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Was ist Mehrsprachigkeit?

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Die Autor*innen
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Tim Weichselfelder
Was ist Mehrsprachigkeit?
lernst du in der Oberstufe 6. Klasse - 7. Klasse - 8. Klasse - 9. Klasse

Was ist Mehrsprachigkeit? Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Was ist Mehrsprachigkeit? kannst du es wiederholen und üben.
  • Gib die Definitionen für die verschiedenen Begriffe wieder.

    Tipps

    Falls du dir nicht sicher bist, suche dir Beispiele für den Fachbegriff.

    Die Abkürzung mind. steht für mindestens.

    Lösung

    Mehrsprachigkeit kommt in vielen Ländern und Gebieten vor. Dadurch, dass Menschen migrieren und sich in anderen Gebieten als ihrer Heimat niederlassen, vermischen sich die Sprachen. Dabei gibt es einige Fachbegriffe, die Merkmale der Mehrsprachigkeit definieren:

    • Bilingualismus ist die Fähigkeit, zwei Sprachen anzuwenden.
    • Diglossie ist ein besonderer Fall von Bilingualismus: In vielen Ländern wird eine Sprache gesprochen und eine geschrieben, z. B. in der Schweiz, wo das Schwytzerdütsch nur gesprochen, in allen Printmedien jedoch das Hochdeutsch verwendet wird. Man trennt also bei der Anwendung zweier Sprachen nach Funktionalität. Ein anderes Beispiel könnte sein, wenn man eine Sprache nur zum Verhandeln und bei Geschäften verwendet und die andere bei allem anderen.
    • Multilinguist bist du, wenn du mehr als zwei Sprachen sprichst.
    • Immersion ist Schulunterricht, der in einer Fremdsprache abgehalten wird. Vorteil hier ist, dass man auch Schriftsprache und Rechtschreibung der anderen Sprache lernt. Das ist vor allem bei zwei verschiedenen Schriftsystemen wie Chinesisch und Arabisch wichtig.
    • Code-Switching betreiben alle Bilingualisten mehr oder weniger gut. Das Hin- und Herwechseln zwischen Sprachen, je nachdem, mit wem man spricht, ist lernbar und weitverbreitete Praxis.
    • Du beherrscht eine Sprache besser als die andere. Dann ist eine dominant, dein Sprachgebrauch asymmetrisch. Sprichst du beide gleich gut, ist dein Bilingualismus symmetrisch.
  • Nenne einige Charakteristika von Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache.

    Tipps

    Was unterscheidet Fremdsprache von Zweitsprache? Welche Form wird von wem gelehrt oder beigebracht? Denke an Beispiele aus deinem Freundeskreis.

    Lösung

    Deutsch als Fremdsprache unterscheiden wir von Deutsch als Zweitsprache.

    Eine Fremdsprache ist eine Sprache, die wir in der Schule lernen. Der Spracherwerb ist also von Lehrern gesteuert, man erfährt die Grammatik und bekommt die Sprachregeln und Korrekturen mit. Dein Englischunterricht in der Schule macht aus dir einen Bilingualisten mit Englisch als Fremdsprache.

    Im Unterschied dazu ist die Zweitsprache ungesteuert, denn das Kind lernt sie nicht in der Schule, sondern beim Reden mit Eltern oder Freunden. Bilinguale Erziehung haben wir z. B. dann, wenn ein Elternteil von Geburt an Deutsch redet und der andere Elternteil eine andere Sprache. Das Kind lernt beide Sprachen, jedoch lernt es beide wie Muttersprachen. Es bekommt keine Regeln mit, sondern wendet die Sprache alltagsbezogen an.

  • Entscheide, welcher Fachbegriff auf die einzelne Sprachsituation zutrifft.

    Tipps

    Kennst du noch den Unterschied zwischen Diglossie und Bilingualismus?

    Lösung

    Eine wichtige Unterscheidung können wir zwischen Diglossie und Bilingualismus treffen: Kommen zwei Sprachen auf einem Gebiet vor und wird davon eine Sprache nur gesprochen, aber nicht geschrieben oder wird eine der Sprachen nur geschrieben, aber nicht gesprochen, haben wir es mit Diglossie zu tun wie im gesamten arabischen Raum: Die nationalstaatlichen Dialekte sind sehr unterschiedlich. Fast jeder lernt in der Schule jedoch Hocharabisch, das auch in Zeitungen etc. verwendet wird.

    Polyglossie herrscht, wenn mehr als zwei Sprachen in einem Gebiet für unterschiedliche Aufgaben genutzt werden. Im Südosten von Tadschikistan wird beispielsweise Russisch fast nur noch mit Touristen gesprochen, Tadschikisch als Amtssprache in Ämtern geschrieben und die lokalen Dialekte wie Wakhi gesprochen.

    Bei den Vereinten Nationen gibt es gleich sechs internationale Sprachen. Sie sind daher natürlich multilingual, ihre Sprachen werden vom Großteil der Weltbevölkerung gesprochen (nähme man Hindi und Portugiesisch hinzu, wäre das weitaus mehr).

    Und zu guter letzt ist das Vermächtnis der Kolonialzeit für Kanada, dass Kananda zwei Amtssprachen hat, die sich das Land je zur Hälfte aufteilen: Englisch und Französisch. Das Land ist daher amtssprachlich bilingual.

  • Erschließe, ob das Kind in den Geschichten Deutsch als Fremdsprache oder Deutsch als Zweitsprache spricht.

    Tipps

    Versuche, Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache klar zu trennen. Was heißt es, mit Deutsch aufzuwachsen oder es im Unterricht zu lernen? Suche dir Beispiele in deinem Bekanntenkreis.

    Lösung

    Die Fälle von Multilingualismus sind meist kompliziert, denn es treffen häufig viele Sprachen in den unterschiedlichsten Situationen aufeinander.

    • Dimitri lernte beide Fremdsprachen und deren Alphabet in der Schule und nicht im Elternhaus oder im Alltag. Deutsch und Englisch sind also Fremdsprachen, er lernte sie gesteuert und durch Immersion.
    • Teresa ist bilingual erzogen worden. Sie spricht Deutsch und Spanisch als Muttersprachen. Sie hatte zwar Deutschunterricht in der Deutschschule, aber das war normaler Unterricht für Kinder, die Deutsch als Muttersprache sprechen, deren Spracherwerb also ungesteuert ist. Da sie allerdings außerhalb der Schule vor allem mit Spanisch konfrontiert war, wurde Spanisch zur dominanteren Sprache, die Beziehung der beiden Sprachen ist asymmetrisch.
    • Resi ist ein seltener Fall. Sie lernte Schwyzerdütsch ungesteuert, jedoch nicht von ihren Eltern. Schwyzerdütsch ist daher ihre Zweitsprache, aber nicht ihre Muttersprache. Im Unterricht sowie in der gesamten deutschsprachigen Schweiz wird Schwyzerdütsch aber nur gesprochen, man schreibt in Hochdeutsch. Daher ist Resi ein Fall von Diglossie.
  • Bestimme die offiziellen Amtssprachen von Spanien und der Schweiz.

    Tipps

    Stelle dir den Ort des Landes auf der Landkarte vor: Welche Länder grenzen an das Land an?

    Lösung

    Spanien und die Schweiz sind zwei Länder in Europa, die nicht nur bilingual, sondern multilingual sind. Das bedeutet, dass sie mehr als zwei offizielle Amtssprachen haben.

    Spanien ist in vier größere, autonome Sprachgebiete eingeteilt: Katalonien, das Baskenland, Galizien und die großen Gebiete, in denen Kastilisch die Erstsprache ist (Andalusien oder Kastilien).

    Die Schweiz grenzt an Italien, Frankreich, Deutschland und Österreich. Daher werden auch diese drei Sprachen offiziell zugelassen plus eine weitere, die nur in der Schweiz zu finden ist: Rätoromanisch.

  • Prüfe die Aussagen zum Umgang mit Bilingualismus/Zweitsprachen.

    Tipps

    Wie wurde Bilingualismus früher und wie wird er heute bewertet?

    Lösung

    Bilingualismus gibt es schon, so lange es verschiedene Sprachen gibt. Das Erlernen zweier Sprachen von Kindesbeinen an wurde allerdings nicht immer so positiv bewertet wie heute, wo Bilingualismus etwas Wünschenswertes ist.

    Früher dachte man, Kinder seien mit einer Sprache ja häufig schon überfordert und mit zwei Sprachen erst recht.

    Heute steht fest, dass auch bilinguale Kinder sich präzise und der Situation und dem Zuhörer angemessen ausdrücken können. Eventuelle sprachliche Unsicherheiten werden durch den Vorteil ausgeglichen, dass bilinguale Kinder gleich in zwei Sprachgemeinschaften heimisch sind.

    Da unser Denken sprachlich verfasst ist bzw. die Grammatik unsere Denkstrukturen widerspiegelt, haben bilinguale Kinder, die zwei Grammatiken beherrschen, häufig auch einen Sinn für die feinen Unterschiede, die das Denken ausmacht. Häufig haben bilinguale Kinder daher einen interkulturellen Sinn.

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