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Novelle – Überblick

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Team Digital
Novelle – Überblick
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Grundlagen zum Thema Novelle – Überblick

Inhalt

Kurz erklärt: Was ist eine Novelle?

Die literarische Gattung Novelle ist ihrer Definition zufolge eine kurze bis mittellange Erzählung. Es handelt sich um einen Fließtext, also um eine Prosaform. Laut Begriffserklärung stammt das Wort Novelle vom italienischen Wort novella ab, was so viel wie „Neuigkeit“ bedeutet.

Entstehung von Novellen

Die erste Novellensammlung schrieb Giovanni Boccaccio in der Zeit der Renaissance ungefähr im Jahr 1349. Die Novellensammlung heißt Decamerone, was „Zehntagewerk“ bedeutet. Danach wurden Novellenzyklen in ganz Europa populär, bis sie von einzelnen Novellen abgelöst wurden.

Die Novelle – Kennzeichen, Aufbau und Leitmotiv

Was ist typisch für eine Novelle? Die erste Besonderheit, die eine Novelle aufweist, liegt in der Konfrontation eines Menschen mit einem schicksalhaften Ereignis. Dadurch entsteht ein zentraler Konflikt, der meist aus dem Zusammenstoß zwischen Realem und Außergewöhnlichem besteht. Die sich ereignende außergewöhnliche Begebenheit wird zum Mittelpunkt der Novelle. Sie ist das entscheidende Ereignis. Dabei kann es sich zum Beispiel um die Hochstapelei des Schneidergesellen Wenzel Strapinski in Kleider machen Leute (1856) von Gottfried Keller oder um den Mord am Juden Aaron in Die Judenbuche (1842) von Annette von Droste-Hülshoff handeln.

Oft hat die Novelle eine Rahmenhandlung, in die eine Binnenhandlung eingebettet ist. Außerdem wird die Novelle durch einen geradlinigen Handlungsverlauf ausgezeichnet, der sich zielgerichtet zunächst auf den Höhepunkt und dann auf das Ende zubewegt. Die Novelle weist außerdem eine geschlossene Form auf. Sie hat also keine Parallelhandlung. Sie wird zu einem großen Teil stark gerafft erzählt. Es gibt wenige Figuren, die nur knapp gezeichnet werden.

Novelle – Merkmale im Überblick

Aufbau der Novelle

Der Aufbau der Novelle ist dem Aufbau eines Dramas ähnlich. Ähnlich wie das Drama verfügt die Novelle über eine geraffte Exposition, gefolgt von der Steigerung der Handlung, einem konzentriert herausgearbeiteten Höhe- und Wendepunkt und dem Abfall und dem Abklingen der Handlung.

Dingsymbol und Leitmotiv in Novellen

Die geschlossene Form wird bei der Novelle erreicht durch:

Das Leitmotiv Dieses zieht sich durch die gesamte Handlung und verdeutlicht, was der Autor oder die Autorin mithilfe der Erzählung sagen will.

Das Dingsymbol Zu einem Dingsymbol werden in der Literatur Gegenstände oder Lebewesen, die den Sinnzusammenhang des Werkes verdeutlichen. Ein solches Dingsymbol enthält bereits Boccaccios Werk Das Decamerone. Darin geht es um einen Ritter, der eine adlige Dame liebt. Um sie zu beschenken, hat er bereits sein ganzes Vermögen verschwendet. Nun setzt er ihr einen Falken, der sein letzter Besitz war, zur Speise vor. Dadurch ist die Dame so gerührt, dass sie in eine Heirat einwilligt. Sie macht den verarmten Ritter also zum Herren ihres gesamten Vermögens. Der Falke wird zum Symbol der gesamten Handlung. Daher stammt der Begriff Falkentheorie, nach der jede Novelle einen Konflikt haben muss, der durch ein Dingsymbol veranschaulicht werden kann.

Merkmale einer Novelle in Stichpunkten

Diese folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Merkmale einer Novelle:

  • Konfrontation mit einem schicksalhaften Ereignis
  • zentraler Konflikt, der meist aus dem Zusammenstoß zwischen Realem und Außergewöhnlichem besteht
  • unerhörte Begebenheit im Mittelpunkt der Novelle
  • Rahmenhandlung, in die eine Binnenhandlung eingebettet ist
  • geradliniger Handlungsverlauf, der sich zielgerichtet zunächst auf den Höhepunkt und dann auf das Ende zubewegt
  • stark gerafft
  • geschlossene Form (keine Parallelhandlung, stark gerafft) durch Leitmotiv oder Dingsymbol
  • im Aufbau dem Drama ähnlich
  • wenige und knapp gezeichnete Figuren

Die bekanntesten Autorinnen und Autoren von Novellen

In Deutschland war Johann Wolfgang von Goethe der erste Autor eines bedeutenden Novellen-Zyklus. Er heißt Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten und stammt aus dem Jahr 1795.

Andere Beispiele bekannter Novellen sind:

  • Die Judenbuche von Annette von Droste-Hülshoff (1842)
  • Kleider machen Leute von Gottfried Keller (1856)
  • Bahnwärter Thiel von Gerhart Hauptmann (1888)
  • Die Schachnovelle von Stefan Zweig (1942)
  • Ein fliehendes Pferd von Martin Walser (1978)

Auch E. T. A. Hoffmann (1776–1822), Heinrich von Kleist (1777–1811), Theodor Fontane (1819–1898), Theodor Storm (1817–1888), Thomas Mann (1875–1955) und Günter Grass (1927–2015) sind wichtige Vertreter deutschsprachiger Novellen.

Transkript Novelle – Überblick

Ira arbeitet heute an seiner neusten kulinarischen Kreation. „Hmm, meine Lieblingsspeise, lecker Ketchup und dieses saftige Würstchen! Zum Schluss noch ein bisschen Curry für den ganz besonderen Geschmack.“ „Hiiiiiimmmmmmliiiisch, aber wie könnte ich es nennen?“ „Currywurst! Der perfekte Name!“ Da hat sich Ira wohl von einer bekannten Novelle inspirieren lassen. Aber was sind eigentlich die „Merkmale einer Novelle“? Der Begriff Novelle stammt vom italienischen Wort „novella“, was so viel wie „Neuigkeit“ bedeutet. Bei einer Novelle handelt es sich um eine Erzählung in Prosaform, die in der Regel kürzer als ein Roman ist. Als erste Novellensammlung wird „Das Dekameron“ von Giovanni Boccaccio angesehen. Während früher ganze Novellenzyklen bzw. -sammlungen (wie etwa das Dekameron) geschrieben wurden, verfasste man später eher einzelne Novellen. Der Höhepunkt der Novellenkunst lag übrigens im 19. Jahrhundert in Italien. Die wahrscheinlich erste Novellensammlung Deutschlands war Johann Wolfgang von Goethes „Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten“. Bekannte Novellen vom Anfang des 19. Jahrhunderts sind z. B. „Das Bettelweib von Locarno“, „Der Sandmann“, oder „Die Judenbuche“. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Novellen „Kleider machen Leute“, „Bahnwärter Thiel“, und „Der Schimmelreiter“ verfasst. Vielleicht kennst du auch etwas modernere Novellen aus dem 20. Jahrhundert. So wie etwa „Die Schachnovelle“, „Katz und Maus“ oder „Der Tod in Venedig“. Woran kannst du eine Novelle nun genau erkennen? Die Erzählung einer Novelle steuert in straffer Erzählweise auf ein ungewöhnliches, unerwartetes, dramatisches Ereignis zu. Goethe sagte dazu auch „unerhörte Begebenheit“. Die Novelle erzählt dabei von einem tatsächlichen oder möglichen Ereignis, das oft den Wendepunkt im Leben eines Menschen darstellt. Daher steht meist ein Konflikt im Zentrum der einsträngigen Handlung. Häufig werden Novellen in Rahmenerzählungen eingebettet. Das ermöglicht es, die Erzählsituation sowie die jeweiligen zeitgeschichtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhänge zu beleuchten. Häufig wird in Novellen auch mit erzählerischen Vorausdeutungen gearbeitet. Oftmals finden wir außerdem das leitmotivische Auftreten von Dingsymbolen. Zum Beispiel die „Judenbuche” als Ort des Unheils in der Novelle „Die Judenbuche” von Annette von Droste Hülshoff. Wie du sehen kannst, wird das Leitmotiv häufig sogar bereits im Titel genannt. Aufgepasst! Von der Kurzgeschichte unterscheidet sich die Novelle vor allem durch ihre geschlossene Form. Von Legende, Fabel und Märchen durch ihren Realitätsbezug. Eine bekannte Novelle aus dem Jahr 1993 ist „Die Entdeckung der Currywurst“ von Uwe Timm. Lass uns mal prüfen, ob wir die wichtigsten Merkmale auch in dieser Novelle finden. In Rückblenden erzählt die frühere Imbissbuden-Besitzerin Lena Brücker ihre Lebens- bzw. Liebesgeschichte. Dabei spielt die Rahmenhandlung in den späten 1980er Jahren in Norddeutschland. Die Binnenhandlung, also die Rückblenden über Lenas Leben, finden hingegen im letzten Kriegsjahr 1945 statt. Die Novelle hat also - wie recht häufig - eine Rahmen- und eine Binnenhandlung. Die Erzählung in „Die Entdeckung der Currywurst“ dreht sich um Lenas Affäre mit Hermann Bremer. Bremer, der auf dem Weg ist, sich als Panzersoldat zu melden, desertiert und hält sich bei Lena versteckt. Als im Krieg Hamburg bedingungslos an die Briten übergeben wird, verschweigt Lena Bremer das Kriegsende. Als Bremer die Wahrheit erfährt und Lena ohne Abschied verlässt, pachtet sie eine Imbissbude und entdeckt schließlich durch ein Missgeschick die Currywurst. Die Geschichte hat einen geringen Umfang, eine geschlossene Form und ist zielgerichtet erzählt. Durch den zeitgeschichtlichen Kontext finden wir in der Novelle außerdem einen Wirklichkeitsbezug. Im Mittelpunkt der Erzählung steht ein Konflikt. Wie wir bereits gelernt haben, wird in Novellen oft mit erzählerischen Vorausdeutungen, der Leitmotivtechnik oder mit der Verwendung von Dingsymbolen gearbeitet. In Timms Novelle wäre ein Dingsymbol z. B. die Uniform. Diese tauscht Bremer, als er desertiert, gegen einen Anzug von Lenas Mann ein. Was den Aufbau betrifft, weist die Novelle eine strenge Form auf, die dem Aufbau des Dramas ähnelt. Jedoch wird in der Novelle die Einleitung eher kurz gehalten und der Fokus auf den Konflikt oder das Ereignis gelegt. Auf eine knappe Exposition, folgt eine zielgerichtete Hinführung zum Höhe- und Wendepunkt, der alles verändert. Schließlich endet die Novelle in einer Lösung bzw. Katastrophe. Die Currywurst wurde also schon erfunden. Aber Ira hat sich schon was Neues ausgedacht. Ira, deine Hot Worms kommen uns aber auch ganz schön bekannt vor. „Upsi.“

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