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Konjugieren im Imperfekt

Die drei wichtigen Aspekte des Imperfekts sowie dessen Bildung wirst du hier kennenlernen.

Überblick

Das lateinische Imperfekt ist, wie auch das Perfekt und das Plusquamperfekt, ein Vergangenheitstempus. Wie auch die anderen Zeitformen kann es im Indikativ oder im Konjunktiv stehen. Wir schauen uns hier zunächst die Verwendung und Bildung des Indikativs an. Dann untersuchen wir, wann der Konjunktiv Imperfekt verwendet und wie er gebildet wird.

Verwendung und Bildung des Imperfekts im Indikativ

Verwendung

Das Imperfekt im Indikativ wird ähnlich wie im Deutschen in folgenden Fällen benutzt:

  • für eine Hintergrundhandlung oder einen Umstand, die über einen längeren Zeitraum in der Vergangenheit andauern (und möglicherweise bis in die Gegenwart anhalten). Dies nennen wir den durativen Aspekt (lat. durare, -o, -avi, -atum für (an)dauern)
  • für Handlungen, die wiederholt in der Vergangenheit geschahen. Diese nennen wir auch einen iterativen Aspekt (lat. iterare, -o, -avi, -atum für wiederholen)
  • für Handlungen, die in der Vergangenheit lediglich versucht wurden und nicht zu einem Abschluss gekommen sind. Dies nennen wir den konativen Aspekt (lat. conari, conor, conatus sum für versuchen)

Bildung

Das Imperfekt im Indikativ setzt sich in allen Konjugationen aus Wortstamm, Tempuszeichen (-ba-) und Personalendung zusammen. Damit die Aussprache leichter fällt, gibt es in der i-Konjugation (Bsp.: audire), der konsonantischen Konjugation im Imperfekt (Bsp.: agere) sowie in der kurzvokalischen i-Konjugation (Bsp.: facere) den Bindevokal -e-.

Die Personalendungen (aktiv) ähneln denen im Präsens. Nur in der 1. Person Singular verwenden wir -m anstelle von -o. Alle Personalendungen im Überblick sind -m, -s, -t, -mus, -tis, -nt.

Bevor du denkst, dass dies viel zu kompliziert ist, schauen wir uns einige Beispiele an.

Beispiele der a- und e-Konjugation

Wir erinnern uns, dass sich die Imperfektformen der a- und e-Konjugation aus Wortstamm, Tempuszeichen und Personalendung zusammensetzen. Untersuchen wir einmal clama-ba-t (a-Konj.) und mone-ba-mus (e-Konj.):

  • Die Wortstämme sind clama- und mone-.
  • Auf den Wortstamm folgt das Tempuszeichen des Imperfekts -ba-.
  • Am Ende steht die Personalendung: im ersten Fall -t und im zweiten Fall -mus.

Wir können also übersetzen: Er rief (clamabat) und wir ermahnten (monebamus).

Beispiel der i-, der konsonantischen und der kurzvokalischen i-Konjugation

Fast genauso wie bei der a- und e-Konjugation werden die Formen der anderen Konjugationen gebildet. Die Besonderheit ist, dass es hier einen Bindevokal -e gibt, welcher die Aussprache erleichtert. Als Beispiele betrachten wir audi-e-ba-nt (i-Konj.), ag-e-ba-s (kons. Konj.) und faci-e-ba-m (kurzvok. i-Konj.).

Wie wir sehen, hat sich der Bindevokal -e- zwischen Wortstamm und Tempuszeichen gesetzt. Wir übersetzen: Sie hörten (audiebant), du tatest (agebas) und ich machte (faciebam).

Imperfekt Indikativ Passiv

Natürlich können wir die Formen auch ins lateinische Passiv Imperfekt setzen. Dies geht ganz leicht, indem wir anstelle der Aktivendungen die Passivendung anhängen, das heißt: Anstelle von -m, -s, -t, -mus, -tis, -nt hängen wir die Endungen -r, -ris, -tur, -mur, -mini, -ntur an. Beispiel: audi-e-ba-r, ich wurde gehört.

Ein paar Beispielsätze

Schauen wir uns jeweils ein Beispiel für die drei Aspekte des Imperfekts an:

  • Cato dicebat .... (Cato pflegte immer zu sagen...) Hier wird der iterative Aspekt ausgedrückt, weil Cato wiederholt sagte, dass Karthago zerstört werden müsse.
  • Veniebatis in Galliam. (Ihr versuchtet nach Gallien zu kommen (aber ihr seid gescheitert, weil ...)) Weil hier ein Versuch zum Ausdruck kommt, liegt der konative Aspekt des Imperfekts vor.
  • Cum Caesar in Galliam venit, ibi Haedui vivebant. (Als Caesar nach Gallien kam, lebten dort (seit langer Zeit) die Haeduer.) Hier wird der durative Aspekt betont: Caesars Ankunft beschreibt einen Zeitpunkt, während die Haeduer dort bereits über eine lange Dauer lebten.

Landkarte_Galliens.jpg

Häufig ergibt sich der jeweilige Aspekt des Imperfekts erst aus dem Kontext. Du machst in jedem Fall alles richtig, wenn du den lateinischen Satz im Präteritum übersetzt.

Verwendung und Bildung des Imperfekt Konjunktiv

Verwendung

Beim Konjunktiv Imperfekt werden Haupt- und Nebensätze unterschieden. Steht der Konjunktiv im Hauptsatz, so kann unter anderem ein Optativ der Gegenwart (unerfüllbar), ein Potentialis der Vergangenheit oder Irrealis der Gegenwart vorliegen.

Tritt der Konjunktiv Imperfekt im Nebensatz auf, so wird er im Rahmen der consecutio temporum (konjunktivische Zeitenfolge) zumeist „ganz normal“ als Indikativ übersetzt.

Bildung

Die Bildung des Konjunktivs Imperfekt ist fast absolut identisch zum Indikativ Imperfekt. Der einzige Unterschied besteht darin, dass anstelle des Tempuszeichens -ba das Tempuszeichen -re- verwendet wird. Einige Beispiele wären:

  • Utinam clama-re-tur (Würde sie doch gerufen werden!)
  • Utinam mane-re-s (Würdest du doch bleiben!)

Die Bildung des Konjunktiv Imperfekt Aktiv und des lat. Konjunktiv Imperfekt Passiv unterscheidet sich also nur durch die aktive oder passive Personalendung.

Nun weißt du schon eine Menge über das Konjugieren im Imperfekt. Mit Hilfe der Videos und der Übungen kannst du dieses Wissen verinnerlichen. Viel Spaß beim Üben und vale!

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Konjugieren im Imperfekt (2 Arbeitsblätter)