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Passiv – Vergangenheitsformen

Hier erfährst du die Grundlagen des Passivs und der Zeitformen im Deutschen. Was sind Vorgangspassiv und Zustandspassiv? Entdecke die Anwendung im Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt mit Beispielen und häufig gestellten Fragen. Interessiert? Dies und vieles mehr findest du im folgenden Text!

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Julää
Passiv – Vergangenheitsformen
lernst du in der Unterstufe 3. Klasse - 4. Klasse

Passiv – Vergangenheitsformen Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Passiv – Vergangenheitsformen kannst du es wiederholen und üben.
  • Bestimme die Merkmale von Vorgangspassiv und Zustandspassiv.

    Tipps

    Ist eine Handlung im Verlauf oder ist sie abgeschlossen? Wenn sie abgeschlossen ist, betrachten wir das Ergebnis der Handlung.

    Lösung

    Um Vorgangspassiv und Zustandspassiv zu unterscheiden, überlegen wir uns, was beide betrachten. Denn das Vorgangspassiv beschreibt den Verlauf einer Handlung. Etwas ist in Bewegung, etwas wird getan. Daher betont es die Handlung. Wer diese Handlung ausführt, ist jedoch egal beim Passiv. Weiterhin benutzen wir das Verb werden, denn die Handlung ist ja noch nicht abgeschlossen. Das heißt, die fertige Sache wird erst noch, sie ist noch nicht.

    Das Zustandspassiv hingegen betrachtet - wie das Wort schon sagt - den Zustand einer Sache. Ein Zustand ist ein Attribut, also ein besonderes Merkmal einer Sache. Sage ich z.B. Die Tür ist angemalt., dann ist die Tür in einem angemalten Zustand. Da ein Zustand immer auf Gegenwärtiges anspielt, auf eine momentan existierende Situation, benutzen wir das Verb ist, denn der Zustand hat Existenz.

  • Bestimme, welche Zeitformen bei den einzelnen Passivformen benötigt werden.

    Tipps

    Vorgänge sind unfertige Prozesse im Verlauf. Benötigen wir dafür werden oder sein?

    Lösung

    Wir haben vier Möglichkeiten: Plusquamperfekt, Präteritum, Vorgangspassiv und Zustandspassiv. Die Unterscheidung zwischen Plusquamperfekt und Präteritum fällt dir sicher leicht, oder? Denn das Plusquamperfekt ist die Vorvergangenheit, das Präteritum hingegen ist die erste Vergangenheit.

    Fehlt also noch die Unterscheidung zwischen Vorgangs- und Zustandspassiv. Ein Vorgang beschreibt einen Verlauf, einen Prozess, der also noch entsteht. Wir benötigen dafür also eine Form von werden. Das Zustandspassiv beschreibt hingegen eine momentane Verfasstheit einer Sache. Wir benutzen daher das Wort sein.

    Nun müssen wir nur noch die vier verschiedenen Formen kombinieren. Das ist natürlich höhere Mathematik.

  • Ordne den Passivformen die richtigen Beispiele zu.

    Tipps

    Achte auf die Unterscheidung zwischen ist und sein. Das eine verwenden wir für das Zustandspassiv, das andere für das Vorgangspassiv.

    Zur Unterscheidung von Präteritum und Perfekt/Plusquamperfekt schaust du dir am besten das letzte Wort an.

    Lösung

    Schwierige Fälle? Es gibt gute Regeln, um sich die Unterscheidungen zu merken:

    • Vorgangspassiv und Zustandspassiv unterscheiden wir durch die Verben werden und sein. Ein Vorgang beschreibt eine Handlung (die beim Passiv durch jemand Unbekannten/Zweitrangigen durchgeführt wurde), ein Zustand eine momentane Verfasstheit. Ich kann also angemalt werden, aber ich kann auch angemalt sein.
    • Die Unterscheidungen der Zeitformen sind in der Verbindung mit dem Passiv etwas komplizierter. Das Präteritum, die einfachste Form, hat entweder nur eine Form von wurde() oder nur war(). Perfekt und Plusquamperfekt haben dagegen beide ganz am Schluss ein gewesen oder geworden. Der Unterschied zwischen beiden ist jedoch, dass das erste Hilfsverb sein beim Perfekt in der Gegenwart steht (also: Ich bin angemalt worden oder Ich bin angemalt gewesen), beim Plusquamperfekt aber in der Vergangenheit (also: Ich war angemalt worden oder Ich war angemalt gewesen).
    Jetzt musst du nur noch kombinieren: Welche Zeiten brauchst du für welches Passiv? Wann eine Form von sein, wann eine von haben?

  • Bestimme das Partizip II in den einzelnen Passivsätzen.

    Tipps

    Das Partizip II ist die Form eines Verbs, die man auch zur Bildung des Perfekts benötigt.

    Das Partizip II wird im Deutschen meist mit ge- oder be- als Vorsilbe gebildet.

    Das Vorgangspassiv wird mit werden, das Zustandspassiv mit sein gebildet.

    Lösung
    1. Hier ist die Hauptfrage: Was ist nochmal ein Partizip II? Es ist die Form, die wir z.B. zur Bildung des Perfekts benötigen. Das Perfekt wird gebildet aus dem Hilfsverb sein oder haben in der Gegenwart (z.B. ich habe) und dem Partizip des Vollverbs (z.B. gegessen). Andere Beispiele für Partizipien in Perfektsätzen sind: ich bin *erkrankt., *du hast *geschlafen oder *wir haben nichts *gemacht*.
    2. Eine andere Verwendung des Partizips ist aber eben das Passiv. Das Verwirrende ist, dass wir in einem Passivsatz zwei Partizipien haben können: Im Satz Ich bin bunt angemalt gewesen ist das gewesen ein Perfektpartizip, wohingegen das angemalt ein Passivpartizip ist.
    3. Damit haben wir die Partizipien erklärt. Nun müssen wir nur noch den Unterschied zwischen Vorgangspassiv und Zustandspassiv klären. Wie du inzwischen weißt, beschreibt das Vorgangspassiv eine Handlung und trägt damit als Vollverb das Wort werden. Das Vollverb im Präteritum ist somit wurde, im Perfekt und Plusquamperfekt worden ganz am Schluss des Satzes. Das Zustandspassiv hingegen beschreibt eine Momentaufnahme und benutzt deshalb das Vollverb sein. Im Präteritum heißt es damit war, im Perfekt und Plusquamperfekt gewesen.
    4. Nun nur noch zur Unterscheidung von Perfekt und Plusquamperfekt. Hier wird jeweils das Hilfsverb* sein benötigt, welches zumeist an zweiter Stelle hinter dem Subjekt kommt. Beim Perfekt steht dieses sein in der Präsensform ist. Beim Plusquamperfekt muss es in der Vergangenheit stehen, also war heißen. Logisch, oder?
  • Benenne, welche grammatikalischen Zeitformen es gibt.

    Tipps

    Die meisten Zeitformen fangen mit dem Buchstaben P an.

    Eine Zeitform der Vergangenheit enthält in seinem Wort eine andere Vergangenheitsform.

    Alle Formen leiten sich vom Lateinischen ab.

    Lösung

    Wir unterteilen unsere Grammatik in die drei Zeitformen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Diese wiederum unterteilen wir in die verschiedenen Stufen. Wir kennen im Deutschen z.B. eine erste und zweite Vergangenheit. Mit lateinischem Namen nennen wir diese Präteritum und Perfekt. Sie unterscheidet eine andere grammatikalische Bildungsform.

    1. Das Perfekt besteht aus dem Hilfsverb sein oder haben und einem Partizip. Das Präteritum besteht hingegen nur aus der Vergangenheitsform des Verbs wie z.B. wir gingen, wobei es hier sehr viele Unregelmäßigkeiten gibt. Die letzte Vergangenheit ist die Vorvergangenheit, im Lateinischen Plusquamperfekt, die etwas beschreibt, was vor einem Ereignis in der Vergangenheit passiert war. Diese Form wird mit der Vergangenheitsform des Hilfsverbs und dem Partizip gebildet.
    2. Die Gegenwartsform ist die einfachste Form. Wir nennen sie Präsens.
    3. Die Zukunft unterteilen wir in Futur 1 und Futur 2 - je nachdem, ob wir über etwas reden, das passieren wird, oder ob wir über etwas reden, was in der Zukunft schon vorbei oder passiert sein wird. Ich werde gehen ist ein Ausdruck eines Plans oder eines Willens. Ich werde gegangen sein sagt, dass ich den Plan schon umgesetzt haben werde, wenn etwas anderes kommt. Das Futur 2 wird dabei mit dem Verb werden und einem Partizip gebildet.
  • Bilde Sätze aus den einzelnen Elementen und der Passiv-Zeitform.

    Tipps

    Was haben wir gelernt? Unterscheide das Verb, das wir für einen Zustand brauchen, vom Verb für einen Vorgang.

    Wie bilden wir das Perfekt, wie das Plusquamperfekt?

    Achte auf die richtige Reihenfolge der einzelnen Satzglieder. Bei Perfekt und Plusquamperfekt stehen die Vollverben in Partizipform immer ganz am Schluss.

    Lösung

    1. Satz: Wir wissen, dass der Satz im Passiv sein soll, genauer im Vorgangspassiv. Das heißt, dass nicht ich erwische, sondern dass ich erwischt werde die richtige Form ist. Achte dabei auf das für das Vorgangspassiv unerlässliche Verb werden. Zudem ist der Satz im Präteritum. Deshalb wird aus dem Satz Ich wurde erwischt. Mit allen Satzgliedern und richtig geordnet, ergibt das: Ich wurde beim Klauen erwischt.

    2. Satz: Wir beschreiben ein Zustandspassiv. Dafür brauchen wir das Verb sein. Aus dem Wort verletzen bilden wir das Partizip verletzt. Im Präsens hieße der Satz also: Ihr seid verletzt. Im Plusquamperfekt müssen wir das ihr seid in die Vorvergangenheit bringen. Das wäre also ihr wart gewesen. Und schließlich bringen wir alles in einen Satz und in die richtige Ordnung: Ihr wart lange Zeit verletzt gewesen.

    3. Satz: Wir vertreiben nicht selbst, sondern wir werden vertrieben, natürlich von anderen. Passiv eben. Allerdings ist es schon geschehen, deshalb Perfekt: Wir sind vertrieben worden. Komplett und mit Ordnung heißt das also: Wir sind aus unserer Heimat vertrieben worden.