Replikation der DNA
Die DNA-Replikation ist der Vorgang, bei dem die genetische Information während der Interphase des Zellzyklus verdoppelt wird. Erfahre, wie die Replikation in den Phasen Initiation, Priming und Elongation abläuft. Verschiedene Enzyme wie Helikase und DNA-Polymerase sind an diesem Prozess beteiligt. Interessiert? All dies und noch viel mehr kannst du im folgenden Text nachlesen!
- DNA-Replikation – Biologie
- DNA-Replikation – Definition
- DNA-Replikation – Ablauf in Phasen
- Initiation
- Priming
- Elongation
- Fehlerkorrektur bei der Replikation
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Grundlagen zum Thema Replikation der DNA
DNA-Replikation – Biologie
Die Biologie wird auch die Wissenschaft des Lebens genannt. Ein wichtiger Teilbereich ist die Genetik, also die Vererbungslehre. In der Genetik ist die DNA-Replikation ein zentrales Thema, denn hier geht es um die Vervielfältigung genetischer Informationen.
DNA-Replikation – Definition
Unter der Replikation der DNA versteht man die Verdopplung der DNA einer Zelle während der Interphase des Zellzyklus.
Verschiedene Denkmodelle beschäftigten sich mit der Frage, wie die Replikation abläuft: So wurden die dispersive, die semikonservative und die konservative Replikation diskutiert. Die Wissenschaftler Meselson und Stahl konnten beweisen, welches Replikationsmodell korrekt ist: Die Replikation der DNA erfolgt semikonservativ, Replikation im Sinne dieses Modells bedeutet: Die vorhandene DNA teilt sich in zwei Einzelstränge auf, die als Matrizenstränge bezeichnet werden. An diesen Vorlagen bildet sich dann jeweils ein neuer komplementärer DNA-Strang.
DNA-Replikation – Ablauf in Phasen
Fehleralarm Die DNA-Replikation ist keine sofortige Aktion, wie oft angenommen wird. Sie ist ein sorgfältiger Prozess, der in mehreren Phasen stattfindet: Initiation, Priming und Elongation.
Initiation
Die Doppelhelix wird entwunden und der DNA-Doppelstrang wird durch das Enzym Helikase in Einzelstränge getrennt. Bestimmte Proteine verhindern, dass sich die Einzelstränge wieder aneinanderlagern. Die Einzelstränge werden dabei als Leitstrang und als Folgestrang bezeichnet.
Priming
Mithilfe der Primase wird ein Primer aus RNA-Nukleotiden gebildet, um das Anlagern neuer Nukleotide am 3′-Ende des bereits vorhandenen Nukleotids zu ermöglichen.
Elongation
Unter Beteiligung des Enzyms DNA-Polymerase wird der neue DNA-Strang synthetisiert. Am Leitstrang werden die neuen Nukleotide mit den komplementären Basen kontinuierlich von 5′- in 3′-Richtung angefügt. Zum Schluss wird der RNA-Primer unter Beteiligung einer weiteren DNA-Polymerase durch DNA ersetzt. Die DNA des Folgestrangs wird diskontinuierlich synthetisiert. Hier werden zunächst DNA-Fragmente (Okazaki-Fragmente) gebildet, dann werden die RNA-Primer durch DNA ersetzt und schließlich werden die einzelnen Fragmente unter Beteiligung des Enzyms Ligase verbunden.
Wusstest du schon? Das Enzym, das einen Teil der Replikation der DNA durchführt, heißt DNA-Polymerase. Es arbeitet so schnell, dass es etwa 50 Basenpaare pro Sekunde synthetisiert. Stell dir vor, du könntest so schnell ein Puzzle zusammensetzen – du wärst in weniger als einer Minute mit einem 3 000-Teile-Puzzle fertig!
Fehlerkorrektur bei der Replikation
DNA-Reparatur: Die DNA-Polymerase hat auch eine Korrekturlesefunktion: Anhand des Matrizenstrangs wird überprüft, ob fehlerhaft gepaarte Nukleotide vorliegen. Sollte dies der Fall sein, entfernt die Polymerase das falsche Nukleotid und ersetzt es durch das korrekte.
Ausblick – das lernst du nach Replikation der DNA
Vertiefe dein Verständnis für die Genetik mit den Themen Proteinsynthese und Genwirkkette! Bereite dich vor, komplexe Abläufe auf molekularer Ebene zu verstehen.
DNA-Replikation – Zusammenfassung
- Die DNA-Replikation verläuft semikonservativ.
- Verschiedene Enzyme sind an der Replikation beteiligt – so trennt das Enzym Helikase den Doppelstrang beispielsweise in zwei Einzelstränge auf. Die DNA-Polymerase sorgt für die Kettenverlängerung in 5′-3′-Richtung und die Ligase verknüpft die Okazaki-Fragmente.
- Der Ablauf der Replikation lässt sich in die Phasen Initiation, Priming und Elongation gliedern.
- Der Leitstrang wird dabei kontinuierlich, der Folgestrang diskontinuierlich synthetisiert.
Häufig gestellte Fragen zum Thema DNA-Replikation
Replikation der DNA Übung
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Beschreibe den Vorgang der Replikation.
TippsVersuche, den Prozess der Replikation in für dich sinnvolle Abschnitte einzuteilen, um dir die Abfolge der Teilschritte leichter einprägen zu können.
LösungDer Vorgang der Replikation kann in vier grundlegende Prozesse unterteilt werden. Bei der Initiation wird das DNA-Molekül vorbereitet, indem sie entwunden und die Einzelstränge getrennt werden. Dann werden die Primer, also die Startregionen für den Syntheseprozess, angelagert. Dieser zweite Schritt kann auch als Priming bezeichnet werden. Danach erfolgt die Elongation. Das ist der Schritt, bei dem die Synthese der DNA durch Anlagerung von komplementären DNA-Nukleotiden geschieht. Dieser Vorgang erfolgt am Leitstrang kontinuierlich und am Folgestrang diskontinuierlich. Schließlich werden die Primer ersetzt und der neu synthetisierte Strang durchgängig verbunden. Dies wird durch das Enzym Ligase vermittelt. Da dies das Ende der Replikation darstellt, wird der Teilprozess auch als Termination bezeichnet.
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Charakterisiere die einzelnen Phasen der Replikation.
TippsDie Teilschritte laufen chronologisch ab. Die Namen der Enzyme lassen sich meistens von der Reaktion, die sie katalysieren, ableiten. Werden zum Beispiel kleine Moleküle zu großen zusammengesetzt, ist das eine Polymerisation und das verantwortliche Enzym heißt Polymerase.
Versuche, aus den Bezeichnungen der einzelnen Teilschritte Prozesse und beteiligte Strukturen sowie Enzyme abzuleiten.
Bei der Initiation wird die DNA so vorbereitet, dass die Enzyme optimal arbeiten können. Dazu muss die Doppelhelix in entwundenden Einzelsträngen vorliegen.
LösungIn der Initiationsphase entwindet die Helicase den Doppelstrang und spaltet diesen in zwei Matrizenstränge auf. Es entsteht eine sogenannte Replikationsgabel. Dann schließt sich die Phase des Primings an. Dabei werden durch das Enzym Primase RNA-Primer angelagert. Sie bilden die Startregion für die Elongation. In diesem Vorgang wird der neue DNA-Strang, ausgehend von den Primern, durch die DNA-Polymerase verlängert. Dies geschieht am Leitstrang kontinuierlich. Beim Folgestrang allerdings werden zwischen mehreren Primern sogenannte Okazaki-Fragmente aus Nucleotiden eingefügt, die erst später zusammengefügt werden. Das Enzym Ligase verbindet die Stücke zu einem durchgehenden Strang. Da bei diesem komplexen Prozess Fehler passieren können, wird durch eine Reparaturfunktion der DNA-Polymerase eine Fehlerkorrektur vorgenommen.
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Bestimme den Ablauf des Versuchs von MESELSON und STAHL
TippsDie Dichte der DNA-Moleküle wird von dem in den organischen Basen eingebauten Stickstoff bestimmt. N15 ist dabei schwerer als der N14.
Sind in einem Reagenzglas zwei Banden in unterschiedlicher Höhe zu beobachten, enthält die im oberen Teil des Reagenzglases schon mehr DNA mit Basen, in denen N14 statt N15 eingebaut ist.
Die Stärke der Bande lässt Rückschlüsse auf das Volumen an DNA mit gleicher Dichte zu.
LösungWenn E. coli auf N15-haltigem Nährboden wächst, dann wird in dieser DNA ausschließlich schwerer Stickstoff eingebaut. Werden diese Kulturen dann in ein N14-haltiges Medium überführt, beginnt der Einbau von N14 in die Basen der DNA. Die Dichte der DNA nimmt somit ab. Durch die Zentrifugation lagern sich die Banden in der Region an, in der ihre Dichte mit der des Mediums, also der Cäsiumchloridlösung, übereinstimmt. Die erste Generation verursachte eine Bande im untersten Teil des Reagenzglases, da dessen Dichte am größten ist. Mit jeder Generation, also auch mit jeder Replikation, bei der nach dem semikonservativen Modell jeweils ein neuer komplementärer Strang synthetisiert wird, nimmt die Dichte ab. Bei der dritten Tochtergeneration (Abb. 4) reichert sich diejenige DNA in der oberen Bande an, die in ihrem Molekül ausschließlich N14-Stickstoff eingebaut hat. Sie hat also die kleinste Dichte.
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Nenne die Zeit, die für die DNA-Replikation beim größten Chromosom von Drosophila benötigt würde, wenn sie nur von einem Startpunkt ausginge.
TippsWenn bei einem Chromosom von 62 Millionen Nucleotidpaaren an 6000 Replikationsgabeln gleichzeitig repliziert wird, werden pro Abschnitt nur etwa 10 333 Basen aufgelesen. Dafür werden dann drei Minuten benötigt.
Wenn man nur von einer Replikationsgabel für alle 62 Millionen Basen ausgeht, werden alle Basen hintereinander abgelesen. Dabei folgt eine auf die andere.
Wenn für die Synthese eines neuen Strangs von 10 333 Nucleotiden drei Minuten benötigt werden, wie viele Minuten benötigen dann alle 62 Millionen Nucleotide des DNA-Moleküls?
Nutze ggf. den Dreisatz und die Taschenrechnerfunktion deines Computers.
LösungWenn an 6000 Stellen am DNA-Molekül gleichzeitig repliziert wird, werden in den drei Minuten pro Replikationsbase etwa 10 333 Nucleotide abgelesen und dazu eine komplementärer Strang synthetisiert. Wenn nun alle 62 Millionen Nucleotidpaare einzeln hintereinander abgelesen werden und ein neuer Strang synthetisiert wird, werden also 18 000 Minuten benötigt. Dies entspricht 300 Stunden oder 12 Tagen und 12 Stunden. Aufgrund dieser langen Zeit ist es in eukaryotischen Zellen möglich, in vielen Replikationsgabeln die DNA auch simultan zu verdoppeln. Andernfalls wäre der Zeitaufwand dabei zu hoch.
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Benenne die gekennzeichneten Strukturen während des Replikationsvorgangs der DNA.
TippsDer Leitstrang wird kontinuierlich repliziert.
LösungDer DNA-Doppelstrang wird nach der Entwindung in seine Einzelstränge aufgetrennt. Dazu werden die Wasserstoffbrückenbindungen durch das Enzym Helicase gelöst.
- Es entsteht ein Leitstrang und ein Folgestrang. Durch das Enzym Primase werden RNA-Primer angelagert. Ausgehend von diesen Primern werden die freien Nucleotide komplementär angelagert.
- Dies geschieht am Leitstang kontinuierlich. Beim Folgestrang erfolgt die Anlagerung allerdings diskontinuierlich.
- Dabei werden sogenannte Okazaki-Fragmente eingefügt, die in einem nächsten Schritt verbunden werden.
- Schließlich werden die RNA-Primer durch DNA ersetzt.
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Stelle die Ergebnisse der identischen Replikation eines DNA-Teilabschnitts nach Einfluss von Nitrosaminen dar.
TippsDas Kürzel „Gm“ beschreibt das methylierte Guanin, das in seiner Struktur so verändert wurde, dass als komplementäre Base nur noch Thymin statt Cytosin infrage kommt.
Bedenke, dass sich der DNA-Doppelstrang während der Initiation in zwei Einzelstränge auftrennt und diese separat repliziert werden.
Eine Veränderung der Basenabfolge im zu replizierenden Stang hat die Folge, dass alle anderen danach synthetisierten Stränge ebenso fehlerhaft sind, da dieser Strang als Vorlage (Matrize) genutzt wird.
LösungDa die komplementäre Base zum methylierten Guanin die Base Thymin darstellt, wird in der Folge also Thymin statt Cytosin eingebaut. Da Thymin statt Cytosin eingebaut wird, wird im neu synthetisierten Strang nicht wieder eine neue Guanin-Base, sondern ein Adenin (= komplementäre Base zu Thymin) eingebaut. Dies führt dazu, dass der ursprüngliche DNA-Abschnitt grundlegend verändert wird. Dies wirkt sich ebenso bei sich anschließenden Replikationen aus. Solche Mutationen können zu einer Fehlproduktion, z. B. von Zellen, führen, die dann in Form von Tumoren gehäuft auftreten.
Was ist DNA?
Wie ist die DNA aufgebaut?
Nukleotid
Entdeckung der DNA – Watson und Crick
DNA – Verpackung und Chromatin
Replikation der DNA
DNA-Polymerase
Proteinbiosynthese – von der DNA zum Protein
Transkription und RNA-Prozessierung
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Genetischer Code – Eigenschaften und Bedeutung
Codesonne
Genwirkkette – vom Gen zum Merkmal
RNA – Bau und Funktion
Prozessierung – RNA-Modifikation bei Eukaryoten
Proteinbiosynthese – Vergleich von Prokaryoten und Eukaryoten
Genregulation bei Prokaryoten – Steuerung der Genexpression (Basiswissen)
Regulation der Genaktivität bei Prokaryoten (Expertenwissen)
Regulation der Genaktivität bei Eukaryoten
DNA-Schäden und Reparaturmechanismen
Genmutation – Formen und Ursachen
Genmutationen
Punktmutation
Okazaki Fragmente
RNA-Interferenz – Abschalten eines Gens
Apoptose – genetisch programmierter Zelltod
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DNA-Analysen in der Kriminaltechnik
Proteinarten – Typen von Proteinen
Phenylketonurie – genetische Krankheit
Der genetische Fingerabdruck
Replikation der DNA (Expertenwissen)
Die experimentelle Entschlüsselung des Genetischen Codes
Die experimentelle Entschlüsselung der Proteinbiosynthese
Die experimentelle Entschlüsselung der Genregulation
Wie ist die DNA aufgebaut?
tRNA – Aufbau
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Transkription und RNA Prozessierung
Replikation der DNA
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