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Impfung – aktive und passive Immunisierung

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Team Digital
Impfung – aktive und passive Immunisierung
lernst du in der Oberstufe 5. Klasse - 6. Klasse - 7. Klasse - 8. Klasse - 9. Klasse

Grundlagen zum Thema Impfung – aktive und passive Immunisierung

Inhalt

Aktive und passive Immunisierung – Biologie

Impfungen sind spätestens seit der Coronapandemie, die ihren Beginn im Jahr 2019 hatte, den meisten Menschen ein Begriff. Doch mit Impfungen sind auch zuvor schon fast alle Menschen in Berührung bekommen, da für einige Krankheiten eine Impfung in frühen Kinderjahren sowie regelmäßige Auffrischungen empfohlen werden. Doch nicht jeder weiß, dass es sich bei Impfungen um aktive oder passive Immunisierungen handeln kann. In diesem Text findest du, zusätzlich zu deinem Unterrichtsmaterial, die wichtigsten Informationen über Impfungen und dir wird die aktive und passive Immunisierung einfach erklärt.

Die Entdeckung der Impfung und der Immunisierung

Zunächst ist es wichtig, zu klären, was es überhaupt heißt, immun zu sein. Immunität bedeutet, dass der Körper davor geschützt ist, an einer bestimmten Infektionskrankheit zu erkranken. Bereits im 18. Jahrhundert stellte man fest, dass Menschen, die eine oft tödliche Pockeninfektion überstanden haben, für den Rest ihres Lebens vor einer erneuten Erkrankung geschützt waren. Sie waren also immun gegen die Pockeninfektion geworden.
Auf Grundlage dieser Beobachtungen entwickelte ein englischer Arzt im Jahr 1796 die erste Impfung. Dafür verwendete er für den Menschen ungefährliche Kuhpockenviren aus Kühen und übertrug diese in die Menschen. Während einer Pockenepidemie, also einer großen Ausbruchswelle, blieben diese geimpften Menschen gesund und erkrankten nicht an den gefährlichen echten Pocken.

Wir müssen heute also nicht mehr jede Infektionskrankheit überstehen, um eine lebenslange oder langjährige Immunität zu bekommen. Es gibt Schutzimpfungen gegen eine Vielzahl lebensbedrohlicher Krankheiten, die dich genauso wie eine überstandene Infektion vor einer Ansteckung schützen.

Einige Infektionskrankheiten, wie zum Beispiel die Pocken, konnten durch Impfungen sogar ausgerottet werden. Auch bei anderen Krankheiten wie Diphtherie oder Kinderlähmung werden nur noch vereinzelte Infektionen dokumentiert, seit es flächendeckende Impfungen gegen diese Krankheiten gibt. Dies ist möglich, weil sich die Infektionskrankheiten durch die Immunität eines Großteils der Bevölkerung gar nicht mehr verbreiten können. Auch einzelne wenige Personen, die sich aus bestimmten Gründen nicht impfen lassen dürfen oder möchten, sind dann in der Regel vor einer Infektion geschützt. Daher spricht man in diesem Zusammenhang auch von einer sogenannten Herdenimmunität.

Bei einer Impfung im klassischen Sinne handelt es sich grundsätzlich um eine aktive Immunisierung. Doch was ist eine aktive Immunisierung genau? Das erklären wir dir in den nächsten zwei Abschnitten.

Aktive Immunisierung – Definition

Von einer aktiven Immunisierung spricht man, wenn der Körper durch einen sogenannten Erstkontakt mit einem Erreger selbst Antikörper bildet, um den Erreger zu bekämpfen. Genau genommen erkennt der Körper sogenannte Antigene. Das können spezifische Strukturen des Erregers wie zum Beispiel Oberflächenproteine sein. Gegen diese Antigene werden dann die Antikörper als Gegenstück gebildet, um den Erreger unschädlich zu machen. Oft reichen auch schon kleine Teile des Erregers für eine Immunisierung aus, damit das Immunsystem darauf reagiert und Antikörper produziert. Mehr dazu erfährst du im Textabschnitt zu den verschiedenen Arten von Impfstoffen. Der Körper wird also selbst aktiv, um die potenzielle Gefahr zu bekämpfen. Im gleichen Zug stellt sich dabei auch eine Langzeitimmunisierung ein, indem der Körper Gedächtniszellen bildet. Unter diesem Link findest du weitere Informationen zu Entstehung und Verlauf von Infektionskrankheiten.

Der Vorteil einer aktiven Immunisierung ist, dass der Körper bei einem erneuten Kontakt mit dem Erreger schnell Antikörper produziert. Dies geschieht dank der Gedächtniszellen, die bei der Immunisierung angelegt wurden.
Oftmals werden auch nah verwandte Erreger erkannt – wie es bei den Pockenviren der Fall ist –, gegen die die Menschen ein Leben lang immun waren, obwohl nur die sehr ähnlichen, aber ungefährlichen Kuhpockenviren verimpft wurden. Auch bei den Impfungen, die du in deinem Impfpass findest, handelt es sich um aktive Immunisierungen. Wie eine aktive Immunisierung heutzutage abläuft, wird dir im nächsten Abschnitt genauer erklärt.

Aktive Immunisierung – Ablauf

Wie du nun weißt, kann eine aktive Immunisierung ganz klassisch durch das Durchlaufen einer Infektionskrankheit erfolgen oder durch eine sogenannte Schutzimpfung. Die Prozesse, die dabei im Körper ablaufen, sind sehr ähnlich. Kommt der Körper in Kontakt mit einem Erreger oder mit einer abgeschwächten Form eines Erregers im Rahmen einer Impfung, dann wird eine Immunreaktion ausgelöst. Das merkt man häufig an Schmerzen an der Einstichstelle, leichtem Fieber oder Abgeschlagenheit. Bei vielen Impfungen merkst du aber gar nichts, da nicht jede Impfung zwangsläufig körperliche Symptome hervorruft. Im Fall des echten Erregers macht der Körper allerdings nicht nur die eben genannten körperlichen Reaktionen durch, die oft schon nach einem oder wenigen Tagen wieder abklingen, sondern er muss mitunter auch weitere starke Effekte des gefährlichen Erregers bekämpfen, die bei einigen Krankheiten sogar tödlich sein können.
Der Nachteil einer aktiven Immunisierung ist also, dass du dich gegebenenfalls für ein paar Tage ein wenig schwach fühlst, ein schwerer oder tödlicher Verlauf wie bei der echten Infektion wird aber verhindert. Außerdem ist der Schutz nicht sofort ab dem Zeitpunkt der Impfung gegeben, da der Körper einige Tage (oft circa 14 Tage) benötigt, um einen vollständigen Schutz aufzubauen. Das wird auch deutlich, wenn du dir das Schema zum Prozess der aktiven Immunisierung in der folgenden Abbildung ansiehst.

impfung aktive Immunisierung Diagramm

Den Verlauf einer aktiven Immunisierung und damit die Konzentration von Antikörpern kannst du dir als Kurve vorstellen. Zuerst kommt die Impfung, die dem Erstkontakt mit dem Krankheitserreger durch die verabreichten Antigene des Erregers entspricht. Nach etwa einer Woche steigt dann die Konzentration der Antikörper im Blutserum stark an. Diese Konzentration erreicht nach etwa zwei Wochen ihren Höhepunkt und sinkt dann wieder ab. Da gleichzeitig auch Gedächtniszellen vom Körper gebildet wurden, führt ein Zweitkontakt mit dem Erreger oder Antigen, der hier beispielhaft nach vier Wochen dargestellt ist, zu einer schnelleren und viel stärkeren Produktion von Antikörpern. Dadurch wird die Krankheit sehr schnell bekämpft und verläuft nur mild oder im besten Fall komplett ohne Symptome.

Den gleichen Effekt macht man sich auch bei Auffrischungs- oder Boosterimpfungen zunutze, wie sie beispielsweise aus der Coronapandemie bekannt sind. Im Vergleich zur ersten Dosis wird durch eine zweite oder dritte Dosis an Impfstoff in einem Abstand von mindestens vier Wochen eine verstärkte Antikörperproduktion durch den Körper erreicht.

Aktive Immunisierung – Arten von Impfstoffen

Du hast bisher gelernt, dass die Schutzimpfung im eigentlichen Sinne eine aktive Immunisierung ist. Für aktive Immunisierungen werden unterschiedliche Arten von Impfstoffen (Vakzine) verwendet. Die Unterschiede zwischen Lebendimpfstoffen, Totimpfstoffen und den dazugehörenden Spaltimpfstoffen sowie den genbasierten Impfstoffen erklären wir dir in den nächsten Textabschnitten.

Lebendimpfstoffe – Definition und Beispiele

Von einem Lebendimpfstoff spricht man, wenn bei der Impfung vermehrungsfähige Erreger injiziert werden. Diese Erreger lösen aber keine Krankheit aus, da die krank machenden Eigenschaften labortechnisch durch Züchtung entfernt oder abgeschwächt wurden.

Auch der erste bekannte Impfstoff gegen Pocken war ein Lebendimpfstoff. Die Kuhpockenviren waren zwar teilungsfähig, jedoch konnten sie im Menschen keine Krankheit auslösen. Weitere Beispiele für aktive Immunisierungen durch Lebendimpfstoffe sind die Schutzimpfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln oder Tuberkulose.

Totimpfstoffe – Definition und Beispiele

Totimpfstoffe enthalten, wie der Name vermuten lässt, ausschließlich abgetötete Krankheitserreger. Auch diese Impfstoffe führen somit zu einer Immunisierung, ohne dass der geimpfte Mensch krank wird. Zu den Totimpfstoffen gehören beispielsweise die Impfstoffe gegen Keuchhusten, Kinderlähmung oder Tetanus.

Spaltimpfstoffe – Definition und Beispiele

Bei den Spaltimpfstoffen handelt es sich um einen Totimpfstoff, bei dem inaktive Teile eines Erregers wie zum Beispiel dessen Oberflächenproteine injiziert werden. Diese Antigene führen dazu, dass der Körper eine Immunreaktion einleitet.
In einigen Fällen werden diese Spaltimpfstoffe gar nicht aus den Erregern selbst gewonnen, sondern auf gentechnische Weise hergestellt. Wenn du wissen möchtest, wie man gezielte Proteine gentechnisch gewinnen kann, dann schau dir gerne dieses Video über Klonierung und angewandte Gentechnik an.

Bekannte Beispiele für Spaltimpfstoffe sind die Impfstoffe gegen die Grippeviren oder gegen das Hepatitis-B-Virus.

Genbasierte Impfstoffe

Eine besondere Gruppe der Impfstoffe bilden die genbasierten Impfstoffe, die in Vektorimpfstoffe und mRNA-Impfstoffe unterteilt werden. Das Besondere an genbasierten Impfstoffen ist, dass die menschlichen Körperzellen das Antigen, also zum Beispiel ein Oberflächenprotein des Erregers, durch Proteinbiosynthese selbst herstellen. Die menschlichen Zellen bekommen also den Bauplan in Form von DNA oder mRNA für ein Antigen des Erregers geliefert. Erst nach Bildung dieses Antigens erfolgt die aktive Immunisierung und damit die Bildung von Antikörpern.

Beim Vektorimpfstoff wird ein Gen des Erregers in die Hülle eines geeigneten Virus eingebracht. Verwendet wird dabei zum Beispiel die Hülle des schon lange bekannten Pockenvirus. Dieses schleust dann wie ein Gentaxi das gewünschte Gen in die menschliche Zelle ein. Da die Virushülle nur das Gen für das gewünschte Antigen enthält, das das Immunsystem aktiviert, wird – anders als bei einem normalen Ablauf einer Virusinfektionkeine Krankheit ausgelöst. Genau wie bei einer Virusinfektion wird das DNA-Stück als Bauplan in den Zellkern eingebracht, dort transkribiert und die mRNA im Zytoplasma in das passende Protein translatiert. Vektorimpfstoffe gibt es zum Beispiel gegen das Dengue-Fieber, Ebola oder den COVID-19-Erreger.

Ganz ähnlich funktionieren die mRNA-Impfstoffe. Hier wird ebenfalls die Information für ein gewünschtes Gen in die menschliche Zelle eingebracht, sodass diese das gewünschte Antigen produziert. Der Unterschied zum Vektorimpfstoff ist dabei, dass die Geninformation durch eine messenger-RNA vermittelt wird und dass anstelle einer Virushülle kleine Fettbläschen – sogenannte Lipidnanopartikel – als Gentaxi verwendet werden. Da mRNA verwendet wird, verbleibt sie im Zytoplasma der Zelle und wird dort in das passende Protein translatiert. Nachdem bereits sehr lange an mRNA-Impfstoffen gegen verschiedene Krankheiten geforscht wurde, konnten die ersten mRNA-Impfstoffe während der Coronapandemie als Schutz gegen den COVID-19-Erreger entwickelt werden.

Wenn alle bekannten Impfstoffe der aktiven Immunisierung zuzuordnen sind, was ist dann eine passive Immunisierung?

Passive Immunisierung – Definition

Bei der passiven Immunisierung bildet der Körper nicht selbst die Antikörper gegen einen Erreger, sondern bekommt fertig gebildete Antikörper durch eine Spritze verabreicht. Dadurch entsteht eine passive Immunität. Der Körper ist somit für eine kurze Zeitdauer durch die Antikörperinjektion immun. Eine Langzeitimmunität erreicht man dadurch allerdings nicht. Das wird auch deutlich, wenn du dir weiter unten die Abbildung zum Prozess der passiven Immunisierung ansiehst. Warum führt man dann also eine passive Immunisierung überhaupt durch? Eine passive Immunisierung ist genau genommen eine Hilfestellung bei der Abwehr gegen Krankheiten, die bereits ausgebrochen sind und gegen die im Voraus keine Immunität bestand. Die Erklärung, wie die passive Immunisierung funktioniert, findest du im nächsten Abschnitt.

Passive Immunisierung – Ablauf

Hat sich eine Infektionskrankheit bereits im Körper ausgebreitet, kann man den Körper durch eine passive Immunisierung beim Kampf gegen den Erreger unterstützen. Man spricht daher bei passiven Immunisierungen auch von sogenannten Heilimpfungen. Für die Herstellung werden große Tiere wie beispielsweise Pferde verwendet, da diese ein großes Blutvolumen haben. Dafür wird das Tier zunächst mit dem Erreger infiziert, damit die Bildung von Antikörpern angeregt wird. Aus dem Blutserum des Pferds werden dann die Antikörper gewonnen und zu einem Impfserum verarbeitet, das dann der Patientin oder dem Patienten verabreicht wird.

Die passive Immunisierung birgt allerdings auch Nachteile. So erkennt der Körper beispielsweise, dass die injizierten Antikörper von einer fremden Spezies stammen. Dies führt dazu, dass auch zahlreiche Antikörper gegen die Pferdeantikörper gebildet werden. Erfolgt also zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal ein Kontakt mit Pferdeserum, zum Beispiel im Rahmen einer weiteren passiven Immunisierung, kommt es zu einer heftigen Immunreaktion gegen das Impfserum. Dabei spricht man von einem anaphylaktischen Schock. Vermeiden kann man das, indem man im Fall einer zweiten passiven Immunisierung Seren anderer Tierarten wie Rinder oder Schafe verwendet. Möglich ist auch die Verwendung „menschlich gemachter“, sogenannter humanisierter Antikörper, deren Herstellung allerdings sehr teuer ist.

Passive Immunisierung – Beispiele

Ein Beispiel für eine passive Immunisierung ist das Impfserum gegen Tetanus, den gefährlichen Wundstarrkrampf, der durch das Bakterium Clostridium tetani ausgelöst wird. Wenn nach einer blutigen Verletzung festgestellt wird, dass die Tetanus-Impfung schon länger zurückliegt oder der Impfstatus unbekannt ist, wird eine vorbeugende (prophylaktische) passive Impfung durchgeführt. Damit hat die verletzte Person dann mit Sicherheit genügend Antikörper zu Verfügung, falls der Tetanus-Erreger durch die Wunde in den Körper eingedrungen sein sollte.

passive Immunisierung Diagramm

Der Verlauf der passiven Immunisierung ist hier noch einmal als Kurve dargestellt. Direkt im Anschluss an die Injektion des Impfserums liegt eine sehr hohe Konzentration an Antikörpern vor, die dann über die Zeit immer weiter abnimmt. In diesem Beispiel sind bereits nach sieben Wochen keine Antikörper mehr im Blut vorhanden, sodass ab diesem Zeitpunkt keine Immunität mehr gegeben ist. Eine passive Immunisierung hält unterschiedlich lang, aber in der Regel maximal für drei Monate.

Passive und aktive Immunisierung – Vergleich

Die wichtigsten Informationen sowie Vor- und Nachteile einer aktiven und passiven Immunisierung haben wir hier noch einmal in einer Tabelle dargestellt.

aktive Immunisierung passive Immunisierung
Art der Impfung Schutzimpfung Heilimpfung
Was wird injiziert? der lebende oder abgetötete Erreger oder Teile des Erregers (Antigene) Antikörperserum
Vorteile Langzeitimmunität, Ausrottung einiger Infektionskrankheiten, hohe Sicherheit durch Aktivierung einer körpereigenen Reaktion schnelle Reaktion auf einen Erregerkontakt und Unterstützung der körpereigenen Reaktion möglich
Nachteile Kurzzeitige, körpereigene Impfreaktionen wie Fieber oder Abgeschlagenheit sind möglich. keine Langzeitimmunität, bei Zweitkontakt Gefahr eines anaphylaktischen Schocks

Aktive und passive Immunisierung – Zusammenfassung

In diesem Text hast du gelernt, wie eine Impfung funktioniert und dass es sich bei der klassischen Impfung um eine aktive Immunisierung handelt. Du hast außerdem gelernt, wie diese aktive Immunisierung abläuft und was die passive Immunisierung ausmacht.
Beim Vergleich der aktiven und passiven Immunisierung hast du gelernt, dass es einige Gemeinsamkeiten gibt. Durch die Injektion von lebenden oder abgetöteten Erregern oder von Antikörpern kommt es zu einer kurzzeitigen hohen Menge an Antikörpern, die unser wichtigstes Mittel zur Neutralisierung von Infektionskrankheiten sind.
Der große Unterschied zwischen aktiver und passiver Immunisierung ist, dass bei der aktiven Immunisierung – durch aktive Bildung eigener Antikörper und Gedächtniszellen – eine Langzeitimmunität des Körpers erreicht wird. Durch die Passivimpfung wird hingegen nur eine Unterstützung des Körpers im Kampf gegen einen Erreger erreicht.

Im Anschluss an das Video und den Text kannst du dein Wissen zur Impfung und der aktiven und passiven Immunisierung in einem Arbeitsblatt oder einer interaktiven Übung testen. Viel Spaß!

Transkript Impfung – aktive und passive Immunisierung

Obwohl Impfungen Leben retten können und durch Impfungen bereits schlimme Krankheiten komplett ausgerottet werden konnten, fürchten sich dennoch viele Menschen vor den Risiken einer Impfung. Möglicherweise hast du schon einmal mitbekommen, dass Freunde oder Familienmitglieder sich nicht impfen lassen möchten. Natürlich sollten persönliche Entscheidungen respektiert werden. Vielleicht können wir aber auch ein paar Sorgen aus dem Weg räumen. Bleib also dran! In diesem Video geht es um „Impfung – aktive und passive Immunisierung“. Zuerst schauen wir uns an, wie es überhaupt zu den ersten Impfungen kann und werfen danach einen Blick in deinen Impfpass und sehen uns die aktive Immunisierung sowie die passive Immunisierung an. Anschließend wollen wir natürlich wissen, welche Risiken mit einer Impfung einhergehen aber vor allem auch, welche Chancen sie uns bieten. Unser Immunsystem ist für sich alleine schon richtig stark. Es kämpft vermutlich sogar gerade in diesem Moment, während du dieses Video guckst, für dich. Bei manchen Gegnern braucht unser Immunsystem allerdings noch zusätzliche Unterstützung in Form von Impfungen, wodurch einem harten und kräftezehrenden Kampf vorgebeugt werden kann. Aber wie kam man auf die Idee, Krankheiten mit Impfungen entgegenzuwirken? Dazu müssen wir zurück ins achtzehnte Jahrhundert blicken. Dort fiel auf, dass Menschen, welche bereits an den Pocken erkrankt waren, sich nicht noch einmal mit den Pocken infizieren konnten. Das veranlasste 1796 einen englischen Arzt dazu, harmlose Rinderpockenviren in mehrere Menschen zu übertragen, damit diese einen Schutz gegen Pocken aufbauen konnten. Während der nächsten Pockenepidemie konnte beobachtet werden, dass genau diese Menschen tatsächlich geschützt waren und nicht krank wurden. Damit war sozusagen der Grundbaustein für Impfungen, wie wir sie heute kennen, gelegt. Dank ihnen musst du dich heute zum Glück nicht mehr mit einer gefährlichen Krankheit infizieren, um immun zu werden. Impfverfahren werden in „aktive und passive Immunisierung“ unterteilt. Diese sind auch in deinem Impfpass vermerkt. Sehen wir uns zuerst die aktive Immunisierung an. Impfungen der aktiven Immunisierung werden „Schutzimpfungen“ genannt. Hierbei werden stark abgeschwächte, tote oder auch nur Teile von Erregern absichtlich in den Körper gebracht. Die Krankheit bricht dabei nicht aus. Die Infektion wird quasi nur vorgetäuscht. Dein Körper produziert nun Antikörper gegen den Erreger. Aber das ist nicht alles: Es entstehen außerdem Zellen, die die Information über den Erreger speichern. Deswegen werden diese Zellen auch „Gedächtniszellen“ genannt. Kommt dein Körper nun irgendwann später mit diesem Erreger in Kontakt, wird er erkannt und die Produktion von Antikörpern angeregt. Außerdem befinden sich noch Antikörper im Blut, die die Elimination einiger Erreger sofort initiieren. Dein Körper ist gegen diese Krankheitserreger „immun“ geworden und die Krankheit bricht nicht aus. Die dadurch erzeugte Immunität hält meist viele Jahre an. Bei manchen Impfungen ist allerdings eine Auffrischung des Schutzes nach ein paar Monaten oder Jahren notwendig. Da dein Körper bei diesem Weg die Antikörper selbst, also aktiv bildet, spricht man von der aktiven Immunisierung. Entsprechend dazu gibt es noch die passive Immunisierung. Kannst du dir vorstellen, worin sich diese von der aktiven Immunisierung unterscheidet? Eine passive Immunisierung führt man erst durch, wenn eine Krankheit bereits ausgebrochen ist. Diese Impfung soll den Körper also beim Kampf gegen die Erreger unterstützen und wird deswegen auch „Heilimpfung“ genannt. Der Körper bildet dabei allerdings nicht selbst die Antikörper gegen einen Erreger. Stattdessen wird hierbei Blut von Menschen oder auch Tieren verwendet, die bereits die entsprechende Krankheit hatten oder durch eine aktive Immunisierung Antikörper gegen den Erreger gebildet haben. Aus dem Blut können anschließend die Antikörper gewonnen werden, um daraus ein Serum herzustellen, welches der erkrankten Person geimpft werden kann. Heutzutage wird eine passive Immunisierung unter anderem bei Verdacht auf Tollwut durchgeführt, also wenn jemand zum Beispiel von einem wilden Tier gebissen wurde. Der Impfschutz hält allerdings nur wenige Monate an, da der Körper keine eigenen Antikörper und Gedächtniszellen bildet. Impfungen bewirken also einiges in unserem Körper und haben eine erhebliche Schutzfunktion, aber sind sie gefährlich? Was könnten mögliche Risiken sein? Nach einer Impfung hast du vielleicht für ein, zwei Tage einen schweren Arm, der sich ein bisschen wie starker Muskelkater anfühlt und manchmal fühlst du dich müde oder bekommst ein bisschen Fieber. Das ist ganz normal und unbedenklich, da dein Körper ja nun die eben beschriebene „Immunreaktion“ durchläuft. Schwere Nebenwirkungen nach einer Impfung treten hingegen sehr, sehr selten auf. Und dann meist bei Personen mit geschwächten Immunsystem oder Vorerkrankungen. Gerade für sie ist der Impfschutz allerdings besonders wichtig – nun kannst du dir beantworten wieso. Außerdem sollten die möglichen Nebenwirkungen einer Impfung immer im Verhältnis zu den Risiken der entsprechenden Krankheit betrachtet werden. Hierbei kommt es natürlich auf die Krankheit an. Wenn du dich mit Masern ansteckst, kann dich das bis zu zwei Wochen bettlägerig machen und selbst danach kann es mehrere Wochen dauern, bis du dich wieder fit fühlst. In manchen Fällen können Masern durch Folgeerkrankungen sogar lebensbedrohlich werden. Dagegen wirkt ein Tag mit Müdigkeit und ein schwerer Arm nach der Impfung schon etwas angenehmer oder was meinst du? Mit Impfungen schützt du aber nicht nur dich selbst, sondern auch diejenigen, die ein schwaches Immunsystem oder eine andere Erkrankung haben. Oder aber auch jene, welche aufgrund ihres Alters nicht geimpft werden können. Wenn ein Großteil der Bevölkerung gegen eine Infektionskrankheit geschützt ist, spricht man von einer „Herdenimmunität“. Die Herde, also wir alle, schützt sich damit im Kollektiv und kann so die Ausbreitung einer Infektionskrankheit stoppen. Fassen wir kurz zusammen, was wir heute alles gelernt haben: Bei den Schutzimpfungen in deinem Impfpass handelt es sich um aktive Immunisierungen. Heilimpfungen sind passive Immunisierungen und werden durchgeführt, wenn man bereits erkrankt ist. Ihren Namen tragen sie, weil sie entweder aktiv Antikörper produzieren und somit einen vorbeugenden Schutz bilden oder die Krankheit heilen, wobei der eigene Körper passiv bleibt. Da freut sich unser Immunsystem über so viel Unterstützung.

Impfung – aktive und passive Immunisierung Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Impfung – aktive und passive Immunisierung kannst du es wiederholen und üben.
  • Fasse die wichtigsten Informationen zur Impfung zusammen.

    Tipps

    Schutzimpfungen werden vor dem Ausbruch einer Krankheit injiziert, Heilimpfungen erst, wenn eine Person bereits erkrankt ist.

    Babys sowie alte oder schwer kranke Menschen können oft nicht geimpft werden, aber können durch die geimpfte Gemeinschaft geschützt werden.

    Bei einer aktiven Immunisierung bildet der Körper selbst aktiv Antikörper und Gedächtniszellen, um sich vor eindringenden Krankheitserregern zu schützen.

    Lösung

    Unser Immunsystem ist für sich allein schon richtig stark. Bei manchen Gegnern braucht unser Immunsystem allerdings noch zusätzliche Unterstützung in Form von Impfungen.

    Die Schutzimpfung wird auch aktive Immunisierung genannt, da diese das Immunsystem schon vor dem Ausbruch einer Krankheit beim Kampf gegen diese unterstützt. Sie veranlasst den Körper dazu, selbst aktiv Antikörper zu bilden und sich so vor einer Krankheit zu schützen.

    Bei der Heilimpfung hingegen werden erst nach dem Eindringen von Krankheitserregern Antikörper zur Unterstützung injiziert. Man bezeichnet sie auch als passive Immunisierung.

    Ist ein Großteil der Bevölkerung gegen eine Infektionskrankheit geschützt, sodass sich die Krankheit kaum mehr ausbreiten kann, spricht man von einer Herdenimmunität.

    Dadurch können Menschen geschützt werden, die sich aufgrund von Alter oder einer Immunschwäche nicht impfen lassen können. Durch die Entdeckung der Impfung konnten schon einige Krankheiten, wie zum Beispiel die Pocken, ausgerottet werden.

  • Beschreibe, wie der Arzt Edward Jenner die erste Schutzimpfung entwickelte.

    Tipps

    Bevor passende Schutzmaßnahmen gegen eine Krankheit getroffen werden können, wird diese zunächst in ihrem normalen Verlauf in der Bevölkerung beobachtet.

    Die Injektion von Rinderpockenviren wurde zunächst an einigen Menschen getestet, um dann zu prüfen, ob sie in der nächsten Ausbruchsphase Wirkung zeigte.

    Lösung

    Im 18. Jahrhundert gab es eine Pockenepidemie, die vielen Menschen das Leben kostete.

    Es konnte allerdings beobachtet werden, dass bereits einmal erkrankte Menschen vor einer erneuten Infektion geschützt waren. Diese Beobachtung veranlasste den englischen Arzt Edward Jenner dazu, harmlose Rinderpockenviren in mehrere Menschen zu injizieren, damit diese vor einer Ansteckung geschützt waren.

    Diese Menschen waren in der nächsten Pockenepidemie geschützt und wurden nicht krank. Diese Entdeckung war sozusagen die erste Impfung und legte den Grundstein für Impfungen, wie du sie heute kennst.

  • Erkläre, wie die aktive und passive Immunisierung funktionieren.

    Tipps

    Einen der Begriffe kannst du in keine der Lücken einsetzen.

    Nur eine Krankheit, die schon ausgebrochen ist, kann auch geheilt werden.

    Das Eindringen von krank machenden Erregern in den Körper wird als Infektion bezeichnet.

    Lösung

    Impfverfahren werden in aktive und passive Immunisierung unterteilt.

    Impfungen der aktiven Immunisierung werden Schutzimpfungen genannt. Hierbei werden stark abgeschwächte, tote oder auch nur Teile von Erregern absichtlich in den Körper gebracht. Die Krankheit bricht dabei nicht aus, sondern die Infektion wird nur vorgetäuscht.

    Dabei produziert der Körper Antikörper, die den Erreger im aktuellen Krankheitsprozess bekämpfen. Ein langfristiger Schutz wird erreicht, indem der Körper außerdem Gedächtniszellen bildet, die Informationen über den Erreger speichern.
    Kommt dein Körper zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal in Kontakt mit diesem Erreger, wird dieser erkannt und Antikörper werden schneller als bei der ersten Infektion produziert.
    Man spricht von Immunität, die oft viele Jahre lang bestehen bleibt. Manchmal ist aber auch einige Jahre oder Monate später eine Auffrischungsimpfung notwendig.

    Impfungen der passiven Immunisierung werden Heilimpfungen genannt. Die Impfung findet also erst nach Ausbruch der Krankheit statt und der Körper bildet dabei nicht selbst die Antikörper.
    Für die passive Immunisierung werden Antikörper von Menschen oder Tieren verwendet, die bereits die entsprechende Krankheit hatten oder aktiv immunisiert wurden. Aus den Antikörpern im Blut kann dann ein Serum hergestellt werden, das der erkrankten Person geimpft werden kann. Der Schutz bei einer passiven Immunisierung hält allerdings nur wenige Monate an.

  • Erkläre, wie die unterschiedlichen Impfreaktionen zustande kommen.

    Tipps

    Zwei der rechten Textabschnitte lassen sich nicht zuordnen.

    Hautausschläge sind oft Überempfindlichkeitsreaktionen, ähnlich wie bei einer Allergie.

    Kopfschmerzen und Fieber treten auch bei einer echten Infektion auf.

    Lösung

    Viele Menschen haben Angst vor den Risiken von Impfungen, auch wenn diese meistens in keinem Verhältnis zu der Krankheit stehen, vor der die Impfung schützt. Welche Reaktionen bringen Impfungen mit sich?

    Häufig kommt es nach einer Impfung zu Schmerzen an der Einstichstelle. Diese entstehen, weil der Körper dort direkt auf die lokal hohen Mengen an Impfstoff reagiert, der sich erst mit der Zeit im Rest des Körpers verteilt.

    Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Fieber können auftreten, weil im Körper eine Immunreaktion ausgelöst wird, die ihn für eine kurze Zeit ähnlich wie eine Infektion beansprucht. Dies wäre auch bei einer natürlichen Infektion der Fall, nur dass die Symptome dort meist stärker ausfallen und länger anhalten.

    Zu Rötungen oder einem Kribbeln auf der Haut kann es kommen, wenn der Körper überempfindlich auf Impfbestandteile reagiert, und meist gehen solche Symptome schnell wieder vorbei. Dabei liegt eine geringfügige Überreaktion des Immunsystems, ähnlich wie bei einer Allergie, vor.

    Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten und treten meist nur bei immunschwachen oder vorerkrankten Personen auf.

  • Zeige die wichtigsten Merkmale der passiven und aktiven Immunisierung auf.

    Tipps

    Zwei der Begriffe können der passiven Immunisierung zugeordnet werden.

    Bei der passiven Immunisierung werden Antikörper zur Unterstützung des Immunsystems injiziert.

    Bei der aktiven Immunisierung wird der Körper durch die Injektion von abgetöteten oder abgeschwächten Krankheitserregern selbst zur Einleitung von Schutzmaßnahmen angeregt.

    Vorbeugend bedeutet, dass bereits vor einer Erkrankung ein Schutz aufgebaut wird.

    Lösung

    Impfungen der aktiven Immunisierung werden Schutzimpfungen genannt. Hierbei werden stark abgeschwächte, tote oder auch nur Teile von Erregern absichtlich in den Körper gebracht. Dein Körper produziert nun Antikörper und es entstehen Gedächtniszellen, die die Information über den Erreger speichern. Dein Körper ist gegen diese Krankheitserreger immun geworden und die Krankheit bricht nicht mehr aus. Es handelt sich damit um eine vorbeugende Maßnahme. Die dadurch erzeugte Immunität hält meist viele Jahre an.

    Eine passive Immunisierung führt man erst durch, wenn eine Krankheit bereits ausgebrochen ist. Diese Impfung soll den Körper also beim Kampf gegen die Erreger unterstützen und wird deswegen auch Heilimpfung genannt. Der Körper bildet dabei allerdings nicht selbst die Antikörper gegen einen Erreger, sondern erhält die Antikörper einer erkrankten Person in Form eines Serums. Es handelt sich dabei um eine behandelnde Maßnahme, da der Körper keine eigenen Antikörper und Gedächtniszellen für einen langfristigen Schutz bildet.

  • Vergleiche eine natürliche Infektion und eine Impfung.

    Tipps

    Eine der markierbaren Textstellen trifft nur auf die Impfung zu.

    Zwei der markierbaren Textstellen treffen nur auf die natürliche Infektion zu.

    Eine Immunität kannst du durch eine Impfung oder eine natürliche Infektion erlangen.

    Lösung

    Bei einer Impfung in Form einer aktiven Immunisierung wird dem Körper eine Infektion suggeriert. Daher sind viele der ablaufenden Prozesse identisch mit denen einer natürlichen Infektion.

    Befällt ein Erreger den Körper, erkennt der Körper dies und beginnt, Antikörper zu bilden. Bei einer Impfung werden allerdings nur stark abgeschwächte, tote oder Teile von Erregern in den Körper eingebracht, während bei einer Infektion krank machende Erreger in den Körper gelangen.
    Sowohl bei einer Impfung als auch bei einer natürlichen Infektion können Müdigkeit oder Fieber auftreten, da im Körper eine Immunreaktion ausgelöst wurde, die ihn beansprucht. Bei einer natürlichen Infektion mit Masern hingegen können sogar körperlich fitte Menschen schwer krank werden und sie erholen sich manchmal erst nach mehreren Wochen wieder vollständig.

    In beiden Fällen bildet der Körper nach dem Erregerkontakt auch Gedächtniszellen, die den Erreger im Fall eines erneuten Kontakts erkennen und gegen ihn ankämpfen. So wirst du immun gegen die Krankheit.

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