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1919 - Der diktierte Frieden

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Team Zeitreise
1919 - Der diktierte Frieden
lernst du in der Oberstufe 5. Klasse - 8. Klasse

Grundlagen zum Thema 1919 - Der diktierte Frieden

Für die Besiegten ist es ein ”Diktat”: Sie sollen Land abtreten, Reparationen zahlen und die Alleinschuld am Weltkrieg auf sich nehmen. Doch die deutschen Delegierten sehen keine Alternative. Am 28.Juni setzen sie in Versailles ihre Unterschrift unter die 440 Friedensbedingungen, die schon den Keim für neue Konflikte in sich tragen.

Transkript 1919 - Der diktierte Frieden

Endlich Frieden. 11. November 18. Deutschland hat den Waffenstillstand unterschrieben. Jubel bei den Siegern. Vier Jahre Weltkrieg überstanden. Bilanz des Schlachtens, neun Millionen Tote. Das geschlagene deutsche Heer enttäuscht, verbittert. In der Heimat Hunger, weil die Sieger die Blockade weiter aufrecht halten. Paris, 18. Januar 19. Die Sieger treffen sich, um über Deutschlands Zukunft zu bestimmen. Er kommt per Schiff. US-Präsident Woodrow Wilson. Sein Ziel ist ein gerechter Friede, Selbstbestimmungsrecht der Völker. Die Hoffnungen der Deutschen richten sich auf ihn. Der britische Premier Lloyd-George will Sicherheit vor Deutschland. Georges Clemenceau, Ministerpräsident Frankreichs, will mehr. Revanche für die Zerstörungen des Krieges und dauerhafte Unterdrückung Deutschlands. „Die Deutschen hatten den Krieg gewollt. Sie wurden besiegt und mussten dafür zahlen. So ist es nun einmal. Und sie haben gezahlt. Wie sagt man so schön? Wehe den Besiegten. Wir haben Revanche genommen und das gefiel uns auch.” In Deutschland herrscht indessen Bürgerkrieg. Kampf in den Straßen Berlins. Auf den Trümmern des Kaiserreichs entsteht ein neuer Staat. Die ersten freien Wahlen im Schatten der Revolution. Die Wahlbeteiligung ist hoch. Erstmals wählen auch die Frauen. Am Ende siegt die SPD. Das Parlament tagt in Weimar. Fern vom Unruheherd Berlin. Erster Reichspräsident wird Friedrich Ebert. Eine Forderung der Siegermächte ist erfüllt, Deutschland wird Demokratie. Nun rufen sie die deutschen Delegierten nach Versailles. Ihr Leiter ist ein Graf von Brockdorff-Rantzau, Außenminister. Er will zäh verhandeln. Doch die Sieger wollen den Verlierer demütigen. Eingesperrt hinter Holzzäunen, zwei Monate zum Warten verdammt. 07. Mai, die Stunde der Revanche für den Franzosen Clemenceau. Die Sieger überreichen den Besiegt die Bedingungen zum Frieden in einem dicken Buch, 440 Artikel schwer. Einwände dürfen nur schriftlich erfolgen. Brockdorff-Rantzau ist entsetzt und bleibt sitzen gegen jede Etikette. Die Sieger fordern ein Siebtel des Reiches. Im Westen Elsaß-Lothringen, im Osten Posen, Westpreußen und Teile Schlesiens. Um all dem Nachdruck zu verleihen, stoßen Truppen vor zum Rhein. Hinzu kommen Reparationen, Geld, Waffen und Güterzüge voller Waren. „Die Bedingungen waren viel weniger har finanziell gesehen als wie die Frankreich 1871 von Bismarck auferlegt worden war. Aber die katastrophale-, der katastrophale Absatz von Versailles oder Artikel von Versailles war die Schuldfrage. Dass dem Einen allein die Schuld für den Krieg zugeschrieben wurde. Das… darunter hat dann Versailles gekrankt durch die ganze Weimarer Republik hindurch.” Denn der Vertrag soll festschreiben, Deutschland sei allein verantwortlich für diesen Krieg. Dagegen richtet sich Protest. Die Deutschen sehen sich Siegerwillkür ausgesetzt. „Ich entsinne mich in der Schule, da waren unsere Geschichtslehrer. Die sagten, also jetzt wird Versailles…wir haben die Bedingungen gehört. Also wir werden das ja nicht mehr…wir sind ja jetzt ältere Generation. Aber ihr und eure Kinder werdet darunter noch zu leiden haben. Wenn ihr das, diese Kriegsschulden alle abbezahlen sollt, dann habt ihr bis zu eurem Tode und darüber hinaus also Tribut zu zahlen.” Wer soll das unterschreiben? Darunter zerbricht die Regierung. Kanzler Scheidemann tritt zurück. Er sagt, die Hand müsse verdorren, die das unterzeichnet. Die Republik vor der Zerreißprobe. Rechte Offiziere wollen wieder Krieg führen. Frankreichs oberster Soldat wünscht nichts sehnlicher als Deutschland zu besetzen. „Was hätten wir machen sollen? Der Krieg wäre weitergegangen. Wir wären weiter besetzt worden. Wir hatten den Krieg verloren, dafür musste gezahlt werden.” 28. Juni 1919: Tag der Unterzeichnung. Zweiunddreißig Siegermächte haben Delegierte nach Versailles entsandt. Die meisten waren nur Statisten. Er hat sich durchgesetzt. Georges Clemenceau. Die Amerikaner haben nachgegeben. Nur Wilsons Traum vom Völkerbund wird wahr. Im Schloss des Sonnenkönigs, wo das deutsche Kaiserreich verkündet worden war, entschieden jetzt die anderen über Deutschlands Schicksal. Der diktierte Frieden. Erst zur Unterschrift dürfen die Besiegten in den Spiegelsaal. Die Stunde des Triumphs. Siegerposen vor der Kamera und stolz auf den Vertrag, der von den Deutschen unterschrieben wurde, aber niemals akzeptiert. „Im Grunde begann schon am Tag der Unterschrift der allmähliche Abbau der Bedingungen. Also es ist kein Zweifel, dass die politischen Führer der Weimarer Republik da ungemein geschickt waren diesen Vertrag allmählich zu durchlöchern und am Ende ihn also zu einem Stück Papier zu machen.” Dennoch tragen die Besiegten schwer an dem Vertrag. Die Demontagen sind das Wenigste. Erst Jahre später zeigt sich, dass der Aderlass die Wirtschaft weniger getroffen hat als angenommen. Schwerer lastet das Empfinden der Erniedrigung. „Versailles öffnete die Pforte zum nächsten Krieg. Es war klar, dass die Deutschen diesen Vertrag nicht für alle Ewigkeit akzeptieren würden. Eines Tages musste das schlecht enden.” Die Fehler von Versailles sind nicht der Grund für Hitler. Aber für den Demagogen sind sie Munition für die Zertrümmerung der Republik. Das Fest der Sieger in Versailles. Es spiegelt nur die Illusion des Friedens.

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