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Satzglieder bestimmen

Sätze bestehen aus Satzgliedern. Hier lernst du, wie du Satzglieder bestimmen kannst und welche Satzglieder es überhaupt gibt.

Was sind Satzglieder?

Wie du sicher schon weißt, sind Sätze nicht beliebig aufgebaut. Sie bestehen aus Satzgliedern, also aus Wörtern oder zusammengehörenden Wortgruppen. Satzglieder können innerhalb eines Satzes nur als ganzer Teil verschoben, weggelassen oder ersetzt werden. Man unterscheidet Satzglieder in unverzichtbare und ergänzende Satzglieder.

Was ist der Unterschied zwischen Satzgliedern und Wortarten?

Es ist wichtig, dass du Satzglieder nicht mit Wortarten verwechselst, auch wenn diese teilweise ähnlich klingen können, z. B. Adverb (Wortart) und Adverbiale (Satzglied).

Wortenarten sind Elemente der Sprache, mit ihnen wird jedes einzelne Wort kategorisiert. Verben, Nomen oder Adjektive sind beispielsweise Wortarten. Satzglieder hingegen sind Elemente des Satzes. Ein Satz besteht immer aus mehreren Satzgliedern. Satzglieder wiederum bestehen aus verschiedenen Wörtern, Wortarten oder Wortgruppen.

Lilly erledigte nach der Schule schnell ihre Hausaufgaben, um mehr Zeit für den lieben Klaus zu haben.

  • Lilly: Subjekt
  • erledigte: Prädikat
  • nach der Schule: Temporaladverbial
  • schnell: Modaladverbial
  • ihre Hausaufgaben: Akkusativobjekt
  • um mehr Zeit für den lieben Klaus zu haben: Kausalobjekt
  • lieben: Attribut

Welche Satzglieder gibt es?

Zu den unverzichtbaren Satzgliedern gehören das Subjekt und das Prädikat. Ein vollständiger Satz muss mindestens diese beiden Satzglieder enthalten. Alle anderen Satzglieder wie adverbiale Bestimmungen oder Objekte sind ergänzende Satzglieder und nicht zwingend notwendig.

Das Subjekt

Das Subjekt steht immer im Nominativ und gibt Antwort auf die Frage „Wer oder Was?“. Das Subjekt in einem Satz zeigt also an, wer oder was etwas tut. In jedem vollständigen Satz muss ein Subjekt enthalten sein. Ein Subjekt kann z. B. ein Nomen, ein Eigenname, ein Pronomen oder eine Nominalisierung sein.

  • Nomen: Der Junge schläft.
  • Eigenname: Timo schläft.
  • Pronomen: Er schläft.
  • Nominalisierung: Das Schnarchen stört.

Mit der Frage „Wer oder Was?“ kannst du leicht das Subjekt in einem Satz bestimmen. Hier ein paar Beispiele:

  • Gestern lief im Fernsehen ein guter Film. Frage: Wer oder was lief gestern im Fernsehen? Subjekt: ein guter Film

  • Lisa lacht laut. Frage: Wer oder was lacht laut? Subjekt: Lisa

  • Dass du gestern da warst, hat mich sehr gefreut. Frage: Wer oder was hat mich sehr gefreut? Subjekt: Dass du gestern da warst

 Der Junge schläft

Das Prädikat

Das Prädikat sagt aus, was das Subjekt tut oder in der Vergangenheit tat. Nach dem Prädikat fragt man mit der Frage: „Was tut das Subjekt?”. Man unterscheidet das einteilige und das zweiteilige Prädikat. In dem ersten Beispiel ist schläft das Prädikat. Man fragt: Was tut der Junge?. Ein zweiteiliges Prädikat oder geteiltes Prädikat liegt vor, wenn im Satz mehr als ein Prädikat vorkommt. In dem folgenden Satz ist ein zweiteiliges Prädikat enthalten:

  • Der Junge schläft.
  • Heute Mittag hat der Junge geschlafen.

Das Prädikat in diesem Satz lautet hat geschlafen. Wenn Prädikatsteile Wörter umschließen, die nicht zum Prädikat gehören, spricht man von einer Prädikatsklammer oder Satzklammer.

Mit der Frage „Was tut das Subjekt?” kannst du also das Prädikat bestimmen. Hier findest du ein paar Beispiele zur Prädikatsbestimmung:

  • Es regnet in Strömen. Frage: Was tut es? Prädikat: regnet

  • Ich habe die Bücher aus dem Keller geholt. Frage: Was tat ich? Prädikat: habe (...) geholt

  • Sie lachen laut. Frage: Was tun sie? Prädikat: lachen

Das Genitiv-, Dativ- und Akkusativobjekt

Objekte sind ergänzende Satzglieder und können aus mehreren Wörtern bestehen. In einem Satz können mehrere Objekte enthalten sein. Diese können in unterschiedlichen grammatischen Fällen (Kasus) stehen und werden demnach als Genitivobjekt, Dativobjekt oder als Akkusativobjekt bezeichnet. Die Objekte erfragst du, indem du die Fragen zu den grammatischen Fällen stellst:

  • Genitivobjekt: Wessen?
  • Dativobjekt: Wem?
  • Akkusativobjekt: Wen oder was?

Auch hier haben wir ein paar Beispiele für dich vorbereitet. So bestimmst du Objekte als Satzglieder:

  • Ich erinnere mich der schönen Jahre. Frage: Wessen erinnere ich mich? Genitivobjekt: der schönen Jahre

  • Lilly schenkt Marion eine bemalte Tasse. Frage: Wen oder was schenkt Lilly Marion? Akkusativobjekt: eine bemalte Tasse

  • Ich helfe meinen Freunden. Frage: Wem helfe ich? Dativobjekt: meinen Freunden

Das Präpositionalobjekt

Das Präpositionalobjekt ist ein Objekt, das durch eine Präposition, also ein Vorwort, angeschlossen wird. Anders als die anderen Objekte kann ein Präpositionalobjekt im Genitiv, Dativ oder Akkusativ stehen. Das Präpositionalobjekt kann bestimmt werden mit den Fragen „Auf wen/was?“, „Worauf?“, „Woran?“, „Wofür?“, „Worüber?“, „Wovor?“, usw. Man erkennt das Präpositionalobjekt an der Präposition, wie z. B. im folgenden Satz:

  • Ich gehe mit meiner Schwester ins Kino.

Du fragst nach dem Satzglied mit der Präposition des Objekts. Die Präposition in unserem Beispiel lautet mit, also fragen wir: Mit wem gehe ich ins Kino?

Weitere Beispiele zur Bestimmung des Präpositionalobjekts:

  • Ich warte auf meinen Freund. Frage: Auf wen warte ich? Präpositionalobjekt: auf meinen Freund

  • Lilly spielt sehr gern auf ihrer Geige. Frage: Worauf spielt Lilly sehr gern? Präpositionalobjekt: auf ihrer Geige

Adverbiale Bestimmungen

Bei den adverbialen Bestimmungen handelt es sich ebenfalls um ergänzende Satzglieder. Sie beschreiben die Umstände der Handlung genauer. Du unterscheidest folgende adverbiale Bestimmungen:

  • Die adverbiale Bestimmung des Ortes (lokal) beschreibt, wo etwas passiert. Du erfragst sie mit „Wo?“, „Wohin?“ oder „Woher?“.
  • Die adverbiale Bestimmung der Zeit (temporal) beschreibt, wann etwas passiert. Du erfragst sie mit „Wann?“, „Wie lange?“ oder „Wie oft?“.

Zeit

  • Die adverbiale Bestimmung der Art und Weise (modal) erklärt, wie etwas passiert ist. Du erfragst sie mit dem Fragewort wie.
  • Die adverbiale Bestimmung des Grundes (kausal) erklärt, warum etwas passiert ist. Du erfragst sie mit den Fragewörtern warum oder weswegen.

Obwohl sich adverbiale Bestimmungen und Präpositionalobjekte ähneln können, kann man sie mithilfe der Fragewörter gut auseinander halten.

Beispiele für das Bestimmen von adverbialen Bestimmungen:

  • Ben ist wegen des schlechten Wetters nicht gut gelaunt. Frage: Warum ist Ben nicht gut gelaunt? Kausaladverbial: wegen des schlechten Wetters

  • Lilly und Ben sind ans Meer gefahren. Frage: Wohin sind Lilly und Ben gefahren? Lokaladverbial: ans Meer

  • Sie kam mit gesenktem Kopf nach Hause. Frage: Wie kam sie nach Hause? Modaladverbial: mit gesenktem Kopf

  • Heute bin ich im Kino. Frage: Wann bin ich im Kino? Temporaladverbial: Heute

Attribut als Satzgliedteil

Attribute sind keine eigenständigen Satzglieder. Sie sind Beifügungen zu einem Satzglied und können nicht alleine stehen. Attribute können in unterschiedlichen Formen auftreten:

  • Adjektiv-Attribut: Wenn ein Nomen durch ein Adjektiv näher bestimmt wird, ist das Adjektiv ein Attribut, wie z. B.: Die fleißige Schülerin.

  • Genitiv-Attribut: Dieses Attribut zeigt eine Besitzanzeige und Zugehörigkeit zu etwas und steht dabei im Genitiv, wie z. B.: Die Jacke des Schülers.

  • Präpositionales Attribut: Dieses Attribut wird wie das Präpositionalobjekt durch eine Präposition angeschlossen, wie z. B.: Die Schülerin mit der Jacke.

  • Adverbiales Attribut: Das Adverbiale Attribut besteht aus einem Adverb, das eine Beifügung zu einem Wort darstellt, wie z. B.: Die Aufgaben dort sind sehr hilfreich.

  • Apposition: Eine Apposition ist eine Beifügung zu einem Nomen und besteht meist auch aus Nomen. Sie beschreibt das Nomen näher und wird durch Kommas abgegrenzt, wie z. B.: Frau Tutku, die Direktorin der Schule, ist sehr streng.

Wie erkenne ich Satzglieder?

Um die Satzglieder in einem Satz zu erkennen, damit du sie anschließend bestimmen kannst, musst du die Umstell-, Ersatz- und Weglassprobe anwenden. Diese Proben werden dir dabei helfen, die Satzglieder voneinander zu unterscheiden:

  • Bei der Umstellprobe stellst du die Satzglieder um. Die Wörter, die zusammenbleiben, gehören zu einem Satzglied.

  • Bei der Ersatzprobe werden Substantive oder Wortgruppen durch Pronomen ersetzt.

  • Bei der Weglassprobe werden einzelne Wörter bzw. Wortgruppen weggelassen. Wörter, die nur zusammen wegfallen können, gehören zu einem Satzglied.