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Die Milz

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Die Autor*innen
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Roland Hesse
Die Milz
lernst du in der Unterstufe 3. Klasse - 4. Klasse - Oberstufe 5. Klasse - 6. Klasse

Grundlagen zum Thema Die Milz

Inhalt

Die Milz – Biologie

Im menschlichen Körper gibt es weitaus bekanntere Organe als die Milz. Jedoch ist die Bedeutung des länglichen Organs nicht zu unterschätzen. Die Milz ist essenziell für unsere Gesundheit. Wie die Milz aufgebaut ist und welche Funktionen sie erfüllt, schauen wir uns im Folgenden an.
Um den Inhalt dieses Texts besser zu verstehen, solltest du Kenntnisse über die Blutzusammensetzung sowie die Organe des Menschen haben. Noch besser ist es, wenn du das Lymphgefäßsystem kennst.

Die Milz – Aufbau und Funktion

Was ist die Milz?

Die Milz sitzt – betrachtet man die Anatomie des Menschen – unter dem Zwerchfell im linken Oberbauch. Sie liegt entlang des zehnten Rippenbogens über der Niere. Die Milz ist das größte lymphatische Organ und bildet mit dem Lymphgefäßsystem das lymphatische System. Dies ist ähnlich dem Blutkreislauf organisiert und dient unter anderem der Abwehr von Krankheitserregern. Doch dazu später mehr.
Die Milz eines erwachsenen Menschen ist etwa 1.500 Gramm schwer und etwa 11 Zentimeter lang. Ihre Größe und ihr Gewicht schwanken jedoch in Abhängigkeit von der Durchblutung und der Immunreaktion des Körpers.

Wie ist der Aufbau der Milz?

Die Milz ist von einer Bindegewebskapsel umgeben. Sie dient der Stabilität und dem Schutz des eigentlichen Milzgewebes – der Pulpa. Man unterscheidet zwischen der roten und der weißen Pulpa. Die rote Pulpa ist durchsetzt von kleinen Bluträumen und erscheint daher dunkelrot. Sie macht ungefähr 80 % des Milzgewebes aus. Hier werden die Blutzellen abgebaut.
Die Milzarterie verzweigt sich in der roten Pulpa in ein Geflecht aus kleinsten Blutgefäßen, den Arteriolen. Entlang dieser arteriellen Gefäße ist abschnittsweise die weiße Pulpa ausgebildet. Dabei handelt es sich um lymphatisches Gewebe, das Immunzellen erzeugt und speichert.

Milz Anatomie

Wie funktioniert die Milz?

Die Aufgaben der Milz kann man in zwei Bereiche einteilen: Blutreinigung (Blutmauserung) und Immunabwehr. Gehen wir ein wenig ins Detail.

  • Blutreinigung: Die Milz wirkt wie ein (Blut-)Filter. Sie ist an unseren Blutkreislauf angeschlossen und wird stark durchblutet. Das Blut fließt zunächst über die große Milzarterie in die Milz hinein und anschließend über die Milzvene zur Leber. In den Bluträumen der roten Pulpa werden die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) – sie haben eine begrenzte Lebenszeit von 120 Tagen – und die Blutplättchen durch Makrophagen (Fresszellen des Immunsystems) abgebaut. Die Häm-Komplexe (eisenhaltige Verbindungen) der roten Blutkörperchen werden dem roten Knochenmark zugeführt. Dort entstehen dann neue rote Blutkörperchen mit neuem Hämoglobin (Verbindung aus vier Häm-Komplexen). Die Makrophagen der Milz sind zudem in der Lage, Tumorzellen und Bakterien abzubauen. Auf diese Weise erfolgt eine Auslese der Blutzellen, die auch als Mauserung bezeichnet wird.

  • Blutzellenbildung und -speicherung: Im Knochenmark eines erwachsenen Menschen findet die Blutzellenbildung statt. Bis ins Kleinkindalter hinein besteht das Skelett jedoch vorwiegend aus Knorpelmasse, die im Gegensatz zu Knochen kein Knochenmark besitzt. Das rote Knochenmark wächst dann später mit der Knochensubstanz heran. Daher übernimmt bis etwa zum sechsten Lebensjahr die Milz die Aufgabe der Blutzellenbildung.
    Noch im Erwachsenenalter speichert die Milz wichtige Blutzellen, die im Fall von Blutungen oder körperlichen Anstrengungen dem Blutkreislauf zugeführt werden können.

  • Immunabwehr: Die Milz ist von großer Bedeutung für unser Immunsystem. Sie ist Ort der Bildung, Reifung und Speicherung der Lymphozyten, einer Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Lymphozyten dienen der Immunabwehr – sie können Antikörper bilden oder kranke Zellen erkennen und eliminieren. Die Lymphozyten und weitere Zellen des Immunsystem (Makrophagen und dendritische Zellen) sitzen in der weißen Pulpa. Im Fall einer Immunreaktion gibt die Milz die Leukozyten (Lymphozyten und Makrophagen) ins Blut ab. Bei einigen Infektionen, wie mit dem Epstein-Barr-Virus, kann sich das Milzgewebe stark vergrößern. Die verstärkte Immunreaktion der Milz führt zu einer Vergrößerung der weißen Pulpa.

Interessant ist, dass etwa ein Fünftel aller Menschen kleinere Nebenmilzen besitzt. Sie haben den gleichen Aufbau wie die Hauptmilz und entstehen durch Zellstreuung während der embryonalen Entwicklung. Meist bleiben sie unentdeckt und müssen auch nicht behandelt werden.

Milz – Erkrankungen

Ist die Milz lebenswichtig? Nicht unbedingt! Muss die Milz operativ entfernt werden, können die Aufgaben der Milz zum Teil von der Leber übernommen werden. Einzig eine Schwächung des Immunsystems ist eine Folge. So ist das Risiko für eine Blutvergiftung (Sepsis) durch Infektionen erhöht.

Während eine Erkrankung der Milz oder sogar das Entfernen des gesamten Organs medizinisch gut behandelbar ist, muss eine Milzverletzung umgehend medizinisch behandelt werden. Aufgrund der starken Durchblutung der Milz führt ein Milzriss (auch Milzruptur) zu inneren Blutungen, die tödlich verlaufen können. Nach einem Milzriss besteht weiterhin das Risiko, an Folgeinfektionen zu erkranken. Da das Immunsystem ohne die Funktion der Milz geschwächt ist, können solche Folgeinfektionen tödlich verlaufen.

Eine Milzvergrößerung ist keine Erkrankung im eigentlichen Sinne, sondern ein medizinischer Befund. Sie kann zahlreiche Ursachen haben und chronisch (anhaltend) oder akut (von kurzer Dauer) auftreten. Wie bereits erwähnt können Infektionskrankheiten, verursacht von Viren, Bakterien oder Parasiten, Auslöser sein. Aber auch ein Blutstau, ausgelöst durch Erkrankungen der Leber, kann zu einer Milzvergrößerung führen. Blutkrebs und andere Krebsarten können ebenso zur Milzvergrößerung beitragen. Dabei siedeln sich Krebszellen in der weißen Pulpa an und wachsen an, man spricht dann von Metastasen. Ob eine Milzvergrößerung behandelt werden muss, hängt von ihrer Ursache ab. So kann es sich während eines Infekts um eine vorübergehende Vergrößerung der Milz handeln, die nicht behandelt werden muss. Besteht jedoch die Gefahr eines Milzrisses oder treten schon Blutungen auf, muss die Vergrößerung operativ behandelt werden. Auch dann, wenn es zu selten auftretenden Über- oder Fehlfunktionen der Milz kommt. Diese haben einen übermäßigen Blutzellenabbau, der Blutarmut verursacht, zur Folge.

Transkript Die Milz

Sei gegrüßt. Schön, dass Du wieder dabei bist. Unser Thema ist die Milz. Das Organ findet im Vergleich zu Herz und Lunge oder der Leber wenig Beachtung, was für mich Anlass ist, Euch darauf aufmerksam zu machen. Als Vorwissen brauchst Du Kenntnisse über das Blut und die Blutzellen, Bauchspeicheldrüse, Leber und Galle. Noch besser ist es, das Lymphgefäßsystem zu kennen. Meine Ziele sind, Euch die Lage der Milz zu zeigen, den Bau und die Aufgaben zu erklären und kurz auf ihre Erkrankungen einzugehen, sodass man die Bedeutung des Organs erfassen kann. Die Milz sitzt hinter dem Schwanz der Bauchspeicheldrüse und unter dem Zwerchfell im linken Oberbauch. Sie ist über der Niere entlang des zehnten Rippenbogens zu finden. Die Skizze soll es verdeutlichen. Die Milz schmiegt sich an Magen und Niere an. Das Organ ist etwa 150 Gramm schwer und es ist durchschnittlich elf Zentimeter lang, sieben Zentimeter breit und bis zu vier Zentimeter dick. Gewicht und Größe des Organs hängen stark vom Durchblutungszustand und den Immunreaktionen des menschlichen Körpers ab. Die Milz ist von einer bindegewebigen Kapsel umgeben, die dem weichen roten Gewebe Stabilität und Schutz bietet. Sie wird immer sehr gut mit Blut versorgt. Täglich fließt es 500 mal über die große Milzarterie hinein und gelangt dann über die Milzvene zu Leber. An dem, was ich sagte, merkt man, dass die Milz in den Blutkreislauf eingeschaltet ist. Sie ist eine Art Filter. Sehen wir in die Milz hinein. Das stark durchblutete Gewebe ist die rote Pulpa. Sie gehört zum Immunsystem des Menschen. Arteriolen durchziehen die rote Pulpa. Um die Arteriolen entdeckt man abschnittweise helle Bereiche, die die weiße Pulpa bilden. Sie gehört zum Lymphsystem des Menschen, da ihr lymphatisches Gewebe Immunzellen beherbergt und auch selbst Immunzellen erzeugt. Bei starken Immunreaktionen können die Gewebe anwachsen und die Milz kann doppelt so groß werden. Erwähnen möchte ich noch, dass etwa ein Fünftel aller Menschen kleinere Nebenmilzen hat, die den gleichen Aufbau wie die Hauptmilz haben. Die Aufgaben der Milz sind noch nicht alle geklärt. Ich will einige nennen, die sicher bekannt sind. Sie speichert einen großen Anteil von Zellen aus denen die Thrombozyten, die Blutplättchen, hervorgehen. Und sie nimmt etwa 30 Prozent der Lymphozyten auf, über die der Körper verfügt. Somit ist sie ein Sammelplatz. Bei Bedarf gibt die Milz die weißen Blutkörperchen, die Leukozyten, ins Blut ab. Die Milz stellt selbst Leukozyten, die Makrophagen, in der weißen Pulpa her. Sie produziert Abwehrzellen. Weiterhin werden in der Milz kleine Blutgerinnsel, Krankheitserreger und Antigene - das sind, einfach gesagt, störende Partikel - beseitigt oder ausgesondert. Auf diese Weise erfüllt die Milz ihre Filterfunktion. Und sie ist an der ständigen Erneuerung der Blutzellen beteiligt. Die Computerbildaufnahme zeigt uns die Zellen koloriert und die verästelten Thrombozyten können wir jetzt besser erkennen. Erythrozyten, die mehr als 120 Tage alt sind, werden ausgesondert und abgebaut. Das Häm, eine eisenhaltige Grundsubstanz, gelangt zum roten Knochenmark zurück, wo neue rote Blutzellen mit neuem Hämoglobin entstehen. Am Abbau und am Transport alter roter Blutzellen sind Makrophagen beteiligt. Auf diese Weise erfolgt eine Blutzellen-Auslese, die als Mauserung bezeichnet wird. Erwähnen will ich noch eine letzte Aufgabe der Milz. Die Knochen vom Fetus, des Säuglings und des Kleinkindes bestehen zum großen Teil aus Knorpeln und das rote Knochenmark wächst dann später mit der Knochensubstanz heran. Bis zum sechsten Lebensjahr übernimmt die Milz die Blutzellenbildung für das Knochenmark. Von den Erkrankungen möchte ich nur einige erwähnen. Eigentlich erkrankt die Milz relativ selten und man kann auch ohne das Organ leben, wenn andere Organe - hauptsächlich die Leber - ihre Aufgaben übernehmen. Man muss dafür aber eine Schwächung des Immunsystems in Kauf nehmen. Sie ist also nicht überlebenswichtig und eine erkrankte Milz kann man entfernen, wenn die entsprechende Nachsorge betrieben wird. Anders ist es aber bei Milzverletzungen. Die muss man sehr ernst nehmen, denn das Organ wird stark durchblutet. Rippenbrüche mit innerem Milzriss oder Milzruptur, dabei reißt die schützende Kapsel mit auf, können tödlich verlaufen. Schnelle medizinische Hilfe ist erforderlich, um nicht innerlich zu verbluten. Sollte der Patient gerettet werden, besteht immer das Risiko an einem Folgeinfekt zu versterben, da das Immunsystem versagen kann. Eine Milzvergrößerung ist ein medizinischer Befund. Sie kann von Infektionskrankheiten durch Viren, Bakterien und Parasiten ausgelöst werden. Hier ist der einzellige, begeißelte Erreger der Schlafkrankheit, die in den heißen Klimaten der Erde auftritt, abgebildet. Ein Blutstau wird in der Regel durch Lebererkrankungen ausgelöst, weil das Blut nicht hinreichend über die Leber abfließen kann. Selten ist ein übermäßiger Blutzellenabbau durch die Milz. Es ist eine Fehlfunktion, die Blutarmut verursacht. Blutkrebs und andere Krebsarten können ebenso zur Milzvergrößerung beitragen. Metastasen, das sind Tochtergeschwülste, siedeln sich dann in der weißen Pulpa an. Veränderungen und Vergrößerungen der Milz kann der Arzt ertasten und er sieht sie gut in Ultraschallbildern. Blutuntersuchungen geben weitere Auskunft für die Diagnose. Ich hoffe, es gelang mir, Dein Interesse zu wecken und Dich auf die Bedeutung des Organs aufmerksam zu machen. Sicherlich war es heute wieder mehr als nur eine Nachhilfe. Sofern es Dir gefallen hat, sage ich gern Tschüss, bis zum nächsten Mal. Dein Octavus.

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