stefan Heym: „Es ist, als habe einer die Fenster aufgestoßen. Nach all den Jahren der Stagnation.“ Eine der Hauptforderungen der DDR-Bürger war die Reisefreiheit nach Westen. Um ihre Macht zu retten, verabschiedete die DDR-Regierung am 9. November 1989 eine Verordnung, die es jedem ermöglichen sollte, in den Westen zu reisen. Politbüromitglied Günter Schabowski gab auf einer Pressekonferenz bekannt: „Zuständige Abteilung Pass- und Meldewesen der VP, der Volkspolizei, Kreisämter in der DDR sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen.“ Laut Schabowski trat die Regelung sofort in Kraft: „Also Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen, Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt.“ Die DDR-Bürger erfuhren davon aus dem Westfernsehen. Ost-Berliner strömten zu Tausenden an die Grenzübergänge und forderten die neue Reisefreiheit ein. Die neue Regelung war den DDR-Grenztruppen noch nicht bekannt. Deshalb wurde zunächst niemand, dann vereinzelt Menschen durchgelassen. „Ich habe mir einmal in meinem Leben gewünscht, durch dieses Brandenburger Tor zu gehen. Und zwar in den anderen Teil zu gucken. Ich war noch nie da drüben, weil ich mir keine Tante, keine Oma, keinen Onkel erzählt oder erlogen habe. Verstehen sie das? Ich wollte aufrichtig da durchgehen. Und genauso auch wieder zurück. Weil ich hier meine Heimat habe und nicht da drüben. Aber wenn ihr alle so weitermacht, kommen wir nicht dazu. Und zwar überhaupt nicht.“ Schließlich konnte die Frau passieren. Der Druck wurde so groß, dass die DDR-Grenzer schließlich die Tore öffneten. „Meine Mutter und meinen Vater da drüben kann ich jetzt rübergehen und meine Eltern besuchen gehen, ja?“ „Ja, können Sie.“ Alle waren begeistert. Wahnsinn war das Wort des Tages. „Das ist ein unheimlicher Moment. Wir freuen uns unheimlich.“ Die Menschen feierten die ganze Nacht und lagen sich in den Armen. Nach dem Mauerfall überschlugen sich die Ereignisse. Erich Honecker hatte mit seiner Parole von 1989 nicht recht behalten: „Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.“ Er wurde gestürzt und durch Egon Krenz ersetzt. Die SED verlor ihre Vormachtstellung. Im Dezember 1989 begann ihre Umorientierung, die schließlich 1990 in die Umbenennung in PDS, Partei des demokratischen Sozialismus, mündete. Gleich nach der Wende wurde ein runder Tisch für einen Dialog von DDR-Staatsfunktionären und Bürgerrechtlern begründet. Er tagte zum ersten Mal am 7. Dezember 1989. Ziel war eine Reform der DDR. Doch bevor sie greifen konnte, hatte sich die DDR aufgelöst. DDR-Ministerpräsident Hans Modrow und Bundeskanzler Helmut Kohl eröffneten am 22. Dezember 1989 einen neuen Grenzübergang am Brandenburger Tor. 100.000 Menschen verfolgten diesen höchst symbolischen Akt, denn dieses Tor war im 20. Jahrhundert zum bedeutungsvollen Ort geworden. Die Mauer wurde Zug um Zug abgebaut. Am 15. Januar 1990 wurde das verhasste Symbol des SED-Staates, die Stasi-Zentrale in der Ost-Berliner Normannenstraße, gestürmt und verwüstet. Später wurde die Stasi-Unterlagenbehörde gegründet und die Aufarbeitung des Unrechts begann. Am 18. März 1990 fanden die ersten freien Wahlen zur DDR-Volkskammer statt. Wahlsieger war die CDU. Ministerpräsident wurde Lothar de Maizière. Am 1. Juli 1990 entstand zwischen der BRD und der DDR eine Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion. Die Ostdeutschen feierten die Einführung der D-Mark. „Mit 'Ja' haben 204 Abgeordnete gestimmt.“ Die DDR-Volkskammer stimmte dem Beitritt der ostdeutschen Länder zur Bundesrepublik Deutschland und damit der Vereinigung am 23. August 1990 zu. Der Einigungsvertrag wurde am 31. August 1990 von den beiden Verhandlungsführern Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und dem Staatssekretär beim Ministerpräsidenten der DDR, Günther Krause, unterschrieben. Außenpolitisch wurde die Vereinigung durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag mit den Alliierten des Zweiten Weltkriegs, USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich abgesichert. Deutschland erlangte damit erstmals seit 1945 wieder die volle Souveränität. DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière hielt am 2. Oktober 1990 eine letzte Pressekonferenz: „Und wie man Wessis und Ossis und all sowas sollte vergessen werden. Aber wenn man damit gelebt hat. Ich bin, als die DDR gegründet wurde, war ich neun Jahre alt, ich bin jetzt 50. Man muss sich selbst mitnehmen in eine neue Zeit, man kann sich nicht selber zurücklassen.“ An der Neuen Wache in Ostberlin fand die letzte Ablösung des Wachregiments Feliks Dzierzynski statt. Bundeskanzler Helmut Kohl stimmte die Bürger in einer Ansprache auf die Wiedervereinigung ein. „Liebe Landsleute, in wenigen Stunden wird ein Traum Wirklichkeit. Nach über 40 bitteren Jahren der Teilung ist Deutschland, unser Vaterland, wiedervereint.“ Am 3. Oktober 1990 wurde der Beitritt der ostdeutschen Länder zur Bundesrepublik in einem Staatsakt vor dem Reichstag vollzogen und gefeiert. Bundespräsident Richard von Weizsäcker begründete, warum Berlin wieder Hauptstadt werden musste: „Lediglich gegen die Stimmen der damaligen KPD hatte der Bundestag am 3. November 1949 beschlossen, dass die leitenden Bundesorgane ihren Sitz in die Hauptstadt Deutschlands, Berlin verlegen, sobald allgemeine, freie, gleiche, geheime und direkte Wahlen überall durchgeführt sind, so der Wortlaut. Dieser Beschluss liegt lange zurück. Widerrufen wurde er nie. Sein Inhalt entspricht der Haltung, die wir in der Bundesrepublik Deutschland und im ganzen Westen seit über 40 Jahren vertreten.“ Am 21. Juni 1991 beschloss der Bundestag den Umzug von Bonn nach Berlin. „Für den Antrag Vollendung der Einheit Deutschlands, Berlin-Antrag, 337 Stimmen, Enthaltungen zwei.“

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