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Evolutionstheorien – Überblick

Begib dich auf eine Reise in die Welt der Evolution, indem du einen Überblick über die verschiedenen Theorien zur Entstehung der Arten erhältst. Vom Schöpfungsglauben bis zur modernen Synthese - erfahre, wie sich diese Konzepte voneinander unterscheiden und welche Bedeutung sie haben. Interessiert? All das und noch viel mehr wirst du im folgenden Text erfahren!

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Bio-Team
Evolutionstheorien – Überblick
lernst du in der Oberstufe 7. Klasse - 8. Klasse - 9. Klasse

Evolutionstheorien – Überblick Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Evolutionstheorien – Überblick kannst du es wiederholen und üben.
  • Bestimme die Kernthesen verschiedener Theorien zur Entstehung der Arten.

    Tipps

    Das lateinische Wort creare bedeutet so viel wie erschaffen.

    Lösung

    Alle hier gezeigten Theorien zur Entstehung der Arten sind deshalb wichtig, weil sie gut die Entwicklung der Theorien zeigen. Diese Theorien bauen aufeinander auf.

    • Der Kreationismus beschäftigte sich in der sehr frühen Menschheitsgeschichte mit der Entstehung der Arten. Wie viele Naturphänomene, wurde die Entstehung der Arten hier durch ein göttliches Handeln erklärt. Jedoch war es der erste Ansatz, der sich mit dieser Frage beschäftigte.
    • Weil viele Menschen früher sehr religiös waren, stellten sie die Aussagen, dass die Arten durch göttliche Schöpfung entstanden seien, nicht in Frage, sondern beschäftigten sich, wie Cuvier, lediglich mit der Frage, wann und warum diese Schöpfung der Arten stattgefunden haben könnte.
    • Lamarcks Theorie war deshalb richtungsweisend, da sie die erste Theorie war, die die Unveränderlichkeit der Arten in Frage stellte. Der von ihm vorgeschlagene Mechanismus zur Beantwortung der Frage, wie sich die Arten veränderten, stellte sich als nicht belegbar heraus.
    Charles Darwin legte schließlich den Grundstein für die moderne synthetische Evolutionstheorie. Der von ihm vorgeschlagene Mechanismus zur Entstehung der Arten durch Selektion, bzw. *natürliche Auslese, konnte nachgewiesen werden und wurde später von vielen Wissenschaftlern erweitert. Sie blieb in ihren Kernthesen unwiderlegt.
  • Beschreibe den Konflikt zwischen Evolutionsbiologen und Kreationisten.

    Tipps

    Kreationismus besagt, dass alle Lebewesen so geschaffen wurden, wie sie heute auf der Erde vorkommen.

    Lösung

    Der Kreationismus stützt sich vor allem auf religiöse Überzeugungen. Da in der Bibel geschrieben steht, dass Gott die Erde und ihre Lebewesen erschaffen hat, möchten einige Gläubige diese Formulierung so wortwörtlich glauben. Andere Gläubige sehen keinen Widerspruch in der Bibel und der Evolutionstheorie und glauben, dass, wenn die Evolutionstheorie ihre Richtigkeit hat, ihr Gott diesen natürlichen Mechanismus der Selektion ebenfalls geschaffen haben könnte.

  • Arbeite die Kernthesen des Zuchtversuches heraus.

    Tipps

    Bei der Zucht von Lebewesen haben die Züchter oft die Erfahrung gemacht, dass sich mit einem Merkmal auch häufig weitere Merkmale veränderten.

    Lösung
    • Sowohl Darwin als auch Lamarck gingen von einer Veränderlichkeit der Arten aus.
    • Darwin glaubte, dass die leichten Variationen einer Art, mit denen sie geboren werden, sich verschieden gut in der Umwelt durchsetzten könnten. Diese Individuen könnten sich somit häufiger fortpflanzen und würden ihre Merkmale an ihre Nachkommen vererben. Er sprach hierbei von natürlicher Auslese, was auch passive Selektion genannt wird.
    • „Das bessere Durchsetzen" verhält sich im Falle der Zucht von Silberfüchsen jedoch anders. Nur der Züchter bestimmt hier darüber, welche Füchse sich fortpflanzen sollen. Die Mechanismen der Evolution werden hier also von außen gesteuert. In freier Wildbahn würden sich die Füchse am häufigsten fortpflanzen, die am besten Nahrung finden oder sich gegenüber Konkurrenten am besten durchsetzen können.
    • Man spricht von Selektionsdruck, wenn ein Umwelteinfluss die Evolution einer Art vorantreibt. Gibt es zum Beispiel weniger Nahrung, überleben nur die Individuen, die einen besonders sparsamen Stoffwechsel haben, oder diejenigen, welche die wenige Nahrung aufgrund körperlicher Überlegenheit für sich beanspruchen können. Nur die für diese Bedingungen am besten „geeigneten" Nachkommen setzen sich gegenüber ihren Artgenossen durch.
    • Der einzige Selektionsdruck im Zuchtgehege ist im Falle der Fuchszucht das zahme Verhalten, weil es nur diesen Füchsen gestattet wird, sich fortzupflanzen.
  • Entscheide, welche Argumente die Evolutionstheorie stützen könnten.

    Tipps

    Das Wort „Übergangsformen" ist für Evolutionsbiologen ein schwieriger Begriff. Es wird passender von einem „gemeinsamen Vorfahren" gesprochen

    Lösung

    Der Ausdruck „Übergangsformen von Arten" impliziert, dass die Evolution eine gerichtete Entwicklung zu einem Ziel aufweist. Da dies aber der Theorie zufolge nicht zutrifft, wird dieser Begriff vermieden.

    Der Konflikt zwischen Kreationisten und Darwinisten stellt im Wesentlichen nur die alte Diskussion zwischen Gläubigen und Atheisten dar. Dies führt zu extremen Aussagen auf beiden Seiten. So werden die Kreationisten von namenhaften Evolutionsbiologen mit Holocaustleugnern verglichen, während die andere Seite des öfteren Nazi-Vergleiche nutzt, um die Darwinisten zu diffamieren.

    Viele Religionen schließen sich dieser Diskussion jedoch nicht an. Dem Sprecher einer Religion zufolge stellen Religionen die Frage, warum überhaupt etwas ist, und nicht, wie es entstanden ist. Aus biologischer Sicht ist es wichtig, die Beweise für das Stattfinden von Evolution anzuerkennen, da die Mechanismen grundlegende Funktionsweisen von Lebewesen und somit einen wichtigen Teil der Biologie als solche darstellen.

  • Beschreibe die Entstehung der Giraffen anhand der Selektionsthorie.

    Tipps

    In der Evolutionsbiologie geht man davon aus, dass ein Lebewesen sich häufiger fortpflanzen kann, wenn es mehr Nahrung findet als andere.

    Lösung
    • Die meisten Lebewesen unterscheiden sich bei ihrer Geburt ein wenig von ihren Artgenossen.
    • So kamen bei den Vorfahren der Giraffen auch Nachkommen zur Welt, die neben vielen weiteren Unterschieden geringfügig unterschiedlich lange Hälse hatten.
    • Die Vorfahren der Giraffen hatten, wie man anhand von Fossilienfunden herausgefunden hat, kürzere Hälse. Je kürzer die Hälse waren, desto weniger Blätter konnten sie von den Bäumen fressen, da diese zum Teil sehr hoch an den Bäumen wuchsen.
    • Zu Zeiten, in denen es besonders wenig zu fressen gab, konnten die Tiere, die an die Blätter der Wipfel kamen, mehr fressen und mussten nicht verhungern.
    • Ihre Lebensspanne war aufgrund des besseren Nahrungsangebotes somit vermutlich länger und sie konnten sich häufiger fortpflanzen.
    • Auch konnten sich die langhalsigen Giraffen häufiger fortpflanzen, weil sie kräftiger waren als ihre Artgenossen.
    • So kam es dazu, dass sich im Verlauf der Generationen immer längere Hälse entwickelten.
  • Überlege, welche Thesen Charles Darwin zu seiner Theorie angeführt haben könnte.

    Tipps

    Der Begriff Individuen bezieht sich nicht auf eine gesamte Art, sondern lediglich auf nur einen Vertreter dieser Art.

    Lösung

    Die hier vorgebrachten (allerdings verständlicher formulierten) Thesen stammen mit einer Ausnahme aus Darwins „Entstehung der Arten". Anhand der interessanten Rechtschreibung des Originaltextes ist zu erkennen, dass die Übersetzung aus dem Jahre 1860 stammt.

    • „Die Thatsache, dass die Fossil-Reste jeder Formation im Charakter einigermaassen das Mittel halten zwischen den darunter und den darüber liegenden Resten, erklärt sich einfach aus ihrer mitteln Stelle in der Abstammungs-Kette."
    • „Wenn der Mensch die ihm selbst nützlichen Abänderungen geduldig zur Nachzucht auswählt: warum sollte die Natur unterlassen, die unter veränderten Lebens-Bedingungen für ihre Produkte nützlichsten Abänderungen auszusuchen? Es ist kein Grund nachzuweisen, wesshalb diese Prinzipien, welche in Bezug auf die kultivirten Organismen so erfolgreich gewirkt, nicht auch in der Natur wirksam seyn sollten."
    • „Solche Erscheinungen, wie die Anwesenheit besondrer Fledermaus-Arten und der Mangel aller andern Säugethiere auf ozeanischen Inseln sind nach der Theorie selbstständiger Schöpfungs-Akte gänzlich unerklärbar."
    • „Aber Nichtgebrauch und Natürliche Züchtung werden auf jedes Geschöpf gewöhnlich erst wirken, wenn es zur Reife gelangt ist und selbstständigen Antheil am Kampfe ums Daseyn nimmt."
    • „Die Erscheinungen, dass das Knochen-Gerüste das nämliche in der Hand des Menschen, wie im Flügel der Fledermaus, im Ruder der Seeschildkröte und im Bein des Pferdes ist, — dass die gleiche Anzahl von Wirbeln den Hals aller Säugethiere, den der Giraffe wie den des Elephanten bildet, und noch eine Menge ähnlicher, erklären sich sogleich aus der Theorie der Abstammung mit geringer und langsam aufeinander-folgender Abänderung."
    • „Das Vorkommen nahe-verwandter oder stellvertretender Arten in zweierlei Gebieten setzt nach der Theorie gemeinsamer Abstammung mit allmählicher Abänderung voraus, dass die gleichen Ältern vordem beide Gebiete bewohnt haben; und wir finden fast ohne Ausnahme, dass, wo immer viele einander nahe-verwandte Arten zwei Gebiete bewohnen, auch einige identische dazwischen sind."

    Eine These stammt jedoch von Lamarck:

    • „Alles, was die Individuen durch den Einfluß der Verhältnisse, denen ihre Rasse lange Zeit hindurch ausgesetzt ist, und folglich durch den Einfluß des vorherrschenden Gebrauchs oder konstanten Nichtgebrauchs eines Organs erwerben oder verlieren, wird durch die Fortpflanzung auf die Nachkommen vererbt, vorausgesetzt, daß die erworbenen Veränderungen beiden Geschlechtern oder den Erzeugern dieser Individuen gemein sind."
    Lamarck geht von einem anderen Mechanismus aus: So müssen beide Elternindividuen im Laufe ihres Lebens ähnliche Eigenschaften erwerben, um sie an die nächste Generation weiterzugeben.

    Quellen:

    • Darwin, Charles (1860): Entstehung der Arten, übersetzt von Heinrich Georg Bronn, Stuttgart.
    • Schmidt, Heinrich (1909): Zoologische Philosophie. Das phylogenetische System der Tiere nach Haeckel. Alfred Kröner, Leipzig.