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Begehrsätze

Unter Begehrsätzen versteht man verschiedene Aussageformen im Lateinischen, die einen Wunsch, eine Aufforderung oder ein Verbot ausdrücken.

Begehrsätze

Ein Begehren, also ein Wunsch, ein Verlangen oder eine Bitte, kann im Lateinischen auf verschiedene Weisen ausgedrückt werden. Hier lernst du die verschiedenen Arten von Begehrsätzen kennen. Das sind Sätze, die einen Wunsch, eine Aufforderung oder sogar ein Verbot ausdrücken. Das Prädikat dieser Sätze steht immer im Konjunktiv.

Optativ - Wunsch

Der Optativ bringt einen persönlichen Wunsch zum Ausdruck. Wünsche können erfüllbar und unerfüllbar sein. Ob ein Wunsch erfüllbar ist oder nicht, liegt aber in der Ansicht des Sprechers. Wenn Paulus der Meinung ist, dass Lucius sich in ein Einhorn verwandeln kann, formuliert er also einen erfüllbaren Wunsch.

Optativ_Einführung

Erfüllbarer Wunsch

Der erfüllbare Optativ drückt einen Wunsch aus, bei dem die wünschende Person glaubt, dass er in Erfüllung gehen kann. Dieser Wunsch kann sich auf die Gegenwart und auf die Vergangenheit beziehen.

Der erfüllbare Wunsch (Optativ) der Gegenwart kann mit dem bloßen Konjunktiv Präsens ausgedrückt werden. Häufig wird er auch mit Ausdrücken wie utinam (hoffentlich) und velim (ich will, dass etwas geschieht/etwas soll geschehen) eingeleitet. Verneinende Einleitungen sind nolim und ne (ich will nicht, dass etwas geschieht/etwas soll nicht geschehen).

  • (Velim) Sedeas. (Hoffentlich setzt du dich./Mögest du dich setzen.)
  • (Utinam) In unicornem mutetur. (Hoffentlich verwandelt er sich in ein Einhorn./Möge er sich in ein Einhorn verwandeln.)

Einhorn.jpg

Wie du siehst, gibt es verschiedene richtige Übersetzungsmöglichkeiten:

  • deutscher Indikativ mit „hoffentlich“
  • deutscher Konjunktiv („Möge er doch...“)

Beim erfüllbaren Wunsch der Vergangenheit steht das Prädikat im Konjunktiv Perfekt. Er kann ebenfalls mit utinam/velim oder nolim/ne eingeleitet werden (muss aber nicht!).

  • (Utinam) Sederis. (Hoffentlich hast du dich gesetzt.)
  • (Ne) In unicornem mutatus sit. (Hoffentlich hat er sich nicht in ein Einhorn verwandelt.)

Unerfüllbarer Wunsch

Der unerfüllbare Optativ drückt einen Wunsch aus, bei dem die wünschende Person der Meinung ist, dass der Wunsch nicht (mehr) erfüllt werden kann. Hier muss utinam/velim oder nolim/ne entweder mit Konjunktiv Imperfekt kombiniert werden, um einen unerfüllbaren Wunsch (Optativ) der Gegenwart auszudrücken. Oder mit einem Konjunktiv Plusquamperfekt um einen unerfüllbaren Wunsch (Optativ) der Vergangenheit auszudrücken.

  • Utinam maior essem. (Wäre ich doch größer.)
  • Velim litteram scripsisses. (Hättest du doch einen Brief geschrieben.)

Optativ.jpg

Hortativ - Selbstaufforderung

Der Hortativ ist eine Aufforderung an die 1. Person Plural. Das bedeutet, dass man eine Gruppe, zu der man selbst gehört, zu einer Handlung auffordert. Man bildet die Form mit dem Konjunktiv Präsens in der 1. Person Plural und übersetzt mit „lasst uns tun/wir sollen tun!“.

  • Ne silvas destruamus! (Lasst uns nicht die Wälder zerstören!)

Wald_Zerstörung.jpg

Iussiv - Aufforderung

Mit dem Aussagemodus Iussiv fordert man eine dritte Person oder Gruppe zu einer Tat auf, ohne sie direkt anzureden, also „er/sie/es soll etwas tun/sie sollen etwas tun“. Dazu verwendet man die 3. Person Singular/Plural Präsens.

  • Silvas servent. (Sie sollen die Wälder beschützen.)

Prohibitiv - Verbot

Mit dem Prohibitiv drückt man seinem Gegenüber ein Verbot aus. Es steht die Verneinung ne in Verbindung mit einem Verb in der 2. Person Singular/Plural Perfekt. Das Perfekt muss man hier zeitlos verstehen, deswegen solltest du es in diesem Fall wie ein Präsens übersetzen.

  • Ne silvas destruxeritis! (Zerstört die Wälder nicht!)

Hier noch einmal die verschiedenen Aufforderungen und Verbote im Überblick:

Begehrsmodi.jpg

Du wirst sehen, dass die Begehrsätze mithilfe der Videos und Übungen leicht zu knacken sind. Viel Erfolg und vale!