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Afrika

In Südafrika herrschten in der Zeit von 1948 bis 1994 die nationalistischen Buren, die die Rassentrennung, genannt Apartheid, einführten. Hierdurch wurden farbige Südafrikaner in ihren Rechten massiv beschnitten.

Ursprünge der Apartheid

Wenn über die Geschichte Südafrikas im 20. Jahrhundert gesprochen wird, wirst du in diesem Zusammenhang auch immer wieder den Begriff Apartheid hören. Hierunter kannst du dir eine staatlich festgelegte und organisierte Rassentrennung vorstellen, die nahezu alle Privilegien und politischen Entscheidungen in die Hände weißer Südafrikaner legte und vor allem dunkelhäutige wie auch indischstämmige Einwohner diskriminierte. Die Zeit der Apartheid in Südafrika dauerte von 1948 bis 1994 an.

Die Wurzeln für die Politik der Apartheid liegen allerdings bereits viel weiter zurück. So siedelte sich die Niederländische Ostindien-Kompanie bereits Mitte des 17. Jahrhunderts am Kap der Guten Hoffnung an, um mit den Einheimischen zu verhandeln und Landwirtschaft zu betreiben. Die niederländischen Einwanderer wurden ab dem 18. Jahrhundert auch als Buren bezeichnet. Diese Einwanderer waren auch die Vorfahren vieler Mitglieder der nationalistischen HNP, Herenigde Nasionale Party, die die Rassentrennung in Südafrika einführte. Die Buren waren calvinistischen Glaubens. Dieser schließt eine Trennung zwischen Rassen grundsätzlich aus. Doch wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von den Einwanderern beschlossen, Nichtweiße sollten ihren Glauben in separaten Gebäuden ausleben. Ebenso zeichneten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter der britischen Herrschaft über Südafrika erste Apartheidsstrukturen wie ein ausbleibendes Wahlrecht für Nichtweiße oder die ungleiche Behandlung Schwarzer in der Wirtschaft ab. Die Entwicklung der Apartheid war also durch historische, gesellschaftliche, religiöse und psychologische Faktoren geprägt.

Auswirkungen der Apartheid auf Südafrika

1948 gewannen die Buren die südafrikanischen Nationalratswahlen und übernahmen die politische Führung im Land. Die Auswirkungen dieser Wahlen waren extrem: Die Vorherrschaft der weißen Minderheit wurde gesichert, jeder Einwohner wurde registriert und einer Rasse zugeordnet. Außerdem wurden volle Bürgerrechte nur der weißen Bevölkerung gewährt. Du kannst dir hierbei vorstellen, dass es separate Abteile in öffentlichen Verkehrsmitteln und gesonderte Eingänge in öffentlichen Gebäuden wie Krankenhäusern oder Banken gab. Über 3 Millionen Menschen wurden zwangsweise umgesiedelt, um die rassistische Trennung in verschiedene Areale zu ermöglichen. Hierbei lebten privilegierte Farbige in so genannten Townships, in großen Barackensiedlungen in der Nähe der großen Städte. Alle anderen waren jedoch dazu gezwungen, illegal in überbevölkerten Slums zu leben, bis Planierraupen auch diese abrissen und die ärmsten Schwarzafrikaner in abgeschiedene Reservate, die sogenannten Homelands, zwangsumgesiedelt wurden. Politische Entscheidungen wurden grundsätzlich nur noch von Weißen getroffen. Von der Abstimmung im Jahre 1960, ob Südafrika das Commonwealth verlassen und in eine eigene Republik umgeformt werden solle, wurden andere Bevölkerungsgruppen ausgeschlossen.

Seit der Einführung der Apartheid demonstrierten Freiheitsbewegungen der Schwarzafrikaner wie der ANC (African National Congress) gegen die Unterdrückungspolitik und für gleiche Bürgerrechte. Proteste wurden allerdings in vielen Fällen von der weißen Regierung brutal niedergeschlagen, wie am 21. März 1960, als eine Demonstration gegen die Passgesetze stattfand. Die Polizei schoss mit Maschinengewehren in die Menge und tötete 69 Menschen. Diese Bilder führten zu weltweiten Protesten. Organisationen wie die Vereinten Nationen (UN) forderten immer wieder das Ende des Apartheidregimes, stuften 1973 die Apartheid als Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein und verhängten Sanktionen gegen die Regierung, die allerdings keinen grundlegenden Wandel der Politik einleitete.

Die Buren erklärten den ANC für illegal und inhaftierten 16.000 Mitglieder. Auch der Widerstandskämpfer Nelson Mandela, Kopf des ANC, wurde 1962 inhaftiert und 1964 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ende und Folgen der Apartheid in Südafrika

Nach Jahrzehnten der anhaltenden Proteste gegen die Apartheid war im Jahr 1988 ein Wandel in Südafrika nicht mehr aufzuhalten. Weltweit wurde die Freilassung Nelson Mandelas gefordert, der zu diesem Zeitpunkt 25 Jahre in Haft saß. Staatspräsident Pieter Willem Botha, strenger Vertreter des Apartheit-Regimes, musste nach massiven Protesten zurücktreten und der moderatere Frederike Willem de Klerke übernahm die politische Führung.

Protest

Auch er wurde vielerorts als Anhänger der Apartheid betrachtet. Dennoch war de Klerke auch ein Realist, der verstand, dass Verhandlungen mit Mandela und dem ANC dringend notwendig waren. Politische Gefangene wurden nach und nach entlassen. Am 10. Februar 1990 wurde Nelson Mandela bedingungslos entlassen. Bis 1994 wurden alle Bürger Südafrikas rechtlich gleichgestellt und die Politik der Apartheid endgültig beendet. Bei den ersten allgemeinen Wahlen im Jahr 1994 gewann der ANC mit 62,2 Prozent der Stimmen und Nelson Mandela wurde Südafrikas erster schwarzer Präsident.

Trotz des eingetretenen bis heute kontinuierlich voranschreitenden Wandels sind die Folgen der Apartheid noch immer in Teilen Südafrikas zu spüren. So gibt es noch immer Armenviertel an den Grenzen der Städte, in denen ein niedriger Bildungsstand und eine hohe Arbeitslosigkeit herrschen. Außerdem kann man beobachten, dass in einigen Regionen weiße Südafrikaner bis heute die besser bezahlten Jobs ausüben und in deutlich privilegierteren Gegenden leben.