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Karl Lueger

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Team Zeitreise
Karl Lueger
lernst du in der Oberstufe 6. Klasse - 7. Klasse - 8. Klasse

Grundlagen zum Thema Karl Lueger

Am 24. Oktober des Jahres 1844 kam in Wieden, nahe Wien der Politiker und Karl Luger auf die Welt. Von 1897 - 1910 war er Bürgermeister Wiens. Lueger war Zeit seines Lebens überzeugter Antisemit. Immer wieder spielte er geschickt einzelne Zuwanderergruppen aus und seine feindselige Rethorik richtete sich stets gegen Juden.

Transkript Karl Lueger

Am 24. Oktober 1844 kommt in Wien Karl Lueger zur Welt. Als Bürgermeister seiner Geburtsstadt wird er einer der wichtigsten, wenn auch umstrittenen Kommunalpolitiker in ihrer Geschichte. Er gilt als Erfinder des demagogischen Antisemitismus. Sein Vater ist Aufseher im polytechnischen Institut, die Mutter eine Frau aus einfachsten Verhältnissen. Die Schul- und Studienjahre verbringt Lueger in Armut, schließt sein Studium der Rechtswissenschaften jedoch glanzvoll ab und wird 1874 Hof- und Gerichtsadvokat. Schon in seiner Dissertation tritt er vehement für das allgemeine Wahlrecht ein und verurteilt den Nationalitätenstreit, der die Innenpolitik des Vielvölkerstaates Österreich Ungarn prägt. Lueger fühlt sich von Anfang an zum Politiker berufen. Bereits 1875 wird er zum ersten Mal in den Wiener Gemeinderat gewählt. 1882 tritt er als Mitglied einer Fortschrittspartei der vereinigten Linken auf. Doch schon bald verschreibt sich Lueger der neuen christlich sozialen Bewegung, zu deren Konsolidierung er entscheidend beiträgt. Das Gesellschaftsbild des ausklingenden 19. Jahrhunderts wird von einer dünnen Oberschicht des Hofadels und den neuen Mächtigen des Wirtschaftsliberalismus, den Industriellen und Bankiers beherrscht. Für sie sind die Christlich Sozialen, welche Reformen im Sinne der katholischen Soziallehre auffordern, genauso gefährliche Revolutionäre wie die Anhänger der ebenfalls immer stärker werdenden Arbeiterbewegung. Diese allerdings verspottet das Programm von Luegers bürgerlichem Verein als Klostersuppen Sozialismus. Für den kleinen Mann, für die Handwerker, Beamten und Gewerbetreibenden wird der Doktor Lueger aber ein über die Maßen verehrter Volksheld. Bei der weiblichen Bevölkerung Wiens genießt der schöne Karl mit seiner berühmten weißen Nelke im Knopfloch seit jeher größte Sympathie. Tatsächlich versteht es der brillante Redner wie kein anderer, die Massen mit zündenden Ansprachen zu begeistern. “Wir Christlich Sozialen stehen allen christlichen Ständen freundlich gegenüber. Wir bekämpfen nur eine Nation, die Juden.” Lueger etabliert aber auch den Antisemitismus als demagogisches Mittel der Politik. Der junge Adolf Hitler bewundert ihn dafür. Ein halbes Jahrhundert später wird die von Lueger gestreute Saat in schrecklicher Blüte erstehen. “Ich wünsche mir die Zeit herbei, wo wir in Wien den letzten Juden im Prater ausstellen können.” Als die Christlich Sozialen im Gemeinderat die Mehrheit erlangen, wählen sie Lueger im Oktober 1895 zum Bürgermeister. Doch der Kaiser lehnt, von seinem Ministerpräsidenten Badeni beraten, die Bestellung des neuen politisch suspekten Mannes ab. Als nach zweimaliger Wiederholung der Wahl, Lueger noch immer die Mehrheit hält, überredet ihn Franz Josef persönlich dermalen auf das hohe Amt zu verzichten. Doch das Dermalium, wie es die Wiener nennen, hält nur ein Jahr. Im April 1897 beginnt endgültig die Ära Lueger. Lueger, der immer um das Wohl des Kaisers und des kleinen Mannes besorgt ist, sieht seine Hauptaufgabe im Kampf gegen das Großkapital und die, wie er sie bezeichnet, jüdische Geldherrschaft. Es gelingt ihm, Schritt für Schritt die Versorgungsbetriebe Wiens der öffentlichen Hand zu unterstellen. Lueger gründet die Wiener Verkehrsbetriebe, lässt unter anderem die städtischen Gas- und Elektrizitätswerke, das Versorgen Hamleins, die zweite Hochquellwasserleitung bauen und sichert die Erhaltung des Wald- und Wiesengürtels. In seinen letzten Lebensjahren ist der ebenso umjubelte wie heftig kritisierte Bürgermeister schwer krank und verliert fast zur Gänze sein Augenlicht. Als er im März 1910 stirbt, herrscht tiefe Trauer. Es schien, sagt ein Augenzeuge des Staatsbegräbnisses später, als ob mit ihm bereits die ganze K und K Monarchie zu Grabe getragen würde. Trotz seiner großen Fähigkeiten und Leistungen, bleibt das Bild Karl Luegers von dem fanatischen Antisemitismus überschattet, den er zeitlebens gepredigt und der zu schrecklichen Folgen geführt hat.

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