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Hormone und ihre Wirkungsweise

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Die Autor*innen
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Sabine Blumenthal
Hormone und ihre Wirkungsweise
lernst du in der Oberstufe 5. Klasse - 6. Klasse

Grundlagen zum Thema Hormone und ihre Wirkungsweise

Inhalt

Wirkung von Hormonen – Biologie

Hast du dich schon einmal gefragt, warum du Hunger hast? Das Hungergefühl wird von Hormonen gesteuert. Und wie sieht es mit Stimmungsschwankungen aus? Auch diese werden durch Hormonschwankungen verursacht. Doch was sind Hormone? In diesem Text lernst du die Wirkung von Hormonen im Körper kennen.

Was sind Hormone und welche Prozesse steuern sie?

Einfach erklärt sind Hormone lebenswichtige chemische Wirkstoffe. Durch ihre spezifische Struktur sind sie Träger von Informationen. Weil Hormone Informationen im Körper transportieren, werden sie auch als Botenstoffe bezeichnet. Zu den wichtigsten Prozessen, die Hormone steuern, gehören die Verdauung, die Körpertemperatur, die Gehirntätigkeit, der Schlaf-Nacht-Rhythmus und der Blutkreislauf.

Wo werden Hormone gebildet?

Die Hormonproduktion findet in speziellen Strukturen – den sogenannten Hormondrüsen – statt. Drüsen, die Hormone direkt in die Blutbahn abgeben, werden als endokrine Drüsen bezeichnet. Die Hormondrüsen liegen in verschiedenen Körperregionen, wie zum Beispiel dem Gehirn (Hypophyse) und den Geschlechtsorganen (Hoden, Eierstöcke), vor. Von dort aus werden die Hormone in die Blutbahn abgegeben und an die Organe im Körper verteilt. In der Tabelle erfährst du etwas über die Hormone und ihre Wirkung im Körper.

Hormondrüsen Beispiele Hormone und Wirkung
Bauchspeicheldrüse Insulin und Glukagon zur Regulation des Blutzuckers
Keimdrüse (Hoden oder Eierstöcke) Geschlechtshormone (Östrogen, Progesteron, Testosteron) für die Ausbildung von Körpermerkmalen und Fortpflanzung
Schilddrüse Trijodthyronin und Thyroxin zur Stimulation von Stoffwechselvorgängen
Nebenschilddrüse Parathormon zur Regulation des Calciumhaushalts
Nebennieren Adrenalin bei Stress
Hirnanhangsdrüse Gelbkörperhormon für die Reifung der Keimzellen

Wie sieht eine Hormondrüse aus? Das siehst du hier in dem Bild. Du kannst erkennen, dass die Drüsenzellen einen Zellkern haben. Außerdem sind sie über Blutkapillaren verbunden, die die Drüsenzelle mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Und wie werden die Hormone nun im Körper verteilt? Die Drüsenzelle ist mit der Blutbahn unseres Körpers verbunden.

Aufbau Hormondrüse

Wirkungsweise von Hormonen

Du hast gelernt, dass die Hormone über das Blut in unserem Körper verteilt werden. Trotzdem kann ein bestimmtes Hormon nicht überall wirken. Die Hormone haben eine einzigartige und spezifische chemische Struktur. Nur an Zellen, die passende Stellen für das Hormon haben, kann sich das Hormon anlagern. Eine solche passende Stelle wird als Rezeptor, genauer gesagt als Hormonrezeptor, bezeichnet.

Die Wirkung von Hormonen ist einfach erklärt: Das Hormon kann nur an solche Zellen andocken, die einen passenden Rezeptor besitzen. Das Hormon lagert sich am Rezeptor der Zielzelle an und überträgt die Information des Hormons an diese. Dadurch wird eine Reaktion in der Zelle ausgelöst. Dieses Prinzip wird auch Schlüssel-Schloss-Prinzip genannt. Nur mit dem richtigen Schlüssel ist es möglich, das Schloss zu öffnen. Wenn du das Schlüssel-Schloss-Prinzip wiederholen möchtest, kannst du dir das Video über enzymatische Reaktionen ansehen. Aufgrund dieses Prinzips werden Hormone auch als wirkungsspezifisch bezeichnet. Die Wirkungsspezifität von Hormonen bedeutet, dass ein Hormon eine spezifische Reaktion in ganz bestimmten Zelltypen auslösen kann. Schon geringste Mengen von Hormonen genügen, um eine bestimmte Wirkung auszulösen, weshalb man bei Hormonen auch von einem sehr hohen Wirkungsgrad spricht.

Die Wirkungsweise von Hormonen kannst du dir noch einmal in der schematischen Abbildung ansehen.

Wirkung von Hormonen

Welche Reaktion ausgelöst wird, hängt von dem Hormon und der Zielzelle mit der spezifischen Bindungsstelle ab. Das Schlafhormon Melatonin löst zum Beispiel mehrere Reaktionen in unterschiedlichen Zielzellen aus. Wenn Melatonin an die freien Rezeptoren andockt, wird beispielsweise der Energieverbrauch des Körpers heruntergefahren, die Körpertemperatur und der Blutdruck gesenkt und das Immunsystem anregt.

Anders sieht es bei dem Hormon Adrenalin aus. Das Stresshormon wirkt leistungssteigernd und spielt unter anderem eine zentrale Rolle bei dem sogenannten Fight-or-Flight-Syndrom.

Wenn du mehr zur Funktion und molekularen Wirkungsweise von Hormonen erfahren möchtest, schaue dir auch die Videos zelluläre Hormonwirkung und Hormone – Bedeutung und Funktion an.

Dieses Video

In diesem Video lernst du die Wirkung von Hormonen kennen und erfährst, dass Hormone chemische Botenstoffe mit einer jeweils spezifischen Struktur sind. Du weißt nun, wie Hormone auf den Körper wirken und in welchen Zellen Hormone gebildet werden. Hormone werden in Hormondrüsen produziert und aus den Drüsenzellen ins Blut abgegeben. Über die Blutbahn werden sie im gesamten Organismus verteilt. Hormone sind lebenswichtige Wirkstoffe, denn sie steuern und koordinieren wichtige Prozesse in unserem Körper. Hormone sind wirkungsspezifisch und wirken nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip.

Im Anschluss an das Video und diesen Text findest du Übungsaufgaben und Arbeitsblätter zu dem Thema Wie wirken Hormone?, um dein erlerntes Wissen zu überprüfen. Viel Spaß!

Transkript Hormone und ihre Wirkungsweise

Hallo, da bin ich wieder. Eure Sabine Blumentahl ! Im heutigen Video geht es um Hormone, die Botenstoffe in unserem Körper. Am Ende dieses Videos kannst Du erklären, was genau Hormone sind und du weißt wie Hormone in unserem Körper wirken. Besonderes Vorwissen für das Verständnis dieses Themas benötigst Du nicht. Allerdings wäre es hilfreich, wenn Du Dich an das Schlüssel-Schloss-Prinzip erinnerst. Dieses Prinzip hast Du in der achten Klasse bei der Wirkungsweise von Enzymen im Verdauungsprozess kennengelernt. An all unseren Lebensprozessen sind Hormone beteiligt. Ob zum Beispiel eine Schwangerschaft oder Geburt ohne Komplikation verläuft. Ob unser Wachstum nicht zu früh, aber auch nicht zu spät endet. Ob man in der Pubertät mit geringen oder größeren Hautunreinheiten zu kämpfen hat. Wie wir mit Stresssituationen umgehen. Ob unser Stoff- und Energiewechsel problemlos abläuft. Aber auch, ob unser Immunsystem richtig funktioniert. All diese Prozesse werden von Hormonen beeinflusst. Doch was genau sind eigentlich Hormone ? Hormone sind lebenswichtige, chemische Wirkstoffe. Durch ihre chemische, spezifische Struktur sind sie Träger von Informationen. Weil sie ihre Informationen zu bestimmten Empfängerorten im Körper transportieren, werden Hormone auch als Botenstoffe des Körpers bezeichnet. Hormone steuern und koordinieren alle Lebensprozesse in unserem Körper. Hormone werden in Hormondrüsen produziert und über die Blutbahn an alle Zielorte im Körper verteilt. Die Hormondrüsen produzieren die Hormone in ihren Drüsenzellen. Hier siehst Du schematisch dargestellt die Drüsenzellen einer Hormondrüse mit den sie umgebenden Blutkapillaren. Auf der Zeichnung kannst Du die einzelnen Drüsenzellen jeweils mit ihrem Zellkern erkennen. Die einzelnen Zellen werden über die Blutkapillaren und noch kleinere Haargefäße mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Diese kleinen, blauen Punkte sollen die von den Drüsenzellen produzierten Hormone darstellen. Du siehst, das in jeder Zelle Hormone produziert werden und auch, das sie aus den Drüsenzellen bei Bedarf direkt in die Blutgefäße abgegeben werden. Über die Blutbahn werden die Hormone überall im Körper verteilt. Als chemische Botenstoffe gelangen sie so zu ihren jeweiligen Zielorten im Körper und wirken dort bereits in unvorstellbar niedriger Konzentration. Die Hormondüsen heißen auch endokrine Drüsen, weil sie die Hormone in das innere, nämlich direkt ins Blut absondern oder auch abgeben. Kommen wir nun zur Wirkungsweise von Hormonen. Hier siehst Du in schematischer Darstellung den Längsschnitt durch eine Blutkapillare und die direkt an die Kapillare anschließenden Körperzellen. Diese bunten Puzzleteile sollen verschiedene Hormone mit ihrer jeweils spezifischen, chemischen Struktur darstellen. Wie Du eben gelernt hast, werden die Hormone durch das Blut im ganzen Organismus verteilt und gelangen so bis zu den Blutkapillaren und den kleinsten Haargefäßen zu den Körperzellen. Trotzdem kann ein bestimmtes Hormon nicht überall wirken. Wie schon gesagt, ist die chemische Struktur bei jedem Hormon anders und spezifisch genau für dieses Hormon. Die Zellen des Zielortes müssen also passende Stellen haben, an die sich ein bestimmtes Hormon anlagern kann. Eine solche passende Stelle heißt Rezeptor. Das Hormon lagert sich am Rezeptor der Zelle an und erst jetzt wird die Information vom Hormon auf die Zelle übertragen. Und damit eine Reaktion in der Zelle ausgelöst. Hormone funktionieren also nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Dieses Prinzip kennst Du bereits aus der achten Klasse von der Wirkungsweise von Enzymen im Verdauungsprozess. So wie nicht jeder Schlüssel in jedes Schloss passt, so passt auch nicht jedes Hormon zu jeder Zelle. Hier siehst Du mal angedeutet eine Zelle mit einem bestimmten Rezeptor. Mit dem Blut bewegen sich nun einige Hormone auf die Zelle und ihren Rezeptor zu. Der Rezeptor wirkt hier wie das Schloss und die chemische Zusammensetzung des Hormons als Schlüssel. Ein Hormon kann sich daher nur an solche Zellen anlagern, die einen passenden Rezeptor besitzen. Ansonsten passt der Schlüssel eben nicht ins Schloss und das Hormon kann nicht wirken. Deshalb sagen wir auch, Hormone sind wirkungsspezifisch. Doch Hormone sind nicht nur wirkungsspezifisch, sie haben auch einen sehr hohen Wirkungsgrad. Was bedeutet das? Das heißt, dass schon geringste Mengen von Hormonen genügen, um eine bestimmte Wirkung auszulösen. Zum Schluss gibt es wie immer eine Zusammenfassung. Du hast heute gelernt, das Hormone chemische Botenstoffe mit einer jeweils spezifischen, chemischen Struktur sind. Hormone werden in Hormondrüsen produziert und aus den Drüsenzellen ins Blut abgegeben. Über die Blutbahn werden sie im gesamten Organismus verteilt. Hormone sind lebenswichtige Wirkstoffe, denn sie steuern und koordinieren unsere Lebensprozesse. Hormone sind wirkungsspezifisch, das heißt sie wirken nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Und schließlich haben Hormone einen sehr hohen Wirkungsgrad. Bereits kleinste Mengen genügen, um entsprechende Reaktionen auszulösen. Das war`s für heute, tschüss bis zum nächsten mal.

10 Kommentare

10 Kommentare
  1. Geil danke ☺️

    Von Nadia H., vor etwa einem Jahr
  2. Tolles Video! Ich werde dieses Wissen in Bio im Unterricht anwenden, um eine gute mündliche Note zu erreichen ;)

    Von Violeta Gkolosi, vor mehr als einem Jahr
  3. Hallo Charlotte T.,
    vielen Dank für dein Feedback. Es freut uns zu hören, dass dir das Video gefällt. Beide Schreibweisen, „tschüs“ und „tschüss“, sind laut Duden zulässig.
    Beste Grüße aus der Redaktion

    Von Tatjana Elbing, vor mehr als 2 Jahren
  4. Sehr hilfreiches Video!!!👍🏻😊 ich denke das das Tschüss falsch geschrieben ist deswegen: Könnten sie bitte das Tschüss am Ende mit zwei „ss“ schreiben und nicht mit einem ...

    Von Charlotte T., vor mehr als 2 Jahren
  5. sehr informativ 👍🏻

    Von Itslearning Nutzer 2535 50403, vor etwa 4 Jahren
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Hormone und ihre Wirkungsweise Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Hormone und ihre Wirkungsweise kannst du es wiederholen und üben.
  • Definiere den Begriff Hormone.

    Tipps

    Das Wort „Hormon“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „antreiben“.

    Lösung

    Hormone sind Botenstoffe. Durch ihre spezifische Struktur sind sie Träger von Informationen. Hormone beeinflussen alle Lebensprozesse und werden über das Blut verteilt. Sie steuern u.a. den Stoffwechsel und auch den Kreislauf.

    Du kannst die Wirkung von Hormonen spüren, z.B wenn du verliebt bist und dein Herz schneller schlägt. Man kann ihre Wirkung auch sehen, wie in der Pubertät, wenn man unter Akne leidet.

  • Beschreibe die Wirkungsweise von Hormonen.

    Tipps

    Hier greift das Schlüssel-Schloss-Prinzip.

    Lösung

    Die Wirkungsweise der Hormone funktioniert nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip.

    Hormone werden über das Blut an ihren Zielort transportiert. Sie sind wirkungsspezifisch, d.h., sie können sich nur an die genau passenden Zellen mit Rezeptor anlagern. Da sie Träger von Informationen sind, übertragen sie diese auf die Zellen. Dies löst in den Zellen eine Reaktion aus.

  • Bestimme wichtige Hormondrüsen.

    Tipps

    Die Nebenniere ist eine endokrine Drüse.

    Hoden und Eierstöcke sind Keimdrüsen.

    Lösung

    Hormone werden in sehr vielen Zellen und Organen hergestellt.

    Die bekanntesten Produktionsorte sind Hirnanhangdrüse, Schilddrüse, Nebenniere, Bauchspeicheldrüse, Eierstöcke und Hoden. Von dort aus gelangen die Hormone ins Blut.

    In der Hirnanhangdrüse wird das Wachstumshormon gebildet. Die Schilddrüse bildet Thyroxin. Dieses steigert unseren Energiestoffwechsel. Die Eierstöcke produzieren sowohl weibliche Geschlechtshormone wie das Östrogen als auch geringe Mengen an Testosteron. Hauptsächlich wird Testosteron jedoch in den Hoden gebildet.

  • Ermittle die Wirkung einiger Hormone.

    Tipps

    Insulin reguliert die Aufnahme von Glukose in die Zellen.

    Lösung

    Es gibt sehr viele verschiedene Hormone, die alle eine andere Reaktion auslösen.

    Insulin ist dafür verantwortlich, dass der Zucker aus dem Blut in die Zellen transportiert wird. Die Zellen benötigen den Zucker zur Energiegewinnung. Daher steigt der Insulinbedarf auch an, wenn wir Essen, weil sich dann durch die Nahrung viel Zucker im Blut befindet.

    Adrenalin wird auch als Stresshormon bezeichnet und wird vom Körper bei hoher Belastung ausgeschüttet. Dieses Hormon aktiviert verschiedene Prozesse: Es erhöht die Herzfrequenz und auch den Blutdruck.

    Testosteron wird hauptächlich in den Hoden gebildet, Östrogen in den Eierstöcken. Testosteron sorgt auch für das männliche Aussehen.

  • Bestimme den Wirkungsgrad von Hormonen.

    Tipps

    Kleine Hormonmengen reichen aus, um eine Reaktion auszulösen.

    Lösung

    Hormone besitzen einen hohen Wirkungsgrad. Bereits kleine Mengen reichen aus, um eine Wirkung auszulösen.

  • Bestimme den Abbauort der Hormone.

    Tipps

    Wir suchen eine Verdauungsdrüse.

    Zu sehen sind die Organe: die Milz, das Gehirn, die Niere und die Leber.

    Lösung

    Die Leber ist eine große Verdauungsdrüse. Sie kann viele Substanzen, die im Stoffwechsel entstehen, umwandeln und herausfiltern, so auch Hormone. Die Leber kann Stoffe in wasserlösliche Substanzen umwandeln, sodass diese über die Galle und Niere ausgeschieden werden.

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