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Die Politik vor und nach dem Bau der Berliner Mauer

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Team History
Die Politik vor und nach dem Bau der Berliner Mauer
lernst du in der Oberstufe 7. Klasse - 8. Klasse

Grundlagen zum Thema Die Politik vor und nach dem Bau der Berliner Mauer

Welche deutschen Politiker kämpften schon von Beginn an für die Wiedervereinigung Deutschlands? Und warum wurde letztendlich doch eine Mauer zwischen dem Ost- und Westteil Berlins gebaut? Das und vieles mehr erfährst du in diesem Video über die deutsche Politik vor und nach dem Mauerbau. Historisches Filmmaterial zeigt dabei die Rosinenbomber während der Berlin Blockade, die Militärparade der USA nach dem Mauerbau sowie die Bürgerproteste in der DDR.

Transkript Die Politik vor und nach dem Bau der Berliner Mauer

Die politische Geschichte der Berliner Mauer beginnt bereits mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Aus den einst verbündeten Siegermächten werden im beginnenden Kalten Krieg schnell Feinde. Das von den Siegern in Zonen aufgeteilte Deutschland wird in Ost und West gespalten. Besonderer Zankapfel ist Berlin. Der Osten der Stadt ist Bestandteil der sowjetischen Besatzungszone. Die amerikanischen, britischen und französischen Sektoren im Westteil bilden eine Enklave in der sowjetischen Zone. Schon 1948 versucht die Sowjetunion durch eine Blockade der Zufahrtswege, Westberlin von Westdeutschland abzuschneiden. Auf dem Höhepunkt der ersten Berlin-Krise hält der damalige Oberbürgermeister Ernst Reuter vor mehr als 300.000 Berlinern vor der Ruine des Reichstagsgebäudes eine bewegende Rede. Sie wird weltberühmt: „Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in Frankreich, Italien, schaut auf diese Stadt und erkennt, dass ihr diese Stadt und dieses Volk nicht preisgeben dürft, nicht preisgeben könnt.“ Die USA vereiteln dann auch Stalins Plan, West-Berlin auszuhungern, durch eine Luftbrücke. Die sogenannten Rosinenbomber fliegen fast ein Jahr lang pausenlos Lebensmittellieferungen in die abgeriegelte Stadt. In den 50er Jahren bleibt die Wiedervereinigung Deutschlands ein zentrales Thema der deutschen Politik: „Die deutsche Wiedervereinigung ist eine prinzipielle Angelegenheit, dass wir die vier Siegermächte immer wieder festnageln müssen. Ihr seid verpflichtet, die Wiedervereinigung Deutschlands herbeizuführen.“ Neben Bundeskanzler Adenauer ist es besonders Willy Brandt, seit 1957 regierender Bürgermeister von Berlin, der immer wieder auf die widernatürliche Teilung der Stadt hinweist und eine Wiedervereinigung in Freiheit anmahnt, wie hier auf der Mai-Kundgebung 1958 vor dem Schöneberger Rathaus: „Dann wird es wieder ein einheitliches Berlin sein, als Hauptstadt eines aus widernatürlicher Zerklüftung befreiten Deutschlands.“ Auch anlässlich der Angriffe des sowjetischen Staatschefs Chruschtschow auf den Vier-Mächte-Status von Berlin im November 1958 appelliert Brandt an den Beistand der verbündeten Westmächte, besonders der USA für die Stadt: „Worauf es in dieser Situation entscheidend ankommt, ist die Freundschaft zu jenen Kräften im Ausland, die uns seinerzeit vor den beabsichtigten Folgen der Blockade bewahrten, die ein Schutzbach über dem freien Berlin errichtet und sich entschlossen haben, allen Anfeindungen und Widerwärtigkeiten zum Trotz treu an unserer Seite zu stehen.“ Als sich die Lage in Berlin durch die Massenflucht von DDR-Bürgern am Beginn der 60er Jahre immer weiter zuspitzt, werden Willy Brandts Töne an die DDR-Regierung in Ostberlin schärfer: „Wir warnen die Gauleiter da drüben, überspannt den Bogen nicht. Recht und Gerechtigkeit haben sich noch niemals auf die Dauer unterdrücken lassen. Es gibt auch für uns eine Grenze des Zumutbaren. Wir wollen keine Ein-Stadt-Lösung, die uns frei von der Freiheit macht.“ Trotz markiger Worte muss auch der regierende Bürgermeister von Berlin hilflos mitansehen, wie die DDR-Regierung am 13. August 1961 mit dem Bau der Berliner Mauer dem Flüchtlingsstrom ein Ende setzt. Die Schutzmacht USA hält zwar demonstrativ eine Militärparade in Westberlin ab, will aber wegen Berlin einen dritten Weltkrieg mit der Sowjetunion nicht riskieren. Auch das Verhalten der Bundesregierung nach dem Mauerbau irritiert die West-Berliner Bevölkerung. Erst am 22. August 1961 besucht Bundeskanzler Konrad Adenauer die nun gänzlich geteilte Stadt. Sein später Auftritt an der Berliner Mauer bringt Adenauer viel Kritik in den Medien ein und trägt wesentlich zum Ende seiner Ära bei. Am 19. August 1961 bekräftigt US-Vizepräsident Lyndon B. Johnson die Schutzgarantie der USA für West-Berlin. „We want you to know, that the pledge he has given to the freedom of West-Berlin and to the rights of western access to Berlin is firm.“ Am 26. Juni 1963 nimmt US-Präsident John F. Kennedy die Westberliner für sich ein: „And therefore, as a free man, I take pride in the words: Ich bin ein Berliner.“ West-Berlins Bürgermeister Willy Brandt sucht mit seiner Politik eines Wandels durch Annäherung den Kontakt zu den DDR-Behörden und erreicht 1963 ein Passierschein-Abkommen. Es ermöglicht hunderttausenden Westberlinern, über die Weihnachtsfeiertage Verwandte und Freunde im Ostteil wiederzusehen. Für kurze Zeit wird die Mauer durchlässiger. Doch mehr als 20 Jahre scheint die Berliner Mauer unumstößlich zu sein, da deutet US-Präsident Ronald Reagan bei seinem Besuch am 12. Juni 1987 in Berlin große Veränderungen an: „Mister Gorbatschow, tear down this wall.“ Animiert durch Gorbatschows Reformbestrebungen in der Sowjetunion wird zwei Jahre später die DDR von massiven Bürgerprotesten erschüttert. Über die westdeutschen Botschaften in Prag und Budapest setzt eine neue Fluchtbewegung nach Westen ein. Am 9. November 1989 reagiert die DDR-Regierung auf die Unruhen mit einer Überraschung. Der hohe SED-Funktionär Günter Schabowski erklärt während einer Live-Pressekonferenz des DDR-Fernsehens: „Also Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen, Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse beantragt werden. Zuständige Abteilung Pass- und Meldewesen der VP, der Volkspolizei, Kreisämter in der DDR sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen.“ Noch in der Nacht nutzen tausende DDR-Bürger die ihnen neu verkündete Reisefreiheit. Die Berliner Mauer ist Geschichte.

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