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1906–das Erdbeben von San Francisco

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Team Zeitreise
1906–das Erdbeben von San Francisco
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Grundlagen zum Thema 1906–das Erdbeben von San Francisco

Inhalt

  • Die Geschichte des Erdbebens von San Francisco 1906
  • Nachbeben und Feuer
  • Ausnahmezustand
  • Die Geschichte des Erdbebens von San Francisco 1906

    Die Stadt San Francisco in Kalifornien steht seit jeher auf schwankendem Grund. Das liegt an den geografischen Begebenheiten, nämlich der sogenannten San-Andreas-Verwerfung. Es treffen hier die pazifische und die nordamerikanische Platte der Erdkruste aufeinander und sorgen immer wieder für Erdbeben. Auf der Karte kannst du dies noch einmal genauer erkennen:

    Erdbeben-SanFrancisco-1906

    Doch das, was sich am 18. April 1906 abspielte, stellt bis heute eine der schlimmsten Naturkatastrophen der amerikanischen Geschichte dar. Früh morgens um 05:12 Uhr begann die Erde zu beben und zerstörte weite Teile der Metropole. Das Erdbeben von San Francisco im Jahr 1906 wird heute, je nach Quelle, mit einer Stärke zwischen 7,8 bis zu 8,3 auf der Richterskala (Skala zur Bestimmung der Stärke von Erdbeben, benannt nach Charles Richter) angegeben und dauerte ganze 48 Sekunden. Später sollte es den Beinamen The Big One erhalten, da es bis heute nichts Vergleichbares auf dem Kontinent gegeben hat. Etwa 700 Menschen starben dabei allein durch das Beben selbst.

    Nachbeben und Feuer

    Auf Erdbeben folgen in der Regel weitere Nachbeben, so auch damals in San Francisco. Bei diesen Nachbeben entzündeten sich etliche Feuer in der Stadt. Die Feuerwehr war dabei nahezu machtlos, da durch die Beben die Wasser- und Telegrafenleitungen zerstört worden waren. Ohne Kommunikation und Löschmöglichkeiten brannten die Feuer noch weitere drei Tage. Viele Menschen flohen deshalb auf die Hügel vor der Stadt.

    Ausnahmezustand

    Schließlich versuchte man, mit Dynamit Schneisen in die Häuserreihen zu sprengen, um somit das Feuer zu stoppen. Doch auch dies brachte nur mäßigen Erfolg. Bergungstrupps versuchten, Leben zu retten und Verschüttete zu befreien. Erschwerend kam hinzu, dass es nach dem Beben und dem Feuer zu einer Welle von Plünderungen und Gewalt kam. Die gesamte Stadt versank im Chaos. Letztendlich bedurfte es der US-Kavallerie, um für Ordnung zu sorgen. Insgesamt gab es bei dem Erdbeben von San Franciscos fast 3 000 Tote.

    Erdbeben San Francisco: Ursache

    Doch was war die Ursache des Erdbebens von San Francisco im Jahr 1906? Es ist die geografische Lage der Stadt, die direkt an der sogenannten San-Andreas-Verwerfung liegt. Die Besonderheit dieser Verwerfung besteht darin, dass sie nicht wie die meisten Plattengrenzen irgendwo am Grund der Ozeane verläuft, sondern offen sichtbar ist. Über ganze 1 300 Kilometer erstreckt sie sich längs durch den US-Bundesstaat Kalifornien und in seinem Kernbereich leben fast 20 Millionen Menschen. An den meisten Stellen bewegt sich die Verwerfung dabei relativ konstant und langsam, doch an anderen kann sie sich verhaken und dann durch ruckartige Verschiebungen heftige Erdbeben auslösen, wie in San Francisco 1906.

    Erdbeben San Francisco: Folgen und Aussichten

    Neben den mindestens 3 000 Toten infolge des Erdbebens von San Francisco wurden auch Hunderttausende Menschen obdachlos. Große Teile der Innenstadt wurden zerstört, was einen damals kaum vergleichbaren wirtschaftlichen Schaden anrichtete. Jedoch müssen die Bewohner rund um die San-Andreas-Verwerfung ständig mit der Gefahr weiterer Katastrophen rechnen.

Transkript 1906–das Erdbeben von San Francisco

Leben gebaut auf schwankendem Grund. San Francisco, Kalifornien. Schon zu Beginn des Jahrhunderts eine Stadt im Boom. Große Namen sollen ihr zu Glanz verhelfen. Enrico Caruso, Startenor aus der alten Welt gibt der jungen Stadt die Ehre: „Caruso war eine Schau. Er wohnte im Palace Hotel und man erlag seinem Charme.“ 17. April 1906, 8 Uhr abends: Spannung vor dem großen Auftritt. In der Metropolitan Opera wird Carmen gegeben. Caruso singt den Don José und bezaubert. Langsam erwacht diese Stadt nach diesem großen Abend wieder zum Leben. Ein ganz normaler Tag, so scheint es. Die Cable-Cars sind voll besetzt, wie immer. Raffaello Paolinelli ist Gemüsehändler. Seine Tochter Cora ein Jahrhundertkind, damals 6: „Mein Vater ging zum Markt Gemüse kaufen. An diesem Morgen war er sehr früh unterwegs. Meiner Mutter sagte er, er braucht soviel.“ 18. April 1906: 5:12 Uhr beginnt die Erde zu beben. „Das Haus wackelte furchtbar. Ich lag in einem Kinderbett, dass durch den ganzen Raum geworfen wurde. Und meine Mutter schrie: Das ist das Ende der Welt.“ Eines der größten Beben, das eine Großstadt je heimsuchte. Achtundvierzig Sekunden dauert der Alptraum. „Ich hatte Todesangst. Alle. Wir fürchteten, es würde noch ein Beben geben.“ Die Stadt liegt in Trümmern. Das große Rathaus nur noch ein Gerippe. Das Beben erreichte eine Stärke von 8,3 auf der Richterskala. Das entspricht der Wucht von sechs Millionen Sprengstoff. Das Palace Hotel: Hier wird Caruso von dem Beben überrascht. „Er öffnete das Fenster, klopfte sich auf die Brust und prüfte seine Stimme. Das war für ihn das Wichtigste.“ Der Startenor macht sich noch auf demselben Tag aus dem Staub. Die Zurückgebliebenen haben Angst vor einem Nachbeben. Es kommt. Feuer brechen aus in der gesamten Stadt. „Man dachte, alles halb so wild, man erkannte nicht, dass dieses Feuer drei Tage brennen würde.“ Die Feuerwehr ist machtlos, es fehlt an Löschwasser. Das Beben hat die Leitungen zerstört. Der Schriftsteller Jake London, Augenzeuge des Infernos schrieb: „In wenigen Stunden schmolz das Herz der Stadt.“ Dynamit gegen Feuer, Löschtrupps sprengen Schneisen, um den Flammen die Nahrung zu nehmen. Viele Häuser wurden gesprengt, die schwebelnden Trümmer schürten immer mehr Brände. Viele Menschen schliefen, als die Erde bebte. Tausende sind unter den Trümmern begraben, immer wieder stoßen Rettungstrupps auf Überlebende und sind oft ohnmächtig. „Das ist das Schlimmste, das ich je gesehen habe. In einem Hauseingang waren eine Mutter und ihr kleiner Sohn beklemmt. Man hat die beiden da nicht rausbekommen. Das Feuer kam immer näher. Da nahm die Mutter ihr Kind, vielleicht 7 Jahre alt, und schlug den Kopf immer wieder auf das Pflaster. Es sollte wenigstens die Flammen nicht mehr spüren. Man konnte ihnen einfach nicht mehr helfen.“ Das Feuer wütet mehrere Tage. Viele Menschen fliehen auf die Hügel vor der Stadt. Auch die Mutter von Cora Lucetti schließt sich mit ihren Kindern den Zug der Obdachlosen an, Coras Vater wird vermisst: „Wir standen oben und sahen die ganze Stadt brennen. Dort haben wir übernachtet. Die ganze Zeit flogen verbrannte Papierfetzen zu uns hinauf.“ Weltweit Entsetzen über das Beben. Die Bergungstrupps suchten weiter nach Überlebenden und machten schaurige Entdeckungen: Plünderer sind unterwegs. „Den toten Frauen nahmen sie die Eheringe weg oder hackten gleich den ganzen Finger ab.“ Da kommt die US-Kavallerie im Schießbefehl des Bürgermeisters und des Generals. Sie sorgten strikt für Ordnung. Die Armee machte kurzen Prozess. Plünderer wurden erschossen, ihre Leichen ins Feuer geworfen. Dutzende Exekutionen. Fast 3000 Menschenleben forderte das Beben. In den Parks der Stadt werden sie notdürftig verharrt, Ruhe finden sie nicht. Hunde streunten durch die Stadt, die hatten auch Hunger. Geruch der Leichen zog sie an, sie wühlten sie auf der Erde. In einem der Flüchtlingscamps wartete Cora Lucetti noch immer auf ihren Vater. Eines Nachmittags fährt der Wagen des Vaters die Straße entlang: „Der Wagen kam auf uns zu, ein anderer Mann lenkte ihn. Meine Mutter brach zusammen. Vater ist was zugestoßen, sagte sie. Er ist dort unten umgekommen.“ Zehn Tage nach dem großen Beben rollt die erste Cable-Car in das Zentrum der Stadt: San Francisco ist wieder erstanden. Die Bahn fuhr die Market Street hinunter und das war das Signal: Die Stadt hat überlebt. Die Bürger bauen ihre Stadt wieder auf, schöner, größer und laden die Welt zu sich ein. San Francisco ist Gastgeber der Weltausstellung 1915. Das große Beben ist Geschichte, doch die Traumstaat am Pazifik lebt in der Gefahr, ein solches Beben, ein „Big One”, kann jeder Zeit wieder geschehen.

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