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Der Berliner Sportpalast - 6-Tage-Rennen, Boxkämpfe und "Totaler Krieg"

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Team History
Der Berliner Sportpalast - 6-Tage-Rennen, Boxkämpfe und "Totaler Krieg"
lernst du in der Oberstufe 7. Klasse - 8. Klasse

Grundlagen zum Thema Der Berliner Sportpalast - 6-Tage-Rennen, Boxkämpfe und "Totaler Krieg"

Welche legendären Sportveranstaltungen und Konzerte fanden im Berliner Sportpalast statt? Wofür nutzten Hitler und die Nationalsozialisten die Mehrzweckhalle hauptsächlich? Wann rief Joseph Goebbels hier in seiner bekannten Sportpalastrede zum „Totalen Krieg“ auf? Und warum wurde die Veranstaltungshalle später abgerissen? Dies und vieles mehr erfährst du in diesem Video, in dem dir viele historische Filmaufnahmen aus dem vor über hundert Jahren gebauten Berliner Sportpalast gezeigt werden.

Transkript Der Berliner Sportpalast - 6-Tage-Rennen, Boxkämpfe und "Totaler Krieg"

Bei seiner Gründung 1910 galt er als größter Eispalast der Welt. Doch legendär wurde der Hohenzollern Sportpalast oder später schlicht Sportpalast nicht durch seine Eisbahn, sondern durch das Berliner Sechstagerennen. Hier Bilder der berühmten Sportveranstaltung aus den zwanziger Jahren. Locker füllte auch Max Schmeling mit seinen Boxkämpfen die 10.000 Plätze der Mehrzweckhalle. Dieser Mehrzweck wurde ab Ende der zwanziger Jahre zunehmend politisch genutzt. Besonders von den Deutschnationalen und den Nationalsozialisten. Sie hielten im Berliner Sportpalast zahlreiche Massenveranstaltungen ab. Dadurch sollte die Veranstaltungshalle berühmt berüchtigt werden. Am 16. November 1928 trat Adolf Hitler nach Aufhebung seines Redeverbots in Preußen erstmals wieder öffentlich auf, im Berliner Sportpalast. Im Wahlkampf 1932 schwor gleichfalls im Sportpalast der rechtskonservative Medienzar Alfred Hugenberg seine Anhänger auf eine Machtübernahme in Deutschland ein. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 führte Hitlers Weg wieder direkt in den Sportpalast. Dort hielt er seine erste Rede als Reichskanzler. Seinen Männern von SA und SS dankte Hitler wenig später auf einer neuerlichen Kundgebung im Sportpalast. Doch ein Jahr danach ließ Hitler nach dem so genannten Röhm Putsch selbst alle Andersdenkenden in den eigenen Reihen liquidieren. In den dreißiger Jahren wurde der Berliner Sportpalast immer wieder zum Austragungsort nationalsozialistischer Massenveranstaltungen. Stets war Adolf Hitler der Hauptredner. Stets ging es um Propaganda, darum, die Einheit zwischen Führer und Volk eindrucksvoll zu demonstrieren, und dies filmisch geschickt festzuhalten. Bald war auch das Echo des Deutschen Angriffskrieges im Sportpalast zu hören. Nach Kriegsbeginn wurden selbst Krankenschwestern auf den Führer Adolf Hitler vereidigt, wie in dieser Veranstaltung im September 1939. Auch kurz nach der deutschen Kriegserklärung an die Sowjetunion schwor Hitler wiederum im Sportpalast ausgewählte Soldaten und Offiziere der Wehrmacht auf den Kampf an der Ostfront ein. Am 18. Februar 1943 wurde der Berliner Sportpalast schließlich zum Schauplatz einer besonders perfiden Propaganda Show. Nach der verlorenen Schlacht um Stalingrad wollte Propagandaminister Joseph Goebbels der eigenen Bevölkerung, besonders aber auch den Gegnern im Ausland den Durchhaltewillen des Volkes vorführen. In seiner berüchtigten Sportpalastrede stellte der Demagoge zehn rhetorische Fragen an das Publikum. “Gegner behaupten, das deutsche Volk wehrt sich gegen die totale Krieg Maßnahme der Regierung. Es will nicht den totalen Krieg wahrnehmen, sondern die Kapitulation.” Das Publikum antwortete mit frenetischer Zustimmung für den totalen Krieg gegen die Alliierten in Ost und West. Der von Goebbels im Sportpalast geschickt inszenierte Volkswille für gesteigerten Massenmord forderte in den letzten beiden Kriegsjahren noch Millionen Opfer auf allen Seiten. Auch der Berliner Sportpalast fiel alliierten Bomben zum Opfer. Doch in seinen Trümmern konnte sich der Sportpalast seine ureigenste Sphäre zurück erkämpfen. Schon in den letzten Kriegstagen zog der Leichtsinn des Sports wieder in die zugige Eisbahn ein, beherrschte der Geist des Schaulustigen erneut den Berliner Sportpalast. Nach 1945 wurde die Veranstaltungshalle wieder aufgebaut. Das Sechstagerennen kehrte zurück, ebenso wie manch legendärer Boxkampf. Am 30. Juni 1957 wurde Gustav Bubi Scholz im Berliner Sportpalast neuer deutscher Mittelgewichts-Meister. In den sechziger Jahren kamen Konzerte internationaler Pop Ikonen hinzu: Ray Charles, Jimi Hendrix oder Frank Zappa spielten im Berliner Sportpalast. Doch die riesige Halle blieb zeitlebens wirtschaftlich unrentabel. Am 31. März 1973 wurde der Sportpalast geschlossen, wenig später abgerissen. Auf dem Gelände an der Potsdamer Straße entstanden Hochhäuser des sozialen Wohnungsbaus, im Berliner Volksmund bis heute Sozialpalast genannt.

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