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„Das fliegende Klassenzimmer“ – Entstehungsgeschichte (Kästner)

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„Das fliegende Klassenzimmer“ – Entstehungsgeschichte (Kästner)
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Grundlagen zum Thema „Das fliegende Klassenzimmer“ – Entstehungsgeschichte (Kästner)

Weißt du, in welchem Jahr Erich Kästner "Das fliegende Klassenzimmer" geschrieben hat? 1933. Klingelt da was bei dir? Was es mit diesem Jahr auf sich hat, wirst du in diesem Video erfahren. Du wirst nachher auch wissen, wo Kästner seinen Roman geschrieben hat und welches prägende Erlebnis er nur wenige Monate zuvor hatte. Du erfährst auch, warum "Das fliegende Klassenzimmer" nicht immer in den Buchhandlungen und Bibliotheken Deutschlands erhältlich war. Film ab!

Transkript „Das fliegende Klassenzimmer“ – Entstehungsgeschichte (Kästner)

Hast du dir den Roman „Das fliegende Klassenzimmer“ gekauft? Oder aus der Schulbibliothek ausgeliehen? Stell dir vor, das war nicht immer möglich. Einst waren Kästners Bücher aus allen Bibliotheken verbannt, ja, es war sogar verboten, sie in Deutschland zu verkaufen.

Doch fangen wir von vorne an. Wie kam Erich Kästner überhaupt dazu, Bücher für Kinder zu schreiben? Dazu gibt es eine interessante Geschichte. Eine Verlegerin teilte ihm mit, dass es an guten deutschen Autoren mangele und schlug ihm vor, ein Kinderbuch zu schreiben. Kästner, der bis dahin nur Gedichte für Erwachsene und Zeitungsartikel geschrieben hatte, zweifelte zunächst. Sechs Wochen später hatte er allerdings bereits die Hälfte von „Emil und die Detektive“ geschrieben. Es wurde sein erfolgreichstes Kinderbuch und eines der erfolgreichsten Kinderbücher weltweit.

Vier Jahre später, im Jahr 1933, schrieb er „Das fliegende Klassenzimmer“. Über die genaue Entstehungsgeschichte ist nicht viel bekannt. Glaubt man dem Vorwort, in dem Kästner selbst als Figur auftaucht, so hat der Autor das Buch im Sommer „am Fuße der Zugspitze“ geschrieben. „Und nun wohne ich seit vierzehn Tagen am Fuße der Zugspitze, an einem großen dunkelgrünen See, und wenn ich nicht gerade schwimme oder turne oder Tennis spiele oder mich von Karlinchen rudern lasse, sitz ich mitten in einer umfangreichen Wiese auf einer kleinen Holzbank, und vor mir steht ein Tisch, der in einem fort wackelt, und auf dem schreib ich nun also meine Weihnachtsgeschichte.“ Doch das ist schon Teil des Romans und man darf nie das Erfundene mit der Wirklichkeit verwechseln. Tatsächlich hat Kästner aber im Sommer 1933 einige Zeit am Eibsee in Bayern verbracht und dort am Roman geschrieben. Und auch für das „Karlinchen“, das im Vorwort auftaucht, gibt es eine reale Vorlage: die Schauspielerin Cara Gyl, mit der Kästner ein Verhältnis hatte.

Erich Kästner war übrigens als Jugendlicher selbst in einem Internat. Er sollte dort auch Lehrer werden. Doch er brach die Ausbildung kurz vor Schluss ab. Einiges aus seiner eigenen Schulzeit ist in “Das fliegende Klassenzimmer” eingeflossen. Den Schreibprozess beschreibt Kästner in seinem Vorwort sehr idyllisch: Da gibt es ein Kalb namens Eduard, einen Schmetterling und viel Natur. In Wirklichkeit aber wehte 1933 ein sehr viel rauerer Wind in Deutschland. Es war das Jahr, in dem die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler die Macht ergriffen. Für Schriftsteller, die nicht in die Wertvorstellungen der Nazionalsozialisten passten, war es ein besonders schlimmes Jahr. Ende März wurden Erich Kästner und viele andere aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. Dann erschienen sogenannte Schwarze Listen: Auf ihnen standen jene Bücher, die aus den Bibliotheken verschwinden mussten. Zu ihnen zählten Kästners Werke. Allerdings wurde für „Emil und die Detektive“ eine Ausnahme gemacht. Am 10. Mai 1933 verbrannten die Nationalsozialisten in Berlin auf dem Opernplatz über 20 000 Bücher. Von Kästner wurden die Gedichtbände und ein Roman für Erwachsene verbrannt. Kästner war Augenzeuge dieser Aktion. Er stand zwischen uniformierten Studenten und sah dem Feuer zu. Er hörte auch, wie die sogenannten Feuersprüche ausgerufen wurden. Das waren nationalsozialistische Parolen. So wurde bei Kästners Büchern gerufen: „Gegen Dekadenz und moralischen Zerfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat!“ Kästners antimilitärische Haltung war der Hauptgrund für seine Ablehnung durch die Nationalsozialisten.

Trotz dieses prägenden Erlebnisses schrieb Kästner also in den Sommermonaten desselben Jahres „Das fliegende Klassenzimmer“. Es wurde sogar noch in Deutschland gedruckt. Zu Weihnachten 1933 erschien es in der Deutschen Verlags-Anstalt. Diese gab sich jedoch zur Tarnung einen anderen Namen. Walter Trier hatte Illustrationen dazu gemacht. Der Kinderroman wurde in den Buchhandlungen ausgestellt und verkauft. Doch es war das letzte Buch, das in der NS-Zeit unter Kästners Namen in Deutschland erschien. 1936 wurden sämtliche Bücher Kästners beschlagnahmt. Nun wurde auch der Welterfolg „Emil und die Detektive“ verboten. Kästner selbst blieb in Deutschland. Er wurde zwei Mal verhaftet und von der Gestapo, der Geheimen Staatspolizei im Nationalsozialismus verhört. Auch durfte er offiziell seit 1933 nicht mehr schreiben. 1943 bekam er ein endgültiges Schreibverbot für das In- und Ausland. Doch Kästner fand immer wieder Schlupflöcher, so schrieb er zum Beispiel unter anderen Namen.

Heute ist „Das fliegende Klassenzimmer“ wieder in allen Bibliotheken zu finden und in jeder Buchhandlung bestellbar. Zum Glück: es wäre ja zu schade, wenn du dieses spannende Buch nicht lesen könntest!

7 Kommentare

7 Kommentare
  1. :D

    Von Rayan, vor 4 Monaten
  2. Gutes Video .

    Von Jonas, vor etwa einem Jahr
  3. Ein paar Fremdwörter müssen den Schülern vor oder nach den Videos erklärt werden

    Von Christine Frowein, vor mehr als einem Jahr
  4. aber ich habe emil und die dektive

    Von Tanja Ruzek, vor mehr als einem Jahr
  5. Ist n voll colles video und buch

    Von Newk9, vor mehr als einem Jahr
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