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Parallelismus

Definition und Beispiele von Parallelismus: Dieses sprachliche Stilmittel wiederholt eine bestimmte Satzkonstruktion, um sie einprägsamer zu gestalten. Erfahre, wie der Parallelismus in der Literatur, in Sprichwörtern und in der Werbung eingesetzt wird und welche Funktionen er dabei erfüllt. Du bist fasziniert von den feinen Mechanismen der Sprache? Dann lies weiter!

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Annas Sofatutor
Parallelismus
lernst du in der Oberstufe 5. Klasse - 6. Klasse - 7. Klasse - 8. Klasse - 9. Klasse

Parallelismus Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Parallelismus kannst du es wiederholen und üben.
  • Definiere das Stilmittel Parallelismus.

    Tipps

    Unter der Syntax versteht man den Satzbau. Unter Semantik versteht man die Bedeutungen der verwendeten Begriffe in einem Satz.

    Ein Stilmittel, das der Kategorie der Satzfiguren angehört, bezieht sich immer auf einen Satz bzw. den Satzbau. Die Wortfiguren beziehen sich auf die Umstellung, das Hinzufügen oder Entfernen von Wörtern.

    Lösung

    Der Parallelismus ist ein sprachliches Stilmittel, welches man der Kategorie der Satzfiguren zuordnet und das durch eine parallele Syntax zustande kommt. Hier haben ein oder mehrere aufeinanderfolgende Sätze oder Teilsätze die gleiche Abfolge. Beispielsweise bestehen in dem Satz Ich schlafe am Tag, ich wache in der Nacht beide Teilsätze aus Subjekt, Prädikat und adverbialer Bestimmung in der gleichen Reihenfolge. Der Parallelismus stellt damit den Gegensatz zum Stilmittel Chiasmus dar. Hier werden die Elemente zweier Sätze oder Teilsätze über Kreuz angeordnet, sodass das Beispiel folgendermaßen aussehen würde: Ich schlafe am Tag, in der Nacht wache ich.

    Verwendung findet der Parallelismus in der Literatur, in der Bibel oder im Alltag, zum Beispiel in der Werbung. Die Wirkung des Parallelismus besteht oft darin, Gegensätze verstärkt darzustellen und zu betonen. Außerdem sorgt der Parallelismus für eine bessere Einprägsamkeit. Damit ist der Parallelismus verwandt mit dem Stilmittel der Antithese. Mit dieser werden Gegensätze gegenüber gestellt und besonders stark ausgedrückt, wie zum Beispiel in Freund und Feind. Die antithetische Funktion des Parallelismus stellt eine Verknüpfung dieser beiden Stilmittel dar. Hier wird eine Antithese mit einem Parallelismus, also dem gleichen Satzbau, ausgedrückt.

  • Entscheide, welche Aussagen auf die Verwendung und Funktion von Parallelismen zutreffen.

    Tipps

    Überlege, ob Parallelismen tatsächlich nur in der Alltagssprache vorkommen. Denke dabei an Beispiele wie Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!.

    Lösung

    • Im Parallelismus Friede den Hütten! Krieg den Palästen! wird ein Gegensatz verstärkt dargestellt.
    Diese Antwort ist korrekt. Durch die gleiche Abfolge der Satzglieder wird der Gegensatz zwischen Friede und Krieg sowie Hütten und Paläste verstärkt.

    • Parallelismen kommen nur in literarischen Werken vor.
    Diese Antwort ist nicht korrekt. Wir finden Parallelismen sowohl im literarischen Kontext, beispielsweise in Gedichten, als auch in der Bibel und im Alltag, zum Beispiel in der Werbung.

    • In der Literatur unterscheidet man zwischen tautologischer und antithetischer Funktion eines Parallelismus.
    Diese Antwort ist korrekt. In der tautologischen Funktion wird mit dem Parallelismus das Gesagte wiederholt und damit verstärkt ausgedrückt. In einer antithetischen Funktion wird mit dem Parallelismus ein Gegensatz dargestellt und damit betont.

    • Redewendungen wie Wie du mir, so ich dir! zählen nicht zu Parallelismen.
    Diese Antwort ist nicht korrekt. Besonders in Redewendungen wird der Parallelismus verwendet, um mit einer gleichen Abfolge von Satzgliedern die Einprägsamkeit zu verstärken.

    • Wenn Parallelismen in der Werbung verwendet werden, sorgen sie für eine bessere Einprägsamkeit.
    Diese Antwort ist korrekt. Die Werbung benutzt häufig Parallelismen, damit sich die Adressat/-innen durch die gleiche Abfolge der Satzglieder die Slogans besser einprägen können. Ein Beispiel für einen Parallelismen in der Werbung wäre Schmutz geht, Glanz entsteht..

    Quelle: Büchner, Georg (1834): Der Hessische Landbote. URL: http://gutenberg.spiegel.de/buch/der-hessische-landbote-416/1. [Abgerufen am 24.08.2015].

  • Bestimme den Anwendungsbereich der Parallelismen.

    Tipps

    Lies dir alle Beispiele genau durch. Meist geben dir bestimmte Wörter in den Beispielen Hinweise darauf, in welchem Kontext sie Verwendung finden.

    Lösung

    • Bei dem Parallelismus in den Versen In deinen Küssen welche Wonne! In deinem Auge welcher Schmerz! handelt es sich um ein Beispiel aus dem literarischen Kontext. Sie stammen aus dem Gedicht Willkommen und Abschied von Johann Wolfgang von Goethe.
    • Der Parallelismus Hilfst du mir, helf ich dir! stellt eine Redewendung dar. In Redewendungen wird der Parallelismus verwendet, um das Gesagte verstärkt auszudrücken.
    • Der Parallelismus Schützt unter Wasser. Schützt auf der Erde. Schützt im All. ist ein Werbeslogan für eine bestimmte Automarke. In der Werbung wird der Parallelismus verwendet, um für eine bessere Einprägsamkeit zu sorgen.
    • Der Parallelismus Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? stammt aus dem 1. Korintherbrief in der Bibel. Wie in anderen literarischen Werken werden auch hier Parallelismen benutzt, um das Gesagte einprägsamer zu formulieren.
    Quellen:
    Goethe, Johann Wolfgang (1827): Willkommen und Abschied.
    Janich, Nina (1999): Werbesprache: Ein Arbeitsbuch. S. 169.
    1.Kor. 15,55. Bund der Evangelischen Kirche Deutschland (Hrsg.) (1985): Die Bibel. Nach der Übersetzung Martin Luthers. Evangelische Haupt-Bibelgesellschaft, Berlin/Altenburg.

  • Entdecke die Stilmittel im nachfolgenden Gedicht.

    Tipps

    Das Stilmittel Anapher kommt durch die Wiederholung eines Wortes oder einer Wortgruppe am Anfang von aufeinander folgenden Sätzen, Teilsätzen oder Versen zustande. Ein Beispiel dafür stellt der Satz Der Mann hat seine Schuldigkeit getan, der Mann kann gehen. dar. Hier besteht die Anapher aus der Wiederholung von der Mann am Anfang der Teilsätze.
    In einem Gedicht kann auch ein Vers zwischen zwei Anaphern stehen.

    Ein Parallelismus kommt durch die gleiche Abfolge der Satzglieder zustande, zum Beispiel: Artikel, Subjekt, Prädikat.

    Lösung

    Ein Parallelismus findet sich in der ersten Zeile der letzten Strophe: Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht. Wenn du dir den Satzbau anschaust, bemerkst du, dass in den beiden Teilsätzen die gleiche Abfolge der Satzglieder Artikel, Subjekt, Prädikat vorliegt.

    Anaphern finden sich in folgenden Versen:

    • Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
    • Wo jede Blume früh geknickt,
    • Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt
    Hier besteht die Anapher aus dem Wort Wo, das an den Versanfängen wiederholt wird. Außerdem weisen die Verse
    • Wir weben emsig Tag und Nacht
    • Wir weben hinein den dreifachen Fluch
    durch die wiederholten Wörter Wir weben eine Anapher auf, auch wenn zwischen ihnen ein weiterer Vers steht.

    In der letzten Zeile der beiden Strophen Wir weben, wir weben befindet sich sowohl eine Anapher als auch ein Parallelismus. Die Anfänge der Teilsätze werden wiederholt, sind sogar identisch und es besteht gleichzeitig die gleiche Abfolge der Satzglieder Subjekt und Prädikat.

  • Erstelle einen Merksatz zum Stilmittel Parallelismus.

    Tipps

    Beachte die Groß- und Kleinschreibung und die Satzzeichen sowie bestimmte Signalwörter, zum Beispiel und. Das gibt dir bereits Hinweise auf die richtige Reihenfolge.

    Lösung

    Folgende Punkte solltest du dir zum Parallelismus merken:

    • Der Parallelismus ist ein sprachliches Stilmittel und gehört zu der Kategorie der Satzfiguren. Satzfiguren beziehen sich immer auf den kompletten Satz, im Gegensatz zu Wortfiguren, die lediglich einzelne Wörter in einem Satz einbeziehen (z. B. die Klimax) oder Klangfiguren, die sich aus dem Klang des Gelesenen ergeben (z. B. die Alliteration).
    • Er ist daran erkennbar, dass zwei oder mehrere aufeinander folgende Sätze oder Teilsätze die gleiche Abfolge der Satzglieder, wie zum Beispiel Subjekt, Prädikat, Objekt, besitzen. Das wäre in einem Beispiel wie Sie isst das Brot, er isst den Apfel der Fall.
    • Verwendung finden Parallelismen in der Literatur, in der Bibel, aber auch in unserer Alltagssprache, beispielsweise in Redewendungen und Werbeslogans.
    • Insgesamt sorgt der Parallelismus für eine Verstärkung der Aussage und eine bessere Einprägsamkeit.
  • Entscheide, welche Funktion und Merkmale die Parallelismen haben.

    Tipps

    Eine antithetische Funktion besitzt ein Parallelismus dann, wenn durch ihn ein Gegensatz verstärkt ausgedrückt wird.

    Die Merkmale könnten manchmal auch zu mehreren Parallelismen passen. Am Ende sollte aber jedem Parallelismus nur ein Merkmal zugeordnet werden.

    Lösung

    • Mein Gott, hilf mir aus der Hand der Gottlosen, aus der Hand des Ungerechten [...].
    Der Parallelismus besteht in diesem Beispiel in den Teilsätzen aus der Hand der Gottlosen, aus der Hand des Ungerechten und besitzt eine tautologische Funktion, da zweimal das Gleiche ausgedrückt und dadurch verstärkt wird. Außerdem ist es ein Beispiel aus der Bibel.

    • Da ich ein Kind war, sprach ich wie ein Kind, ich fühlte wie ein Kind, ich dachte wie ein Kind.
    Der Parallelismus besteht in den Teilsätzen ich fühlte wie ein Kind, ich dachte wie ein Kind mit einer tautologischen Funktion, da fühlen und denken ähnliche Verben der Wahrnehmung darstellen. Außerdem finden wir in diesem Beispiel das Merkmal der gleichen Abfolge der Satzglieder Subjekt, Prädikat, Adverbial.

    • Heiß ist die Liebe, kalt ist der Schnee.
    Der Parallelismus besitzt in diesem Beispiel eine antithetische Funktion, weil die Wörter heiß und kalt Gegensätze darstellen.

    • Kleine Kinder, kleine Sorgen – große Kinder, große Sorgen.
    In diesem Sprichwort besitzt der Parallelismus eine antithetische Funktion, weil die Wörter klein und groß Gegensätze darstellen.

    Quellen:

    Psalm 71,4. Bund der Evangelischen Kirche Deutschland (Hrsg.) (1985): Die Bibel. Nach der Übersetzung Martin Luthers. Evangelische Haupt-Bibelgesellschaft, Berlin/Altenburg.
    1.Kor. 13,11. Bund der Evangelischen Kirche Deutschland (Hrsg.) (1985): Die Bibel. Nach der Übersetzung Martin Luthers. Evangelische Haupt-Bibelgesellschaft, Berlin/Altenburg.
    Löns, Hermann (1923): Husarenlied.