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„Schachnovelle“ – Interpretationsansatz und Rezeptionsgeschichte (Zweig)

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„Schachnovelle“ – Interpretationsansatz und Rezeptionsgeschichte (Zweig)
lernst du in der Oberstufe 7. Klasse - 8. Klasse - 9. Klasse

Grundlagen zum Thema „Schachnovelle“ – Interpretationsansatz und Rezeptionsgeschichte (Zweig)

Inhalt

Die Schachnovelle – Entstehungsgeschichte

Wie entstand die Schachnovelle? Die Novelle ist das letzte Werk des deutschsprachigen Schriftstellers Stefan Zweig (1881–1942). In Österreich geboren und aufgewachsen, floh der Sohn jüdischer Eltern 1934 vor den Nationalsozialisten nach England. 1939, zu Beginn des zweiten Weltkrieges, nahm er die britische Staatsbürgerschaft an. Ab 1940 lebte und arbeitete er im brasilianischen Exil.

Entstehung und autobiographische Bezüge der Schachnovelle

Wann hat Stefan Zweig die Schachnovelle geschrieben? Der Entstehungszeitpunkt der Schachnovelle liegt im Jahr 1941. Oft wird gefragt, ob die Schachnovelle eine wahre Geschichte ist. Stefan Zweig spielte selbst gerne in seiner freien Zeit große Partien nach. Autobiographische Bezüge hat aber vor allem der gesundheitliche Zustand, den die Figur Dr. B. in Isolationshaft erlebt. Nachdem Stefan Zweig seine Heimat verlassen musste, fühlte nämlich auch der Autor eine innere Leere in seinem Exil. Er litt unter einer Depression und nahm sich schlussendlich das Leben.

Die Schachnovelle von Stefan Zweig – inhaltliche Interpretation

Wie interpretiert man die Schachnovelle? Bei der Analyse der Schachnovelle sind vor allem zwei Aspekte wichtig:

  • Stefan Zweigs Novelle ist eine psychologische Erzählung.
  • Sie reflektiert die Zeit des Nationalsozialismus.

Die Schachnovelle als psychologische Erzählung

Bei der Schachnovelle spielt die Psychologie eine wichtige Rolle. Es handelt sich daher um eine sogenannte psychologische Erzählung. Darin wird deutlich, wie der Protagonist Dr. B. in der Isolationshaft eine Persönlichkeitsspaltung erlitten hat. Um der mentalen Leere sowie der Einsamkeit und damit dem Wahnsinn zu entgehen, beginnt er, vor allem im Kopf Schachpartien zu spielen. Dabei übernimmt er sowohl die Rolle des Spielers als auch des Gegenspielers, also der schwarzen und der weißen Figuren. Während der Haft erleidet er eine Persönlichkeitsspaltung und wird zu einer multiplen Persönlichkeit. Die Erkrankung droht an Bord des Schiffes beim Schachspiel gegen den Schachweltmeister Czentovic erneut auszubrechen.

Interpretationsansatz und Rezeptionsgeschichte der Schachnovelle

Stefan Zweig erklärt in seiner Novelle auch die psychischen Verfassungen weiterer Figuren:

  • Der wohlhabende und geistlose Tiefbauingenieur McConnor wird von der Idee beherrscht, stets siegen zu müssen.
  • Schachweltmeister Czentovic ist ein ungebildeter Mensch mit wenig intellektueller Begabung. Seine Art zu spielen wirkt mechanisch und kalt wie reine Mathematik.

Die Schachnovelle als Mahnmal

Warum wurde die Schachnovelle geschrieben? Die gesamte Handlung verfolgt den Zweck, die psychischen Folgen von Folter im Nationalsozialismus aufzuzeigen. So symbolisiert das Leiden von Dr. B. in der Einzelhaft das Schicksal aller Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt und misshandelt wurden. Die Novelle dient in diesem Sinne als Mahnmal.

Das Schachspiel hat dabei eine doppelte Bedeutung:

  • Das Schachspiel ist der Strohhalm, an den sich Dr. B. klammert, um dem Wahnsinn zu entgehen.
  • Im mechanischen Spiel des Weltmeisters Czentovic zeigt sich, dass Schach eine Beschäftigung ist, in der es nur um Sieg oder Niederlage geht. Für Stefan Zweig hat es kein Ziel.

Was sagt die Schachnovelle aus?

Der rücksichtlose McConnor und der nach Macht und Gewinn strebende Czentovic symbolisieren die Ideale der Nationalsozialisten. Sie bestehen darauf, dass Dr. B. Schach spielt. Dass dieses Spiel seine psychische Störung erneut auslösen kann, ist ihnen gleichgültig. Beide fixieren sich allein auf eine Sache. Sie sind also monomanische Menschen. Dr. B., der dagegen Werte wie Humanität und Intelligenz verkörpert, ist dem Druck nicht gewachsen.

In der folgenden Tabelle werden drei zentralen Figuren noch einmal gegenübergestellt:

McConnor Czentovic Dr. B.
geistlos ungebildet intelligent
besessen vom Wunsch zu siegen spielt mechanisch und kalt human

Die Schachnovelle – Rezeptionsgeschichte

Nach einer portugiesischen Auflage erschien die Schachnovelle in deutscher Sprache in Höhe von 300 Exemplaren erstmals 1942 in Buenos Aires im Verlag Kramer-Pigmalión. Ein Jahr später gab der Verlag Bermann-Fischer die erste größere Auflage in Stockholm heraus. Zu diesem Zeitpunkt war Stefan Zweig bereits nicht mehr am Leben. Er hatte sich im Februar 1942 das Leben genommen.

Die Schachnovelle ist heute das bekannteste Buch von Stefan Zweig. Von der Novelle wurden bislang weit mehr als eine Million deutschsprachiger Exemplare verkauft. Darüber hinaus ist das Werk in mehr als 40 weiteren Sprachen erhältlich.

Im Jahr 1960 wurde die Schachnovelle in Deutschland erstmals verfilmt. Der Schauspieler Curd Jürgens (1915–1982) übernahm die Rolle des Dr. B. Seit dem Jahr 2021 existiert eine Neuverfilmung. Der Regisseur Philipp Stölzl schuf ein Filmdrama mit dem deutschen Schauspieler Oliver Masucci in der Hauptrolle. Der Film erhielt viele Auszeichnungen, darunter den Friedenspreis des Deutschen Films.

Transkript „Schachnovelle“ – Interpretationsansatz und Rezeptionsgeschichte (Zweig)

Die "Schachnovelle" wurde zunächst in der deutschen Originalsprache publiziert, jedoch außerhalb Deutschlands und Österreichs. Hier regierten noch immer die Nationalsozialisten, vor denen Stefan Zweig als Sohn jüdischer Eltern und unerwünschter Schriftsteller geflohen war. Zunächst erschien eine Liebhaberausgabe mit einer Auflage von 300 Exemplaren. Dies geschah im Dezember 1942 in Buenos Aires bei dem Verlag Kramer-Pigmalión. 1943 wurde die erste größere Auflage in Stockholm bei Bermann-Fischer herausgegeben. Der Text wurde von Ben Hübsch ins Englische übersetzt und in New York 1944 veröffentlicht. Die "Schachnovelle" kann als psychologische Erzählung interpretiert werden. Durch die Isolationshaft, die geistige Unterforderung, die Einsamkeit und schließlich durch das Schachspiel mit beiden Rollen als Spieler und Gegenspieler in einer Person, entwickelt der Protagonist Dr. B. eine Spaltung seiner Persönlichkeit. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von multipler Persönlichkeit. Die Ursachen und die Folgen der Erkrankung bis hin zu ihrem erneuten Ausbruch an Bord des Schiffes werden in der Novelle durchleuchtet. Auch die Geistlosigkeit von McConnor und Czentovic ist psychologisch relevant. McConnor ist durch Reichtum und dem Streben danach, besessen vom Sieg - auch auf Kosten anderer. Czentovic ist von minderen intellektuellen Qualitäten. Seine einseitige Begabung im Schachspiel wird als mechanisch und kalt geschildert, als Mathematik ohne Ziel. Es ist eine Kunst, die nichts erschafft außer Sieg und Niederlage. Die Novelle ist auch ein Mahnmal für den von den Nationalsozialisten politisch Verfolgten, der an den Folgen der Misshandlung zu zerbrechen droht. Dr. B.'s Erzählung nimmt eine wichtige, zentrale Stellung in der Novelle ein. Sie ist der eigentliche Erzählanlass. Der gesamt Entwurf der Figuren und ihrer Beziehungen und Handlungen dient einzig dem Zweck, Dr. B. ein literarisches Denkmal zu setzen. Es wird gezeigt, was Exil für die bedeutet, die es erleiden mussten. Auch die Idee des Schachspiels in seiner Doppelbedeutung hat diese Funktion. Es ist einerseits Rettung in der Not und andererseits Raum für das mechanische oder besessene Streben nach dem Sieg ohne Ziel. Erst die Rückschau Dr. B.'s verleiht der Novelle ihren zeitgeschichtlichen Bezug und damit ihre politische Relevanz. Dr. B. ist der Protagonist, der Zweigs Plädoyer für Humanität, Intelligenz und den Geistesmenschen verkörpert. Diese Novelle scheint stellvertretend für alle Menschen geschrieben worden zu sein, die dem Regime der Nationalsozialisten ausgesetzt waren. McConnor in seinem Streben nach Macht, Sieg und Reichtum sowie Czentovic in seinem geistlosen, mechanischen Funktionieren können als stellvertretend für die Nationalsozialisten gesehen werden. Sie sind es, die die durch die Nationalsozialisten verursachte psychische Störung in Dr. B. wieder wach rufen. Dr. B. unterliegt am Ende, der Druck ist zu groß. Die Welt des kultivierten Geistes und der Humanität ist zu Ende, seit die Nationalsozialisten an der Macht sind. McConnor, Czentovic und Dr. B. sind monomanische Menschen, das heißt, sie sind einseitig auf eine Sache fixiert. Czentovics Defekt ist angeboren, er kann nichts außer Schachspielen, eine Kunst, die nichts produziert. McConnor hat sich durch Streben nach Reichtum zum Egozentriker entwickelt, der nichts kennt als den Sieg. Dr. B. hat sich die monomanische Fixierung auf das Schachspiel in der Haft aneignen müssen. Stefan Zweig verarbeitet in der Schachnovelle seine eigenen Erfahrungen zur Zeit des Nationalsozialismus. Er lässt Dr. B. die gleiche Einsamkeit und Machtlosigkeit nachempfinden, die ihn einst selbst so quälten. Die Novelle wurde insgesamt in mehr als 40 Sprachen übersetzt und 1960 mit Curd Jürgens in der Hauptrolle verfilmt. 1974 erschien die deutsche Taschenbuchausgabe. Seither entwickelt sich die "Schachnovelle" zu einem Bestseller auf dem deutschsprachigen Buchmarkt: 1.200.000 Exemplare wurden bisher verkauft.

„Schachnovelle“ – Interpretationsansatz und Rezeptionsgeschichte (Zweig) Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video „Schachnovelle“ – Interpretationsansatz und Rezeptionsgeschichte (Zweig) kannst du es wiederholen und üben.
  • Fasse wichtige Aussagen zur „Schachnovelle" zusammen.

    Tipps

    Der Autor der „Schachnovelle", Stefan Zweig, floh als Sohn jüdischer Eltern aus Nazi-Deutschland.

    Die Figur des Dr. B. entwickelt in der Novelle eine gespaltene Persönlichkeit.

    Lösung

    Die „Schachnovelle" des jüdischen Autors Stefan Zweig wurde zwar in der deutschen Originalsprache veröffentlicht, jedoch außerhalb Deutschlands und Österreichs. Hier regierten die Nationalsozialisten und Zweig galt als unerwünschter Schriftsteller, zumal er in seiner „Schachnovelle" durch die Figur des Doktor B. auch ein Mahnmal für den politisch Verfolgten setzte. Die „Schachnovelle" gilt dabei gemeinhin als eine psychologische Erzählung. Die Themen der Isolationshaft, der geistigen Unterforderung, der Einsamkeit und des Spiels mit zwei Rollen nehmen hier zentrale Stellungen ein.

  • Beschreibe die Figuren aus der „Schachnovelle".

    Tipps

    Unter multipler Persönlichkeit versteht man eine Spaltung der Persönlichkeit.

    Alle drei Figuren sind monomanisch geprägt, d.h. einseitig auf eine Sache fixiert.

    Lösung

    Folgendes solltest du über die drei Figuren in der „Schachnovelle" wissen:

    • Dr. B entwickelt im Laufe der Novelle eine multiple Persönlichkeit, der er am Ende unterliegt. Dies soll symbolisieren, dass die kultivierte Welt des Geistes und die Humanität unter der Herrschaft der Nazis zu Ende gehen. Während seiner Haft hat er sich das Schachspiel fast schon monomanisch angeeignet.
    • Der egozentrische McConnor strebt nach Macht, Reichtum und den Sieg beim Schachspiel. Dabei geht er auch über Leichen.
    • Marko Czentovic kann nichts außer Schach spielen. Es ist eine Kunst, die er perfekt beherrscht, ohne dass er dabei etwas außer den Sieg produziert.
  • Schildere die Doppelbedeutung des Schachspiels in der Novelle.

    Tipps

    Warum wird dem Schachspiel so eine große Bedeutung eingeräumt? Wofür steht es stellvertretend?

    Lösung

    Dem Schachspiel kommt in Zweigs Novelle eine Doppelbedeutung zu:

    • Dr. B kann dank des Schachspiels seine Isolationshaft überstehen, wird durch die Figuren des McConnor und des Mirko Czentovic jedoch wieder daran erinnert und erleidet eine multiple Persönlichkeitsstörung.
    • Durch die Figuren des McConnor und des Mirko Czentovics wird das Schachspiel als etwas mechanisches dargestellt, praktisch als eine Kunst, die nicht weiter produziert als Sieg oder Niederlage.
  • Erschließe die autobiographischen Züge in Stefan Zweigs „Schachnovelle".

    Tipps

    Als Sohn jüdischer Eltern war die NS-Herrschaft für Zweig eine Bedrohung. Wie stellt er das in der Novelle dar?

    Lösung

    Die „Schachnovelle" ist nicht nur psychologisch, sondern auch politisch angehaucht. Durch die Figur des Doktor B. verarbeitet Zweig seine eigenen Erfahrungen mit dem NS-Regime. Dr. B muss dabei ähnlich wie Zweig die gleiche Einsamkeit und Machtlosigkeit durchleben. Zweig war dabei bereits vor dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Österreich 1938 ins Exil geflohen.

    Quelle des Textauszugs: http://www.ciando.com/img/books/extract/3159600777_lp.pdf (Stand vom 17.09.2017)

  • Stelle die inhaltliche Struktur der Novelle dar.

    Tipps

    Die Binnenhandlung wird von der Rahmenhandlung eingebettet.

    Lösung

    Zu den Merkmalen einer Novelle zählt die Strukturierung des Inhalts in eine Rahmenhandlung, in die die eigentliche Handlung, die Binnenhandlung, eingebettet wird.

    Die Rahmenhandlung der Novelle bildet die Schiffsfahrt von New York nach Buenos Aires im Jahre 1942. An Bord befindet sich der Schachweltmeister Mirko Czentovic. Dem Erzähler gelingt es am Ende der Reise, eine Partie zwischen den beiden zu organisieren. Zuvor setzt jedoch der Egozentriker McConnor alles daran, gegen den amtierenden Schachweltmeister Czentovic zu spielen. Nach seiner Niederlage fordert er Revanche, wird dabei jedoch von Dr. B abgelöst.

    Innerhalb von zwei Rückblenden erfährt der Leser dabei zum einen, dass der Schachweltmeister Mirko Czentovic als slawisches Waisenkind von einem Pfarrer groß gezogen wurde. Obwohl er eine große Begabung im Schachspiel hat, wird er sonst als zurückgeblieben beschrieben.

    Die zweite Rückblende und eigentliche Binnenhandlung der Novelle bildet Dr. Bs Schicksal während der Einzelhaft. Ihm gelang es, ein Schachbuch zu stehlen, womit er sich autodidaktisch das Spiel beibrachte.

  • Erkläre anhand des folgenden Zitats, warum das Schachspiel eine multiple Persönlichkeit ausbilden kann.

    Tipps

    Worin besteht der Unterschied der Figuren Mirko Czentovic und Dr. B in Bezug auf das Schachspiel?

    Lösung

    In dem Textauszug aus der „Schachnovelle" macht Zweig auf die Paradoxie des Schachspiels aufmerksam. Auf der einen Seite entwickelt sich die Strategie von Schwarz und Weiß in zwei verschiedenen Köpfen völlig unterschiedlich. Geht man nun einmal davon aus, dass Schwarz und Weiß von der selben Person verkörpert wird, setzt das ein Doppeldenken, d.h. eine Spaltung des Bewusstseins voraus. Während Mirko Czentovic dazu mechanisch in der Lage ist, löst diese Anforderung in Dr. B eine multiple Persönlichkeitsspaltung hervor.

    Quelle des Textauszugs: Zweig, Stefan (1991): Schachnovelle. Frankfurt am Main, S. 66f.

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