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Kalter Krieg und Wiedervereinigung

Im Kalten Krieg standen sich die USA und die Sowjetunion gegenüber. Ihren systemisch-ideologischen Krieg trugen sie dabei in Stellvertreterkonflikten aus.

Deutschland und die historische Entwicklung nach Kriegsende

Der 8. Mai 1945 markiert mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Auf der Potsdamer Konferenz vom 17. Juli bis 02. August 1945 einigten sich die Siegermächte USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich auf folgende politische Grundsätze für Deutschland:

  • Demilitarisierung (Abbau der Armee, Beseitigung des Waffenarsenals)
  • Entnazifizierung („Säuberung” von allen Einflüssen des Nationalsozialismus, Auflösung der NSDAP)
  • Demokratisierung (endgültige Umgestaltung des deutschen politischen Lebens auf demokratischer Grundlage)
  • Dezentralisierung (Stärkung der lokalen Selbstverwaltung)

Außerdem teilten die Alliierten Deutschland in vier Besatzungszonen ein.

Deutschland in 4 Besatzungszonen

Der Kalte Krieg

Alle, die jetzt auf eine Zeit der Entspannung gehofft hatten, wurden schnell enttäuscht. Zu groß war der Gegensatz der beiden neuen Kontrahenten, die bereits begonnen hatten, ihre Netzwerke über die gesamte Welt zu spannen: der demokratisch kapitalistische „Westen“ und der sozialistisch bzw. kommunistische „Osten“. Die USA und seine westlichen Alliierten auf Seite des Westens, die Sowjetunion und ihre Satellitenstaaten auf Seite des Ostens. Dabei versuchten die beiden Supermächte ihre Interessensphären mit allen Mitteln zu verteidigen und zu erweitern, und dies überall auf der Welt. Der Kalte Krieg war geboren.

Der Stellvertreterkonflikt

Zum Glück schreckten beide Supermächte davor zurück, sich direkt zu konfrontieren. Bis heute ist das auch nicht geschehen. Diese Rolle übernahmen die Stellvertreterkonflikte. Damit sind geopolitische und ideologische Interessenkonflikte gemeint, die die beiden Supermächte in Drittstaaten (militärisch) austrugen. Dabei schreckten sie auch nicht davor zurück, verschiedene Gruppierungen und Parteien je nach Bedarf mit Waffen auszurüsten oder Drittstaaten durch verschiedene Methoden bewusst zu destabilisieren. Hier einige Beispiele:

  • Koreakrieg (1950–1953)
  • Vietnamkrieg (1964–1975)
  • Jom-Kippur-Krieg (1973)
  • Bürgerkrieg in Angola (1975–2002)
  • Ogadenkrieg in Äthiopien (1977–1978)
  • Afghanistankrieg (1979–1989)
  • syrischer Bürgerkrieg (seit 2011)

Die Kubakrise wird hier nicht angeführt, da es keine tatsächlichen militärischen Auseinandersetzungen gab. Dennoch stand die Welt hier kurz vor einer nuklearen Eskalation. Die Folgen des syrischen Bürgerkriegs, in dessen Verlauf der IS später schreckliche Gräueltaten verüben sollte, sind heute noch brandaktuell. Aber nicht nur militärisch wurden Konflikte ausgetragen. Die Großmächte lieferten sich auch globale Wirtschaftskriege, rivalisierten bei der Erschließung des Weltalls oder überboten sich beim militärischen Aufrüsten, vor allem was das Nuklearwaffenarsenal anging. Dieses Übermaß an Atombomben, was in dieser Zeit angehäuft wurde, ist bis heute eines der größten Probleme der Menschheit. Das Wettrüsten der beiden Supermächte wurde begleitet vom Aufbau militärischer Bündnisse: der NATO auf westlicher Seite und dem Warschauer Pakt auf östlicher Seite.

Der Ost-West-Konflikt und der Kalte Krieg

Deutschland als Front des Kalten Kriegs: DDR und BRD

Doch was geschah in Deutschland? Die unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Interessen der beiden Großmächte führten dazu, dass Deutschland in einen Westblock der Alliierten und einen Ostblock der Sowjetunion geteilt wurde. Mit der Währungsreform der Westalliierten und der Berlin-Blockade der Sowjetunion spitzte sich der Ost-West-Konflikt immer weiter zu. Schließlich wurde Deutschland 1949 in zwei separate Staaten geteilt: die Deutsche Demokratische Republik (DDR) und die Bundesrepublik Deutschland (BRD). Der sogenannte Eiserne Vorhang entstand, für den die innerdeutsche Grenze und die 1961 gebaute Berliner Mauer symbolisch wurde.

Berlin-Blockade - 1948

Deutsche Wiedervereinigung

Das Leben im geteilten Deutschland konnte unterschiedlicher kaum sein. Während der Westen prosperierte und Wirtschaftsprogramme wie der Marshallplan die Wirtschaft wieder in die Weltspitze führten, war der sozialistische Osten weitgehend vom Welthandel abgeschnitten und durch Plan- und Mangelwirtschaft bald am Boden. Am 9. November 1989 fiel dann die Berliner Mauer, das SED-Regime in der DDR war beendet und das sowjetische Imperium brach zusammen. Am 3. Oktober 1990 schließlich vollzog sich mit dem Beitritt der DDR zur BRD die deutsche Einheit.

Der Kalte Krieg wurde formell beigelegt. Dennoch schwelten die Konflikte im Stillen weiter. Die NATO beispielsweise hat sich im Gegensatz zum Warschauer Pakt nie aufgelöst und ist immer noch global im Einsatz. Und auch die Beziehungen zu Putins Russland haben sich in den letzten Jahren wieder deutlich abgekühlt.

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