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Das Ökosystem Hecke

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Bio-Team
Das Ökosystem Hecke
lernst du in der Unterstufe 3. Klasse - 4. Klasse - Oberstufe 5. Klasse - 6. Klasse

Grundlagen zum Thema Das Ökosystem Hecke

Inhalt

Das Ökosystem Hecke in der Biologie

Mit dem Wort Hecke verbinden wir häufig recht eintönige Buchshecken zwischen zwei Grundstücken. Das sieht nicht nach viel Leben und Naturschutz aus. Doch Hecken gibt es auch in ganz anderen Formen: Ist dir zum Beispiel schon einmal aufgefallen, dass an Äckern und Wiesen Heckengürtel stehen? Und dort wimmelt es oft nur so von Insekten, Vögeln und anderen Lebewesen. Hecken dienen also nicht nur der Abgrenzung zweier Grundstücke, sondern die Hecke ist ein wertvolles Ökosystem!
Die Rolle der Hecke als Ökosystem ist besonders wichtig, denn sie hat die Funktion, Tieren Unterschlupf und Nahrung zu geben.
Warum ist die Hecke ein so wichtiges Ökosystem, wie ist die Hecke aufgebaut und welche Tiere wohnen in der Hecke? All diese Fragen werden in diesem Lerntext beantwortet.

Was ist eine Hecke? – Definition

Eine Hecke ist ein vom Menschen geschaffenes und gepflegtes Ökosystem, das aus linienförmig angeordneten Sträuchern und Pflanzen besteht und viele Tiere beherbergt. Der ursprüngliche Zweck einer Hecke ist es, Grenzen zu ziehen, zum Beispiel zwischen zwei Grundstücken oder zwei Ackerflächen. Die Hecke bietet einer Vielzahl verschiedener Tiere wie Igeln, Blattläusen oder Schnecken einen Lebensraum.

Die Entstehung der Hecke

Die Menschen nutzten Hecken als Begrenzungsanlagen zur natürlichen Eingrenzung von Weidevieh, weshalb sie aus dornigen, dicht wachsenden Sträuchern bestehen. Zu diesen zählen beispielsweise die Schlehe, die Heckenrose oder der Weißdorn. Die Hecken konnten verhindern, dass Raubtiere in das Gehege eindringen oder dass das Vieh flüchtete.

Der Aufbau der Hecke

Hecken, die beispielsweise Wiesen von Äckern trennen, haben im Querschnitt eine Saumzone, eine Mantelzone und eine Kernzone. Dabei sind sie im Innersten, also in der Kernzone, am höchsten und flachen zum Rand hin ab. Eine Hecke muss dabei etwa alle 15 bis 20 Jahre zurückgeschnitten und verjüngt werden. Das gewonnene Holz kann dabei als Brennmaterial verwendet werden.

Aufbau und Lebensschichten in der Hecke

Zone Beschreibung Beispiele Pflanzen
Saumzone Übergang von der Hecke zum Acker bzw. Wiese, niedrige Pflanzen und Kräuter, die viel Licht benötigen Lavendel, Buschwindröschen
Mantelzone Heckengewächse, kleine und junge Gehölze Weißdorn, Heckenrose
Kernzone innerste und höchste Zone der Hecke
Hier wachsen Sträucher, die den Schatten gut vertragen können, und Bäume.
Sträucher: Brombeere, schwarzer Holunder
Bäume: Stieleiche, Hainbuche
Gewächse heimischer Hecken: Haselnussstrauch, Wildbirne, Wildapfel, Feldahorn

Das Leben in der Hecke

In der Hecke leben unzählige Tiere wie Igel und Erdkröten, die Schnecken und Regenwürmer jagen. Die Blattläuse saugen die Pflanzensäfte und werden von den Marienkäfern gefressen. Insekten werden von den Blüten der Sträucher angelockt, was wiederum unzählige Vogelarten anlockt. Es befindet sich also eine ganze Nahrungskette oder vielmehr ein Nahrungsnetz in der Hecke.

Der Vogel Neuntöter beispielsweise benötigt die dornigen Hecken, um seine Beute aufzuspießen, da sein Schnabel und die kleinen Füße große Insekten, Frösche und Mäuse nicht halten können. Die Säugetiere wie Steinmarder, Füchse, Feldhasen oder Spitzmäuse suchen in der Hecke ihren Unterschlupf, während Greifvögel wie der Turmfalke oder der Mäusebussard die hohen Sträucher und Bäume als Sitzwarten benutzen. Dadurch haben die Greifvögel einen guten Überblick über das Gelände und können ihre Beute erspähen.

Die Tiere, die sich von Wurzeln, Blüten, Blättern oder Früchten der Pflanzen ernähren, heißen Konsumenten erster Ordnung. Das ist zum Beispiel die Schnecke. Die Tiere, die sich von den Konsumenten erster Ordnung ernähren, werden als Konsumenten zweiter Ordnung bezeichnet. Dazu zählen zum Beispiel Igel.

Der Nutzen der Hecke

In erster Linie ist die Hecke ein bedeutender Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten und muss deshalb geschützt werden. Auch für den Menschen und die Landwirtschaft bieten Hecken große Vorteile. Hecken an Äckern haben nämlich einen großen Nutzen. Sie bieten vielen Insektenfressern einen Lebensraum, die dann für die Feldfrüchte schädliche Insekten von den Feldern fernhalten. Außerdem dienen Hecken als Windfang und befestigen die Ränder von Äckern. Dadurch werden die Böden stabiler und werden weniger leicht durch Wind oder Wasser abgetragen (Erosion). Hecken dienen also auch als Erosionsschutz. Da Hecken auch die Taubildung fördern und einer Verdunstung entgegenwirken, sorgen sie für eine fruchtbare Bodenfeuchte. Sie beugen das Austrocknen des Bodens vor. Weiter filtern Hecken die Luft und dienen als Sicht- und Lärmschutz.
Dass im Zuge der Flurbereinigung viele Hecken entfernt wurden, hatte den Zweck, Ackerflächen zu vergrößern und Erträge zu steigern. Die Auswirkungen dieser Maßnahmen sind heute zu spüren: Weil die Ökosysteme zerstört und Fressfeinde von Schädlingen vertrieben wurden, sind Felder vermehrt von Schädlingsbefall betroffen. Ebenso leiden die Böden unter Erosionen und viele Felder unter zu starkem Wind. Hecken könnten viele dieser Probleme auf umweltschonende Weise beheben.

Dieses Video

In diesem Video erfährst du mehr über das Ökosystem Hecke. Wir zeigen dir, wie Hecken entstanden sind und dass sie zu unserer Kulturlandschaft gehören. Wir erklären dir den Aufbau von Hecken und gliedern diese in Saum-, Mantel- und Kernzone. Dabei wirst du wichtige Pflanzen und Tiere kennenlernen, die man in Hecken finden kann. Am Ende lernst du noch den Nutzen von Hecken für die Landwirtschaft kennen.

Im Anschluss an das Video und diesen Text findest du Übungsaufgaben und Arbeitsblätter zu dem Thema Das Ökosystem Hecke, um dein erlerntes Wissen zu überprüfen. Viel Spaß!

Transkript Das Ökosystem Hecke

Hallo! Wenn Du das Wort Hecke hörst, denkst du vielleicht an eine akkurat gestutzte Lebensbaumhecke, die zwei Grundstücke voneinander trennt. Aber Hecken können viel mehr sein, sie bilden ein richtiges Ökosystem. In diesem Video wollen wir uns ansehen, wie Hecken entstanden sind, wie sie aufgebaut sind, was in Hecken so alles lebt und was der Nutzen von Hecken ist.

Entstehung

Hecken wurden von Menschen immer schon als Begrenzungsanlage angepflanzt. So nutzte man etwa dornige, dicht wachsende Sträucher wie Schlehe, Heckenrose oder Weißdorn als natürliche Einfriedung von Weidevieh. So verhinderte man, dass das Vieh flüchtete und Raubtiere eindrangen. Auch zum Abtrennen von Weide- und Ackerland wurden schon vor hunderten Jahren Hecken gepflanzt. Die Hecke ist also eine von Menschen geschaffene und gepflegte Landschaft, eine Kulturlandschaft.

Aufbau

Wie ist so ein natürlicher Heckengürtel, der etwa Wiesen von Äckern abtrennt, aufgebaut? Im Querschnitt gesehen liegt außen die Saumzone. Dort wachsen niedrige Pflanzen und Kräuter, die viel Licht benötigen. Die Saumzone bildet den Übergang von der Hecke zum Acker bzw. zur Wiese.

In der Mantelzone wachsen Heckengewächse wie der Weißdorn oder die Heckenrose.

In der Kernzone - also im Innersten der Hecke - findet man Sträucher, die auch Schatten gut vertragen können, etwa Brombeere oder Schwarzer Holunder. Manchmal findet man auch Bäume wie die Stieleiche oder die Hainbuche in der Kernzone. Wichtige Gewächse von heimischen Hecken sind weiter der Haselnussstrauch, die Wildbirne, der Wildapfel oder der Feldahorn.

Heckengürtel sind im Innersten am höchsten und flachen zum Rand hin schnell ab. Als Kulturlandschaft braucht die Hecke die Pflege von Menschen. Nein, es ist nicht der Nachbar gemeint, der jedes Wochende die Lebensbaumhecke mit der Nagelschere stutzt. Für Heckengürtel ist es ausreichend, wenn man sie alle 15-20 Jahre verjüngt. Früher nutzte man das gewonnene Holz als Brennmaterial.

Leben in der Hecke

Eine Hecke besteht nicht nur aus Pflanzen, in ihnen tummeln sich auch unzählige Tiere. Igel und Erdkröten jagen nach Schnecken und Regenwürmern, Blattläuse saugen Pflanzensäfte und müssen sich vor Marienkäfern in Acht nehmen. Die Blüten der Sträucher locken Insekten, die Früchte wiederum unzählige Vogelarten an.

Der Neuntöter, ein Vogel braucht die dornigen Hecken, um darauf seine Beutetiere auf zu spießen. Sein Schnabel und seine kleinen Füße allein können große Insekten, Frösche und Mäuse schlichtweg nicht halten. Auch Säugetiere wie Steinmarder, Fuchs, Feldhase oder Spitzmaus finden in der Hecke Unterschlupf. Greifvögel wie der Turmfalke oder der Mäusebussard nutzen die hohen Sträucher und Bäume als Sitzwarte, von der aus sie einen guten Überblick über das Gelände haben und Beutetiere wie Mäuse erspähen können.

Als Konsumenten 1. Ordnung werden Tiere bezeichnet, die sich von Wurzeln, Blüten, Blättern oder Früchten der Pflanzen - der Produzenten - ernähren. Konsumenten 2. Ordnung sind etwa der Igel oder Fuchs, die nicht direkt von den Pflanzen der Heckengürtel leben, sondern nach Konsumenten 1. Ordnung jagen.

Nutzen der Hecke

Der Nutzen von Hecken wurde in vergangener Zeit unterschätzt. Flurbereinigungen in den 70er- und 80er-Jahren sollten größere Agrarflächen/Felder schaffen und mehr Erträge liefern - unzählige Hecken wurden vernichtet; auch weil man vermutete, dass die Pflanzen der Heckengürtel den Saatpflanzen Wasser und Nährstoffe wegnehmen. Das hat sich aber als Fehleinschätzung herausgestellt.

So nahm zum Beispiel der Aufwand, schädliche Insekten von den Feldern fern zu halten, drastisch zu. Der Grund dafür ist: Man hatte die Lebensräume der Insektenfresser einfach zu sehr eingeschränkt.

Heute weiß man, dass der Heckengürtel aus weiteren Gründen sehr nützlich sein kann. Heckengürtel sind Windfang und befestigen die Ränder von Äckern - damit sind sie ein wichtiger Erosionsschutz. Da Hecken die Taubildung fördern und der Verdunstung entgegenwirken, sorgen sie für eine fruchtbare Bodenfeuchte und beugen so dem Austrocknen des Bodens vor. Hecken filtern auch die Luft und dienen der Klimaregelung. Und natürlich dienen Hecken auch als Sicht- und Lärmschutz - in der Stadt genauso wie auf dem Lande.

Zusammenfassung

Hecken gehören zu unserer Kulturlandschaft und sind mehr als eine reine Begrenzungsanlage; sie sind ein reichhaltiges Ökosystem, in dem unzählige Pflanzenarten gedeihen und eine ganze Reihe von Tieren ihren Jagd-, Ruhe- oder Brutplatz finden. Da sie das Klima regeln, Erosion vorbeugen und Lebensraum für nützliche Insektenvertilger sind, sind sie auch für die Landwirtschaft von großer Bedeutung. Tschüss und bis zum nächsten Mal!

1 Kommentar

1 Kommentar
  1. Schon wieder ein super Video vom Bio-Team! Ich würde sagen ihr habt es einfach drauf! :-)

    Von Lebasi, vor etwa 5 Jahren

Das Ökosystem Hecke Übung

Du möchtest dein gelerntes Wissen anwenden? Mit den Aufgaben zum Video Das Ökosystem Hecke kannst du es wiederholen und üben.
  • Gib an, warum Hecken entstanden sind.

    Tipps

    Hecken haben einen vielseitigen Nutzen.

    Weidetiere erfahren Schutz durch Hecken.

    Hecken könnten auch gemäß ihrer Funktion natürlicher Zaun genannt werden.

    Lösung

    Hecken sind durch den Menschen entstandene Abgrenzungsanlagen, welche nicht nur Weide- und Ackerland voneinander trennen, sondern auch der Einfriedung von Weidetieren und damit verbunden der Abschirmung von Raubtieren dienen.

  • Beschreibe, wie eine Hecke im Querschnitt von außen nach innen aufgebaut ist.

    Tipps

    Hecken sind zu ihrer Mitte hin immer höher bewachsen.

    Das Äußere der Hecke ist lichtdurchlässiger als das Innere.

    Lösung

    Hecken sind im Querschnitt durch drei Zonen gegliedert.

    Ganz außen findet sich die Saumzone mit Licht liebenden, niedrig wachsenden Pflanzen.

    Danach folgt die Mantelzone mit ihren Heckengewächsen.

    Im Inneren befindet sich die Kernzone, welche vor allem durch Sträucher bewachsen wird, die Schatten vertragen.

  • Erkläre, warum Flurbereinigungen in den 70er und 80er Jahren durchgeführt worden sind.

    Tipps

    Flurbereinigungen wurden irrtümlicherweise veranlasst, wie man heute weiß.

    Der Bestand an Insekten sollte durch die Flurbereinigungen beeinflusst werden.

    Lösung

    Flurbereinigungen wurden in den 70er und 80er Jahren zur Vergrößerung von Agrarflächen und Feldern, zur Ertragssteigerung und zur Schädlingsbekämpfung veranlasst. Man vermutete, dass die Pflanzen der Heckengürtel den Saatpflanzen Wasser und Nährstoffe wegnehmen. Das hat sich aber als Fehleinschätzung herausgestellt. Die Zahl der Schädlinge nahm sogar zu, da man die Lebensräume der Insektenfresser zu sehr eingeschränkt hatte.

  • Erläutere, wie Hecken durch Tiere genutzt werden.

    Tipps

    Hecken erfüllen für Tiere die unterschiedlichsten Funktionen.

    Hecken beherbergen die verschiedensten Tiere.

    Lösung

    Hecken stellen für Tiere nicht nur eine Nahrungsquelle dar, sondern auch eine Möglichkeit des Unterschlupfs und der Beuteerlegung.

  • Nenne Tiere, die Hecken als Lebensraum nutzen.

    Tipps

    Hecken bilden einen Lebensraum für die unterschiedlichsten Tiere.

    Hecken besiedelnde Tiere benutzen deren Beschaffenheit (z.B. Dornen an Sträuchern) zum Beutefang.

    Lösung

    Hecken werden sowohl von Bodenbewohnern, wie beispielsweise die Erdkröte oder der Igel, als auch von z.B. Säugetieren (Fuchs) oder Vögeln (Neuntöter) als Lebensraum genutzt.

  • Leite her, welche Konsequenzen durch das Vernichten von Hecken drohen.

    Tipps

    Hecken können in ihrem Inneren sehr hoch wachsen.

    Hecken sind sehr dicht bewachsen.

    Lösung

    Hecken dienen dem Windfang, dem Erosionsschutz, der Klimaregulation und Luftfilterung, dem Lärm- und Sichtschutz, sorgen für einen fruchtbaren, feuchten Boden und stellen für viele Tiere einen Lebensraum dar.

    All dies wäre ohne das Ökosystem und die Kulturlandschaft Hecke nicht gegeben.

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