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Parabeln von Kafka

Entdecke die Kunst der Parabel, einer epischen Kleinform, die durch bildhafte Vergleiche tiefgründige Wahrheiten vermittelt! Diese kurzen, lehrreichen Erzählungen zwingen die Leser dazu, eigene Schlüsse zu ziehen und Lebensweisheiten zu reflektieren. Interessiert? Tauche tiefer in diese faszinierende literarische Form ein und entdecke mehr im folgenden Text!

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Die Autor*innen
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Anne-Christin Z.
Parabeln von Kafka
lernst du in der Oberstufe 6. Klasse - 7. Klasse

Parabeln von Kafka Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Parabeln von Kafka kannst du es wiederholen und üben.
  • Beschreibe, wodurch sich Parabeln auszeichnen.

    Tipps

    Ein Gleichnis dient der Veranschaulichung eines abstrakten Sachverhalts durch bildhafte Rede.

    Lösung

    „Die Parabel stellt zwar die Frage, aber sie gibt keine Antwort. Sie legt uns die Pflicht der Entscheidung auf, aber die Entscheidung selbst enthält sie nicht.” - André Jolles

    An diesem Zitat wird klar, was Parabeln ausmacht. Um Parabeln zu verstehen, muss der Bildteil mit dem Sachteil kombiniert werden. Erst dann können die Fragen, die aufgeworfen wurden, beantwortet werden. Aber auch dann gilt keine eindeutige und endgültige Lösung, da Parabeln zum Denken anregen und auch nach genauer Analyse noch offene Stellen aufweisen können.

    Außerdem solltest du den Bezug auf die antike Rhetorik im Hinterkopf behalten. Diese gibt entscheidende Formmerkmale für Parabeln vor. Demnach ist die Erzählung meist kurz und enthält eine didaktische Absicht.

  • Gib den Inhalt von Franz Kafkas Parabel „Vor dem Gesetz” wieder.

    Tipps

    Bevor er versucht, den Türhüter zu bestechen, wartet der Mann lange Zeit.

    Lösung

    Die Parabel „Vor dem Gesetz” ist eine der bekanntesten von Franz Kafka.

    • Sie beginnt mit der Bitte eines Mannes vom Lande, Eintritt zum Gesetz zu erhalten. Der Türhüter verweigert diese.
    • Auf einem Schemel, den der Türhüter hingestellt hat, wartet der Mann Tage und Jahre. Er wartet sozusagen sein ganzes Leben lang.
    • Nach endlosem vergeblichem Warten versucht er sogar, den Türhüter zu bestechen, doch auch das bringt nichts.
    • Auf die Nachfrage hin, warum niemand sonst versucht habe, Eintritt zu erlangen, antwortet der Türhüter, dass der Eingang nur für den Mann bestimmt gewesen sei und schließt die Tür.
    Es gibt unterschiedliche Interpretationsansätze für die Parabel „Vor dem Gesetz”. Klar ist, dass der Mann passiv agiert und sich in einer ausweglosen Situation befindet. Paradox erscheint sein Bestechungsversuch, da er behauptet nach dem Gesetz zu streben.

  • Zeige die Merkmale der Parabel an Kafkas „Vor dem Gesetz” auf.

    Tipps

    Überlege, welche Informationen über den Mann vom Lande und den Türhüter fehlen.

    Es gibt keine definitive Interpretation. Wie könnte man das anders ausdrücken?

    Lösung

    Formal handelt es sich bei „Vor dem Gesetz” ganz klar um eine Parabel. Es ist eine kurze und prägnante Erzählung. Im Gegensatz zur Fabel handeln zwei Menschen und keine Tiere. Außerdem ist die Parabel zweckgerichtet und vereinfacht. Es werden nicht einmal Namen genannt. Außerdem findet die Handlung wie im Zeitraffer statt. In nur wenigen Sätzen wird das ganze Leben eines Mannes abgehandelt. Dies unterstreicht auch die Botschaft der Parabel. Trotzdem wurde kein Lehrsatz mitgeliefert, sondern Raum für Interpretationen gelassen. Einige für Kafka typische Themen sind jedoch wiederzufinden, z. B. Autorität, Machtlosigkeit, Orientierungslosigkeit.

    Quelle: Kafka, Franz (1924): Vor dem Gesetz. URL: http://gutenberg.spiegel.de/buch/franz-kafka-erz-161/5 [abgerufen am 09.06.2015]

  • Erschließe den Zusammenhang zwischen Gesagtem und Gemeintem in Kafkas „Vor dem Gesetz”.

    Tipps

    Rechtsauslegung bedeutet, dass ein/-e Spezialist/-in (Jurist/-in, Richter/-in) bestimmte Einzelgesetze für einen Fall auswählt und auf den Fall bezogen deutet.

    Lösung

    Die Ebene des Gesagten kann unterschiedlich interpretiert werden. Ein Interpretationsansatz wäre das Verhältnis zwischen Gesetz, Recht und Rechtsauslegung bzw. Rechtssprechung.

    • Dabei spiegelt der Mann vom Lande einen einfachen Bürger wider, der sein Recht wahrnehmen möchte, während der Torhüter einen Gesetzeshüter repräsentiert, also zum Beispiel einen Juristen.
    • Der Mann bekommt keinen Einlass, weil er entweder nicht die Kompetenz hat, die Gesetze so auszulegen, dass sie auf seinen Fall passen oder weil es ihm nicht zugetraut oder verboten wird, damit andere Personen weiterhin über sein Recht und Unrecht bestimmen können und damit die Macht behalten.
    • Durch Bestechung versucht der Mann, trotzdem sein Recht zu bekommen, aber der Jurist gewährt keinen Einblick und keine Hilfe. Der Gesetzeshüter kommt seiner Pflicht nicht nach, wodurch ein Gefühl der Ungerechtigkeit erzeugt wird.
    • Der Mann wartet sein ganzes Leben erfolglos auf einen Zugang zum Gesetz, was auf eine Unmöglichkeit, seine eigenen Rechte wahrzunehmen, hindeuten könnte.
    • Dass der Eingang nur für diesen einen Mann vom Lande gedacht war, deutet daraufhin, dass allgemeingültige Gesetze immer auf einen bestimmten individuellen Fall hin ausgelegt werden müssen.

  • Definiere den entscheidenden Unterschied zwischen Parabeln und Fabeln.

    Tipps

    Überlege noch einmal, wer die Handelnden in „Vor dem Gesetz” sind.

    Lösung

    Der grundlegende Unterschied zwischen Fabeln und Parabeln ist, dass Tiere die Handlungsträger/-innen in Fabeln sind und Menschen die Handlungsträger/-innen in Parabeln. Außerdem wird in Parabeln die moralische Lehre nicht explizit formuliert. Diese muss implizit erschlossen werden. Bei Fabeln steht hingegen zumeist ein klar formulierter Lehrsatz am Ende. Bekannte Autoren von Fabeln sind zum Beispiel der griechische Dichter Aesop und der deutsche Schriftsteller Gotthold Ephraim Lessing.

  • Entscheide dich für gelungene Interpretationsansätze für Kafkas „Der Geier”.

    Tipps

    Versuche, die Ebene des Gesagten auf die Ebene des Gemeinten zu übertragen. Geht es wirklich um den Geier selbst?

    Lösung

    Zwei Interpretationsansätze wären schlüssig:

    1. Die Parabel stellt den Geier als schwere Last dar. Das kann bedeuten, dass der Mensch unter einer schweren Last, zum Beispiel einer Krankheit, leidet und dieser letztlich erliegt. Am Ende der Erzählung ertrinkt der Geier selbst im Blut. Das heißt, die Krankheit stirbt mit dem Menschen.
    2. Die Parabel „Der Geier” könnte mit dem biographischen Interpretationsansatz gelesen werden. Dann stünde der Geier für Kafkas Vater, der unablässig „in die Füße hackte” und damit sein Leben stark erschwerte. Am Ende aber stirbt sowohl der Erzähler, der dann mit Kafka gleichzusetzen wäre, als auch der Geier, der Interpretation folgend sein Vater. Somit hat niemand das erreicht, was er wollte.
    Diese Interpretationen sind nicht endgültig und perfekt, aber begründet hergeleitet und deshalb schlüssiger als die anderen beiden. Sie versuchen, die Ebene des Gesagten auf die Ebene des Gemeinten zu übertragen. Der Geier und der Erzähler repräsentieren andere Personen/Gedanken. Da der Geier in dieser Parabel eine große Rolle spielt, könnte man annehmen, dass sie ähnlich wie eine Fabel ist, aber die Hauptfigur ist trotzdem ein Mensch.

    Quelle: Kafka, Franz (1925): Der Geier. URL: http://gutenberg.spiegel.de/buch/franz-kafka-erz-161/20 [abgerufen am 08.06.2015 um 17:40 Uhr]