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Der moderne Mensch - Ein kulturelles Wesen

Die Geschichte der Vorzeit hin zum frühen Mittelalter ist eine Geschichte kultureller Entwicklung. Vom Homo erectus bis hin zum Homo sapiens: Am bedeutendsten in der 15 Millionen Jahre andauernden Entwicklung des Menschen war, sich die Natur nach und nach zu Nutze zu machen und sich nicht von ihr beherrschen zu lassen. Der Homo erectus beispielsweise entdeckte das Feuer für sich und bearbeitete Holz und Steine. Der frühe Homo sapiens führte dies fort, stellte Werkzeuge her und begann Tiere zu zähmen, später fruchtbare Böden als Ackerland zu nutzen und folglich auch sesshaft zu werden. Somit erhob sich der Mensch Schritt für Schritt über die Natur. Das ist das wesentliche Merkmal des kulturellen Menschen, denn Kultur ist alles, was der Mensch erschafft, während die Natur das beschreibt, was ganz von selbst ist, wie es ist.

Höhlenmensch

Vom Jäger und Sammler zu den ersten Zivilisationen

Die Menschen der vorgeschichtlichen Zeit lernten also, sich ihre Umgebung nutzbar zu machen. Sie lernten verschiedene Werkstoffe einzusetzen, um Waffen, Werkzeuge und ähnliches herzustellen. Sie lernten Ackerland zu bewirtschaften, Tiere zu zähmen und nachhaltig als Gruppe zu handeln. Das war die Grundlage, um zu größeren Zivilisationen heranwachsen zu können. Die ersten Völker, die im Zuge ihrer Entwicklung dann das „Prädikat“ Hochkultur erhielten, waren um etwa 4000 - 5000 Jahren v. Chr. die Ägypter und die Sumer in Mesopotamien. Etwas später und davon unabhängig haben sich weitere Hochkulturen in anderen Teilen der Welt entwickeln können, wie beispielsweise die Maya, Azteken, Olmeken oder Inka in der Mitte und im Süden des amerikanischen Kontinents.

Ägypten - Hochkultur am Nil

Das Ägyptische Reich hatte unfassbare 4000 Jahre Bestand! In dieser Zeit setzten die Ägypter ungeahnte Maßstäbe: Die erste Schriftzeichen und schriftlichen Erzeugnisse wurden hier der Nachwelt hinterlassen, ägyptische Astronomen entwickelten unseren modernen Kalender, die Landwirtschaft entlang des Nils war seiner Zeit weit voraus und weitverzweigte Handelsbeziehungen schufen die ersten Formen eines Schuld - und Geldwesens. Für all diese immer komplexer werdenden Geschicke des Reiches schuf man sogar einen hochspezialisierten Beamtenapparat, mit bis zu 1600 verschiedenen Ämtern und Titeln!

Ägypten

Die griechische Polis

Parallel zu den letzten Jahrhunderten des Ägypterreiches hatten auch die Städte der griechischen Antike - in etwa 500 Jahre v. Chr. - ihre Blütezeit. Dabei entfernte man sich von den alten Stammesverbänden und schuf mit den sogenannten Poleis eine neue Form städtischer Organisation. Durch gewählte Vertreter regierten und regulierten sich diese selbstständig, wodurch die ersten Formen moderner Demokratie geschaffen wurden. Die Folgen dieser Entwicklung sind dir sicherlich bekannt: Die griechische Philosophie und Naturwissenschaft hat die Menschheit nachhaltig geprägt und das griechische Verständnis von Kunst und Politik ist bis heute allgegenwärtig. Auch für das folgende Weltreich - das Imperium Romanum - waren diese neuen Ansätze von Wissenschaft, Politik und Kunst ein Vorbild.

Vom Römischen Reich zum frühen Mittelalter

Ebenfalls um etwa 500 v. Chr. wurde aus dem Königreich Rom die Römische Republik, welche sich auf ganz ähnliche Weise verwaltete wie die griechischen Stadtstaaten - jedoch in einem ganz anderem Maßstab. Zu seinen Glanzzeiten verwaltete das Imperium Romanum - das Römische Reich ein Gebiet, welches größer war als die heutige Europäische Union! Erst nachdem sich über Jahrhunderte der Herrschaft eine gewisse Dekadenz in Politik und Wirtschaft eingeschlichen hatte und ihre Provinzen zu zahlreich wurden, um sie alle unter Kontrolle zu halten, verlor das Reich an Einfluss. Wirtschaftliche Schwierigkeiten sowie Aufstände und Revolutionen waren die Folge. So ging Rom neue Bünde ein neue Reiche, wie beispielsweise das Heilige Römische Reich entstanden. Dennoch sollte das nun beginnende Mittelalter den Lebensstandard des Römischen Imperiums lange nicht mehr erreichen können.

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