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Das Ökosystem Ostsee

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Jacob Gruender
Das Ökosystem Ostsee
lernst du in der Unterstufe 3. Klasse - 4. Klasse

Grundlagen zum Thema Das Ökosystem Ostsee

Inhalt

Merkmale des Ökosystems Ostsee – Biologie

Sie ist eines der kleinsten Meere der Welt, ein beliebtes Urlaubsgebiet und sie stellt einen Lebensraum für besondere Tiere und Pflanzen dar – die Ostsee.

Aber ist die Ostsee ein sensibles Ökosystem? Und welche abiotischen Faktoren spielen im Ökosystem Ostsee eine besondere Rolle? Diesen Fragen wollen wir nun auf den Grund gehen.

Die Lage und die Entstehung der Ostsee

Die Ostsee liegt auf der Nordhalbkugel in der gemäßigten Klimazone. An sie grenzen neun Ostseeländer: Dänemark, Deutschland, Polen, Litauen, Lettland, Estland, Russland, Finnland und Schweden. Auf der folgenden Karte kannst du dir die Lage der Ostsee ansehen.

Karte Ökosystem Ostsee allgemein

Mit nur etwas mehr als 400 000 Quadratkilometern ist die Ostsee eines der kleinsten Meere der Welt. Sie ist eines der jüngsten Meere unseres Planeten. Die Küste der Ostsee umfasst zwar nur 8 000 Kilometer, gehört aber zu neun verschiedenen Staaten. Nur an einer schmalen Stelle, dem Skagerrak, der zwischen Dänemark und Schweden liegt, trifft die Ostsee auf die Nordsee und besitzt damit einen Zugang zum Ozean. Dadurch dass nur eine kleine Verbindung zum offenen Meer existiert, wird die Ostsee auch als Binnenmeer bezeichnet.

Im Vergleich zu den anderen Meeren und Ozeanen dieser Erde ist die Ostsee sehr jung, nämlich erst ungefähr 10 000 Jahre. Als es durch die Erwärmung zum Abschmelzen des eiszeitlichen Eispanzers und der Gletscher kam, stieg der Meeresspiegel an und die Ostsee entstand.

Die Ostsee und ihr Brackwasser

Ein besonderer abiotischer Faktor im Ökosystem Ostsee stellt das Wasser dar. Durch Schmelzwasser und viele Zuflüsse wird die Ostsee mit reichlich Süßwasser gespeist. Durch die Meeresenge Skagerrak strömt zudem Salzwasser in die Ostsee. So entsteht das sogenannte Brackwasser, eine Mischung aus Süßwasser und Salzwasser, die sich in ihrem Salzgehalt ständig ändert. Die Ostsee ist zwar eines der kleinsten Meere, aber gleichzeitig das größte Brackwassermeer der Welt. Richtung Osten und Norden nimmt der Salzgehalt des Wassers ab, was zu einer Nährstoffarmut des Ökosystems Ostsee und damit zu eingeschränkten Nahrungsketten und Nahrungsnetzen führt.

Der Lebensraum Ostsee für Tiere und Pflanzen

Die Nährstoffarmut und der stark schwankende Salzgehalt des Wassers machen die Ostsee zu einem Lebensraum mit schwierigen Bedingungen für Pflanzen und Tiere. Die dort angesiedelte Tier- und Pflanzenwelt muss sich an diese Wechselbedingungen anpassen. Besonders gut ist dies den Miesmuscheln und Wattwürmern gelungen, die das Meerwasser filtern und überflüssiges Salz wieder ausscheiden.

Typische Ostseetiere, die sich an die besonderen Lebensbedingungen angepasst haben, sind außerdem die Strandkrabbe (Schalentier), die Flunder (Plattfisch) sowie die Kegelrobbe, die zu den Säugetieren zählt. Im Küstenbereich leben und brüten zahlreiche Vogelarten in den Salzwiesen. Neben den Salzwiesen haben sich viele Algenarten an den schwankenden Salzgehalt angepasst.

Der Einfluss des Menschen auf die Ostsee

Auch der Mensch hat einen Einfluss auf das Ökosystem Ostsee. Aber ist die Ostsee dadurch ein überlastetes Ökosystem? Zu den menschengemachten Einflüssen zählt zum einen die Schifffahrt, aber auch die Landwirtschaft in Küstennähe. Sowohl die Schifffahrt als auch die Landwirtschaft bergen ein Risiko für das Leben in und an der Ostsee. Es gelangen belastende Schadstoffe wie Öle, Chemikalien, Düngemittel und andere Giftstoffe ins Wasser. Die Wasserverschmutzung und die Eutrophierung können die Lebewesen in und um die Ostsee krank machen oder sogar töten.
Der Fischfang bedroht trotz eingeleiteter Maßnahmen weiterhin den Fischbestand einiger Fischarten in der Ostsee. Auch der Tourismus beeinflusst das Ökosystem Ostsee nachhaltig. Durch verstärkte Bebauung in Ufernähe, Müll, Wasserverkehr und weitere Faktoren wird die sensible Küstenregion teilweise stark gefährdet.

Maßnahmen zum Schutz der Ostsee

Dass die Ostsee ein sensibles, einzigartiges und somit schützenswertes Ökosystem darstellt, ist längst bekannt. Es wurden bereits zahlreiche Lösungswege gefunden und Schutzmaßnahmen eingeleitet. Die Umsetzung schreitet jedoch im Gegensatz zur Schädigung des Ökosystems eher langsam voran.

In der folgenden Tabelle werden dir zwei wirksame Lösungen, um das Ökosystem Ostsee nicht zu schädigen, vorgestellt:

Wen betrifft es? Maßnahmen
Tourismus und Erholende Einrichten von Schutzgebieten
Schifffahrt, Fischerei und Landwirtschaft Beschränkungen und Kontrollen

Dieses Video

Du hast bestimmt schon einmal von der Ostsee gehört oder warst vielleicht auch schon dort. Hast du dich jemals gefragt, wie denn die Ostsee entstanden ist und wie das Ökosystem funktioniert? Genau diese Fragen werden dir in diesem Video beantwortet.

Weiterführend kannst du dir die Videos Versalzung der Meere und Ökosystem Nordsee und das Wattenmeer anschauen.

Im Anschluss an das Video und diesen Text findest du Übungsaufgaben, um dein erlerntes Wissen zu überprüfen. Viel Spaß!

Häufig gestellte Fragen zum Thema Ökosystem Ostsee

Warum ist die Ostsee nicht so salzig?
Warum ist die Ostsee das jüngste Meer Europas?

Transkript Das Ökosystem Ostsee

Hallo, ich bin der Geofuchs. Heute möchte ich dir das Ökosystem Ostsee erklären. Um das Thema besser zu verstehen, solltest du wissen, was ein Ökosystem ist. Am Anfang werde ich dir erklären, wo die Ostsee liegt und wie sie entstanden ist. Danach erkläre ich dir, was so besonders an diesem Ökosystem ist. Dazu lernst du etwas zu dem Salzgehalt und den Strömungen in der Ostsee. Anschließend erfährst du etwas über die unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten, die in diesem einzigartigen Lebensraum vorkommen. Zum Abschluss lernst du, welchen Einfluss wir Menschen auf das Ökosystem Ostsee haben. Am Ende des Videos solltest du also wissen, wo die Ostsee liegt und wie das Ökosystem funktioniert. Die Ostsee liegt in der gemäßigten Klimazone mittlerer geographischer Breite. Sie grenzt an neun Staaten: Deutschland, Polen, Finnland, Schweden, Dänemark, Estland, Lettland, Litauen und Russland. Die Küste umfasst etwa 8.000 Kilometer. Das Meer öffnet sich nur an einer sehr schmalen Stelle zwischen Dänemark und Schweden dem Ozean. Durch die nur kleine Öffnung zu den Weltmeeren wird die Ostsee als Binnenmeer bezeichnet. Die Ostsee ist mit etwa 10.000 Jahren im Vergleich zu anderen Weltmeeren ein relativ junges Meer. Entstanden ist sie durch die Erwärmung Nordeuropas nach der letzten Eiszeit. Die Eispanzer und Gletscher begannen vor etwa 20.000 Jahren zu schmelzen, was zu einem Meeresspiegelanstieg führte. So wie wir sie heute kennen, besteht sie seit etwa 7.000 Jahren. Während dieser Entstehungszeit veränderte sich der Salzgehalt des Wassers ständig. Das Besondere an dem Ökosystem Ostsee ist die Mischung aus Salz- und Süßwasser. Diese Mischung von Salz- und Süßwasser wird als Brackwasser bezeichnet. Heute ist die Ostsee das größte Brackwassermeer der Erde. Salzhaltiges Wasser strömt aus der Nordsee über die schmale Meeresöffnung in die Ostsee. Durch die auf dem Ostseegrund liegenden Erhebungen, auch Meeresschwellen genannt, dringt das salzige Meerwasser nur sehr langsam Richtung Osten. Zahlreiche Zuflüsse, wie zum Beispiel die Oder und die regelmäßige Eisschmelze im Frühjahr, sorgen für eine stetige Zufuhr an Süßwasser. Richtung Osten und Norden nimmt demzufolge der Salzgehalt ab. Der geringe Salzgehalt führt zu Nährstoffarmut des Ökosystems. Fragst du dich auch, was unter diesen Bedingungen leben kann? Hmh? Ich werde es dir beantworten. Der unterschiedliche Salzgehalt und die damit verbundene Nährstoffarmut führen zu schwierigen Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen. Alle Meereslebewesen des Ökosystems Ostsee müssen sich an diese Wechselbedingungen anpassen. Einige können das besonders gut. Zum Beispiel filtern Miesmuscheln und Wattwürmer das Meerwasser und scheiden überflüssiges Salz wieder aus. Seenelken sind Meerespflanzen, die kleine Tentakel besitzen, um im Wasser nach Kleinstlebewesen, dem sogenannten Plankton, zu fischen. Andere typische Ostseetiere sind die Strandkrabbe, die zu den Schalentieren gehört, die Flunder, die zu den Plattfischen zählt und die Kegelrobbe, die den Säugetieren zuzuordnen ist. Marschland und Bodden sind durch den ständigen Einfluss des Meeres geprägt und liegen im Küstenbereich. Dort rasten und brüten zahlreiche Zug- und Brutvögel. Diese Gebiete sind besonders reich an Nahrung für den Nachwuchs oder den Weiterflug nach Süden. Das Marschland wird auch als Schwemmland bezeichnet, auf dem Salzwasser verträgliche Pflanzen wachsen. Die Bodden sind hinter den Marschen liegende Buchten. Sie sind durch davor liegende Sandbänke geschützt. Nun kennst du den natürlichen Lebensraum der Ostsee. Aber was ist nun mit uns Menschen? Auf den Zustand der Ostsee haben viele Faktoren einen Einfluss. Zunächst die Schifffahrt: Sie hat zwar eine lange Tradition, jedoch hat der Verkehr in den letzten 50 Jahren stark zugenommen. Das führt zu einer erhöhten Unfallgefahr. Dadurch können giftige Schadstoffe wie Öl, Chemikalien, Fäkalien und andere Giftstoffe in das sensible Ökosystem eindringen und es schädigen. Weiterhin bedroht die Fischerei den Fischbestand. Denn oftmals fällt jede Menge Beifang an, der dann tot ins Meer zurückgegeben wird. Zusätzlich werden zahlreiche Schadstoffe durch Flüsse, Direkteinleitung oder den Luftweg in die Ostsee eingetragen. Insbesondere düngende Substanzen, die in der Landwirtschaft verwendet werden, wie zum Beispiel Nitrat, Ammonium, Phosphat und Stickstoff, gefährden das Ökosystem. Zuletzt ist der Einfluss durch Tourismus zu nennen. Bebauung, Verkehr und Abwasser führen zur Gefährdung der sensiblen Küstenregion wie den Marsch- und Boddengebieten. Wirksame Lösungen, um das Ökosystem Ostsee nicht zu schädigen, sind: 1. das Einrichten von Schutzgebieten, 2. Beschränkung und Kontrolle von Schifffahrt, Fischerei und Landwirtschaft, um den Schadstoffeintrag zu verringern. Was hast du nun über das Ökosystem Ostsee gelernt? Die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Welt. Die Mischung aus Salz- und Süßwasser bestimmt den Lebensraum des Ökosystems. Der Mensch bedroht durch seinen Einfluss das sensible Ökosystem. Dennoch, es gibt Möglichkeiten, den negativen Einfluss gering zu halten und die Ostsee zu schützen. Vielen Dank. Ich hoffe, du bist auch das nächste Mal wieder dabei, wenn es heißt: Der Geofuchs erklärt die Welt. Tschüss!

3 Kommentare

3 Kommentare
  1. Vielen Dank für das sehr positive Feedback. Wir freuen uns sehr zu hören, dass wir Ihren Schülern beim Lernen helfen können.

    Grüße aus der Redaktion!

    Von Bianca Blankschein, vor mehr als 4 Jahren
  2. wie alle videos auf eurer seite kann man auch diesen beitrag wunderbar in den unterricht einbetten.
    was gesprochen wird erscheint auch an der tafel....für die schüler (besonders an meiner schule....hier arbeiten wir mit hörgeschädigten kindern) ist diese methodik sehr vorteilhaft und der stoff besser fassbar.
    sehr gut!!!

    Von Peter N., vor mehr als 4 Jahren
  3. Lustige Idee

    Von Lprobst, vor mehr als 7 Jahren

Das Ökosystem Ostsee Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Das Ökosystem Ostsee kannst du es wiederholen und üben.
  • Beschreibe die Entstehung der Ostsee.

    Tipps

    So wie wir heute die Ostsee kennen, existiert sie seit etwa 7000 Jahren.

    Lösung

    Vor etwa 20.000 Jahren begannen Gletscher und Eispanzer (nach der letzten Eiszeit) zu schmelzen, was zu einem Anstieg des Meeresspiegels führte. Die Ostsee entstand dann ca. vor 10.000 Jahren. So wie wir die Ostsee heute kennen, besteht sie seit etwa 7000 Jahren. Während der Entstehungszeit veränderte sich der Salzgehalt ständig.

  • Nenne Tiere der Ostsee.

    Tipps

    Die Flunder gehört zu den Plattfischen.

    Lösung

    Die Bewohner der Ostsee sind vielfältig. Du hast hier einige Vertreter kennengelernt. Die Miesmuschel und die Seenelke sowie den Wattwurm. Außerdem hast du noch die Strandkrabbe kennengelernt, die zu den Krebstieren gehört und die Flunder, einen Fisch, der zu den Plattfischen gehört.

  • Benenne typische Vögel der Ostseeküste.

    Tipps

    Die Silbermöwe ist die Möwenart, die am häufigsten an der Ostseeküste vorkommt.

    Der Mittelsäger ist etwa eine stockentengroße Vogelart aus der Familie der Entenvögel.

    Lösung

    Die Silbermöwe ist die Möwenart, die am häufigsten an der Ostseeküste vorkommt. Die Blässralle brütet an Binnengewässern, weicht aber im Winter, wenn diese zugefroren sind, auf das Gewässer der Ostsee aus. Der Mittelsäger ist ein typischer Vogel der Ostsee. Er brütet auf dem Boden in dichter Vegetation, meist in Ufernähe. Der Sandregenpfeifer ist stark vom Aussterben bedroht. Er brütet meist nur noch in Naturschutzgebieten. Die Lachmöwe war eigentlich auch eine Bewohnerin der Binnengewässer, ist aber seit Kurzem ebenfalls an der Ostsee zu finden.

  • Beschreibe typische Begriffe der Ostsee.

    Tipps

    Die Ostsee wird auch als Brackenmeer bezeichnet.

    Lösung

    Als Bodden bezeichnet man Lagunen, die über lange Seearme mit dem offenen Meer verbunden sind. Sie werden durch das Marschland vom Meer abgetrennt. Als Brackwasser bezeichnet man das Meerwasser in der Ostsee. Es ist eine Mischung aus Salzwasser und Süßwasser. Windwatt heißen Sandbänke in der Ostsee.

  • Beschreibe, an welche Länder die Ostsee grenzt.

    Tipps

    Die Ostsee grenzt an neun Staaten.

    Lösung

    Die Ostsee liegt in der gemäßigten Klimazone mittlerer, geographischer Breite.

    Die Ostsee trennt die Skandinavische Halbinsel von den zusammenhängenden Festländern Nord-, Nordost- und Mitteleuropas und grenzt an neun Staaten:

    • Deutschland, Polen, Finnland, Schweden, Dänemark, Estland, Lettland, Litauen und Russland.
    Wenn du auf eine Weltkarte schaust, wirst du sehen, dass Frankreich und Norwegen nicht mehr an die Ostsee grenzen.

  • Beschreibe, warum es an der Nordsee Ebbe und Flut gibt und an der Ostsee nicht.

    Tipps

    Überlege, wie die Ostsee geographisch gelegen ist.

    Lösung

    Die Nordsee verfügt über eine breite Öffnung zum Atlantik. Über diese Öffnungen können die Wassermassen bei der Flut einströmen.

    Die Ostsee ist aber fast ein Binnenmeer. Sie verfügt nur über eine kleine Öffnung, die zur Nordsee gelegen ist. Durch diese Öffnung kann nicht genug Wasser für eine Flut einströmen.

    Es gibt zwar auch Gezeiten in der Ostsee, der Meeresspiegel verändert sich dabei aber nur 10-15 cm. Zum Beispiel können in der Ostsee Seiches auftreten. Als eine Seiche werden stehende Wellen in einem geschlossenen oder teilweise geschlossenen Becken bezeichnet. Diese werden durch die Gezeiten sowie durch plötzliche Wind- oder Luftdruckschwankungen angeregt.

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