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Epik - Erzählende Texte analysieren

Die Epik - also die erzählende Dichtkunst - ist eine der drei großen literarischen Gattungen. Sie umfasst Texte in Prosa- und Versform wie zum Beispiel Romane, Novellen oder Kurzgeschichten.

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Themenübersicht in Epik - Erzählende Texte analysieren

Was sind epische Texte?

Goethe lehrte uns, dass es nur drei wahrhafte Naturformen der Poesie zu geben hat: Die enthusiastisch-aufgeregte (Lyrik), die persönlich-handelnde (Drama) – und die klar-erzählende (Epik). Bestimmt kennst du die umgangssprachliche Bedeutung von Wörtern wie episch oder dem englischen epic. Jedoch reden wir hier im ursprünglichen Sinne nicht von Superlativen, sondern beziehen uns auf das griechische Wort epik. Es bedeutet so viel wie Geschichte oder Erzählung und beschreibt ein vollständig vergangenes Ereignis. Epik dient dabei als Sammelbegriff für die erzählende Literatur und umfasst Texte in Prosa-, aber auch in Versform. Man spricht auch von erzählender, narrativer Dichtung.

Wichtige epische Textsorten

Über die Jahrhunderte entwickelten sich verschiedene Spielarten erzählender Texte und es ist sehr wahrscheinlich, dass in der modernen Literatur künftig noch viele weitere folgen werden. Grob unterschieden wird dabei zumeist zwischen Großepik (ausführlich, ausschmückend) und Kurzepik oder Mittelepik, die jeweils eine eher straffe Erzählweise aufweisen. Zu den klassischen Beispielen des Genres zählen die Novelle, das Märchen, die Sage/Legende, der Schwank, Anekdoten sowie Fabeln und Parabeln. Modernere Formen sind unter anderem Kurzgeschichten, Romane, Autobiographien oder Essays. Aber auch in Filmen, im Kino, im Theater oder in Computerspielen kannst du Elemente des epischen Erzählens entdecken.

Märchen

Formale Merkmale epischer Texte

Epische Literatur zeichnet sich nicht nur durch ihren Umfang aus. Charakteristisch sind auch die Erzählperspektive, die Sprache und die Erzählsituation (Ort und Zeit).

Erzählperspektive

Erzählende Texte werden von einem Erzähler wiedergeben, der verschiedene Erzählperspektiven einnehmen kann. Dieser Erzähler ist dabei meist eine fiktive Person, die entweder selbst Bestandteil der Geschichte ist oder diese hinreichend wiedergeben kann. Die Ereignisse werden dann auktorial (allwissend), personal (miterlebend) oder neutral rekonstruiert. Dabei nimmt der Erzähler eine mehr oder weniger distanzierte Haltung zum Geschehen ein und gibt hier und da sogar Aufschluss über seinen persönlichen Standpunkt.

Zeitform und Zeitrahmen

Auch die Zeit spielt in epischen Texten eine bedeutende Rolle. Da epische Texte von Vergangenem erzählen, werden sie im Präteritum verfasst. Anders als in der Dramatik jedoch ist sie dabei an keinen konkreten zeitlichen Rahmen gebunden. Vielmehr wird zwischen zeitdehnenden, zeitraffenden und zeitdeckenden Texten unterschieden. Hin und wieder treten in Form von Rückblenden oder Prophezeiungen auch Mischformen auf.

Erzähltechniken

Der Autor hat auch hier verschiedene Möglichkeiten, das Erzählte wiederzugeben. Er kann seinen Erzähler allwissend oder teilnehmend einen Erzählbericht verfassen lassen oder in Form von direkter oder indirekter Rede die Ereignisse im Dialog darstellen. Eine weitere Form ist der sogenannte Bewusstseinsstrom (engl. stream of consciousness), in dem Gedankenfetzen und verschieden geartete Wahrnehmungen aneinandergereiht werden. Ähnlich funktionieren auch der innere Monolog oder die erlebte Rede.

Figurenrede

Schauplätze, Figuren und Handlung

Epische Erzählungen sind fiktive Erzählungen! Sie entsprechen selten der Wirklichkeit. Doch bedeutet das nicht, dass alle epischen Texte komplett frei erfunden sein müssen. Schauplätze und Figuren können fiktiver Natur sein oder sich an real existierenden Begebenheiten orientieren. Der Autor kann autobiographisch oder historisch schreiben, aber auch verschiedene Formen von Wirklichkeit und Fiktion miteinander vermengen. Der Kreativität sind hier nur wenige Grenzen gesetzt, nur solltest du deshalb auch beachten, dass die Handlung nie 1 zu 1 auf die Wirklichkeit übertragen werden kann.