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Sprachkritik

In der Sprachkritik werden Sprache und ihre Folgen aus drei Hauptperspektiven betrachtet: Erkenntnistheorie, Soziologie und Sprachpflege. Die Erkenntnistheorie untersucht die Grenzen der Sprache, die Soziologie analysiert gesellschaftliche Konsequenzen und die Sprachpflege betont die Bedeutung von Klarheit und Richtigkeit. Interessiert? Das und mehr erfährst du im folgenden Text!

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Die Autor*innen
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Tim Weichselfelder
Sprachkritik
lernst du in der Oberstufe 5. Klasse - 6. Klasse - 7. Klasse - 8. Klasse - 9. Klasse

Sprachkritik Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Sprachkritik kannst du es wiederholen und üben.
  • Nenne die Forschungs- und Praxisbereiche, in denen Sprachkritik eine Rolle spielt.

    Tipps

    Sprache konstruiert Wirklichkeit und reproduziert soziale Ungleichheit. Welche Wissenschaften könnten sich daher für Sprachkritik interessieren?

    Lösung
    • Sprachkritik findet sich in der Philosophie der Erkenntnis, der Epistemologie, wieder. Denn Sprache wird benutzt, um Wissen zu schaffen und weiterzugeben. Die Epistemologie geht davon aus, dass wir nur begreifen können, was wir begrifflich machen, was wir also mit Wörtern benennen und verbinden können. Sprache macht also Erkenntnis möglich und begrenzt sie zugleich.
    • Die Soziologie deckt z. B. auf, welche Ungleichheiten zwischen Menschen politisch oder kulturell produziert werden. Diese Ungleichheiten finden sich auch in der Sprache. In vielen sprachlichen Akten und Wortschöpfungen werden z. B. Frauen unterdrückt und Männer bevorzugt. Die feministische Sprachkritik findet sich hier wieder.
    • Drittens kann man Sprache als Instrument zur Verständigung betrachten. Dieses Instrument muss gereinigt, gewartet und gepflegt werden, weil sie sonst durch Sprachentwicklungen (z. B. Aufnahme von Anglizismen, Jugendsprache etc.) unverständlich wird. Die Sprachpflege hilft dabei, die Sprache verständlich zu halten.
  • Beschreibe die verschiedenen Haltungen, die Vertreter der Sprachpflege einnehmen.

    Tipps

    Übersetze dir die Namen der Haltungen falls bekannt ins Deutsche. Mit dem Namen kannst du auf den Inhalt der Kritik schließen.

    Lösung

    Die deutsche Sprachpflege nimmt drei Haltungen ein, die unterschiedlich motiviert sein können:

    • Die konservative Haltung ist häufig elitär. Sie kritisiert den von ihr wahrgenommenen Sprachverfall der Deutschen, der durch SMS-, Medien- und Computersprache eingeleitet wurde. Ihre Norm ist dabei die hohe Sprache deutscher Dichter, Philosophen und Theologen wie z. B. Goethe oder Luther, also Personen, die das Deutsche stark beeinflusst und geprägt haben.
    • Die puristische Haltung ist häufig nationalistisch. Ihre Annahme beruht auf dem Glauben, dass es eine abgeschlossene und reine deutsche Sprache geben könnte, die keine Wörter (also Fremdwörter oder Lehnwörter wie z. B. Anglizismen) von außen aufgenommen hat. Da aber auch das Deutsche historisch gesehen auf anderen Sprachen fußt, die wiederum von anderen beeinflusst wurden, und weil Sprachen wie Kulturen am lebendigsten sind, wenn sie sich vermischen, ist diese Annahme illusorisch.
    • Die historische Haltung der Sprachpflege will unnötige und unlogische Verwendungen der Wörter vermeiden, indem sie auf die Sprachwurzel des Wortes zurückkommt. Neu renovieren ist z. B. eine Verdoppelung, weil in renovieren das neu bereits enthalten ist.
  • Bestimme, welcher Fachbereich welche Aspekte der Sprache kritisiert.

    Tipps

    Die marxistische Theorie beschäftigt sich mit Klassengegensätzen und einem mangelnden Bildungs- und Ressourcenzugang unprivilegierter Klassen.

    Ziel der postkolonialen Sprachkritik ist es, Begriffspaare zu dekonstruieren, um das damit ausgedrückte Machtgefälle aufzulösen.

    Lösung
    • Die Gender-Theorie kritisiert sexistische Sprache, die Geschlechter abwertet und diskriminiert.
    • Die postkoloniale Theorie kritisiert eurozentrische Konzepte wie Orient und Exotik in der Sprache, weil sie Theorien und Wahrnehmungsformen entstammen, bei denen das europäische Abendland als absolute kulturelle und politische Bezugsgröße gesetzt wird. Andere Gruppen von Menschen werden aufgrund ihrer kulturellen Differenz anders bewertet und in Verbindung gebracht mit Irrationalität und fehlender Zivilisiertheit.
    • Die Erkenntnistheorie kritisiert Begriffe der Philosophie, in denen eine bestimmte Weltsicht und Ideologie stecken, sowie Sprache ganz allgemein aufgrund ihrer unzureichenden Perfektion zur Abbildung der Wirklichkeit.
    • Die marxistische Theorie beschäftigt sich mit Klassengegensätzen und einem mangelnden Bildungs- und Ressourcenzugang unprivilegierter Klassen.
    • Die Rhetorik deckt Strategien der Beeinflussung in Werbung und Politik auf und kann Neologismen als Euphemismen enttarnen.
    • Die Sprachpflege beschäftigt sich mit Wörtern und Ausdrücken, die die Sprache unverständlich machen und die eigentlich nicht notwendig sind.
  • Bestimme einige der Wortfelder, die aufgrund ihrer reduzierenden oder abschätzigen Funktion kritisiert werden.

    Tipps

    Stereotype generalisieren eine Gruppe, indem sie ein oder mehrere Merkmale als konstituierend für die Gruppe herausstellen.

    Diffamierungen sind Verleumdungen von Gruppen und Personen in Form von Schimpfwörtern und Begriffen mit eindeutig negativer Wertung.

    Stereotype Wörter können je nach Interpretation auch diffamierend verstanden werden, z. B. ist „Zigeuner“ zugleich die Reduktion einer Gruppe auf ein bestimmtes Merkmal (Stereotyp) und es wird als Schimpfwort benutzt (Diffamierung). In der Aufgabe soll es als Stereotyp markiert werden.

    Lösung

    Diffamierungen, Euphemismen und Stereotypen sind einige Wortfelder, die durch die Sprachpflege kritisiert werden. In der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland wurde die Sprache verstärkt genutzt, um bestimmte Gruppen von Menschen zu diskriminieren und menschenverachtende Methoden zu verharmlosen. Daher lassen sich in der Sprache dieser Zeit verstärkt diese Wortfelder beobachten:

    • Diffamierungen sind dabei am einfachsten zu erkennen, denn sie machen meist sehr offensichtlich, dass jemand herabgewertet wird. Das passiert so z. B. bei „Schnorrer“, „Penner“ oder beim nationalsozialistischen Terminus „Schwarze Schmach“.
    • Stereotype hingegen generalisieren eine gesamte Gruppe, indem sie ein oder mehrere Merkmale als konstituierend für den gesamten Menschen hinstellen. Menschen, die Anhänger der jüdischen Religion sind, werden so nur noch als Juden gesehen, obwohl sie eventuell auch Arbeiter, Professoren, Briten etc. sind. Auch beim Begriff „Zigeuner“ wird eine bestimmte kulturelle Verhaltensweise hervorgehoben. Der Begriff wird zugleich oftmals diffamierend, also abwertend, genutzt.
    • Mit Euphemismen werden eigentlich negative Sachverhalte und Handlungen positiv ausgedrückt. Sie sind sehr häufig in der Politik anzutreffen, denn hier geht es um Ideologie, um verschiedene Weltsichten, und daher um verschiedene Bezeichnungen ein- und derselben Sache. Die Begriffe „Endlösung“, „Volksgemeinschaft“ oder „Rassenhygiene“ gehören dem Wortfeld der Euphemismen an. Auch „Umsiedlungen“ klingt weitaus besser als das, was es eigentlich für die betroffenen Menschen bedeutete: unter anderem den Transport in Vernichtungslager.

  • Bestimme die Punkte, mit denen sich die philosophische und soziologische Sprachkritik befassen.

    Tipps

    Was ist der Unterschied zwischen Wahrnehmen und Erkennen? Welche Aufgaben für das Denken übernimmt die Sprache?

    Mit welchem Gegenstand beschäftigt sich die Soziologie vor allem? Anhand welcher Ideale kritisiert sie bestimmte Beziehungen?

    Lösung

    Sprachkritik findet sich u.a. in der Epistemologie und in der Soziologie:

    • In der epistemologischen Lehre von der Erkenntnis bekommt Sprache die Funktion, die Erkenntnis zu leiten – ohne Sprache gibt es also kein Erkennen. Wahrnehmen kann man hingegen sehr gut ohne Sprache, denn Wahrnehmung hat noch nichts mit Bedeutung zu tun. Erst wenn man etwas erkannt hat, also wiedererkennt, greifen wir auf die Sprache zurück – zum Vergleichen, Zusammenfügen, Einordnen, Speichern, Abrufen oder Erinnern.
    • Die Soziologie ist problemorientierter. Sie ist an Idealen wie der Gleichheit und Gerechtigkeit ausgerichtet und unternimmt unter dieser Führung den Versuch, Ungleichheiten auch in der Sprache auszugleichen. Denn häufig haben mächtigere Personen auch mehr Macht zur Definition – und jeder weiß, wie schlimm und ausgrenzend es sein kann, wenn man beleidigt oder abgewertet wird.
    • Ein Unterbereich der Soziologie ist die feministische Sprachkritik. Die Diskriminierung von Frauen spiegelt sich auch in der Sprache wider. Beim Gebrauch der Sprache reproduzieren und verstärken wir Ungleichheiten, geben also sprachlich unsere Zustimmung zur ungerechten Grenzziehung zwischen Geschlechtern. Sprachkritik ist jedoch nicht das einzige Mittel zur Schaffung von gerechteren Verhältnissen – rein durch Sprache kann nicht alles gelöst werden; allzu häufig sind auch andere Handlungen nötig.

  • Nenne die politisch korrekte Version der Wörter.

    Tipps

    Überlege, welche negativen Bezeichnungen du im Alltag, in Zeitungen oder in der Schule zu den Gruppen von Menschen gehört hast.

    Lösung

    Diskriminierende und marginalisierende Sprachstrukturen müssen dekonstruiert werden, denn sie reproduzieren soziale und politische Ungleichheit. Die Verwendung von Sprache muss dort kritisiert und verändert werden, wo bestimmte Gruppen von Menschen durch sie ausgegrenzt oder abschätzig bewertet werden. „Politisch korrekte Sprache“ könnte eigentlich auch als „neutrale“ oder „gleichberechtigte“ Sprache verstanden werden.

    • Manche Begriffe zeigen eine große Nähe zu Beleidigungen, Asylant ist zum Beispiel sehr ähnlich zu Querulant oder Simulant ist; stattdessen verwendet man das Wort Asylsuchender.
    • Bei der Verwendung der Wortgruppe Mensch mit Migrationshintergrund statt Ausländer/Einwanderer wird die Perspektive verschoben. Ausländer/Einwanderer nimmt die die Perspektive des Einwohners eines nationalstaatlich oder ähnlich begrenzten Gebildes auf Menschen ein, die in dieses Land gekommen sind. Es verstärkt die Abgrenzung zwischen Einheimischen und Ausländern. Mensch mit Migrationshintergrund bedeutet, dass ein Mensch seine Familie in einem anderen Land hat oder dass er/sie aus anderen Ländern in ein neues Land gereist ist. Migration wird dabei neutral gewertet, als natürliche kulturelle Praxis.
    • Neger/Mohren/Farbige sind Bezeichnungen aus eindeutig rassistischen Diskursen. Stattdessen verwendet man die Begriffe nicht oder bezieht sich auf die Herkunft eines Menschen, z. B. Afro-Amerikaner oder Afro-Europäer/Afro-Deutsche. Aber Achtung!: Auch diese Begriffe schaffen Unterschiede zwischen Menschen, die nicht begründet sind.