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Aristotelisches Drama

Aristoteles' Dramentheorie dient als Grundlage für klassisches Drama und wird durch geschlossene Handlung, Mimesis und Katharsis definiert. Geschlossene Handlung, Mimesis, Versform-Sprache, Betonung des Spiels, Katharsis und Ständeklausel. Aristoteles' Einheiten - Ort, Zeit und Handlung - sind essentiell. Finde heraus, wie ein aristotelisches Drama strukturiert ist!

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Die Autor*innen
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Deutsch-Team
Aristotelisches Drama
lernst du in der Oberstufe 7. Klasse - 8. Klasse

Aristotelisches Drama Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Aristotelisches Drama kannst du es wiederholen und üben.
  • Erstelle eine Übersicht zentraler Begriffe des aristotelischen Dramas.

    Tipps

    Manfred Fuhrmann übersetzte zwei zentrale Begriffe des aristotelischen Theaters als Jammer und Schaudern. Welche sind dies?

    Lösung

    Aristoteles verfasste in seiner „Poetik” bis heute gültige Grundsätze des klassischen Dramas.

    1. Eine geschlossene Handlung. Das bedeutet, dass es eine einsträngige, zielgerichtete Handlung und keine Nebenhandlungen gibt.
    2. Die Mimesis, auf Deutsch die Nachahmung der Wirklichkeit.
    3. Wichtig ist auch die in Versform verfasste Sprache. Damit soll sich der Dramentext von der Alltagssprache abgrenzen. Handelnde waren oft Könige oder Götter, die mit einer entsprechende Sprache ausgestattet werden mussten.
    4. Hand in Hand damit geht die Forderung danach, keinen reinen Bericht zu verfassen. Genauer gesagt bedeutet das, dass nichts erzählt werden soll, sondern eine Dichtung verfasst.
    5. Einer der bedeutendsten Punkte ist das Hervorrufen von Eleos und Phobos. Manfred Fuhrmann lieferte die bis heute anerkannte Übersetzung mit Schauder für den Begriff Phobos und Jammer für Eleos.
    6. Dadurch soll der/die Zuschauer/-in eine Reinigung, auch genannt Katharsis, erfahren. Er oder sie soll das Geschehen auf sich selbst beziehen und durch das Mitfühlen diese Reinigung erfahren.
    7. Ein weiteres wichtiges Merkmal sind die drei Einheiten. Ort, Zeit und Handlung sind begrenzt.
  • Ergänze das Schaubild zum Aufbau eines Dramas nach Gustav Freytag.

    Tipps

    Überlege noch einmal, wie ein Drama ausgehen kann. Je nachdem wie, wird es als Tragödie oder als Komödie bezeichnet.

    So wie jeder Text hat auch ein Drama ..., Hauptteil und Schluss. Hilft dir das beim Füllen der linken Lücke?

    Lösung

    Das aristotelische Drama kann in fünf Teile untergliedert werden, die meist auch mit der Anzahl der Akte übereinstimmen.

    1. Die Einleitung oder auch Exposition ist der erste Teil. Dabei werden die Figuren und der Grundkonflikt eingeführt. Danach hat der/die Zuschauer/-in bzw. Leser/-in einen gewissen Überblick.
    2. Auf dem Weg zum Höhepunkt steigert sich die Handlung erst einmal. Dabei wird Spannung aufgebaut. Möglicherweise tun sich nun Ungereimtheiten auf, die später aufgelöst werden.
    3. Ganz oben steht der Höhepunkt. Dabei handelt es sich um den am meisten verdichteten Teil der Handlung. Der Höhepunkt kann ein Mord, eine Schlacht oder ein Fest, wie z. B. eine Hochzeit, sein.
    4. Nach dem Höhepunkt fällt die Handlung wieder. Da der Schluss noch hinausausgezögert wird, nennt man diesen Teil auch retardierendes Moment. Dabei wird noch einmal Spannung erzeugt.
    5. Diese Spannung löst sich dann endgültig in der Katastrophe oder der glücklichen Fügung auf. Ein Beispiel für eine Katastrophe wäre Maria Stuarts Hinrichtung in dem gleichnamigen Drama von Schiller.
  • Ordne die Dramen anhand ihrer formalen Merkmale ein.

    Tipps

    Maria und Elisabeth sind Königinnen. Hilft dir das weiter?

    Lösung
    • „Maria Stuart” von Friedrich Schiller kann als aristotelisches Drama eingeordnet werden. Zwar spielt es an unterschiedlichen Orten, entspricht aber trotzdem wesentlichen formalen Merkmalen. Es ist in fünf Akten verfasst und Maria Stuart, eine Königin, hat eine beträchtliche Fallhöhe.
    • „Antigone” von Sophokles ist ebenfalls ein aristotelisches Drama. Es ist klassisch in fünf Akten aufgebaut und enthält Exposition, Komplikation, Klimax/Höhepunkt, retardierendes Moment und eine Katastrophe am Schluss.
    • Bei „Iphigenie in Aulis” von Euripides handelt es sich auch um ein aristotelisches Drama. Es gehört zu den klassischen griechischen Dramen mit fünf Akten und einer Einheit von Ort, Zeit und Handlung.
    • Die beiden Dramen von Bertolt Brecht „Die heilige Johanna der Schlachthöfe” und „Die Dreigroschenoper” sind nicht-aristotelische Dramen. Brecht begründete das sogenannte epische Theater, das in vielen Punkten das Gegenteil des aristotelischen Dramas ist.
  • Zeige, woran erkennbar ist, dass es sich bei „König Ödipius” um ein aristotelisches Drama handelt.

    Tipps

    Eine einheitliche Handlung bewegt sich auf ein Ziel zu. Kannst du das anders ausdrücken?

    Lösung

    1. Es gibt einen begrenzten Zeitraum und die Handlung spielt an nur einem Ort.
    2. Also sind zwei der drei Einheiten erfüllt. Zeit und Ort sind geschlossen. In modernen Dramen kann der Zeitraum sich auch über mehrere Jahre erstrecken, was in klassischen Dramen selten oder gar nicht vorkam.
    3. Es gibt nur eine Haupthandlung. Man könnte sie auch als einsträngig und zielorientiert bezeichnen. Aristoteles hat dieses Drama deshalb auch zum Musterstück der Tragödie ernannt.
    4. Es gibt nur wenige Personen in dem Drama. Das geht Hand in Hand mit der Einheit der Handlung, da so Nebenhandlungen ausgeschlossen werden.
    5. Das Drama ist auch in fünf Akte eingeteilt. Es kommt vor, dass es auch Dramen bestehend aus drei Akten gibt, die teilweise zum aristotelischen Drama gezählt werden.
    6. Somit handelt es sich klar um ein klassisches oder auch aristotelisches bzw. geschlossenes Stück.
    Darüber hinaus ist die Hauptfigur ein König mit großer Fallhöhe, so wie es für das aristotelische Drama typisch ist.

  • Beschreibe den Ursprung des aristotelischen Dramas.

    Tipps

    Überlege noch einmal, ob Aristoteles eine vollständige Kopie des antiken Dramas erschuf.

    Lösung
    • Aristoteles orientierte sich an der Dramaturgie des antiken Theaters. Das bedeutet, dass er sowohl deskriptive als auch präskriptive Aspekte in seine „Poetik” einbaute. Er beschrieb antike Dramen, stellte aber auch verpflichtend gültige Vorgaben für zukünftige Dramen auf.
    • In seinem Werk „Die Poetik” von 335 vor Christus begründete Aristoteles seine berühmten Grundsätze des Theaters.
    • Die vorherrschende Form des Dramas war damals die Tragödie. Meist waren Könige oder Götter die Hauptfiguren, die über eine sogenannte Fallhöhe verfügten.
    • Zentral für das aristotelische Drama ist die Einheit von Ort, Zeit und Handlung. Dabei sollten alle drei Aspekte zeitlich, örtlich und handlungstechnisch auf einen Aspekt begrenzt sein.
  • Prüfe „Die Physiker” auf die Merkmale des aristotelischen Dramas.

    Tipps

    Überlege noch einmal, ob Komödien in Aristoteles Poetik benannt wurden.

    Lösung
    • Formal erscheint die Zuordnung des Dramas „Die Physiker” erst einmal unklar. Es gibt zwar eine Einheit des Ortes und eine Einheit der Handlung, jedoch keine Aufteilung in fünf oder drei Akte.
    • Eine begrenzte Personenzahl spricht auch für die Zuordnung zum aristotelischen Drama. Es gibt zwar einige Nebenpersonen, aber die Haupthandlung wird von vier Personen dominiert. Das unterstützt auch die Einheit der Handlung.
    • Das Stück wird zwar als Komödie deklariert, jedoch ist es der Handlung nach zu urteilen eher eine Tragödie mit Katastrophe am Schluss bzw. eine Tragikomödie.
    • Dürrenmatt hat unterschiedliche Elemente des aristotelischen und nicht-aristotelischen Dramas miteinander verbunden und damit eine andere Form erschaffen.
    • Das Drama lässt sich somit schlussfolgernd nicht eindeutig zuordnen, was wahrscheinlich auch die Intention des Autors war.