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Die Ursachen des Scheiterns der Weimarer Republik 05:30 min

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Transkript Die Ursachen des Scheiterns der Weimarer Republik

Hallo! Ich bin Numcy und ich erzähle dir heute etwas aus der Weltgeschichte. In diesem Video geht es um die Ursachen für das Scheitern der Weimarer Republik. Die Ursachen und Gründe für das Scheitern der Weimarer Republik werden je nach politischem und historischem Standpunkt des Beurteilenden unterschiedlich dargestellt und gewichtet. So beantwortete der preußische Ministerpräsident Braun diese Frage mit den Worten: "Versailles und Moskau." Damit sind die als zu hart angesehenen Bedingungen des Friedensvertrages und die KPD gemeint. Die Kommunisten hingegen sahen die Ursachen in der Verschwörung von Industrie, Großkapital und Militär. Es ist naheliegend, dass viele der politisch verantwortlichen Zeitgenossen von ihrem eigenen Versagen ablenken wollten. Der Historiker Hagen Schulze schrieb 1982: "Woran ist Weimar also gescheitert? Die Antwort lässt sich nicht mit letzter Präzision geben, aber Einiges lässt sich doch ausmachen. Die wichtigsten Gründe liegen auf dem Felde der Mentalitäten, der Einstellungen und des Denkens." Des Weiteren sieht er die Kernursache in der geringen Akzeptanz der Bevölkerung gegenüber den Parteien und dem politischen System. In der heutigen Geschichtsschreibung wird der Untergang der Weimarer Republik als Ergebnis eines sehr komplexen Ursachengeflechts gesehen. Je nach Gewichtung der einzelnen Komponenten ergeben sich mehrere Ursachen in Kombination. Der Historiker Eberhard Kolb warnte jedoch vor monokausalen Erklärungsversuchen. Anders gesagt: Das Scheitern der Weimarer Republik lässt sich nicht auf einen eindeutigen Grund zurückführen. Die Ursachen im Einzelnen sehen so aus. In der Weimarer Republik gab es nur eine schwache demokratische Tradition. Die Bürger waren nach wie vor darauf eingestellt, dass die Obrigkeit den Staat lenkt. Eine kontinuierliche demokratische Entwicklung hatte nicht stattgefunden, und das Volk blieb durch die gerade erst untergegangene Monarchie geprägt. In Verwaltung, Justiz, Militär und Wissenschaft war die Mentalität sehr antidemokratisch, da in diesen Bereichen immer noch die gleichen Leute die Macht hatten, wie im Kaiserreich. Auch die Parteien und die Interessensvertretungen spielen eine Rolle. Es gab mehrere extreme und staatsfeindliche Parteien in dieser Zeit, unter anderem auch die NSDAP. Dieses Parteienspektrum zeigte sehr zerstörerische Tendenzen. Hinzu kam, dass die Arbeiterschaft, die einen wesentlichen Teil der Bevölkerung darstellte, gespalten war durch die Uneinigkeit von SPD, USPD und Kommunisten. Die Verfassung war zwar die fortschrittlichste ihrer Zeit, jedoch wies sie Strukturfehler auf, die es schließlich Hitler ermöglichten, die Macht scheinbar legal an sich zu reißen. Hinzu kommt das Versagen beziehungsweise die Rolle, einzelner Politiker. Zu nennen sind hier Reichspräsident Hindenburg und die Reichskanzler Brüning und von Papen, die schließlich Hitler durch ihr Handeln gemeinsam den Weg zur Machtübernahme ebneten. Deutschland war in den 20er Jahren sowohl von innen als auch von außen wirtschaftlich stark belastet. Ein großer Faktor war die Weltwirtschaftskrise. Eine innere Belastung wurde durch die Wirtschaftspolitik des Kabinetts Brüning hervorgerufen, die die Not von Millionen von Deutschen verschärfte. Und schließlich hatte Deutschland mit den Reparationsforderungen der Sieger zu kämpfen, die der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Landes nicht angemessen waren. Durch den 1. Weltkrieg wirkten auf Deutschland außenpolitische Belastungen. Dass die Artikel 228 und 231 den ehemaligen Deutschen Kaiser Wilhelm II als Kriegsverbrecher bezeichneten und Deutschland die alleinige Kriegsschuld hatte anerkennen müssen, wurde als schmachvoll und unangemessen empfunden. Ebenso die Gebietsverluste im Osten. Dies rief eine Art Selbstmitleid in Deutschland hervor, welche sich letztlich in der mangelnden Bereitschaft, die Situation anzunehmen, niederschlug. So, das war's erst mal. Ich danke für die Aufmerksamkeit und wünsche dir viel Erfolg mit dem gerade Gelernten. Bis dann, dein Numcy. Tschüss!

Die Ursachen des Scheiterns der Weimarer Republik Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Die Ursachen des Scheiterns der Weimarer Republik kannst du es wiederholen und üben.

  • Gib an, welche Aussagen der heutigen Geschichtsschreibung zuzurechnen sind.

    Tipps

    Zwei der vier Antwortmöglichkeiten sind richtig.

    Lösung

    Je nach politischem und historischem Standpunkt wird das Scheitern der Weimarer Republik unterschiedlich beurteilt:

    „Versailles“ und „Moskau“ machte u. a. der preußische Ministerpräsident Otto Braun verantwortlich und meinte damit zum einen die Konsequenzen aus dem Vertrag von Versailles, den viele Deutsche als sehr ungerecht empfanden und zum anderen kommunistische Bestrebungen, die mitunter mit den Kommunist/-innen in Russland in Verbindung standen. Die Kommunist/-innen selbst sahen in der Verschwörung von Industrie, Großkapital und Militär die Ursache des Scheiterns. Indem anderen die Schuld zugewiesen wurde, konnte von dem eigenen Versagen abgelenkt werden.

    Heute sind sich Historikerinnen und Historiker einig darüber, dass nicht ein einziger Grund Deutschlands erste Demokratie scheitern ließ, sondern ein sehr komplexes Ursachengeflecht, sprich verschiedene Gründe, die sich teilweise gegenseitig beeinflussten.

  • Beschreibe Gründe für das Scheitern der Weimarer Republik.

    Tipps

    Der Friedensvertrag von Versailles beendete den Ersten Weltkrieg.

    Heinrich Brüning war von 1930 bis 1932 Deutscher Reichskanzler.

    Lösung

    Im Video werden verschiedene Gründe für das Scheitern der Weimarer Republik genannt.

    Die zusammengesetzten Sätze beschreiben vier dieser Gründe:

    1) Institutionen wie politische Parteien, Parlamente oder das Wahlrecht waren bei vielen Bürgerinnen und Bürgern sehr unbeliebt.
    schwache demokratische Tradition

    2) Die politischen Parteien, die die Arbeiterschaft vertraten - die SPD, die KPD und die USPD, waren sich sehr uneinig.
    Spaltung der Arbeiterschaft

    3) Das Deutsche Reich litt unter der Weltwirtschaftskrise und den Reparationszahlungen, und die Brüning'sche Politik vermochte nichts daran zu ändern.
    wirtschaftliche Belastungen

    4) Viele Deutsche empfanden die alleinige Kriegsschuld und die Gebietsverluste als schmachvoll und unverhältnismäßig, die im Vertrag von Versailles festgeschrieben wurden.
    Folgen des Ersten Weltkrieges

    Das Bild zeigt das Schloss von Versailles, wo der gleichnamige Vertrag 1919 unterzeichnet wurde.

  • Begründe die Position des Historikers Hagen Schulze.

    Tipps

    Was war eigentlich vor der Weimarer Republik?
    → Das Deutsche Kaiserreich dauerte von 1871 bis 1918.

    Lösung

    Seit seiner Gründung 1871 war das Deutsche Reich eine Monarchie mit einem Kaiser an der Spitze. Als dieser gegen Ende des Ersten Weltkriegs abdankte und die Deutschen zum ersten Mal in einer Demokratie, der Weimarer Republik, lebten, waren viele skeptisch, ob diese Staatsform wirklich gut für das Reich wäre. In einer Monarchie sozialisiert, änderte sich die Einstellung der Menschen nicht so schnell.

    Demokratiefeindliche Einstellungen herrschten vor allem in gesellschaftlichen Gruppen vor, die von dem alten System profitiert hatten, wie dem Adel und der bürgerlichen Oberschicht sowie Berufsgruppen wie Jurist/-innen, Menschen in der Verwaltung, der Wissenschaft und dem Militär.

    Politisch links Eingestellte, meist Arbeiter/-innen, verfechteten die neue Ordnung, da sie in der Demokratie mehr Mitbestimmungsrechte erhalten hatten.

  • Erläutere Gründe für das Scheitern der Weimarer Republik.

    Tipps

    Heinrich Brüning war von 1930 bis 1932 Deutscher Reichskanzler.

    Franz von Papen war im Jahr 1932 ein halbes Jahr lang Deutscher Reichskanzler.

    Lösung

    Warum diese zwei Antwortoptionen keinen Sinn machen:

    • Die SPD verweigert jegliche Mitarbeit in den Parlamenten und legt so den politischen Betrieb lahm.
    → Die SPD war und ist eine verfassungsfreundliche, demokratische Partei, die ein großes Interesse daran hat, produktiv in den Parlamenten mitzuarbeiten.
    • Hindenburg holt Wilhelm II. aus dem Exil zurück und schlägt ihn als Reichskanzler vor.
    → Dies hat nie stattgefunden und wäre bei einem Großteil der Bevölkerung auch nicht auf Anklang gestoßen, weder bei den Gegner/-innen der Monarchie noch bei den Befürworter/-innen, die die Abdankung des Kaisers als „feige“ empfanden.
  • Fasse das Ursachengeflecht für das Scheitern der Weimarer Republik zusammen.

    Tipps

    Eine Mind-Map kann dir dabei helfen, Informationen zu ordnen. Oft kann man sie sich dadurch besser merken.

    Lösung

    All diese Gründe trugen dazu bei, dass die Weimarer Republik scheiterte und dass Hitler und die NSDAP an die Macht gelangen konnten. Wie stark der Einfluss der einzelnen Faktoren war, darüber sind sich auch Expertinnen und Experten nicht einig. Wahrscheinlich ist aber, dass nur das Zusammenspiel der Faktoren eine derartige Entwicklung bewirken konnte.

  • Skizziere den Aufbau der Weimarer Verfassung.

    Tipps

    Wenn du den Wortanfang „Reichs-“ durch „Bundes-“ ersetzt, erhältst du die aktuellen Bezeichnungen der Verfassungsorgane der Bundesrepublik.

    Lösung

    Ein Grund für das Scheitern der Weimarer Republik waren die strukturellen Fehler der Weimarer Reichsverfassung.

    Dazu zählte auch, dass der Reichspräsident über weitreichende Kompetenzen verfügte. Er wurde von der wahlberechtigten Bevölkerung auf 7 Jahre gewählt, konnte den Reichstag auflösen und den Reichskanzler ernennen und entlassen. Zudem konnte er Notverordnungen unterzeichnen, die eine Regierung am Parlament vorbei ermöglichten. Auf ihn konzentrierte sich demnach sehr viel Macht.

    Paul von Hindenburg wurde 1925 zum Deutschen Reichspräsidenten gewählt und 1932 wiedergewählt. Vor allem in seinen letzten Jahren als greiser Präsident ließ er wechselnde Reichskanzler nach eigenem Gutdünken mithilfe von Notverordnungen regieren.

    Hitler spielte für seinen Aufstieg in die Hände, dass er vor allem die Gunst Hindenburgs erlangen musste, was ihm gelang. Dieser ernannte ihn zum Reichskanzler, löste das Parlament auf und ermöglichte so der NSDAP bei Neuwahlen stärkste Kraft zu werden. Mithilfe einer von Hindenburg unterzeichnete Notverordnung konnte Hilter harsch gegen politische Gegner/-innen vorgehen.