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Team Digital
Dramenanalyse – Merkmale des Dramas
lernst du in der Oberstufe 5. Klasse - 6. Klasse

Grundlagen zum Thema Dramenanalyse – Merkmale des Dramas

Inhalt

Was ist ein Drama?

Einfach erklärt ist ein Drama neben der Epik und der Lyrik eine der drei Gattungen in der Literatur. Das aus dem Griechischen stammenden Wort dráma bedeutet so viel wie „Schauspiel“ oder „gespielte Handlung“. Im antiken Griechenland nahm das Schauspiel eine zentrale Rolle bei religiösen Kultfesten ein. Hier wurden Mythen oder Erlebnisse aus der Geschichte wiedergegeben.

Aufbau und Merkmale eines Dramas

Der griechische Philosoph Aristoteles entwickelte als Erster eine Theorie zum Drama, die auf seinen Analysen von dramatischen Texten und ihren Darstellungen basierte. Für eine lange Zeit galt die Aristotelische Dramentheorie und den von Aristoteles festgelegten Kennzeichen eines Dramas als grundlegend für die europäische Dramatik. Aristoteles stellte fest, dass drei Einheiten wesentlich für die Struktur eines Drama sind: die Einheit der Handlung, die Einheit der Zeit und die Einheit des Ortes. Somit hat also jede Szene des Dramas einen begrenzten Zeitrahmen und findet an einem Ort statt, an den die Handlung gebunden ist.

1863 veröffentlichte Gustav Freytag seine an Aristoteles angelehnte Theorie zum Aufbau eines Dramas. Er beschrieb den Aufbau des Dramas in einer Pyramide.

Die Szene ist das kleinste Element der Bühnenhandlung. Mehrere Szenen bilden einen Akt, einen Hauptabschnitt des Dramas.

Ein Drama ist außerdem besonders gut an den folgenden Merkmalen zu erkennen: In der Regel besteht es aus Dialogen, Monologen und dem Sekundärtext. Als Dialog bezeichnet man die Wechselrede zwischen zwei Personen. Der Monolog ist die Rede einer einzelnen Person. Letzterer gleicht einem Selbstgespräch, in dem besonders gut die Gefühle und Gedanken einzelner Figuren geäußert werden können. Der Sekundärtext ist für die Zuschauenden eines Bühnenstücks nicht hörbar, denn hierbei handelt es sich um eine Art Regieanweisung. Lediglich beim Lesen eines Dramas, wie zum Beispiel im Deutschunterricht, ist er präsent und gibt Informationen über die Bühnenhandlung, die über das Sprechen hinausgeht. Du erkennst sie an der kursiven Schreibung, wie zum Beispiel in Sie verlässt den Raum.

Der Aufbau eines Dramas nach Gustav Freytag

Nach der Freytag’schen Dramentheorie ist das geschlossene Drama in fünf Akte unterteilt ist, die auf eine bestimmte Art und Weise aufeinander aufbauen und so den Spannungsbogen bilden:

  • Der erste Akt ist die Exposition, die Einleitung. Hier werden die Zuschauenden in die zeitlichen und örtlichen Verhältnisse eingeführt. Außerdem werden die wichtigsten Figuren des Dramas vorgestellt und die ersten Figurenkonstellationen bekannt.

  • Im zweiten Akt, der steigenden Handlung beziehungsweise dem erregenden Moment, nimmt die Handlung rund um eine Krise oder eine Intrige ihren Lauf und verschärft sich.

  • Den Höhepunkt der Spannung erreicht das Drama im dritten Akt. Der Held oder die Heldin findet sich nun in einem dermaßen zugespitzten Konflikt, dass er oder sie eine bedeutende Entscheidung treffen muss, die über den weiteren Verlauf der Handlung entscheidet. Als Peripetie bezeichnet man den dramatischen Umschlag, den Wendepunkt, der entweder in einem Sieg oder in einer Niederlage endet.

  • Der vierte Akt ist die fallende Handlung mit dem retardierenden Moment, also dem Moment der letzten Spannung. Hier steht die Frage, ob das Schicksal des Helden beziehungsweise der Heldin noch gerettet werden kann.

  • Im fünften Akt kommt es zur Katastrophe. Hier wird der Konflikt entweder gelöst oder es kommt zum Untergang des Helden beziehungsweise der Heldin. Bei einem Untergang des Helden oder der Heldin spricht man von einer Tragödie.

Freytagsche Dramentheorie

Die Grundformen des Dramas

Im Wesentlichen gibt es zwei Grundformen des Dramas: die Komödie und die Tragödie. Beide stammen aus der griechischen Antike.

Die Tragödie behandelt das tragische Schicksal des Helden oder der Heldin, was sich nicht umgehen lässt. Dies hat nicht immer den Tod des Helden beziehungsweise der Heldin zur Folge, doch kommt es zum Scheitern des Hauptcharakters. Die Tragödie bezeichnet man oft auch als Trauerspiel.

Die Komödie hingegen endet meist glücklich. Übertriebene Darstellungen von menschlichen Schwächen dienen in der Komödie der Unterhaltung der Zuschauenden. Die Komödie zielt also in gewisser Weise darauf ab, die Menschen zum Lachen zu bringen. Dies bezeichnet man auch als Lustspiel.

Die Tragikomödie vereint die Merkmale der Tragödie und der Komödie zu einer neuen Dramenform. Dabei handelt es sich um eine Tragödie mit zum Teil komischen Inhalten.

Zu den Sonderformen des Dramas zählen das Volksstück, der Schwank, das absurde Theater, das Hörspiel, das Lehrstück und viele weitere.

Drama – Beispiele

Zu den bekannten Dramen, die häufig auch im Deutschunterricht thematisiert werden, zählen unter anderem die folgenden Stücke:

  • die im Jahr 442 v. Chr. uraufgeführte Tragödie Antigone von Sophokles
  • Emilia Galotti von Gotthold Ephraim Lessing aus dem Jahre 1772
  • Die Räuber von Friedrich Schiller aus dem Jahre 1781
  • die 1797 entstandene Tragödie Faust von Johann Wolfgang von Goethe
  • das Dramenfragment Woyzeck aus dem Jahre 1836/1837 von Georg Büchner
  • die 1961 entstandene Komödie Die Physiker von Friedrich Dürrenmatt

Transkript Dramenanalyse – Merkmale des Dramas

„Dramenanalyse - Merkmale des Dramas“ Die Dramatik ist neben der Epik und der Lyrik eine der drei literarischen Großgattungen. Der Begriff „Drama“ bezeichnet die Textvorlage für ein Theaterstück mit verteilten Rollen. Anders als z. B. in epischen Texten gibt es in Dramen in der Regel keinen Erzähler und keine Erzählerin. Alles spielt sich innerhalb der durch die Figuren dargestellten Beziehungen ab. Wichtigstes Gestaltungsmittel ist somit der Dialog - die Rede und Gegenrede von Figuren. Durch ihren Dialog wird der zentrale Verlauf der Handlung vorangebracht. Häufig steht ein Konflikt im Handlungsmittelpunkt. Die Art und Weise, wie dieser gelöst wird, bestimmt den ins Tragische, Komische oder Absurde weisenden Charakter des Dramas. Musik, Geräusche, Bühnenbild, Beleuchtung, Kleidung oder Auftreten und Sprechweise, die durch sogenannte „Regieanweisungen“ manchmal angegeben sind, unterstützen die Figurenrede. Wusstest du, dass die Wurzeln des europäischen Dramas bis ins antike Griechenland zurückreichen? Daher kommen viele gattungsspezifische Bezeichnungen aus dem Griechischen, z. B. Theater, Szene, Dialog und Monolog, Tragödie und Komödie oder auch das Wort „Drama“ selbst. Damals, besonders zur Blütezeit Athens im 4. und 5. Jahrhundert vor Christus, entwickelte sich das Drama aus religiösen Kulthandlungen mit Umzügen, Gesang und Tanz. Inhalte der damaligen Inszenierungen waren geschichtliche Ereignisse und Mythen. Einer der bekanntesten griechischen Tragödiendichter war Sophokles, der z. B. „König Ödipus“ und „Antigone“ verfasste. Und noch einen weiteren Griechen der Antike solltest du im Zusammenhang mit dem Drama im Gedächtnis behalten: den Philosophen Aristoteles. Auf ihn ist nämlich die klassische Form des Dramas zurückzuführen. Das klassisch aufgebaute Drama, das bis zum Ende des 18. Jahrhunderts eine große Rolle spielte, zielt darauf ab, dass sich das Publikum mit einem dargestellten Helden identifiziert und durch Furcht vor einem ähnlichen Schicksal und Mitgefühl mit dem Helden geläutert wird. Diese Läuterung heißt im aristotelischen Drama auch „Katharsis“. Aristoteles sammelte Eindrücke und Beobachtungen zu den Theaterstücken seiner Zeit und lieferte damit Lehrsätze und Definitionen, die über Jahrhunderte hinweg als Maßstäbe für das europäische Theater galten. Ein Beispiel für ein klassisches Drama wäre Gotthold Ephraim Lessings „Emilia Galotti“. Sagt dir der Name Gustav Freytag etwas? Er hat die Theorie des klassischen, aristotelisch geprägten Dramas 1863 in einem Schema zusammengefasst. Nämlich in einem „pyramidalen Bau“. Ein klassisches Drama ist demnach einteilbar in „Exposition“, „steigende Handlung mit erregendem Moment“, „Höhepunkt und Peripetie“ (das bedeutet Wendepunkt), „fallende Handlung mit retardierendem (also „verzögerndem“) Moment“ und „Katastrophe“. Wesentlich ist außerdem die Einheit von Handlung, Zeit und Ort. Jede Dramenszene ist Teil eines geradlinigen, zeitlich eng begrenzten und an einen Ort gebundenen Handlungsstranges. Dabei sind die Szenen zu fünf Akten gebündelt. Diese fünf Akte bilden zusammen den idealtypischen Aufbau. Im ersten Akt, der „Exposition”, werden die Zuschauenden in die Zeit, Ort und Atmosphäre der Handlung eingeführt. Sie lernen alle wichtigen Figuren kennen, erfahren die Vorgeschichte und können bereits einen sich anbahnenden Konflikt erahnen. Im zweiten Akt erhält die Handlung den entscheidenden Anschub durch das „erregende Moment“. Das bedeutet, dass gegensätzliche Interessen aufeinanderstoßen, Intrigen gesponnen werden und die Spannung deutlich ansteigt. Im dritten Akt erreicht der Konflikt seinen Höhepunkt. Der Held oder die Heldin steht der entscheidenden Auseinandersetzung gegenüber. Welches Schicksal wird sie ereilen? Im Wendepunkt des Dramas, der sogenannten „Peripetie”, wird Sieg oder Niederlage, Absturz oder Erhöhung herbeigeführt. Im vierten Akt fällt die Handlung. Dabei gibt es ein sogenanntes „retardierendes Moment”. Das bedeutet, dass die Spannung noch einmal gesteigert wird und es zu einer Verzögerung kommt. Der Held oder die Heldin scheint doch noch gerettet werden zu können. Der fünfte Akt, die „Katastrophe”, bringt die Lösung des Konflikts. Diese besteht oft darin, dass der Held oder die Heldin stirbt. Häufig gibt es trotzdem auch einen „inneren Sieg” und eine Verklärung des Helden oder der Heldin. Wie ein Drama endet, hängt von der Form des Dramas ab. In einer Tragödie (oder einem Trauerspiel) gibt es ein unausweichliches Schicksal, das den Held oder die Heldin ereilt. Dieses Scheitern muss aber nicht immer der Tod sein. Ein glücklicheres Ende findet man in einer Komödie, auch „Lustspiel“ genannt. Weil menschliche Schwächen übertrieben dargestellt werden, ist eine Komödie meist lustig. Eine Tragikomödie ist eine Dramenform, welche tragische und komische Elemente vereint. Im 20. Jahrhundert verlieren die klassischen Formen des Dramas zunehmend an Bedeutung. Das moderne Drama hält Einzug. Dies ist häufig gar nicht mehr in Akte gegliedert. Es besteht eher aus einer lockeren Szenenfolge. Durch seine offene Form ist es möglich, dass am Ende der Konflikt ungelöst bleibt. Ein Beispiel für ein modernes Drama ist „Der gute Mensch von Sezuan“ von Bertolt Brecht. Den Namen Bertolt Brecht solltest du dir im Zusammenhang mit dem modernen Drama gut merken. Er entwickelte Ende der 20er-Jahre des 20. Jahrhunderts sein sogenanntes „episches Theater“. Anstatt „Dramen“ nannte er seine Werke „Stücke“ und anstelle der „dramatischen Form“ verfolgte er seine „epische Form“. Diese gestaltet sich so, dass jede Szene für sich steht, und die Geschehnisse nicht linear, sondern in Kurven verlaufen. Jetzt hast du ja schon Einiges zum Thema Drama gelernt. Um mehr zu erfahren, schaust du dir als nächstes am besten unser Video zum epischen Theater an.

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