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Das Berliner Presseviertel damals und heute

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Team History
Das Berliner Presseviertel damals und heute
lernst du in der Oberstufe 7. Klasse - 8. Klasse

Grundlagen zum Thema Das Berliner Presseviertel damals und heute

In diesem Video erfährst du, wo sich das Berliner Presseviertel befindet und wie es sich entwickelte. Du siehst historisches Filmmaterial, das zeigt, wie in der Kaiserzeit tausende Zeitungen auf den Straßen der Hauptstadt verkauft wurden. Außerdem lernst du die brisante Geschichte des Axel-Springer-Verlags kennen und erfährst dabei auch, warum ein ehemaliger Teil der Lindenstraße in Berlin heute nach seinem Gründer benannt ist.

Transkript Das Berliner Presseviertel damals und heute

Zeitungsverlage an Koch-, Rudi-Dutschke- und Axel-Springer-Straße in der Nähe des Checkpoint Charlie. Zum Beispiel der Springer Verlag und die Tageszeitung. Hier konzentrierte sich schon immer das Presseviertel von Berlin. Auch in der Kaiserzeit. Damals existierte eine vergleichsweise offene und bunte Presselandschaft. Natürlich gab es Grenzen. Dem Kaiser wurde gehuldigt, stand aber auch ständig unter Beobachtung. 1904 brachte der Ullstein Verlag die “BZ am Mittag” heraus. Das erste deutsche Blatt im Straßenverkauf. Berlin war auch in den zwanziger Jahren die größte Zeitungsstadt in Deutschland. Mehr als 100 Tages- und Wochenzeitungen wurden gedruckt, für die so prominente Autoren wie Kurt Tucholsky und Josef Roth schrieben. Im Ullstein Verlag erschien unter anderem die “Vossische Zeitung”, eine der angesehensten Zeitungen der Weimarer Republik, aber auch die Boulevardzeitung “BZ am Mittag”. Willy Münzenberg war Herausgeber kommunistischer Blätter wie “Die Rote Fahne” und die “Arbeiter-Illustrierte”. Und er betrieb auch eine deutsch-sowjetische Filmfirma. Und dann war da noch Alfred Hugenberg, der Rechte Medienzar der zwanziger Jahre. Bei ihm erschien unter anderem der “Berliner Lokalanzeiger”. Er besaß auch Anteile an der größten deutschen Filmproduktion UFA. Er ging in die Politik und setzte seine Medienerzeugnisse gegen die Republik ein. Von einem großen Heer von Zeitungsverkäuferinnen und Zeitungsverkäufern wurden die druckfrischen Blätter unter die Leute gebracht. 20 Zeitungen erschienen sogar täglich zweimal. Da konnten Verkäufer auch einmal aus Versehen die Schlagzeilen der vorherigen Ausgabe ausrufen. In der Inflation von 1923 spielte diese Gegend eine entscheidende Rolle. Jeden Tag mussten in der Druckerei des Verlags Ullstein in der Kochstraße neue Geldscheine gedruckt werden, weil die Werte der Noten innerhalb von Tagen von Millionen über Milliarden zu Billionen stiegen. Der Transport von massenhaft wertloser Banknoten war nur noch mit Lastwagen zu bewältigen. Im August 1961 wurde mitten auf der ehemaligen Lindenstraße, heute Axel-Springer-Straße, entlang der unsichtbaren Grenzlinie zwischen Ost- und Westberlin eine Mauer hochgezogen. Langsam aber stetig wuchs die Mauer. Die Maurer schienen das nicht anders zu empfinden, als wenn sie eine Hauswand errichten. So sieht der Ort heute aus. Links das Axel-Springer-Hochhaus. Die Pflastersteine markieren den Verlauf der Mauer. Der Verleger Axel Springer setzte sein Haus 1959 ganz bewusst nahe an die Grenze. Er machte es sich zur Lebensaufgabe für die Wiedervereinigung Deutschlands zu kämpfen. In seinen Presseerzeugnissen wurde die DDR fast bis zu ihrem Ende in Gänsefüßchen geschrieben. Zu jedem politischen Verstoß der DDR gegen Westberlin nahmen Springers Blätter kämpferisch Stellung. Während der Studentenbewegung von 1968 wandte sich der Springer Verlag vor allem über sein Flaggschiff “Bild-Zeitung” gegen die neuen Lebensweisen der Studierenden und ihre linke Gesinnung. Das ging so weit, dass die “Bild-Zeitung” zur, so wörtlich, “Ergreifung der Rädelsführer” aufrief. Im April 1968 wurde tatsächlich ein Attentat auf den Wortführer der 68er-Bewegung Rudi Dutschke verübt. Aktivisten der 68er machten den Springer Verlag mitverantwortlich und griffen die Verlagsdruckerei an. Es kam zu Straßenschlachten, Lieferwagen wurden angezündet. Die Kämpfe sollten noch lange weitergehen. Bekannt ist, dass die beiden längst verstorbenen Kontrahenten von 1968 seit 2008 an neu benannten Straßenabschnitten aufeinander stoßen. Vorangegangen war ein langer, auch vor Gerichten ausgetragener, Streit darüber.

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