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Zeitformen verändern Verben: Vergangenheit/Gegenwart/Zukunft

Um auszudrücken, was früher, gestern, heute oder morgen geschieht, werden die Zeitformen Präteritum, Perfekt, Präsens und Futur verwendet. Die Verben werden der jeweiligen Zeitform angepasst.

Deutsche Zeitformen – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Zeitformen werden verwendet, um auszudrücken, ob eine Handlung in der Vergangenheit, in der Gegenwart oder in der Zukunft stattfindet. Um die Zeitformen im Deutschen korrekt zu bilden, müssen die Verben eines Satzes richtig konjugiert, also gebeugt werden. Verben enden in der Grundform, auch Infinitiv genannt, immer auf -en. Stellst du die unterschiedlichen Personalpronomen vor das Verb, wird es gebeugt.

Präsens

Im Deutschen gibt es insgesamt sechs Zeitformen: Das Präsens wird verwendet, um ein Geschehen in der Gegenwart auszudrücken, das Perfekt, das Präteritum und das Plusquamperfekt sind Zeitformen der Vergangenheit und mithilfe des Futur I und des Futur II können Sätze in der Zukunft ausgedrückt werden. Hier erfährst du mehr über die Zeitformen Präsens, Perfekt, Präteritum und Futur I.

Das Präsens

Die Zeitform der Gegenwart wird Präsens genannt. Es ist die am häufigsten verwendete Zeitform im Deutschen. Man verwendet sie, wenn etwas jetzt geschieht oder ein Zustand immer so ist. Man kann das Präsens aber auch benutzen, um die Zukunft anzuzeigen:

  • Ich heiße (immer) Kamil. (Zustände/Fakten in der Gegenwart)
  • Ich spiele (jetzt) Computer. (Handlung in der Gegenwart)
  • Ich spiele (schon seit) 6 Stunden Computer. (Handlung, die eine Dauer angibt)
  • Ich spiele morgen Computer. (Handlung in der Zukunft)

Wie wird das Präsens gebildet?

Um Verben im Präsens zu konjugieren, werden bei den meisten Verben die Buchstaben -en der Grundform (Infinitivform) entfernt und die folgenden Endungen angehängt.

Beispiel: komm-en

  • $~$1. Person Singular: ich komm-e
  • $~$2. Person Singular: du komm-st
  • $~$3. Person Singular: er/sie/es komm-t
  • $~$1. Person Plural: wir komm-en
  • $~$2. Person Plural: ihr komm-t
  • $~$3. Person Plural: sie/Sie komm-en

Viele Verben werden allerdings unregelmäßig gebeugt. Einige Beispiel sind sein, haben, werden, schlafen und helfen:

  • $~$1. Person Singular: ich bin, ich habe, ich werde, ich schlafe, ich helfe
  • $~$2. Person Singular: du bist, du hast, du wirst, du schläfst, du hilfst
  • $~$3. Person Singular: er/sie/es ist, hat, wird, schläft, hilft
  • $~$1. Person Plural: wir sind, wir haben, wir werden, wir schlafen, wir helfen
  • $~$2. Person Plural: ihr seid, ihr habt, ihr werdet, ihr schlaft, ihr helft
  • $~$3. Person Plural: sie/Sie sind, haben, werden, schlafen, helfen

Einige Ausnahmen bilden beispielsweise Verben, die auf d/t enden: du wartest (nicht: du wartst). Bei Verben, die auf s/ß/x/z enden, fällt das s der Endung in der 2. Person Singular weg: du beißt (nicht: er beißst). Wenn der Infinitiv des Verbs auf eln/ern endet, kann das -e der Endung wegfallen: ich segele oder ich segle.

Das Präteritum

Wenn von Handlungen erzählt oder geschrieben wird, die bereits passiert sind und keinen Bezug zur Gegenwart haben (d. h abgeschlossen sind), benutzt man die 1. Vergangenheit, das Präteritum (auch Imperfekt genannt). Diese Zeitform begegnet dir häufig in Märchen, Berichten oder Erzählungen, also vor allem in der geschriebenen Sprache. Im mündlichen Sprachgebrauch wird statt dem Präteritum viel häufiger das Perfekt verwendet. Eine Ausnahme bilden die Verben sein und haben. Diese werden auch im mündlichen Sprachgebrauch sehr häufig im Präteritum verwendet.

  • Letzten Sommer reiste ich mit meiner Familie nach Kroatien. Wir übernachteten auf einem Campingplatz und schwammen jeden Tag im Meer. (Handlungen in der Vergangenheit)

  • In der 5. Klasse hatte ich eine 1 in Mathe. Das war toll! (Zustand/Fakt in der Vergangenheit)

Bei der Bildung des Präteritums muss man zwischen schwachen und starken Verben unterscheiden. Schwache Verben wie rechnen bekommen im Präteritum andere Endungen als starke Verben. Starke Verben sind so „stark“, dass sie ihren Stamm ändern können. Um Verben im Präteritum zu konjugieren, werden bei den meisten Verben die Buchstaben -en der Grundform (Infinitivform) entfernt und die folgenden Endungen angehängt:

Beispiel schwaches Verb: kochen

  • $~$1. Person Singular: ich kocht-e
  • $~$2. Person Singular: du kocht-est
  • $~$3. Person Singular: er/sie/es kocht-e
  • $~$1. Person Plural: wir kocht-en
  • $~$2. Person Plural: ihr kocht-et
  • $~$3. Person Plural: sie/Sie kocht-en

Beispiel starke/gemischte Verben schreiben

  • $~$1. Person Singular: ich schrieb
  • $~$2. Person Singular: du schriebst
  • $~$3. Person Singular: er/sie/es schrieb
  • $~$1. Person Plural: wir schrieben
  • $~$2. Person Plural: ihr schriebt
  • $~$3. Person Plural: sie/Sie schrieben

Vergleich Vergangenheit und Gegenwart

Das Perfekt

Auch das Perfekt spricht über Vorgänge und Handlungen in der Vergangenheit. Ähnlich wie im Präteritum sind sie abgeschlossen, haben jedoch einen Bezug zur Gegenwart. Wenn etwas vor kurzer Zeit geschehen ist, benutzt du die 2. Vergangenheit, die auch vollendete Gegenwart genannt wird.

  • Tim hat viel für die Klassenarbeit gelernt. (Bezug zur Gegenwart, Ergebnis oder die Folge der Handlung im Vordergrund. Hier: Tim ist jetzt gut vorbereitet)

Perfekt

Um das Perfekt zu bilden, benötigt man die Verben sein oder haben im Präsens und das Partizip II des Vollverbs. Du verwendest das Hilfsverb sein häufig bei Verben der Bewegung, bei Zustandsänderungen und bei sein und bleiben, geschehen, werden, gelingen, misslingen. Alle anderen Verben werden mit dem Hilfsverb haben gebildet.

  • Charly ist heute Morgen mit dem Fahrrad gefahren. (Bewegung)
  • Er ist in Mombasa geboren. (Zustandsänderung)
  • Gestern ist er lange wach geblieben. (bleiben erfordert Hilfsverb sein)
  • Er hat bis 19 Uhr Computer gespielt. (alle anderen Verben mit haben)

Vergangenheitsformen

Das Futur I

Möchtest du etwas über die Zukunft erzählen oder schreiben, verwendest du die Zeitform Futur. Wie beim Perfekt gibt es auch hier ein Hilfsverb. Auf das Hilfsverb werden folgt das aussagende Verb in seiner Grundform, also dem Infinitiv. Wenn du eine Vermutung anstellst oder eine feste Absicht äußerst, nutzt du ebenfalls das Futur.

Futur

  • Tim wird morgen das nächste Kapitel seines Buches lesen. (Absicht)
  • Das wird er nie schaffen! (Vermutung)

Damit du das Futur I richtig bilden kannst, musst du das Hilfsverb werden im Präsens konjugieren:

  • $~$1. Person Singular: ich werde
  • $~$2. Person Singular: du wirst
  • $~$3. Person Singular: er/sie/es wird
  • $~$1. Person Plural: wir werden
  • $~$2. Person Plural: ihr werdet
  • $~$3. Person Plural: sie/Sie werden

Mit den Zeitformen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kannst du anderen berichten, was du gestern getan hast, heute tust oder morgen tun wirst. Ein Glück, dass es sie gibt!