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Lernmethoden – Übungen für die Schule und zu Hause

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Lernmethoden – Übungen für die Schule und zu Hause
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Grundlagen zum Thema Lernmethoden – Übungen für die Schule und zu Hause

Inhalt

Welche Lernmethoden gibt es?

Den Alltag in der Schule kann man sich sehr erleichtern, wenn man sich ein paar effektive Lernmethoden aneignet, die einen gezielt beim Lernen unterstützen. Im Folgenden werden verschiedene Lernmethoden vorgestellt.

Loci-Methode

Mit der Loci-Methode, auch Routenmethode genannt, kann man sich große Mengen an Zahlen, Daten und Fakten einprägen. Sie ist besonders hilfreich, wenn man sich etwas in einer bestimmten Reihenfolge merken muss. Bei der Loci-Methode wird der Lernstoff mit Gegenständen in einem Raum verknüpft, die dann Schritt für Schritt abgegangen werden. Doch wie genau funktioniert die Loci-Methode?

Zunächst braucht man einen Raum, in dem man sich sehr gut auskennt, zum Beispiel das eigene Zimmer. In dem Raum sucht man sich nun eine Reihe von Gegenständen aus wie beispielsweise:

  • Tür
  • Bücherregal
  • Sessel
  • Fenster

Die Gegenstände prägt man sich in genau dieser Reihenfolge ein. Nun möchte man sich zum Beispiel die richtige Abfolge der Entwicklungsstadien eines Schmetterlings merken:

  • Ei
  • Raupe
  • Puppe
  • Falter

Dann wird jeder Gegenstand im Zimmer in der richtigen Reihenfolge mit einem der zu merkenden Begriffe verbunden, zum Beispiel so:

  • Es klopft an der Tür und ein Ei auf zwei Beinen kommt herein.
  • Im Bücherregal sitzt eine Raupe und knabbert an Buchseiten wie an Blättern.
  • Auf dem Sessel hat es sich eine riesengroße Puppe bequem gemacht und döst vor sich hin.
  • Plötzlich springt das Fenster auf und ein ganzer Schwarm von Faltern fliegt herein.

Je fantasievoller die kleinen, ausgedachten Szenen sind, desto besser. Um schließlich die gemerkten Begriffe abzurufen, muss man nun die Gegenstände vor dem inneren Auge im Raum abgehen. Im Optimalfall denkt man dann bei der Tür an das Ei, beim Bücherregal an die Raupe, beim Sessel an die Puppe und beim Fenster an den Falter.

Mastersystem

Das Mastersystem, auch Major-System oder Zifferncode genannt, kann dabei helfen, sich lange Zahlen zu merken. Die Methode funktioniert folgendermaßen: Im Mastersystem sind jeder Ziffer von null bis neun Konsonanten zugeordnet. Diese Zuordnung muss man sich einprägen. Eine der bekanntesten Zuordnungen hat sich der französische Gelehrte Aimé Paris ausgedacht: Jeder Ziffer sind verschiedene Konsonanten zugeordnet, die ähnlich klingen, zum Beispiel P und B. Außerdem gibt es für jedes Ziffern-Konsonanten-Paar eine Eselsbrücke, mit der man sich dieses besser merken kann.

Ziffer Konsonanten Eselsbrücke
0 s, z, ß, ss, weiches c Z ist der erste Buchstabe des englischen Wortes „zero“, was null bedeutet.
1 t, d Das t hat einen langen, vertikalen Strich wie eine Eins.
2 n Ein n hat zwei Füße.
3 m Ein m hat drei Füße
4 r Der letzte Buchstabe von „vier“ ist r.
5 l Eine Hand, von der man den Daumen abspreizt, sieht aus wie ein L. Und eine Hand hat fünf Finger.
6 ch, j, sch, weiches g Ein g sieht aus wie eine auf den Kopf gestellte 6.
7 k, ck, hartes g, hartes c Ein K besteht aus zwei 7, die Rücken an Rücken stehen.
Die 7 ist eine Gckszahl.
8 f, v, w, ph Das Schreibschrift-f hat zwei Schleifen, genau wie eine 8.
9 p, b Eine 9 sieht aus wie ein gespiegeltes p oder ein umgedrehtes b.

Wenn man sich die Tabelle eingeprägt hat, kann es losgehen: Will man sich zum Beispiel die Zahl 46 216 merken, kann mithilfe der Tabelle aus dieser Zahl die Buchstabenreihe rgntg gebildet werden. Nun werden die Lücken zwischen den Konsonanten beliebig mit Vokalen gefüllt, um so aus der Buchstabenreihe ein Wort zu formen.
Zum Beispiel:
Roggenteig (Das doppelte G ist hier egal, weil es nur um den Laut geht, nicht um die Schreibweise.)
oder auch
Regentag.
Dieses Wort muss man sich nun merken, dann kann man daraus anhand der Tabelle jederzeit die Zahl 46 216 bilden. Um sich längere Zahlen zu merken, reicht jedoch ein einzelnes Codewort nicht aus, hierfür sollten sich Sätze oder kleine Geschichten ausgedacht werden.

Lernkartei

Die Lernkartei ist eine Methode, um einen Stoff systematisch zu wiederholen. Man braucht dafür einen Karteikasten mit mehreren Fächern. Die Anzahl ist beliebig, üblicherweise nimmt man drei bis fünf Fächer. Auf die Karteikarten wird der Lernstoff notiert. Vorne auf die Karten kommt ein Stichwort, eine Vokabel oder eine Frage – auf der Rückseite steht die entsprechende Lösung.

Lernkartei

Zu Beginn sind alle Karten in Fach 1. Nun geht man die Karten nacheinander durch. Alle Karten, wo man die Lösung wusste, kommen in das Fach 2. Nicht richtig beantwortete Karten bleiben im Fach 1. Ist Fach 2 voll, bearbeitet man diese Karten. Die Karten, die man weiß, kommen in Fach 3 und die, die man falsch beantwortet hat, kommen wieder in Fach 1. Und so weiter. So werden immer wieder die Lerninhalte wiederholt, die noch nicht gelernt wurden. Die Dinge, die man schon gut weiß, landen hingegen schnell im letzten Fach des Karteikastens und gelten damit als gelernt.

Transkript Lernmethoden – Übungen für die Schule und zu Hause

Lernmethoden, Übungen für die Schule und Zuhause. Unser Gehirn. Alles, was uns stark interessiert oder von besonderer Bedeutung für uns ist, lernt es beinahe von selbst. Alles andere müssen wir aktiv lernen. Die beste Art, aktiv zu lernen, ist gehirngerecht zu lernen. Die Routen- oder Loci-Methode und das Mastersystem sind zwei der ältesten und besten Methoden, gehirngerecht zu lernen. Beide haben gemeinsam, dass sie unsere Fantasie nutzen, um nüchterne Informationen für uns merkbar zu machen. Der Trick dabei ist, beim Lernen beide Gehirnhälften zu aktivieren. Die Routen-, oder Loci-Methode. Bereits die alten Römer benutzten sie, „Loci“ bedeutet Lateinisch „Ort“. Die Loci-Methode eignet sich, wenn man sich große Mengen an Zahlen und Fakten oder Daten merken muss, beispielsweise Formeln für den Chemie- und Physikunterricht oder Namen für den Geschichts- oder Gemeinschaftskundeunterricht. Wie funktioniert sie? Zunächst sucht man sich eine feste Route in seiner Umgebung, zum Beispiel eine Route durch das eigene Zimmer, von der Tür geht es zum Schrank, von dort zum Schreibtisch, dann auf den Stuhl und so weiter. Als Beispiel die Namen der Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland Heuss, Lübke, Heinemann, Scheel in der Reihenfolge ihrer Amtszeit. Besonders geeignet ist die Routenmethode nämlich für Daten, die in einer bestimmten Reihenfolge wiedergegeben werden müssen. Die Namen der Bundespräsidenten werden zunächst den Stationen der Route zugeordnet. Als nächstes werden die Stationen mit den Begriffen verknüpft, das funktioniert indem man die Fantasie einsetzt und zu jeder Station überlegt man sich eine kleine Geschichte. An der Tür öffnet uns Heuss, Heuss hat Heuschnupfen und niest uns ins Gesicht. Als wir die Jacke in den Schrank hängen, steht da Lübke und grinst uns an, „Herr Lübke“, sagen wir, „Sie haben ja eine Zahnlücke.“ Dann wollen wir unsere Sachen auf den Schreibtisch legen, aber dort liegt ein Zettel mit der Nachricht „Komme um fünf zum Fußballspielen, dein alter Freund Heinemann“. Erschöpft lassen wir uns in den Stuhl fallen, der Stuhl quietscht als wir vor- und zurückwippen, das Quietschen hört sich an wie „scheel, scheel, scheel“ und so weiter. Wenn man das geschafft hat, geht man im Gedächtnis die Route durch. An der Tür, wir erinnern uns, wer niest uns da ins Gesicht? Ach ja, es war Heuss mit seinem Heuschnupfen und so weiter. So kann man jederzeit, wenn man sich an die Namen erinnern muss, die Route einfach im Geist durchgehen. Ihr werdet sehen, wie schnell einem die Namen im Gedächtnis bleiben. Das Besondere an dieser Methode, es ist egal ob man sich zehn Stationen merkt oder 100. Die Loci-Methode ist eine der ältesten und besten Methoden, um sich eine große Anzahl von Daten zu merken. Die zweite bekannte Methode um sich etwas zu merken, ist das Mastersystem. Mit dem Mastersystem wird es dem Gehirn vor allem leichtgemacht, sich Zahlen zu merken. Dazu werden Zahlen durch Begriffe ersetzt und aus den Begriffen wird eine Geschichte gebildet. Damit diese Verwandlung funktioniert, sind die Zahlen mit einem Code versehen. Beim Mastersystem sind den Zahlen Null bis Neun Konsonanten, also Mitlaute zugeordnet. Null gleich z, eins steht für t, zwei für n, drei m, vier r, fünf l, sechs für s c h, sieben ist gleich k, acht steht für v und neun für b. Mit diesem Code lassen sich aus Zahlen spielend Wörter bilden. Auch diesmal wird dazu Fantasie benötigt. Zum Beispiel die Zahl 5 2 7 4 2 6 3 1. Zunächst wird sie in Zahlenpaare zerlegt. Die Zahl 52 wandeln wir in einen Begriff um. Fünf steht für den Mitlaut l und zwei für den Mitlaut n. Beispielsweise lässt sich daraus das Wort Lanze bilden. Auf die gleiche Weise bilden wir aus 74 das Wort Kerker, aus 26 das Wort Nische, aus 31 das Wort Matte. Die beiden ersten Mitlaute im Wort bilden immer die Zahl. Jetzt denken wir uns daraus eine Geschichte aus. Ohne meine Lanze lag ich im Kerker, zwar in einer dunklen Nische aber auf einer weichen Matte. Der Satz steht für die Zahl 5 2 7 4 2 6 3 1. Das klingt zwar kompliziert, hat man die Technik aber erst einmal verinnerlicht, dann ist es sogar möglich, sich hundertstellige Zahlen innerhalb von wenigen Minuten zu merken. Beispielsweise lassen sich mit dem Mastersystem sehr gut Geschichtsdaten merken. Ebenso wichtig wie sich Dinge schnell einzuprägen, ist es sie lange im Gedächtnis zu behalten. Der beste Weg sich zu erinnern, besteht in der ständigen Wiederholung des Gelernten. Doch Wiederholen ist nicht gleich Wiederholen. Die Devise lautet optimales Wiederholen. Dazu gibt es eine Faustregel. Erstes Wiederholen nach einer Stunde. Zweites Wiederholen nach einem Tag. Drittes Wiederholen nach einer Woche und viertes Wiederholen nach einem Monat. Das bekannteste Hilfsmittel um systematisch zu lernen und zu wiederholen ist die Lernkartei. Für die Lernkartei benötigt man einen Karteikasten mit fünf Fächern. Die Fächer haben eine unterschiedliche Größe. Fach eins ist das kleinste Fach und Fach fünf das größte. So einen Kasten kann man sich selber basteln oder in einem Schreibwarenladen kaufen. Außerdem benötigt man Karteikarten. Auf die Karteikarten wird der Lernstoff geschrieben. Vorne die Fragen, Vokabeln oder Formeln und hinten die Lösung. Das sorgfältige Beschriften der Karteikarten genügt oft schon, um die Inhalte am nächsten Tag noch zu wissen. Ein Tipp: Es ist beim Lernen von Vokabeln immer leichter, sich ganze Sätze zu merken als nur einzelne Wörter. Man sollte sich die Sätze am besten selbst ausdenken und Sätze wählen, mit denen man etwas verbindet, zum Beispiel eine schöne Erinnerung. Neue Karteikarten gibt man in das erste Fach. Am nächsten Tag überprüft man sein wissen, man liest dabei die Vorderseite, beantwortet die Frage und kontrolliert mit Hilfe der Rückseite, ob die Antwort richtig war. Weiß man eine Karte nicht, wandert sie ins Fach eins, hinter die Karten die schon drin sind. Eine gewusste Karte wandert ins Fach zwei, auch wieder ans Ende des Fachs. Ist Fach zwei voll, wiederholt man die vordere Hälfte der Karten. Gewusste Karten wandern ins Fach drei. Nicht gewusste Karten wandern zurück ins Fach eins, immer hinter die Karten die schon drin sind, sie werden am nächsten Tag wiederholt. Dadurch wiederholt man gezielt die schwierigen Karten und die leichten laufen durch. Ist Fach drei schließlich voll, wird auch dieses von Anfang an durchgeprüft. Gewusste Karten wandern ins Fach vier, nicht gewusste zurück in Fach eins, die man dann am nächsten Tag wiederholt. Mit der Zeit verteilen sich die Karten über die Fächer eins bis fünf. Karten, die im Fach fünf angekommen sind, gelten als gelernt und können herausgenommen werden. Mit den richtigen Methoden trainieren wir unser Gehirn, und mit dem Erfolg kommt dann auch der Spaß. Lernen als Sport, warum eigentlich nicht. Probiert es einfach mal aus.

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