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„Buddenbrooks“ – Inhaltsangabe (Mann) 06:17 min

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Transkript „Buddenbrooks“ – Inhaltsangabe (Mann)

Der Roman "Buddenbrooks" von Thomas Mann zeigt in detailreicher Darstellung einen sich über vier Generationen hinziehenden Verfallsprozess. Man spricht auch von Dekadenz, was so viel wie Verfall bedeutet. Zunehmende selbstbezogene Innerlichkeit von Generation zu Generation, wachsende moralische Empfindsamkeit und Skrupel führen zum wirtschaftlichen Niedergang der im Titel genannten Familie.

Die Generation der Traditionen

Der Urgroßvater Johann Buddenbrook ist ein hanseatischer Patriarch. Er ist Norddeutscher, der in den Traditionen des alten Wirtschaftsbundes, der sogenannten Hanse, steht. Johann Buddenbrook ist das Oberhaupt der Familie. Er zeigt keinerlei moralische Skrupel beim Aufbau seines erfolgreichen Getreidehandels.

Der ökonomische, also der wirtschaftlich-finanzielle Erfolg, wird durch den Kauf eines neuen, repräsentativen Hauses gekrönt. Die erste im Roman geschilderte Generation der Familie besitzt eine ungezwungene Natürlichkeit. Diese wird weder diskutiert noch infrage gestellt.

Die Generation der Frömmigkeit

Sohn Jean, also die zweite Generation, ist bereits anders charakterisiert. Durch seine Frömmigkeit hat er Zweifel am rücksichtslosen wirtschaftlichen Verhalten seiner Familie. Er verliert dadurch das ökonomische Interesse seiner Familie teilweise aus dem Auge. Die geschäftliche Lage des Betriebes verschlechtert sich. Dennoch kann sein Sohn Thomas in dritter Generation eine immer noch gesunde Firma übernehmen.

Die dritte Generation der Buddenbrooks

Thomas ist zunächst sehr erfolgreich und wird sogar zum Senator gewählt. Er sorgt für einen Zuwachs des gesellschaftlichen Ansehens und des politischen Einflusses der Familie. Auch er kauft sich ein neues Anwesen. Schließlich aber nehmen die ökonomischen Schwierigkeiten zu, worunter das öffentliche Ansehen leidet.

Er stirbt mit nur 49 Jahren an einem Schlaganfall. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Bemühen um äußerlichen Erfolg seinem nach innen gekehrten, vergeistigten Wesen nicht entspricht. Bei seinem jüngeren Bruder Christian ist die Innerlichkeit und mit ihr die Lebensunfähigkeit noch deutlicher zu beobachten. Gewissensbisse plagen ihn und lassen ihn am Kaufmannsberuf zweifeln.

Er sucht seinen Lebenssinn in oberflächlichem Amüsement. Seine Schwester Clara lebt eine völlig weltabgewandte Religiosität. Ihr früher Tod steht in Zusammenhang mit dieser Weltfremdheit. Deren Schwester Tony scheint von der beginnenden Verfallsentwicklung verschont geblieben zu sein. Sie bleibt den hanseatisch-bürgerlichen Traditionen treu.

Nichts kann sie ernsthaft von den Tugenden der höheren Bevölkerungsschicht, dem Bildungs- und Besitzbürgertum, abbringen. Sie folgt nicht ihrem Herzen, sondern der überholten Norm. Aber gerade aus diesem Grunde heiratet sie zwei Mal einen Mann, der nur auf ihre Mitgift aus ist. Mit beiden wird sie unglücklich.

Das Verharren in überholten Tugenden, Normen und Ansprüchen bietet also auch keinen Ausweg. Der Versuch, das soziale Ansehen der Familie durch zwei gute Partien zu mehren, scheitert.

Der letzte Nachkomme der Familie Buddenbrook

Thomas' Sohn Hanno ist dagegen völlig lebensunfähig. Grund dafür ist sein hoch empfindsames und lebendiges Gewissen. Bei Thomas, Christian und Hanno kann man von Décadents sprechen. Dies ist die Bezeichnung für Menschen im Verfall, für gesellschaftsunfähige Menschen.

Hanno ist Zeit seines Lebens kränklich. Mit seiner gymnasialen Ausbildung ist er überfordert. Ihm fehlt jede Lebenspraxis. Er huldigt seiner großen Leidenschaft, der Musik, die hier die Lebensuntüchtigkeit symbolisiert und für die Auflösung der praktischen Fertigkeiten des Menschen steht. Er stirbt im Alter von nur 16 Jahren an Typhus. Mit ihm stirbt der letzte männliche Nachkomme.

Resümee des Romans

Die erste im Roman beschriebene Generation kommt also zu großem Reichtum. Die Dekadenzerscheinungen, die sich mit jeder Generation verstärken, verhindern den Erhalt des Reichtums. Das Firmenkapital schwindet, ebenso das gesellschaftliche Ansehen und die Lebensfähigkeit der Protagonisten.

Der ökonomische Abstieg der Familie Buddenbrook schreitet unaufhaltsam voran. Hierbei korrespondiert der äußere, vor allem finanzielle Verfall der Familie, mit einer innerlichen Veränderung der Charaktere. Voranschreitende Vergeistigung und Verinnerlichung machen den bürgerlichen Menschen lebensuntauglich. Er wird unfähig, den Anforderungen des Lebens und der Wirtschaft zu entsprechen.

„Buddenbrooks“ – Inhaltsangabe (Mann) Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video „Buddenbrooks“ – Inhaltsangabe (Mann) kannst du es wiederholen und üben.

  • Gib das Thema des Romans „Buddenbrooks“ an.

    Tipps

    Johann senior ist mit am wenigsten Skrupeln behaftet.

    Der wirtschaftliche Niedergang der Familie ist das Ergebnis der Entwicklung.

    Lösung

    In Thomas Manns Roman „Buddenbrooks“ hat bereits im Titel den Zusatz „Verfall einer Familie“. Darin geht es um eine Familie, in der sich über vier Generationen eine verstärkte selbstbezogene Innerlichkeit entwickelt, die schließlich zum wirtschaftlichen Niedergang der Familie führt. Auch sind moralische Empfindsamkeit sowie Skrupel gegenüber der Geschäftswelt weitere Gründe, die schließlich zum Ruin der Familie führen.

    Der Roman, der von Hans Castorp handelt, ist ebenfalls von Thomas Mann. Dabei handelt es sich um das 1924 erschienene Werk „Der Zauberberg“.

  • Gib wieder, welche Personen zu welcher Generation der Buddenbrooks gehören.

    Tipps

    Johann Buddenbrook senior hat das Unternehmen aufgebaut.

    Tony, Christian und Thomas sind Geschwister.

    Lösung

    Die Familie Buddenbrook umfasst in Thomas Manns Roman vier Generationen.

    • Erste Generation: Johann Buddenbrook senior: Er baut das Vermögen und den Wohlstand der Familie auf.
    • Zweite Generation: Johann „Jean“ Buddenbrook: Er übernimmt das Geschäft von seinem Vater und führt es erfolgreich fort.
    • Dritte Generation: Tony, Christian und Thomas Buddenbrook: Die Kinder von Jean Buddenbrook. Thomas führt das Unternehmen nach Jeans Tod, Tony heiratet zweimal aus Pflichtgefühl, Christian ist der missratene Sohn der Generation.
    • Vierte Generation: Johann „Hanno“ Buddenbrook: nicht lebenstüchtiger Sohn von Thomas, interessiert sich nur für Musik, stirbt mit 16 Jahren.
  • Charakterisiere die 1. im Gegensatz zur 4. Generation der Buddenbrooks.

    Tipps

    Die erste Generation baut den Erfolg des Unternehmens auf.

    Mit der vierten Generation ist der Erfolg der Familie endgültig zu Ende.

    Lösung

    Die erste und die vierte Generation stehen in ihren Vorstellungen, Möglichkeiten und Wesenszügen an zwei entgegengesetzten Punkten

    Die erste Generation, repräsentiert durch Johann Buddenbrook senior hat folgende Merkmale:

    • robust
    • solide
    • ungezwungen
    • wirtschaftlicher Erfolg
    • langes Leben
    Die 4. Generation, repräsentiert durch Hanno Buddenbrook hingegen hat folgende Merkmale:
    • lebensunfähig
    • sensibel
    • empfindsam
    • erfolglos
    • lebendiges Gewissen
    • früher Tod
    Zwischen diesen beiden stehen noch zwei weitere Generationen, deren Merkmale sich immer mehr von Johann Buddenbrook senior zu Hanno Buddenbrook entwickeln. Repräsentiert werden diese beiden Generationen von Johannes „Jean“ Buddenbrook und Thomas Buddenbrook.

  • Charakterisiere Tony Buddenbrook.

    Tipps

    Tony heißt Antonie.

    Bendix Grünlich ist ein Hamburger Kaufmann.

    Lösung

    Tony heißt eigentlich Antonie Buddenbrook und wird 1827 geboren. Ihre Geschwister sind Thomas, Christian und Klara. Tony heiratet zwei Mal, allerdings jeweils nicht aus Liebe, sondern um das Geld und Ansehen der Familie zu vermehren. Beide Ehen scheitern und Tony kehrt beide Male in ihre Elternhaus zurück.

    Mit ihrem Ehemann Bendix Grünlich hat sie eine Tochter, Erika. Grünlich ist ein Betrüger und nur auf ihre Mitgift aus.

    Tony scheint den Verfallserscheinungen ihrer Familie entgehen zu können. Mit ihren Werten und Moralvorstellungen ist sie fest in den Idealen des Bürgertums und der kaufkräftige Gesellschaft verankert.

    Allerdings bieten ihr Lebensmodell und ihre Wertvorstellungen auch keinen Lösungsweg aus dem Niedergang ihrer Familie. Sie scheitert und trägt auf ihre Weise zum Untergang ihrer Familie bei.

  • Definiere den Begriff „Décadents“.

    Tipps

    Johann senior hat das Unternehmen der Familie aufgebaut.

    Tony gehört ebenfalls nicht zu den Décadents.

    Lösung

    Décadents sind gesellschaftsunfähige Menschen. Beispiele hierfür sind in Thomas Manns Roman „Die Buddenbrooks“

    • Thomas, der bereits einen Hang zu Innerlichkeit hat und den seine Wesensart und die äußeren Anforderungen, als taffer Geschäftsmann zu agieren, zerreißen.
    • Christian, der noch mehr zur Innerlichkeit neigt als sein Vater. Er führt einen Lebenswandel, der auf oberflächlichen Amüsements basiert. Schließlich landet er in einer Klinik, da seine psychische Verfassung sehr labil ist.
    • Hanno ist insbesondere für den Typus des Décadents. Er hat ein empfindsames Gewissen, ist von kränklicher Natur und völlig lebensunfähig.

  • Bestimme die Handlung des Romans „Die Buddenbrooks“.

    Tipps

    Der Roman beginnt 1835 mit einem Essen bei der Familie Buddenbrook.

    Nachdem Thomas das Geschäft übernommen hat, interessiert sich auch Christian dafür.

    Lösung

    Thomas Manns „Buddenbrooks: Verfall einer Familie“ von 1901 gilt als der erste bedeutende deutsche Gesellschaftsroman. Er erzählt den Niedergang einer hanseatischen Kaufmannsfamilie über vier Generationen hinweg von 1835 bis 1877. Dabei thematisiert der Roman auch die Selbstwahrnehmung des hanseatischen Bürgertums jener Zeit. Der Handlungsort ist vermutlich Lübeck, Manns Heimatstadt, auch wenn dies im Roman nicht explizit erwähnt ist. Viele Lübecker Persönlichkeiten sollen in dem Roman charakterisiert worden sein. Thomas Mann erhielt 1929 für Buddenbrooks den Literaturnobelpreis.