Reflexe – unwillkürliche Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz
- Reflexe – Biologie
- Reflexe – Definition
- Reflexe – Ablauf
- Reflexe – Arten
- Eigenreflexe
- Eigenreflexe – Beispiel Kniesehnenreflex
- Fremdreflexe
- Fremdreflexe – Beispiel Rückziehreflex
- Habituation – Beispiel Lidreflex
- Frühkindliche Reflexe – Beispiele Handgreifreflex und Suchreflex
- Vergleich Eigenreflex und Fremdreflex – Tabelle
- Bedingter Reflex – Beispiel pawlowscher Hund
- Reflexe einfach erklärt – Zusammenfassung

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Grundlagen zum Thema Reflexe – unwillkürliche Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz
Reflexe – Biologie
Du kannst dich sicher daran erinnern, dass eine Ärztin oder ein Arzt einmal mit einem kleinen Hammer unter deine Kniescheibe geschlagen hat und dein Unterschenkel nach vorne geschnellt ist, ohne dass du etwas dagegen tun konntest. Sicher hast du dich auch schon einmal verbrannt und deine Hand sofort – ohne nachzudenken – zurückgezogen. Bei diesen Reaktionen handelt es sich um Reflexe deines Körpers. Doch was sind Reflexe eigentlich genau? Welche Reflexe gibt es beim Menschen? All diese Fragen werden wir dir im folgenden Text erklären.
Reflexe – Definition
Was sind Reflexe? Reflexe sind:
- die immer gleichen Reaktionen auf bestimmte Reize,
- angeboren,
- meist vom Rückenmark gesteuert,
- die Grundlage für schnelle Reaktionen des Körpers auf Gefahrensituationen.
Reflexe – Ablauf
Grundsätzlich laufen alle Reflexe in der Form eines Reflexbogens ab. Das bedeutet, dass ein Organ einen Reiz aufnimmt (Sinnesorgan) und ein Signal über Nervenfasern weiter ans Rückenmark leitet. Das kannst du dir ein wenig wie den aufsteigenden Teil eines Bogens vorstellen. Im Rückenmark wird das Signal blitzschnell verarbeitet und an das reagierende Organ (Erfolgsorgan) weitergeleitet. Das kannst du dir wie den absteigenden Teil eines Bogens vorstellen.
Reflexe – Arten
Es gibt verschiedene Arten von Reflexen. Reflexe sind unterteilbar in Eigenreflexe, Fremdreflexe und bedingte Reflexe.
Eigenreflexe
Von einem Eigenreflex spricht man, wenn das Sinnesorgan gleichzeitig auch das Erfolgsorgan ist. Das bedeutet, dass der Reiz von dem Organ, das den Reiz wahrgenommen hat, über das Rückenmark weitergeleitet wird. Dieses sendet dann an das gleiche Organ wieder ein Signal zurück, damit es dort eine Reaktion auslöst. Eigenreflexe werden nur über eine einzige Synapse gesteuert. Im Griechischen heißt das Wort mónos so viel wie „einzig“ oder „ein“. Man nennt Eigenreflexe daher auch monosynaptische Reflexe.
Eigenreflexe – Beispiel Kniesehnenreflex
Ein Beispiel für einen monosynaptischen Reflex ist die zu Beginn beschriebene Reaktion auf den Hammerschlag auf das Knie. Dieser Reflex wird als Kniesehnenreflex bezeichnet. Der Schlag mit dem Hammer führt zur Dehnung der Sehne unter dem Knie – der Patellarsehne. Ein anderer Name für diesen Reflex ist daher der Patellarsehnenreflex. Durch diese Dehnung der Patellarsehne wird auch der Oberschenkelmuskel gedehnt, der an der Sehne hängt – der Quadrizeps. Die Muskelspindeln im Quadrizeps spüren die Dehnung und senden ein Signal ans Rückenmark. Das Rückenmark sendet dann ein Signal zurück an den Quadrizeps, dass er kontrahieren soll – er zieht sich also zusammen. Dadurch streckt sich das Kniegelenk und der Unterschenkel schnellt nach vorn. Dieser Reflex dauert nur 30 Millisekunden, ist also sehr schnell. Er ist bereits angeboren und läuft immer auf diese Weise ab.
Fremdreflexe
Es gibt nicht nur den Eigenreflex, sondern auch den Fremdreflex. Beim Fremdreflex ist das Sinnesorgan ein anderes Organ als das Erfolgsorgan. Dieser Reflex ist über mehrere Synapsen verschaltet. Da das Wort „viele“ auf Griechisch polýs heißt, nennt man diese Reflexe auch polysynaptische Reflexe. Die zwischengeschalteten Nervenzellen nennt man Interneurone. Diesmal kommt der Begriff allerdings aus dem Lateinischen, wo das Wort inter nichts anderes als „zwischen“ bedeutet.
Fremdreflexe – Beispiel Rückziehreflex
Auch das Beispiel für einen Fremdreflex kennst du bereits. Es ist der zu Beginn beschriebene Reflex des Wegziehens als Reaktion auf eine Verbrennung. Man nennt diesen Fremdreflex Rückziehreflex. Beim Rückziehreflex erkennen Rezeptoren in der Haut (zum Beispiel an der Hand) eine starke Erhöhung der Temperatur. Das bedeutet Gefahr, da Hitze die Hautzellen zerstören kann. Ein Signal wird über Nervenzellen wieder ans Rückenmark gesendet. Das Rückenmark sendet das Signal diesmal aber an die Muskeln des Oberarms, die am Zurückziehen der Hand beteiligt sind. Da daran hintereinandergeschaltete Neuronen beteiligt sind, dauert der Fremdreflex etwas länger als der Eigenreflex – und zwar etwa 90 Millisekunden.
Fremdreflexe sind ebenfalls angeborene Reflexe, allerdings ist bei ihnen eine Habituation möglich. Das bedeutet, dass die Reaktion auf einen Reiz schwächer wird oder ausbleibt, wenn sich der Reiz als ungefährlich erweist. Eine Verbrennung stellt immer eine Gefahr für den Körper dar, weswegen eine Habituation dort nicht eintreten wird.
Habituation – Beispiel Lidreflex
Ein Beispiel für einen habituierbaren Fremdreflex ist der Lidreflex. Nähert sich ein Gegenstand deinem Auge, so wird sich dein Augenlid automatisch schließen. Eine Person, die sich zum ersten Mal schminkt oder geschminkt wird, wird feststellen, dass es kaum möglich ist, die Augen offen zu halten. Eine Person, die sich hingegen schon seit Jahren die Augen schminkt, wird es beim Nähern eines Schminkpinsels oder einer Wimperntuschebürste ohne Probleme schaffen, die Augen offen zu halten.
Frühkindliche Reflexe – Beispiele Handgreifreflex und Suchreflex
Es gibt auch Reflexe, die zwar angeboren sind, aber schon nach einiger Lebenszeit wieder verloren gehen – die frühkindlichen Reflexe. Ein Beispiel für einen frühkindlichen Reflex ist der Handgreifreflex, bei dem die Berührung der Innenfläche der Hand dazu führt, dass der Säugling den Finger oder den Gegenstand der Berührung fest mit den Fingern umgreift. Beim Suchreflex führt eine Berührung des Mundwinkels dazu, dass sich der Kopf des Säuglings in Richtung der Berührung dreht. Diese Reflexe waren im Laufe der Evolution wichtig für das Überleben, da der Säugling auf diese Weise die Nähe zur Mutter sicherstellt und beispielsweise die Brustwarze beim Stillen findet. Während seiner Entwicklung werden diese Funktionen aber unwichtiger und die Reflexe lassen nach.
In dieser Tabelle findest du die wichtigsten Informationen zu Eigen- und Fremdreflexen noch einmal vergleichend zusammengefasst.
Vergleich Eigenreflex und Fremdreflex – Tabelle
Eigenreflex | Fremdreflex | |
---|---|---|
Sinnesorgan = Erfolgsorgan? | ja | nein |
Wie sind die Neuronen verschaltet? | monosynaptisch | polysynaptisch, mit sogenannten Interneuronen |
Wie schnell läuft der Reiz ab? | sehr schnell |
langsamer (ca. |
Ist der Reiz angeboren? | ja | ja |
Ist eine Habituation möglich? | nein | ja |
Beispiele | Kniesehnenreflex (Patellarsehnenreflex) | Rückziehreflex, Lidreflex |
Eigenreflexe und Fremdreflexe sind angeboren und werden auch als unbedingte Reflexe bezeichnet. Reflexe können aber auch erlernt werden. Bei einem erlernten Reflex spricht man von einem bedingten Reflex.
Bedingter Reflex – Beispiel pawlowscher Hund
Ein Beispiel für einen bedingten Reflex lässt sich mithilfe des pawlowschen Hundes erklären (Klassische Konditionierung – Beispiel des pawlowschen Hundes). In diesem berühmten Experiment konnte Pawlow den Vorgang der klassischen Konditionierung erklären, was im Grunde eine gezielte Erlernung eines bedingten Reflexes ist. Stellt man einem Hund eine Futterschale hin, so fängt er an, Speichel zu produzieren. Läutet man mit einer Glocke, so produziert ein Hund keinen Speichel. Fängt man allerdings an, immer eine Glocke zu läuten, wenn man dem Hund das Essen hinstellt, so wird der Hund nach einiger Zeit auch dann anfangen, Speichel zu produzieren, wenn man mit der Glocke läutet und ihm kein Futter hinstellt. Fängt man nun allerdings an, wiederum kein Futter hinzustellen, wenn man eine Glocke läutet, dann wird der Prozess der Speichelproduktion mit der Zeit wieder nachlassen. Auch Menschen können auf diese Weise Reflexe erlernen oder verlernen.
Reflexe einfach erklärt – Zusammenfassung
In diesem Video hast du gelernt, was ein Reflex ist: die immer gleiche Reaktion auf einen bestimmten Reiz. Du hast den Unterschied zwischen monosynaptischen und polysynaptischen Reflexen gelernt und erfahren, was bei diesen im Körper passiert. Außerdem hast du gelernt, dass die unbedingten Reflexe angeboren sind, dass man frühkindliche Reflexe aber auch wieder verlernen kann und dass es bedingte Reflexe gibt, die man erlernen kann. Im Anschluss an das Video und diesen Text findest du Übungsaufgaben, um dein erlerntes Wissen zu überprüfen. Viel Spaß!

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Reflexe – unwillkürliche Reaktion des Nervensystems auf einen Reiz

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Cooles Video! Habe alles verstanden, auch wenn ich eine 8. Klässlerin bin :)