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Weltbild – geozentrisch

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Team Wissensdurst
Weltbild – geozentrisch
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Grundlagen zum Thema Weltbild – geozentrisch

Inhalt

Das geozentrische Weltbild

Hast du schon einmal vom geozentrischen Weltbild gehört? Dieser Name kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet übersetzt in etwa erdzentriert. In geozentrischen Weltbildern bilden Mensch und Erde das Zentrum des Universums. Im Folgenden beschäftigen wir uns damit, wie geozentrische Weltbilder aufgebaut sind und welche Probleme aus ihnen resultieren.

Geozentrisches Weltbild – Definition und Geschichte

Wie in der Einleitung bereits geschildert bildet in geozentrischen Weltbildern die Erde das Zentrum des Universums – dabei beschränkt sich die Beschreibung in der Regel auf das Sonnensystem, weil Sterne in der Antike noch nicht als andere Sonnen, sondern als Fixsternhintergrund betrachtet wurden. Es gibt dabei nicht nur ein geozentrisches Weltbild, sondern mehrere, die aufeinander aufbauend entwickelt wurden. Die ersten geozentrischen Beschreibungen des Universums, die überliefert sind, stammen aus dem antiken Griechenland, also aus der Zeit einige Jahrhunderte v. Chr.

Sie basieren wie ihre Nachgänger auf den alltäglichen Beobachtungen. Ohne moderne Messinstrumente war es sehr naheliegend, die Erde als ruhendes Zentrum anzunehmen. Denn das ist genau das, was die Menschen damals beobachteten: Während sich die Erde nicht zu bewegen scheint, beschreiben die Sonne und Planeten annähernd kreisförmige Bahnen am Himmel.

Aus diesem Grund beschrieb beispielsweise Eudoxos von Knidos das Sonnensystem wie folgt: Die Erde bildet das Zentrum und wird vom Mond, der Sonne und den Planeten auf perfekten Kreisbahnen umrundet. Das Zentrum dieser Kreisbahnen liegt genau im Mittelpunkt der Erde. Deswegen trägt dieses Weltbild auch den Namen homozentrisches Weltbildhomozentrisch bedeutet so viel wie gleiches Zentrum habend.

Homozentrisches Weltbild Geozentrik

Mit der Zeit musste dieses Bild allerdings angepasst werden, weil neue und genauere Beobachtungen gemacht wurden. Etwa gegen Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. beobachteten Astronomen, dass einige der Planeten kurzzeitig ihre Richtung änderten und zurückliefen, also scheinbar Schleifenbewegungen vollführten. Außerdem schienen sie auch ihre Geschwindigkeit periodisch zu verändern. Wie wir heute wissen, hat diese Beobachtung zwei Ursachen: Zum einen bewegen sich die Planeten nicht um die Erde, sondern um die Sonne. Zum anderen sind ihre Bahnen elliptisch. Da die Menschen der Antike nicht über dieses Wissen verfügten, versuchten sie, die Bewegung so zu erklären, dass sie mit dem geozentrischen Weltbild in Einklang gebracht werden konnten, und entwickelten die sogenannte Epizyklentheorie. Dieser Vorstellung zufolge bewegen sich die Planeten auf kleinen Kreisbahnen, deren Mittelpunkt wiederum eine Kreisbahn um die Erde beschreibt.

Epizyklentheorie im Geozentrischen Weltbild

So konnten sowohl die Schleifen als auch die Geschwindigkeitsänderungen erklärt und die Bewegungen der Planeten korrekt vorhergesagt werden. Das ptolemäische Weltbild, das auf diesen Überlegungen aufbaut, war in Europa bis ins 15. Jahrhundert verbreitet. Dies hatte unter anderem mit dem Einfluss der christlichen Kirche zu tun, die es vehement verteidigte. Es widersprach nämlich nicht der Bibel, die den Menschen als Gottes Schöpfung in das Zentrum des Universums setzte. Gegen Forscher, die aufgrund neuerer Erkenntnisse das geozentrische Weltbild zu hinterfragen begannen, ging die Kirche sogar mit Gewalt vor.

Erst im 17. Jahrhundert konnte sich das heliozentrische Weltbild durchsetzen, das vor allem von Nikolaus Kopernikus und Johannes Keppler ausgearbeitet wurde und die Sonne ins Zentrum des Sonnensystems stellt.

Transkript Weltbild – geozentrisch

Die Erde ist eine Kugel. Für die alten Griechen und Römer war das seit Aristoteles klar. Entgegen einer Auffassung, die im neunzehnten Jahrhundert populär wurde, war die Kugelgestalt der Erde jedoch auch im europäischen Mittelalter bekannt und weitestgehend akzeptiert. Besonders in der gebildeten Schicht gab es daran keinen Zweifel. Doch wie die Erdkugel genau aussah, das war noch unklar. Einen großen Einfluss auf das mittelalterliche Weltbild hatte die christliche Kirche, denn der Missionsauftrag Christi „Geht zu allen Völkern“ war laut damaliger Auffassung nur zu erfüllen, wenn alle Länder der Erde zu Fuß zu erreichen seien. Es könnten also nur die zusammenhängenden Gebiete Europa, Asien und Afrika bewohnt und bewohnbar sein. Außerdem bestand die südliche Hemisphäre in diesem Weltbild nur aus Wasser und der Äquator wurde als so heiß beschrieben, dass man erst gar nicht zur südlichen Hemisphäre reisen könnte. Ein Leben auf der Erdhälfte jenseits des Äquators war somit unmöglich. Für die Kirchenoberen hatten Weltkarten vor allem einen Zweck: Sie sollten die christliche Lehre untermauern und als Glaubenshilfe dienen. Noch bis ins fünfzehnte Jahrhundert folgten christliche Weltkarten daher meist einem festen Darstellungsschema: Den Mittelpunkt der Karten bildete das Heilige Land mit der Stadt Jerusalem, darüber lag Asien. Die Karten waren also nach Osten ausgerichtet. In der unteren Hälfte der Karte fanden sich Europa und Afrika. Der Rest war Wasser. Weitaus detailgetreuer zeigten damals Karten aus dem islamischen Kulturkreis die Welt. Denn im Mittelalter waren hauptsächlich Menschen aus dem vorderen Orient auf Handelsreisen zwischen Europa und China. Außerdem übernahmen sie viele Erkenntnisse aus der griechisch-römischen Antike und ergänzten sie durch Informationen aus Pilgerfahrten und Handelsbeziehungen. Wie umfangreich das geographische Wissen vor allem über Asien und Afrika war, zeigt die Weltkarte des Geographen Abu Abdallah Mohammed al-Idrisi. In ihr fasste er im Jahr 1154 das damalige Wissen über die Welt zusammen. Gemäß den Gepflogenheiten der damaligen Kartographen, liegt in dieser Karte der Süden oben.

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