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„Kabale und Liebe“ – Entstehungsgeschichte (Schiller)

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Deutsch-Team
„Kabale und Liebe“ – Entstehungsgeschichte (Schiller)
lernst du in der Oberstufe 5. Klasse - 6. Klasse

„Kabale und Liebe“ – Entstehungsgeschichte (Schiller) Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video „Kabale und Liebe“ – Entstehungsgeschichte (Schiller) kannst du es wiederholen und üben.
  • Ermittle, welche realen Personen den Figuren in „Kabale und Liebe“ ähneln.

    Tipps

    Überlege noch einmal, in welcher Situation sich Ferdinand und in welcher sich Schiller selbst befanden.

    Der Fürst tritt nicht direkt als Figur in dem Drama auf, sondern wirkt im Hintergrund als absolutistischer Herrscher. Seine Heiratspläne und sein Regierungshandeln haben Einfluss auf das Leben aller Figuren.

    Lösung

    Es gibt einige Ähnlichkeiten, die feststellbar sind, wenn man die Figuren von „Kabale und Liebe“ mit realen Personen der damaligen Zeit vergleicht:

    • Präsident von Walter kann mit Minister Samuel Friedrich Graf Montmartin in Verbindung gebracht werden. Auch dieser übte mit falschen Briefen und Einkerkerung Macht aus.
    • Lady Milford ist wahrscheinlich an Franziska von Hohenheim angelehnt. So wie Lady Milford in „Kabale und Liebe“ die Geliebte des Herzogs ist, war von Hohenheim eine Mätresse des Herzogs. Sie beeinflusste diesen ebenso.
    • Schaut man sich Schillers Lebensgeschichte an, könnte man annehmen, dass er sich in Ferdinands Rolle wiederfand. Auch er war einmal über die Standesgrenzen hinweg verliebt und kämpfte gegen die Willkürherrschaft des absolutistischen Machtapparats.
    • So könnte Luise Miller auch Charlotte von Wolzogen verkörpern, in die Schiller verliebt war.
    • Der Fürst tritt selbst nicht als Figur auf, es wird aber indirekt über dessen Heiratspläne und dessen politisches Handeln gesprochen. Er könnte dem Herzog Carl Eugen nachempfunden sein, welcher Schiller mit Arrest und Schreibverbot bestrafte.

  • Beschreibe die wichtigsten Merkmale des Sturm und Drang.

    Tipps

    Der Sturm und Drang war eine literarische Strömung innerhalb der Epoche der Aufklärung, die dem Verstand des einzelnen Menschen große Bedeutung zuwies.

    Gefühle spielten im Sturm und Drang jedoch eine größere Rolle als das rationale Denken.

    Lösung

    Die literarische Strömung des Sturm und Drang ist Bestandteil der Epoche der Aufklärung. Im Mittelpunkt der Dichtung stand also weiterhin der Verstand als Möglichkeit, tradiertes und dogmatisches Wissen kritisch zu hinterfragen. Ihre Vertreter stellten aber die natürlichen und zum Teil irrationalen Kräfte der Menschen mehr in den Vordergrund. Entgegen dem rein rationalen Denken würde der Mensch vor allem durch Emotionen und Gefühle denken und handeln. Freiheit und Liebe seien für den idealen Menschen des Sturm und Drang die zentrale Antriebskraft. Zumeist stammten die Dichter aus dem bürgerlichen Milieu und mussten sich gegenüber dem privilegierten Adel behaupten. Nicht zuletzt deshalb waren sie sensibel für politische Fragen und soziale Ungerechtigkeit. Neben Friedrich Schiller gehörten auch der junge Johann Wolfgang von Goethe und Johann Gottfried Herder zu den Vertretern des Sturm und Drang.

  • Vergleiche Schillers „Kabale und Liebe“ und Lessings „Emilia Galotti“ miteinander.

    Tipps

    Ferdinand schüttet in „Kabale und Liebe“ im Endeffekt Gift in das Getränk. Möchte Luise selbst sterben?

    Überlege noch einmal, welche Rolle Sekretär Wurm in „Kabale und Liebe“ spielt.

    Lösung

    In der Literaturwissenschaft ist es mittlerweile unumstritten, dass Lessings „Emilia Galotti“ eine Inspirationsquelle für Schillers „Kabale und Liebe“ war:

    • Sowohl in „Emilia Galotti“ als auch in „Kabale und Liebe“ geht es hauptsächlich um das Durchbrechen der Ständegesellschaft. In beiden Stücken wird das durch eine ständeübergreifende Liebesgeschichte dargestellt.
    • Nur in „Emilia Galotti“ intendiert die Frau am Ende den Selbstmord. Genauer gesagt bittet sie ihren Vater darum, sie zu erstechen. In „Kabale und Liebe“ möchte Luise Miller am Ende nicht sterben, jedoch nimmt Ferdinand ihr die Entscheidung ab.
    • Der männliche Protagonist ist in beiden Stücken ein junger Adliger. Das ist einmal Ferdinand und auf der andere Seite der junge Prinz, genannt Hettore.
    • Sowohl Emilia als auch Luise haben einen weiteren Verehrer. Sekretär Wurm liebt Luise in „Kabale und Liebe“ und möchte eine Ehe mit ihr. Emilia soll eigentlich Graf Appiani heiraten.

  • Arbeite die Entstehungsgeschichte von „Kabale und Liebe” heraus.

    Tipps

    Versuche, dich an den Jahreszahlen zu orientieren.

    Lösung

    Zwischen der Uraufführung und dem ersten Entwurf von „Kabale und Liebe” lagen noch einige Schritte, die die Entstehung beeinflussten.

    • Schiller wollte fliehen, da er sich in Arrest befand.
    • 1783 waren Frankfurt und Mannheim die beiden großen Etappen der Entstehung des Stücks.
    • Im kleinen Kreise wurde dann beschlossen, dass das Stück noch gekürzt werden sollte.
    • Schiller war schwer erkrankt und deshalb lag zwischen dem ersten Entwurf und der Fertigstellung eine lange Zeit. Erst 1794 stellte er das Stück fertig.
    • Die Leute waren begeistert nach der Uraufführung des Stücks, aber der Adel beschwerte sich beim Herzog.
    • Hier ist erneut die willkürliche Herrschaft zu erkennen, da keineswegs die Mehrheit über Angelegenheiten wie diese entschied, sondern nur die mächtigen Menschen.
    • Ein großer Erfolg war das Stück trotzdem, auch noch zu Lebzeiten Schillers und darüber hinaus.
  • Beschreibe Schillers Situation im Jahre 1782.

    Tipps

    Schiller floh nicht in die Hauptstadt des heutigen Baden-Württembergs.

    Lösung

    • „Kabale und Liebe“ entstand in der Zeit, als Schiller in der Württembergischen Armee als Regimentsarzt tätig war. Die Armee unterstand dem Herzog Karl Eugen.
    • Schiller war zu dieser Zeit 23 Jahre alt. Geboren wurde er am 10. November 1759.
    • Als er die Karlsschule mehrfach verlassen hatte, um nach Mannheim zu reisen – ohne um offizielle Erlaubnis zu bitten –, wurde er zu zwei Wochen Arrest verurteilt und später mit Schreibverbot belegt. Daraufhin floh Schiller mit seinem Freund Andreas Streicher nach Mannheim, als sich ein günstiger Moment anbot.
    Nicht zuletzt diese Umstände beeinflussten die Arbeit an „Kabale und Liebe“. Die Zwänge der Ständegesellschaft und die Willkür der Herrscher hatten Schiller verärgert.

  • Erkläre, warum sich „Kabale und Liebe“ nicht an die Ständeklausel von Johann Christoph Gottsched hält.

    Tipps

    Normalerweise durften Bürger nur in Komödien als Hauptfiguren auftreten, da ihnen die Fähigkeit zum tragischen Erleben abgesprochen wurde (Ständeklausel).

    Lösung

    „Kabale und Liebe“ ist ein Bürgerliches Trauerspiel, in dem die Protagonisten aus dem Bürgertum oder dem niederen Adel stammen. Normalerweise durften Bürger nur in Komödien als Hauptfiguren auftreten, da ihnen die Fähigkeit zum tragischen Erleben abgesprochen wurde (Ständeklausel). Tragödien spielten stets in der Welt des Adels und waren hauptsächlich für die Hofgesellschaft bestimmt. Die Bürgerlichen Trauerspiele waren also eine sehr neue Entwicklung im Rahmen der Emanzipation des Bürgertums:

    • „Kabale und Liebe“ spielt nicht ausschließlich im Umfeld des Adels, sondern auch in dem des Bürgertums.
    • Weiterhin geht es um einen Konflikt zwischen Bürgertum und Adel. Damit sollen politische Missstände angeklagt werden.
    • Der Konflikt wird durch die Form der Tragödie realisiert, in der sich der adlige Ferdinand in die bürgerliche Luise verliebt und umgekehrt.
    • Dadurch werden die zwei damals auch in der Literatur strikt getrennten Welten von Bürgertum und Adel zusammengeführt.
    • Also durchbricht Schiller mit Kabale und Liebe durch die Liebesgeschichte und die damit einhergehende Vermischung der Stände die literarische Ständeklausel.

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