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Eröffnung des Sueskanal 03:54 min

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Transkript Eröffnung des Sueskanal

Am 17. November 1869 wird der Sueskanal eröffnet. Nach 16 Stunden fahrt erreichen die ersten 68 Schiffe, die von Port Said kommen Sues am roten Meer. In dem Eröffnungskonvoi befinden sich Schiffe der verschiedensten Nationen, angeführt von einem französischen mit der Gattin Napoleons des Dritten und dem Initiator des Kanalbaus, Ferdinand Lesseps, an Bord. Auf den folgenden Schiffen fahren Vertreter diverser Königshäuser, unter ihnen Kaiser Franz Josef von Österreich und der Kronprinz von Preußen. Mit der Fertigstellung des Kanals wird ein Jahrtausende alter Traum Wirklichkeit. Schon Darius der Große hat circa 500 vor Christus befohlen, eine Verbindung zwischen dem Nil und dem bitteren Fluss, der in Persien entspringt, herzustellen. Aber der Wüstensand vereitelt das ehrgeizige Vorhaben des Darius. Jahrhunderte später, als Vasco da Gama 1497 den Seeweg um Afrika entdeckt, stellt man sich erneut die Frage, ob eine Wasserstraße zwischen Mittelmeer und dem Roten Meer möglich sei. Als Napoleon in Ägypten landet, beginnt man wieder Pläne für einen Kanal durch die Landenge zu schmieden. Doch man kommt über die Festlegung einer Trasse nicht hinaus. Vom Roten Meer reist man dann weiterhin mit Pferdewagen zum Mittelmeer und auch die Eisenbahn verbessert die Situation nicht sehr. Der Gütertransport zwischen dem Orient und Europa nimmt weiterhin den langen Weg um das Kap der guten Hoffnung. 1832 trifft ein neuer französischer Konsul in Kairo ein. Ferdinand Lesseps widmet all seine Energie der Verwirklichung des Kanals. Er übernimmt die Pläne des österreichischen Ingenieurs Alois Negrelli, welche die billigste Variante bieten. Für die Finanzierung gibt Lesseps Aktien zu 500 Goldfrancs heraus, die von allen großen Nationen gekauft werden. Erst dann bekommt er die Unterschrift des Königs Mohammed Ali auf den Bauvertrag. Am 25. Februar 1859 beginnen die Arbeiten an dem Kanal, der in kürzester Zeit die Handelsschifffahrt revolutionieren soll. So verkürzt der Sueskanal den Seeweg zwischen England und seinen Kolonien auf die Hälfte. Zehn Jahre später eröffnet der neue Vizekönig von Ägypten, Said Pascha den Kanal mit einer zwei Jahre lang dauernden Feierlichkeit, deren Höhepunkt die Aufführung der Oper Aida von Verdi ist. Das Fest ist so kostspielig, dass es in den finanziellen Ruin führt und Said Pascha zwingt, seine Sueskanal Aktien an die Engländer zu verkaufen. Mit dem Kauf der Aktien erlangt England auch das Recht, militärische Einheiten in Ägypten zu stationieren. Alexandria wird die wichtigste englische Militärbasis im Mittelmeer, der Kanal aber für Ägypten nutzlos. Erst 1956 verlässt der letzte Brite Ägypten und mit der darauf folgenden Verstaatlichung des Sueskanals tritt seine Geschichte in eine neue, abenteuerliche Phase.