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Wollproduktion in Australien

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Team Wissensdurst
Wollproduktion in Australien
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Grundlagen zum Thema Wollproduktion in Australien

Inhalt

Schafzucht in Australien einfach erklärt

Ursprünglich gab es in Australien keine Schafe. Doch warum gibt es heute so viele Schafe in Australien? Dies hängt mit der Besiedelungsgeschichte durch die Europäerinnen und Europäer (Australien – Einwohnende) zusammen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erreichten die ersten Europäerinnen und Europäer den australischen Kontinent. Mit an Bord hatten die Neuankömmlinge auch einige europäische Tierrassen, die es in Australien bisher nicht gab, beispielsweise Schafe und Kaninchen.

Innerhalb der nächsten 100 Jahre stieg Australien zum weltweit größten Produzenten von Schafwolle auf, die meiste Wolle stammt heute noch von den sogenannten Merinoschafen (besondere Schafrasse).

Schafzucht Australien

Was ist die Schafzucht in Australien?

In den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts war die Schafwolle der Exportschlager Australiens – ungefähr 60 % hatte der Anteil der Wollproduktion am Gesamtexportvolumen. Heute liegt die Exportrate der Wolle bei ungefähr 8 % und die Hauptexportgüter sind Eisenerz und Steinkohle.${^1}$

Zeitraum Hauptexportgüter Australiens
1930er-Jahre Schafwolle
2020er-Jahre Eisenerz und Steinkohle

Trotz des Rückgangs der Exporte von Schafwolle sind die Schafzüchterinnen bzw. Schafzüchter und die Schafzuchtgebiete in Australien noch weitverbreitet. Die Schaffarmen werden als sheep stations bezeichnet und teilweise als landwirtschaftliche Mischbetriebe geführt. Dann gibt es beispielsweise auf den Farmen neben den Grasflächen für Schafe auch Getreideanbauflächen. Diese Form der Mischbewirtschaftung wird in Australien als mixed farming bezeichnet.

Eine besondere Zeit auf einer Schaffarm ist der Zeitraum der Geburt der jungen Lämmer. In diesen Zeiten nimmt die Anzahl der Schafe auf einer sheep station deutlich zu, oft um mehr als die Hälfte.

Auch der Zeitraum der Scherung der Schafe stellt eine besondere Zeit dar, die meist sehr arbeitsintensiv ist. Oftmals kommen Schafschererteams von außerhalb, die die Arbeit des Scherens, also der Entfernung der Wolle vom Körper der Schafe, übernehmen. Die sehr geübten Schafschererinnen und Schafscherer gehören zu den schnellsten ihrer Branche, für ein ungeschorenes Schaf benötigen manche von ihnen in Australien weniger als fünf Minuten. Für den Transport wird die Schafwolle dann mithilfe einer Presse zu Ballen geformt und für den Export vorbereitet.

Neben den hier beschriebenen Hochbetriebszeiten der Lämmergeburt und der Schafscherung gibt es auch andere herausfordernde Zeiten für die Schaffarmen: Australien ist an vielen Stellen ein sehr trockener Kontinent (Australien – Kontinent). Fehlen Niederschläge über eine längere Zeit, kommen die Farmerinnen und Farmer in Bedrängnis. In Australien stehen überall Windräder, mit deren Hilfe das Grundwasser nach oben befördert wird. Liegen die Regenmengen jedoch deutlich unter dem allgemeinen Durchschnitt, können die Farmen die Tiere nicht mehr mit Wasser versorgen und müssen sie zu niedrigen Preisen verkaufen. Die Anzahl der Schafe in Australien variiert daher.

Nachteile der Schafzucht

Immer wieder geraten die Bedingungen bei der Schafscherung in das Visier von Tierschützerinnen und Tierschützern. Die Schnelligkeit bei der Schafscherung spart Kosten ein und erhöht so den Gewinn der Schaffarmen. In einigen Fällen werden die Tiere jedoch gequält und sehr unsanft behandelt, um die Zeitfenster einhalten zu können.

Neben der Wollproduktion gilt Australien auch als wichtiger Exporteur von lebendigen Schafen, meist für den arabischen Raum. Diese Tiere werden auf Transportschiffe verladen, die bis zu 100 000 Lebendtiere fassen können. Einige Tiere überleben die Überfahrt nicht. In den Empfängerländern erwartet sie dann oft der Tod durch Schächtung, bei der die Schafe durch Ausblutung sterben.

Neben den Vorteilen der Schafzucht für Australien, wie Arbeitsplätze für die australische Bevölkerung oder Exporteinnahmen, müssen diese kritischen Bedingungen der Tierhaltung von Schafzüchterinnen und Schafzüchtern sowie von Konsumentinnen und Konsumenten der Wollprodukte in Betracht gezogen werden. Projekte zur artgerechten Haltung gibt es bereits; diese nehmen jedoch noch einen geringen Anteil an der Gesamthaltung ein.

Im Anschluss an das Video findest du Übungen und Arbeitsblätter über die Schafzucht Australiens zur Vertiefung deines Wissens.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Schafzucht in Australien

Woher kommen die australischen Schafe ursprünglich?
Warum hat Australien so viele Schafe?
Quellenangaben zum Thema Wollproduktion in Australien

Transkript Wollproduktion in Australien

Interviewer: Mit der Schafwolle fing alles an. Sie wurde zu Australiens ersten Exportschlager. Die Merinoschafe kamen schon mit den ersten weißen Siedlern auf dem Kontinent an. 1788 mit der First Fleet. Innerhalb von weniger als einem Jahrhundert stieg Australien zum weltweit größten Produzenten von Schafwolle auf. 1930 machte Schafwolle 62 Prozent der australischen Rohstoffexporte aus. Heute hat Wolle nur noch einen Anteil von acht Prozent an den landwirtschaftlichen Ausfuhren. Wir besuchen eine Sheep Station in Westaustralien. Mit 5000 Hektar ist dies für australische Verhältnisse keine große Farm. 7000 Schafe besitzt Warwick Teakle. In einem Monat werden die Lämmer geboren, dann sind es 11000 Tiere. Nur etwa die Hälfte der Farm ist Weideland. Auf der anderen Hälfte wird Getreide angebaut. Das ist typisch für Westaustralien. „Mixed farming“ nennt man das. Jetzt im März, es ist Herbst in Australien, ist der Weizen längst abgeerntet. Er lagert in den großen Silos. Die größten stehen an den Bahnstrecken. Auch Weizen wird ausgeführt. Er macht zwei Prozent der Gesamtexporte aus. Im Herbst sieht man auf den Stoppelfeldern des Weizengürtels in Westaustralien oft Schafe. Hier finden sie noch etwas Futter. Die Weiden sind vertrocknet. Der Süden Westaustraliens hat ein Winterregenklima. Man wartet jetzt auf die Niederschläge. Auf der Farm von Warwick Teakle ist Hochbetrieb. Es ist die Zeit der Schafschur. Im Schuppen sind die Scherer bei der Arbeit. Ein festes Team, das von Farm zu Farm zieht. Entsprechend routiniert sind die Handgriffe. Das Schaf wird zwischen die Beine geklemmt und nach knapp fünf Minuten ist es geschoren. Das Scherteam hat auch eine Presse mitgebracht, in der die Wolle zu Ballen verpackt wird. Die Ballen werden noch beschriftet und dann sind sie auch schon fertig für den Export. Wenn die geschorenen Schafe wieder aus dem Schuppen herauskommen, sehen sie viel dünner aus. Im australischen Klima haben die Merinoschafe eine besonders gute Wollqualität entwickelt. Das Klima hier birgt aber auch Risiken. Die Niederschläge schwanken stark von Jahr zu Jahr. Auf allen Farmen sieht man diese Windräder, die unablässig Grundwasser nach oben pumpen. In Dürrejahren aber versiegt auch diese Wasserquelle. Dann müssen die Farmer ihr Vieh verkaufen, ehe es verhungert oder verdurstet. Es kommt zu einem Überangebot und die Preise verfallen. Ähnlich schwankend sind die Getreideerträge. Warwick Teakle: Die Jahre fallen unterschiedlich aus. In Dürrejahren haben wir weniger als zehn Inches, also 300 Millimeter Niederschlag. Das sind schlechte Jahre. Die Produktion ist niedrig, aber die Preise sind hoch. Dagegen hatten wir 2011 das beste Jahr überhaupt. Wir haben mehr Getreide geerntet. Unsere Produktion war fast doppelt so hoch wie normal. Wir hatten sehr gute Niederschläge. Da waren aber die Preise nicht so gut wie 2012, das ein schlechteres Jahr war, aber mit besseren Preisen. Unser Einkommen ist deshalb mehr oder weniger immer das gleiche.Interviewer: Außer Wolle exportiert Australien auch lebende Schafe. Die werden in den Nahen Osten verkauft. Im Hafen von Fremantle in Westaustralien liegt ein großes Transportschiff, auf das bis zu 100000 Schafe verladen werden können. LKWs schaffen die Schafe aus dem Hinterland herbei. Das Beladen dauert mehrere Tage. Aber das dürfen wir nicht filmen, denn in Australien gibt es heftigen Widerstand gegen den Export von lebenden Tieren. Einmal wegen der Bedingungen des Transports, den viele Schafe nicht überleben und auch wegen der Umstände des Schächtens in den muslimischen Empfängerländern.

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