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Alltag in der Kaiserzeit

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Die Autor*innen
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Team Zeitreise
Alltag in der Kaiserzeit
lernst du in der Unterstufe 3. Klasse - 4. Klasse

Grundlagen zum Thema Alltag in der Kaiserzeit

Inhalt

Wie war der Alltag im deutschen Kaiserreich?

Schicke Matrosenanzüge für die Kleinen, Bildungs- und Vergnügungsreisen nach Venedig und lebensverlängernde Fortschritte in der Medizin. Das alles sind großartige und angenehme Eindrücke der Kaiserzeit.
Doch war das Kaiserreich eine gute alte Zeit? Wie war das Leben der einfachen Arbeiterinnen und Arbeiter und deren Familien im Kaiserreich? Die Antworten dazu und weitere Informationen zum Alltag im Kaiserreich werden dir in diesem Lerntext einfach erklärt.

Was war modern im Kaiserreich?

Kaiser Wilhelm II. lebt es vor – das schöne Leben der oberen Schicht während der Kaiserzeit. Der wirtschaftliche Aufschwung ließ Deutschland in die ersten Reihen der Industrienationen aufrücken und neue, ungeahnte Möglichkeiten warteten darauf, umgesetzt zu werden.

Moderne Verkehrsmittel machten es möglich, weite Vergnügungs- und Bildungsreisen zu unternehmen. Der Kaiser liebte es zu reisen und die obere Gesellschaft im Kaiserreich tat es ihm gleich. Wilhelm II. sah die motorisierten Automobile jedoch als eine Modeerscheinung, von der nach wenigen Jahren keiner mehr reden würde. Er setzte auf das Pferd und nutzte, vor allem für offizielle Anlässe, weiterhin standesgemäß die Kutsche, wie hier bei einem Empfang des russischen Zaren Nikolaus II.

Wilhelm II mit Zar Nikolaus II).svg

Auch teilten viele der deutschen Bevölkerung die Begeisterung für Schiffe und die Marine mit ihrem Kaiser und unterstützten seine Flottenpolitik. Aus dieser Zeit stammt auch der beliebte Matrosenanzug für Kinder als Ausdruck für diese Marinebegeisterung. Neben dem Matrosenanzug kam auch der Hosenrock in Mode. Mehr dazu erfährst du im Video Mode im Kaiserreich.

Die Rolle der Frauen im Kaiserreich war umstritten. So begannen Frauen damit, sich den Männern gegenüber zu emanzipieren und sich eine neue Stellung zu sichern. Der Kaiser sah die Rolle der Frauen allerdings weiterhin bei den drei K: Kinder, Küche, Kirche, was die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ebenso sah.

Zur Kultur im Kaiserreich gehörten auch die beliebten Volksfeste, die gerne und ausdauernd gefeiert wurden. Hier schienen die starren Regeln der wilhelminischen Gesellschaft (benannt nach Kaiser Wilhelm II.) außer Kraft zu treten und man genoss die Feste in vollen Zügen. Dabei bestand die Regel, dass sie nur auf neutralem Boden stattfinden durften und stets unpolitisch bleiben mussten.

Wie lebten Arbeiterinnen und Arbeiter im Kaiserreich?

Im Vergleich zur Mittel- und Oberschicht unterschied sich der Alltag der Unterschicht enorm. Auf der Abbildung kannst du die bestehenden Gesellschaftsschichten der Kaiserzeit sehen und erfährst, wer zur jeweiligen Schicht gehörte.

Gesellschaftsschichten im Kaiserreich.svg

Wie war das Leben der Arbeiterinnen und Arbeiter im deutschen Kaiserreich? Das rasante Wirtschaftswachstum ließ viele Menschen vom Land in die Stadt ziehen (Urbanisierung), denn hier gab es ausreichend Arbeit. Doch das Leben einer einfachen Arbeiterfamilie war hart. Arbeit gab es viel, der Wohnraum in der Stadt war jedoch nicht nur schlecht, sondern auch sehr begrenzt. Die sozialen Spannungen verschärften sich und Streiks und Demonstrationen nahmen zu. Die Zeit der Sozialistinnen und Sozialisten begann. Diese forderten bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen und begannen, das staatliche System sowie die Gesellschaftsordnung in Frage zu stellen.
Das Sozialistengesetz, das diese Bewegung als gemeingefährlich einstufte und Handlungen in diese Richtung verbot, verhinderte zunächst jegliche Besserungen für die Arbeiterschicht.

Am Beispiel einer Fabrikarbeiterin bzw. eines Fabrikarbeiters schauen wir uns den Zustand einmal genauer an.

Arbeitszeiten Ein Arbeitstag in einer Fabrik begann meist um 7 Uhr und dauerte 12 bis 14 Stunden.
Rechte Arbeiterinnen und Arbeiter hatten als Zugehörige der Unterschicht wenige Rechte.
Arbeitsschutz Weder gab es besondere Schutzkleidung oder Schutzvorrichtungen an gefährlichen Maschinen noch eine soziale Absicherung in Form von Kranken- oder Arbeitslosenversicherung. Auch ein Kündigungsschutzgesetz gab es noch nicht.
Existenzminimum Um das Existenzminimum für eine Familie zu sichern, mussten neben den Männern auch die Frauen arbeiten gehen. Nicht selten trugen auch die Kinder eine Mitverantwortung und mussten hart arbeiten, um Geld für die Familie zu verdienen.

Weitere Informationen zum Leben der Arbeiterfamilien erfährst du in dem Video Die Welt der Arbeiter in der Kaiserzeit auf sofatutor.

Transkript Alltag in der Kaiserzeit

Während Deutschland in die erste Reihe der Industrienationen aufrückt, steigen die Preise und besonders Wohnraum wird immer teurer. Arbeiterfamilien müssen eng gedrängt in kleinen, oft feuchten und dunklen Stuben wohnen. Die sozialen Spannungen verschärfen sich und die Sozialisten unter August Bebel gewinnen an Bedeutung. Eine Kundgebung zum 1. Mai. Der Staat reagiert mit repressiven Sozialistengesetzen. Mühsam ist der Tag eines Fabrikarbeiters. Um 07:00 Uhr früh ist Arbeitsbeginn. Erst nach 12 oder gar 14 Stunden ist Schluss. Der Arbeiter ist fast rechtlos, es gibt weder Kündigungsschutz noch eine Arbeitslosenversicherung. Nur die Tätigkeit aller Familienmitglieder kann das Existenzminimum sichern. Selbst für Frauen ist Schwerarbeit an der Tagesordnung. Auch viele Kinder müssen schuften. Trotzdem reicht der Lohn gerade zum Leben. Mann der Arbeit aufgewacht und erkenne deine Macht. Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will. Hatte der Arbeiter Dichter Georg Herwegh gereimt. Im ganzen Reich kommt es zu Streiks und Demonstrationen. Aus dieser Zeit stammt die Begeisterung für den Kieler Matrosenanzug, der bald zum beliebtesten Bekleidungsstück für Kinder und Jugendliche wird. Eine modische Neuheit, der Hosenrock. Das wird sich nie durchsetzen, befindet die Presse. Wenig hält man im wilhelminischen Deutschland von der Emanzipation der Frau. Eine Schwedin, die berühmte Asta Nielsen, als Frauenrechtlerin in einem Stummfilm. Auf der Leinwand mag das ja gut gehen, im wirklichen Leben weniger. Die Herren der Schöpfung wirken bestenfalls peinlich berührt. Sie sind mit ihrem Kaiser einer Meinung, die Frau soll nicht politisieren. Ihr Reich seien die drei K’s: Kinder, Küche, Kirche. Auf dem Volksfest werden die starren Regeln der wilhelminischen Gesellschaft außer Kraft gesetzt. Hier gibt es keine Untertanen. Auf der glatten Bahn verliert man Stand und Dünkel. Eine weitere neue Freizeitbeschäftigung: Vergnügungs- und Bildungsreisen. Moderne Verkehrsmittel machen es möglich. Reiseführer, wie der Baedeker, weisen den Weg. Auch nach Venedig. Der eifrigste Tourist im Reich ist der Kaiser selbst. Die kaiserliche Familie im Heck unter deutscher Flagge auf dem Canale Grande. Auch über den Bosporus lässt sich Wilhelm der Zweite rudern. Ein Alltag, der nicht von allen geteilt werden kann.

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