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Lebenswelt Polis

Die Kultur des antiken Griechenlands war seiner Zeit weit voraus. Noch heute fußen die meisten Naturwissenschaften und Philosophien auf den Grundlagen der „alten Griechen“.

Inhaltsverzeichnis zum Thema

Zwischen Mythos und Realität

Die griechische Geschichte sorgt immer wieder für Verwirrung. Was genau ist eigentlich Mythologie und was Realität? Hier scheinen die Grenzen fließend zu sein, denn mythische Figuren haben in den Geschichten des Landes eine enorme Bedeutung und viele Namensgebungen von Städten und Regionen gehen auf sie zurück. Sieh dir beispielsweise die Geschichte von Odysseus an. Gut möglich, dass ein Odysseus aus Ithaka einst in Troja an der Seite großer Helden wie Achilles zu Felde zog, doch bewiesen ist das nicht. Die Abenteuergeschichte des Dichters Homers über die Odyssee des Odysseus gehört definitiv ins Reich der Mythologie. Solche Fälle findest du reichlich in einem Land, wo Götter und Menschen ein vermeintlich vom Menschen gar nicht so verschiedenes Leben führten. So erlagen auch die Götter ganz menschlichen Lastern und Schwächen oder sahen sie gar als Lebenszweck, wie zum Beispiel die Trunksucht des Dionysos, der Gott des Weines, oder Zeus' chronische Untreue. Interessanterweise sollen gerade aus seinen zahlreichen Liebschaften viele große Helden hervorgegangen sein.

Odyssee

Wer kennt sie nicht? – Persönlichkeiten der griechischen Antike

Alles andere als ein Mythos sind die Lehren des Sokrates. Sie dienen noch heute als Grundlage fast aller Naturwissenschaften. Das antike Griechenland war in Sachen Kunst, Literatur, Philosophie, Mathematik, Astronomie, Medizin und Architektur seiner Zeit weit voraus. Mehr noch: Eine derartige Entwicklungsstufe sollten die Bürger Europas bis ins späte Mittelalter kaum mehr erreichen.

Große Literaten, Dramaturgen und Geschichtsschreiber wie Homer, Hesiod, Sophokles oder Herodot, Naturwissenschaftler der ersten Stunde wie Euklid, Heraklit, Thales, Archimedes oder Pythagoras und die großen Philosophen Platon und Aristoteles prägten ihre Felder über Jahrhunderte hinweg! Auf den philosophischen Ausführungen eines Platon oder Aristoteles fußt zudem nahezu die gesamte Lehre des heutigen Abendlandes.

Platon

Der Hellenismus in alle Welt – Die Verbreitung der griechischen Kultur

Den Ursprung der griechischen Kultur sieht man heute gemeinhin auf Kreta, in der sogenannten Minoischen Kultur. Sie wurde nach dem mythischen König Minos benannt und war die frühste europäische Hochkultur. Die Epoche des Hellenismus (zu Deutsch Griechentum) beschreibt die Verbreitung der griechischen Kultur und des griechischen Denkens, also von der Sprache und Schrift bis hin zu den Gedanken und Traditionen der alten Griechen. Begonnen hat diese Phase in etwa mit den Eroberungszügen Alexander des Großen 336. v. u. Z. und endete mit dem Untergang des ägyptischen Ptolemäerreichs 30 v. u. Z. Doch nicht nur durch Eroberungszüge breiteten sich die Grundzüge griechischer Kultur aus. Auch der Handel und der interkulturelle Austausch trugen ihren Teil dazu bei.

Weitere kulturelle Errungenschaften Griechenlands

Hier kommt dir bestimmt sofort das bedeutendste Sportevent der Welt in den Sinn – die Olympischen Spiele. Sie machten Griechenland bereits vor Tausenden von Jahren über die Ländergrenzen hinweg bekannt. An den Spielen teilnehmen durften jedoch nur griechische Kämpfer. Dies änderte sich erst ab 146 v. u. Z. durch die Eroberung Griechenlands durch die Römer.

Auch die griechische Architektur und Stadtplanung galt lange Zeit als maßgebend, denke nur an die Akropolis in Athen, die immer noch zahlreiche Besucher anzieht. Überhaupt könnte die Liste griechischer Errungenschaften nahezu ewig weiter geführt werden: Der Koloss von Rhodos gehört sogar zu einem der sieben Weltwunder der Antike, das griechische Theater gilt als Ursprung des abendländischen Schauspiels, die Demokratie hat ihre Vorläufer in den damaligen Stadtstaaten Griechenlands und der Hippokratische Eid ist noch heute das heilige Prinzip eines jeden Mediziners.

Mediziner

Die griechische Gesellschaft als Wegbereiter des Fortschritts

Doch warum entwickelte sich gerade hier eine derart blühende Kultur- und Wissenschaftslandschaft? Ein Grund für die Überlegenheit der griechischen Kultur lag in der Gesellschaftsform: Griechenland wird auch als die „Wiege der Demokratie“ bezeichnet. Ihre sich selbstregierenden Stadtstaaten – die sogenannten Poleis – waren die ersten demokratisch verwalteten Regierungen der Welt. Da die Grundbedürfnisse schnell sichergestellt werden konnten und auch der Handel florierte, schuf man so mündige, engagierte und aktive Bürger. Und diese sind stets die Grundlage für kulturellen Erfolg. Daran hat sich auch bis heute nicht viel geändert!

Zwar wurde Griechenland letzten Endes von den militärisch überlegenen Römern besetzt, doch die gemeinsame Kultur verband die Griechen über Jahrhunderte mit sich und der Welt. Typische Ideale wie die Ausgewogenheit von Körper und Geist, das Streben nach Schönheit und Maß oder eine umfassende Bildung verloren nie ihren Reiz. Vor allem in der Renaissance, die diese Ideale wieder aufgriff, dienten sie abermals als Motor für einen Entwicklungssprung der Menschheit. Ihre Ideen von Idealismus, Demokratie und Fortschritt haben sich bis in unsere heutige Zeit gehalten. Wahrhaft große Fußstapfen!